C V



Ausbildung I Education

2011 - 2012

Fine Art, Universität der Künste Berlin, Meisterschülerin / Master student (with Prof. Michaela Meise)

2008 - 2011

Fine Art, Universität der Künste Berlin, Diplom (with Prof. Ursula Neugebauer)

2007 - 2008

Fine Art, Kunstakademie Münster (Prof. Guillaume Bijl)

2006

Fine Art, University of Sydney, Sydney College of the Arts, NSW, Australien (student exchange program)

2002 - 2006

Design, Fachhochschule Bielefeld, Diplom


Einzelausstellungen I Solo Shows (selection)

2016:

  • What`s Happening in the Basement, Studienhaus Soest, im Rahmen des Wilhelm-Morgner-Stipendiums, Soest
  • Pinocchio`s Wood and Four Other Lies, Kunstverein Unna

2015:

  • Peepshow, Gepäckausgabe, Kunstverein Glarus

2014:

  • Stipendiatenausstellung, im Rahmen der Preisübergabe der Kulturstiftung Sparkasse Unna, mit Max Sudhues, Zentrum für internationale Lichtkunst, Unna

2013:

  • The Creation of Man, Kunstraum Liska, Leipzig

im Rahmen von LINDENOW #9

  • The Creation of Man, Station 21, Zürich

2012:

  • Mister Money Maker, im Rahmen von „Ab in die Mitte/ Freiraum Gründerzeit“,

Stiftung Künstlerdorf Schöppingen (Katalog)

2011:

  • Beast, mit Sigga Björg Sigurðardottir, Galerie Adler, Frankfurt
  • Brotschneidemaschine, Subzones, Galerie Adler, Frankfurt

2008:

  • Zarensilber, Kunstsammlungen Augsburg


Gruppenausstellungen I Groups Shows (selection)

2017

  • The Gang, Kunst am Bau Projekt, Rote Fabrik, Zürich
  • Talking To Strangers, H`art Galerie Bukarest

2016

  • LEGS Corner College, Zürich

2015

  • DEW21 Kunstpreis

Dortmunder U

Bullerdeich 12, Hamburg

2014

  • Chambers of Fine Art, Bauhof Winterthur
  • OFF THE WALL, Station 21, Zürich

2013

  • MEGAMIX One Minute Showroom
  • Kulturzentrum Fabrik Heeder, Krefeld
  • DIE MUSE, Preisverleihung des Europäischen Preises für Medienkunst der FIDENA 2013, Metropolis - Kino Bochum
  • TOYS, C.A.R. Talente, Contemporary Art Ruhr, Welterbe Zollverein Essen
  • The Pluto in me, reSource 003: P2P Vorspiel, Transmediale Berlin 2013
  • Klik! Amsterdam, EYE Film Museum, Amsterdam
  • Klik! Amsterdam, The New Parkway Theater, Oakland, California

2012:

  • Freiraum Gründerzeit, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen
  • Betriebsausflug, Künstlerhaus Vorwerkstift, Hamburg
  • Land of Milk and Honey, Kunstraum Liska, Leipzig

2011:

  • Art-figura, Museum Schwarzenberg (Katalog)
  • Best of, Galerie Adler, Frankfurt

2010:

  • Freitag und Robinson in Berlin, Skulpturenpark Berlin-Zentrum (Katalog)
  • Brilliant Volume, Universität der Künste Berlin
  • Zwischen zwei Investoren, Ex-Tagesspiegel, Berlin

2009:

  • D`iles et d`identites, Galerie Live in Your Head, Genf (Katalog)
  • Intermezzo, Maximilianmuseum Augsburg

2008:

  • New Grass, Kunstverein Gelsenkirchen (Katalog)

2006:

  • Bauhaus Labor, Kunsthalle Bielefeld


Preise und Stipendien I Awards, Residencies

  • Wilhelm-Morgner-Stipendium 2016
  • Nominierung zum DEW21 Kunstpreis 2015
  • Stipendium der Kulturstiftung Sparkasse Unna, 2013/14
  • Gaststipendium, Kunsthaus Aussersihl / OG9, Zürich, 2013
  • Projektstipendium der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, 2013
  • Nominierung zum Europäischen Preis für Medienkunst der FIDENA, 2013
  • Residenzstipendium, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, 2012
  • Projektstipendium, Stiftung Künstlerdorf Schöppingen, 2012




































A R T I S T ` S S T A T E M E N T :


Das Verhältnis des Menschen zur Dingwelt: Animation, Animismus, Fetischismus und Anthropomorphismen

Das Hauptthema meiner künstlerischen Auseinandersetzung ist die Beseelung, das Lebendig werden von Dingen. Ich interessiere mich für das Unheimliche im Heimeligen und Vertrauten. In meinen Installationen zeige ich Skulpturen und Objekte aus Alltags-gegenständen, Kleidung und Möbeln, die einen Bezug zum Menschen und zum Körper haben. Durch das Transformieren der Dinge versuche ich, sie zu „animieren“, also zum Leben zu erwecken.

Um die anthropomorphen Eigenschaften der Dinge zu betonen, ummantele ich sie, lege sie frei, breche sie auf, stopfe sie aus, vernähe und verbinde sie mit etwas Neuem. Ich arbeite mit der haptischen Wirkung von fleisch- knochen- und hautähnlichem Material, finde Analogien zum Körper, zu Körperöffnungen, Körperoberflächen und zum Körperinneren.

Zudem zeigt die Triology of Transformation, eine Reihe von Stop-Motion-Animationen, ganz konkret, wie Puppen zum Leben erwachen, was einen Teils komischen, teils grotesken Effekt hat. Die Ambivalenz von Masken und Puppen fasziniert mich: als Nachbildungen des Menschen erwecken sie den Eindruck, eigenständig und lebendig zu sein und können doch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie leblose Objekte sind.

Bezugspunkte für meine Arbeit finde ich im Science-Fiction- oder Horrorfilm genauso wie im Comic, im Märchen, in der Spielzeugwelt, in antiker Dichtung wie Ovids Metamorphosen und in unserem technisierten und zunehmend digitalisierten Alltag. Also in Bereichen unserer Kultur, in denen Dinge die Kontrolle übernehmen, Auswüchse bilden, wachsen oder schrumpfen, wuchern und sich aufbäumen.

Im Umkehrschluss aber ebenso Bereiche, in denen sich das menschliche Selbst auf unübliche Weise zu konstruieren bzw. zu dekonstruieren scheint, in denen es als Objekt erscheint, das quantifiziert, geformt und genormt werden kann.

Als Künstlerin hinterfrage ich so nicht nur, welche Wirkung Objekte auf den Menschen haben, sondern auch oder gerade dass sie eine solche haben. Dass Objekte (und Kunstwerke) etwas mit uns machen können (und wir selbst dadurch zum Objekt werden) ist die Antriebsfeder für meine künstlerische Auseinandersetzung.



























T E X T S :




Das Fremde im Vertrauten

“In den Skulpturen, Installationen und Videoarbeiten von Latefa Wiersch wird die vertraute Lebenswelt, werden Möbel und Alltagsgegenstände als befremdliches und bisweilen bedrohlich-beseeltes Gegenüber zur Darstellung gebracht. Die Künstlerin interessiert sich erklärter Maßen für nicht ohne weiteres zu vermutende Abgründe im Leben, welche sich plötzlich in den Bereichen des Banalen, Harmlosen und Vertrauten auftun können. Mithilfe vorgefundener Materialien, vertrauter Alltagsgegenstände und einer zur Anwendung kommenden poetisch-abgründigen Kombinatorik und Transformation schafft sie es, eine skurrile, bisweilen unheimliche Gegenwelt zu schaffen. „Meine Arbeiten thematisieren die Beseelung, das Lebendig Werden von Dingen. Ich interessiere mich für das Unheimliche im Heimeligen und Vertrauten. In meinen Installationen zeige ich Skulpturen und Objekte aus Alltagsgegenständen, Kleidung und Möbeln, die einen Bezug zum Menschen haben. Durch das Transformieren der Dinge versuche ich sie zu ‚animieren‘, also zum Leben zu erwecken.“ Zutreffender, als es in ihrem Statement anklingt, kann man die künstlerische Haltung und den Bezug zum ausgeschriebenen Thema „Das Fremde im Vertrauten“ nicht ausdrücken. Aus dieser Haltung heraus entstehen Skulpturen, Installationen und Videos, in denen die Bereiche des Unterbewussten, des Traums, des Todes und der Sexualität eine Rolle spielen. Ein im gesamten Werk ebenso zu findender Hang zur Paradoxie, zum Absurden und Grotesken, zu Selbstironie und ein immer wieder auftauchender tiefer Sinn für Humor ließen keinen Zweifel aufkommen: Die Jurymitglieder waren sich darüber einig, dass diese künstlerische Haltung unterstützt und mit dem Stipendium der Kulturstiftung der Sparkasse Unna 2013/2014 gefördert werden soll (…)”


Peter Friese, Museum Weserburg

Jurybegründung des Stipendiums der Kulturstiftung der Sparkasse Unna 2013/14

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Wilhelm-Morgner-Stipendium 2016:

Latefa Wierschs Arbeiten überzeugten die Jury durch ihren Humor, ihre Vielschichtigkeit, die Präzision in der Wahl der Mittel und nicht zuletzt durch die Themen, die die Künstlerin transportiert: Das Verhältnis des Menschen zu der ihm umgebenden Dingwelt, in der Dinge lebendig und Körper zum Objekt werden.

In auf den ersten Blick grotesk bis unheimlich anmutenden Assemblagen aus Alltagsgegenständen und Kleidung sowie in Stop-Motion-Filmen beschreibt die Künstlerin unterdrückte Aspekte des menschlichen Daseins, befremdliche Körper die mit dem Unbewussten der Betrachter*innen spielen.

Adrienne Goehler

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Latefa Wiersch

Pinocchio’s Wood and Four Other Lies

Kunstverein Unna, 22. April 2016 – 15. Mai 2016

(Pressetext)


Wenn die Dinge lebendig werden, sind sie vielleicht bloß aus ganz besonderem Holze geschnitzt. Oder: Wer lügt sich hier was vor?

Es ist eine höchst eigenwillige Welt, die man betritt, wenn man sich in Latefa Wierschs Installationen begibt. Scheinbar Unbelebtem wird auf einmal Leben eingehaucht. Oder war der Geist schon immer in der Materie und die Künstlerin streicht bloß hervor, was wir alle kennen? Dass wir uns nämlich mit Dingen umgeben, die uns längst zu Gegenübern geworden sind. Während wir uns lieber als Dinge tarnen. Wir: Normierte Körper, die jeden ihrer Schritte quantifizieren. Und um uns: belebte Hölzer.

Oder sitzen wir gerade einer der benannten Lügen auf?

In ihrer höchst vielschichtigen und zugleich spielerischen Arbeit „Pinocchio’s Wood and Four Other Lies“ thematisiert Latefa Wiersch in verschrobener Bricolage aus zusammengestellt, -gestrickt, -genähten Arrangements von Alltags- und Dekorationsgegenständen, Kleidung und Möbeln unser Verhältnis zur Dingwelt, die längst zum Leben erwacht ist. Gleichzeitig wird unser Verhältnis zum eigenen Körper gespiegelt: Wo der Körper im Alltag immer überflüssiger wird, wenden wir uns ihm zu als ein formbares Objekt. Wildwuchernd Fleischiges wird derweil in den Bereich der Alb- oder der feuchten Träume verdrängt. Wierschs Objekte offenbaren beides. Und fragen nach, ob wir nicht längst wieder ein animistisches Volk sind, dessen belebtes Umfeld gerade dabei ist, die Macht zu übernehmen.

Die Installation wird zum Vexierbild: Wer spiegelt hier gerade wen? Und: Bedurfte es wirklich Meister Geppetto, um den kleinen Nasenmann zum Leben zu erwecken?


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Sigga Björg Sigurðardottir & Latefa Wiersch

BEAST


GALERIE ADLER - FRANKFURT AM MAIN, October 30th 2010 – January 8th 2011

(Press Release, Excerpt)

A (..) queasy feeling and hard-to-describe mix of emotions arises when examining the assemblages created by the young German artist Latefa Wiersch (*1982). Like Sigurðardottir’s creatures, Wiersch’s objects also seem to emanate from a different, very mysterious world.

A protective lampshade shields the light shed on a pair of red shoes placed underneath it, from which an indefinable, fleshy mass oozes. In this work, titled “Heim” (Home), the impression is like peering into a hidden cellar corner or secret sleeping nook where someone has made their home and left behind some enigmatic clues. Associations with both cosy security and horror arise. Home, sweet home?

A little old wooden house prompts ambivalent feelings in those who enter, seeming by turns intriguing and somehow morbid. The viewer becomes part of the sculpture, intruding on the private realm of an absent inhabitant who has used red light for drama while creating a homey atmosphere with the belongings he has left behind.

In Wiersch’s hands, found objects become hybrid sounding boxes, overgrown with soft garments. They inspire feelings that fluctuate between intimacy and distance, provoked in part by the growling and wailing noises emerging at irregular intervals from inside.

Both artists experiment with melding contradictory notions such as good versus evil, beautiful versus ugly, scary versus pitiful, cute versus monstrous. While Sigurðardottir interrogates her Icelandic roots, instinctively putting her impressions on paper, Wiersch collects everyday objects which she turns into assemblages that function as emotional projection surfaces. Neither position leaves the viewer cold, both offering a chance to venture into the realm of conflicting emotions, between laughing and crying, fondness and aversion, pity and malicious glee.





















































C O N T A C T :