Vorteile von Linux

Vorteile von Linux

Jedes Betriebssystem hat seine Vor- und Nachteile, in diesem Beitrag der Linux Bibel werden wir uns Linux genauer ansehen.

Informationen

Gerade in den letzten Jahren - nehmen wir einmal das letzte Jahrzehnt - ist Linux immer mehr benutzerfreundlich geworden, wenn man sich so manche Distributionen ansieht - freundlicher für den Nutzer als Microsoft Windows.

Hier sieht man dann auch das sich in den letzten Jahren immer mehr Ämter und andere Organisationen für Linux entschieden haben, diese Migration absolut gut ging und weniger kosteten als ständig neue Windows-Lizenzen zu kaufen - und trotzdem kehrte etwa München (das größte Linux-Projekt) wieder zurück zu Microsoft - angeblich wegen zu hoher Kosten für Schulung der Mitarbeiter und fehlender Software (trotzdem ging es Jahre ohne diese fehlende Software), der Umzug aus der Region in die Stadt München der Deutschland-Zentrale von Microsoft hat natürlich absolut nichts damit zu tun wie man hervor hebt.

Ein weiteres Projekt gab es in Niedersachsen, die dortigen Finanzämter beginnen 2019 mit der Migration von Linux zu Windows - dies soll alleine im ersten Jahr etwa 6 Millionen Euro kosten (das dortige Finanzamt hat jedoch noch nicht einmal Informationen darüber, siehe Heise.de), dazu muss man sagen das es sich dabei um keine Rück-Migration handelt - die dortigen Finanzämter hatten seit ihrem Bestehen noch nie Windows auf ihren Rechnern. Etwa 1990 als die niedersächsischen Finanzämter ihre ersten Rechner bekamen arbeiteten diese mit Solaris - einem UNIX-Derivat, 2005 (Solaris war inzwischen einfach zu alt) wurde auf Linux (SuSE Linux) umgestellt - die Wartung kostete weniger als die von Windows (denn die Systeme wurden zentral gewartet), Software für Windows war dort nie im Gespräch, eigene Software wurde in Java geschrieben (und solche funktioniert auf jedem Betriebssystem) - jetzt soll auf Windows umgestiegen werden ...

Vorteile von Linux

Freie Software / Open Source

Linux ist freie Software, die Quellen liegen offen. Die meiste Software die auf Linux läuft ist dies ebenfalls, dies bedeutet wenn man bestehende Software anpassen möchte ist dies problemlos möglich - also etwa nicht vorhandene Funktionen hinzu fügen oder ändern. Auch ist es möglich etwa Fehler in der Software zu finden - unter Microsoft oder sonstiger proprietärer Software ist dies einfachen Nutzern - auch wenn diese etwa Programmierer sind - nicht so einfach möglich, hier finden etwa eher bösartige Hacker solche Lücken in System und Software und nutzen diese dann aus.

Natürlich ist es auch unter Linux möglich das Lücken über Jahre bestehen - auch wenn die Quellen offen liegen - aber gefunden werden solche dann eher von Nutzern und Organisationen.

Freie Software ist also von jedem Programmierer anpassbar.

Kostenlos

Zum größten Teil - bis auf wenige Distributionen wie etwa Red Hat oder SuSE Linux Enterprice Server ist Linux und die komplette darauf laufende Software kostenlos, es gibt keine Beschränkungen - wie etwa kostenlose Virenscanner unter Windows die man in Firmen durch die Lizenz eigentlich gar nicht nutzen darf. Bei freier Software darf man solche egal wo immer, privat, in der Firma im kommerziellen Einsatz, in der Schule, in Ämtern - einfach überall kostenlos ohne Einschränkungen nutzen.

Natürlich gibt es auch unter Linux proprietäre Software und man kann solche nutzen, ein Beispiel ist etwa Google Chrome oder früher der Adobe Reader. Jede Software die man auf Linux portiert kann man dort auch nutzen - hier natürlich mit den jeweiligen Einschränkungen die die jeweilige Lizenz vorschreibt.

Im Kommerziellen Einsatz von Linux - etwa eben in Firmen oder Ämtern hat man also in Dingen Betriebssystem wenn man keine kommerzielle Distribution nutzt (also etwa eine der genannten) mit keinen Lizenz-Kosten zu rechnen egal auf wie vielen Rechnern das oder die Systeme installiert werden, mögliche Kosten fallen allenfalls in Dinge wie Schulungen für Mitarbeiter an.

Wartung

Eine Linux-Distribution ist viel einfacher zu warten, also etwa auf dem aktuellen Stand zu halten als Microsoft Windows. Per SSH verbinde ich mich wenn gewünscht auf einen Schlag mit 200 Rechnern über das Internet von zu Hause und startet die Aktualisierung, dies kann man wenn gewünscht auch problemlos per Script automatisieren. Wenn ich eine bestimmte Software absolut nicht aktualisieren will dann nehme ich diese einfach von der Aktualisierung aus.

Dies ist auch ein großer Vorteil der vereinheitlichten Aktualisierung von Linux, hier installiert man sich zum größten Teil Software nicht aus dem Internet - also indem man Webseiten abklappert und Software sucht sondern über die integrierte Paket-Verwaltung (hier etwa die von auf Debian basierenden Systemen), man bezieht diese aus den Repositorys der jeweiligen Distribution.

Statt eigene große Applikationen zu schreiben schreibe ich ein einfaches Script und lasse dieses als Administrator vom System automatisch ausführen.

Sicherheit

Wie schon beschrieben ist Linux und die meiste darauf laufende Software freie Software, die Quellen liegen offen und man kann Fehler / Lücken darin selbst finden (etwas vom Programmieren muss man natürlich schon verstehen) und diese auch selbst ausbessern oder die Entwickler verständigen.

Ein weiterer Vorteil ist die Paket-Verwaltung die die Aktualisierung der kompletten Software, des kompletten Systems vor nimmt, ebenso wird über diese Software installiert. Bis auf wenige Software die man sich von anderen Anbietern sucht (aber selbst solche trägt sich meist ebenfalls automatisch in die Paket-Verwaltung ein) wird also jede installierte Software per System-Update aktualisiert, eigene langwierige Suche nach Updates sind so gesehen unnötig.

Eben auf Grund der freien Software werden Fehler und Lücken schneller und öfter gefunden, die meisten Linux-Distributionen bessern solche Fehler innerhalb von Stunden aus und liefern auch gleich die Updates aus - nicht wie etwa Microsoft oft erst am so genannten Patch-Day (erster Dienstag im Monat). So geschehen etwa beim kritischen APT-Fehler bei Debian im Januar 2019, der Fehler wurde gemeldet und am selben Tag wurde der Fehler ausgebessert und das Update ausgeliefert.

Stabilität

Ich selbst rette hin und wieder Daten von Windows-Rechnern, von privaten oder auch in Firmen - dies kostet natürlich einen recht hohen Obolus an mich. Gerade vor ein paar Monaten löschte Windows beim Update von vielen Nutzer Dateien aus dem Dokumente-Ordner wenn diese nicht zusätzlich auf OneDrive gespeichert waren. Die Wiederherstellung war in vielen Fällen durch eine Datenrettung möglich, kostet aber eben auch dementsprechend, manchmal war dies auch nur teilweise oder gar nicht möglich weil entsprechende Daten schon überschrieben wurden - kostet dann natürlich trotzdem.

Bei einem Update von Debian, etc kann dies gar nicht passieren weil das System private Dateien gar nicht angreift, was hat das System damit auch zu tun?

Wenn ich meine Rechner starte erwarte ich von diesen das diese so lange laufen bis ich sie nicht mehr brauche, wenn mir das System irgendwann zu langsam wird weil einfach der Speicher und der virtuelle Speicher voll ist bekomme ich Krämpfe, ein System hat so lange stabil zu laufen wie ich es brauche und egal was ich starte. Mein Raspberry Pi hat gerade einmal ein Gigabyte RAM Hauptspeicher - dieser übernimmt bei mir zu Hause den Media-Server und die Heim-Automation (Heizung, Klimaanlage, Steuerung der Rollläden an den Fenstern je nach Licht-Einfall, etc), dieser läuft je nach Updates auch mal drei Monate ohne das er neu gestartet werden muss. Bei einem Hochverfügbarkeitsserver in einer Firma oder einem Amt hat das System auch mal ein Jahr ohne Neustart zu laufen (da werden Updates des Kernels oder Software eben im laufenden System eingespielt - ohne Neustart - bei einem Windows-System absolut unmöglich.

Einen Desktop neu zu starten weil etwas nicht funktioniert geht schon dem privaten Nutzer auf die Nerven, aber in der Firma kostet dies einfach nur Zeit und Geld, etwas an das man unter Linux eigentlich gar nicht denken braucht.

Viren & Schadsoftware

Auch wenn es manche auf die Geringe Verbreitung von Linux abtun, Schadsoftware aller Art ist unter Linux kaum vorhanden - meist nur experimentell. Es ist einfach so das die Techniken der Sicherheit unter Linux um vieles tiefer gehen als unter Windows, Dateien die man aus dem Internet herunter lädt sind nicht automatisch ausführbar wie etwa EXE-Dateien. Der normale Nutzer hat mit dem System nichts zu tun, und unter Linux ist jede Aktion absolut nachvollziehbar.

Sicherlich hat auch die geringere Verbreitung von Linux damit zu tun - aber im großen und ganzen sind es die vielen kleinen Dinge die es der Verbreitung von Schadsoftware unter Linux das Leben schwer machen, jede Distribution ist etwas anders aufgebaut, ...

Selbst Virenscanner die man unter Linux nutzen kann suchen nur nach Schadsoftware für Windows weil es solche für Linux nicht mehr gibt. Einen solchen nutzt man unter Linux allerhöchstens dann wenn Linux den Server für Windows spielt, ansonsten aktuell einfach sinnlos.

Geschwindigkeit

Linux war bis zu Windows 10 meist immer schneller beim Starten des Systems, mit Windows 10 hat Microsoft aufgeholt und war schneller als Linux - dies aber auch nur aus dem Grund weil Windows nicht komplett herunter fährt sondern in den Speicher schreibt (startet man inzwischen ein anderes System gehen Daten verloren). Mit Systemd hat Linux wieder massiv aufgeholt - selbst mein Debian GNU/Linux mit KDE - und dieser Desktop gibt nicht nur optisch viel her sondern beinhaltet so einiges an Funktionen die man unter Windows einfach nicht findet startet heute innerhalb von 10 Sekunden und da laufen schon alle Dienste.

Auch Anwendungen der meisten Art - wenn man sie etwa mit den Pendants unter Windows vergleicht starten um einiges schneller als unter Windows. Aktionen werden schneller ausgeführt, Updates werden im Hintergrund eingespielt - mir kann es egal sein, wenn mir das System sagt das zur Finalisierung des Updates das System neu gestartet werden muss - etwa wegen eines neuen Kernels dann kann und darf ich mit dem alten weiter arbeiten weil auch dieser problemlos weiter funktioniert.

Lizenzen

Die meiste Software unter Linux - wie auch der Kernel oder das komplette Betriebssystem laufen unter der GNU/GPL, dies bedeutet das ich unter anderem das System und die Software nutzen darf wo, wann und für was ich will. Installieren Sie beispielsweise unter Windows Freeware die nichts kostet muss es nicht sein das Sie diese Software im kommerziellen Einsatz in der Firma auch ohne zu zahlen gratis nutzen dürfen - bei den meisten Virenscannern ist dies beispielsweise der Fall, oder bei IrfanView (ein beliebter Bildbetrachter unter Windows) und bei vielen anderen Anwendungen. Freie Software darf ich privat nutzen, in der Firma, in der Schule - immer und überall, für alle möglichen Zwecke.

Auch darf ich diese verändern, anpassen - diese unter einen anderem Namen veröffentlichen und sogar Geld dafür verlangen - wenn ich natürlich die Quellen der entstandenen Software wieder unter den gleichen Bedingungen frei gebe (mehr dazu unter voran gegangenen Link). Die GPL gibt dem Nutzer sehr viel mehr Rechte als jede proprietäre Lizenz.

Hier läuft nur das was ich will

Wenn ich mir so ansehe was unter Windows Netzwerk-Verbindungen laufen ohne das man zusätzliche Software installiert, ohne Wissen des Nutzers. Windows sendet Telemetrie-Daten an unzählige Microsoft-Server - ja auch dann wenn Sie diese deaktivieren - und manche dieser Server lassen sich nicht einmal eindeutig Microsoft zuweisen. Wenn man weitere Software installiert - steigt dies bis ins unermessliche, man fragt sich wozu beispielsweise wozu ein Taschenrechner (ohne Währungsrechner) alle 10 Minuten Daten in das Internet senden muss (nicht empfangen, hatte vor kurzem den Fall bei einem Kollegen unter Windows), starten Sie ganz einfach unter Windows einmal die Software Wireshark.

Unter Linux sehe ich wirklich jeden Dienst der läuft, egal ob dieser für den Nutzer / Administrator relevant ist oder nicht und ich kann diese Dienste auch unterbinden, ich kann alles was ich nicht haben will deinstallieren - wenn ich eine Software nicht brauche wird diese deinstalliert und diese kommt nicht wieder, versuchen Sie dies unter Windows einmal mit Edge (Standard-Webbrowser unter Windows) oder mit Windows-Mail. Wenn Microsoft meint das eine Software auf dem System zu sein hat müssen dann lässt sich diese auch nicht deinstallieren.

Unter Linux macht das System was ich will und nicht ich was das System will!

Offene Standards

Nutzt man freie Software nutzt man auch offene Standards, nehme ich einmal beispielsweise ein Text-Dokument von LibreOffice kann ich die Datei zerlegen - es handelt sich ganz einfach um ein komprimiertes Archiv in dem eine XML-Datei liegt die wiederum beschreibt was der Text beinhaltet, wie dieser formatiert ist. Ich kann wenn ich will eine Anwendung programmieren die mit den selben Spezifikationen arbeitet um etwa die Daten in eine Datenbank zu speichern, dies funktioniert mit offenen Standards und allen Anwendungen - versuchen Sie solche Dinge einmal Anwendungen die keine offenen Standards verwendet.

Weiteres

Dies waren noch lange nicht alle Vorteile von Linux, aber zumindest die bekanntesten.