Die Verurteilung Schlageters aufgrund der Sprengstoffanschläge in Kalkum durch ein französi sches Militärgericht und seine Erschießung auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf wurden in der deutschen Öffentlichkeit mit Entrüstung aufgenommen. Die durch den Versailler Vertrag und die Ruhrbesetzung angeheizte Franzosenfeindlichkeit trug ebenso zur Stilisation der Sprengstoffanschläge als nationale Heldentat bei wie die Tatsache, dass es die einzige Vollstreckung des Todesurteils während der Ruhrbesatzung blieb. Bereits die Überführung des Leichnams nach Schönau wurde an der Zugstrecke und an vielen Bahnhöfen von Gedenkfeiern rechter Studentenverbindungen oder Delegationen der NSDAP begleitet, die zur ideologischen Überhöhung Schlageters beitrugen. In ganz Deutschland wurden Denkmäler errichtet, auch in der Geburtsstadt Schönau entstand 1926 ein Schlageter-Denkmal mit einem Obelisken auf dem Letzberg.
Während Albert Leo Schlageter durch seine Hinrichtung also bereits in der Weimarer Republik zu einer nationalen Identifikationsfigur geworden war, für die Lieder, Gedichte und Theaterstücke geschrieben oder Gedenkmünzen, Postkarten und Souvenirs verkauft wurden, vereinnahmten die Nationalsozialisten nach der Machtübertragung Schlageter für ihre Propagandazwecke und feierten ihn als „ersten Soldaten des Dritten Reiches“ und „Blutzeugen“ der Bewegung.
Die Gedenkfeier zum zehnjährigen Todestag wurde in Schönau als Großereignis mit 10.000 Teilnehmern geplant, den Schönauern wurde das Hissen der Hakenkreuzfahne verordnet. Auf dem Letzberg errichtete die Stadt Schönau Fahnenmasten und eine Tribüne wurde gebaut. Für verschiedene NS-Unterorganisationen wie Frauenbund, Hitlerjugend und SA oder Studentenverbindungen organisierte die Stadt Schönau Übernachtungsmöglichkeiten in Gasthäusern, Pensionen oder Scheunen. Vermerkt wurde die vorhandene Bettanzahl oder Schlafplätze „mit Stroh“ oder „ohne Stroh“.
Interessant ist auch, dass der Bürgermeister Walter bei einer Anfrage der Kling Film GMBH, die für die UFA Wochenschau Filmaufnahmen der Feierlichkeiten machen sollte, auf die NSDAP-Ortsgruppenleitung verwies, da ihm das Programm nicht endgültig bekannt sei.
Im Schönauer Gemeindearchiv findet sich auch die Anfrage, Süßigkeitenstände zu errichten, sowie der Vermerk des Bürgermeisters, dass dies abgelehnt wurde. Das lässt darauf schließen, dass eine allzu fröhliche Volksfestatmosphäre bei den Feierlichkeiten vermieden werden sollte.
Ab 1934 gab es von der NSDAP Pläne, ein neues, größeres Monumental-Denkmal in Schönau mit einem Platz für 15.000 Menschen anstelle des Obelisken aus der Weimarer Zeit zu errichten. Die Überreste des nicht fertiggestellten Rundbaus lassen erahnen, welche Dimensionen dieses monumentale Denkmal haben sollte. Auch die Intention des Denkmals, das an einen Grabhügel erinnert, wird nachvollziehbar. Der einzelne Mensch, der den Monumentalbau betrachtet, erscheint klein und unbedeutend, der durch das Monument geehrte Schlageter erscheint als eine übermenschliche „Heldenfigur“, zu der er aber vor allem durch seinen Tod geworden ist. Insofern sollte das geplante Schlageter-Denkmal sicher auch auf die geforderte Opferbereitschaft der Soldaten im kommenden Krieg vorbereiten.
Zur Fertigstellung des Denkmals kam es aufgrund des Krieges nicht, ab 1940 wurde nicht mehr weitergebaut. Die Feierlichkeiten wurden in kleinerem Rahmen aber bis zum Ende des Krieges fortgeführt.
Der Erste Weltkrieg war einer der folgenschwersten Konflikte des 20. Jahrhunderts und veränderte Europa nachhaltig. Seine Ursachen lagen in den wachsenden Spannungen zwischen den europäischen Großmächten, Rivalitäten um Kolonien, dem Wettrüsten sowie dem komplizierten Bündnissystem zwischen den Staaten. Auslöser war das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand am 28. Juni 1914 in Sarajevo durch einen serbischen Nationalisten. Daraufhin erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Bald darauf traten auch Deutschland, Russland, Frankreich und Großbritannien in den Krieg ein, was den regionalen Konflikt zu einem Weltkrieg eskalieren ließ.
Deutschland hoffte mit dem sogenannten Schlieffen-Plan, Frankreich schnell zu besiegen, indem es durch das neutrale Belgien vorrückte, um Paris zu umzingeln. Der Plan scheiterte jedoch am unerwartet starken Widerstand Belgiens und der Entschlossenheit der alliierten Truppen. An der Westfront kam der Krieg bald zum Stillstand.
Statt eines schnellen Sieges entwickelte sich ein zermürbender Stellungskrieg, der sich durch endlose Schützengräben, Stacheldraht und Artilleriestellungen auszeichnete. Millionen Soldaten kämpften monatelang unter miserablen Bedingungen, oft nur um wenige Meter Boden. Ein Beispiel für die Sinnlosigkeit dieses Stellungskrieges ist die Schlacht von Verdun im Jahr 1916. Sie begann im Februar und dauerte bis Dezember. Über 700.000 Soldaten fielen oder wurden verwundet – ohne entscheidenden Frontverlauf.
Zu den vielen jungen Männern, die in Verdun kämpften, gehörte auch Albert Leo Schlageter. Schlageter diente im Ersten Weltkrieg als Artillerieoffizier an der Westfront. Die grausamen Erfahrungen, die er – wie viele andere – in Verdun machte, prägten ihn tief. Schlageter wurde später bei Sabotageaktionen im Ruhrgebiet festgenommen und 1923 hingerichtet. Die Nationalsozialisten erhoben ihn später zum „Märtyrer“, doch seine Geschichte beginnt in den Schützengräben von Verdun.
Der Erste Weltkrieg brachte eine neue Dimension des Tötens. Moderne Waffen wie Maschinengewehre, Flammenwerfer, schwere Artillerie, Giftgas und erstmals Panzer kamen zum Einsatz. Flugzeuge wurden zunächst zur Aufklärung, später auch für Luftangriffe genutzt. Diese neuen Methoden führten zu bisher unvorstellbaren Opferzahlen.
Auch die Heimatfront war stark vom Krieg betroffen: Frauen ersetzten Männer in Fabriken und auf Feldern, Kinder halfen bei der Rohstoffsammlung, und die Bevölkerung musste Hunger und Entbehrungen ertragen. Lebensmittel wurden knapp, und Propaganda sollte die Moral aufrechterhalten. Besonders Deutschland litt unter der britischen Seeblockade, die die Versorgungslage verschärfte.
Der Krieg endete am 11. November 1918 mit dem Waffenstillstand. Millionen Tote, zerstörte Landstriche und politische Umwälzungen waren die Folge. Der Erste Weltkrieg hinterließ ein traumatisiertes Europa und ebnete den Weg für politische Radikalisierung – mit Folgen, die nur wenige Jahre später in den Zweiten Weltkrieg mündeten.
Zu Beginn der Novemberrevolution 1918 verfügte die Übergangsregierung über keine zuverlässigen Truppen in Berlin. In Absprache mit der Obersten Heeresleitung (OHL) wurden seit November 1918 aus ehemaligen Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs Freikorps aufgestellt. In diesen Freiwilligenverbänden sammelten sich monarchistische und rechtskonservative Kräfte, die durch Kriegsende und revolutionären Umbruch keine Perspektive und gesicherte Zukunft mehr sahen. Die etwa 400.000 Mitglieder der rund 120 namentlich nachweisbaren Freikorps hatten vor allem aber antirevolutionäre und antidemokratische Ansichten.
Die Stärke kleinerer Freikorps betrug zumeist zwischen 2.000 und 10.000 Mann. Bewaffnet waren sie mit Karabinern, jedoch verfügten die Infanterie- und Kavallerieeinheiten auch über zahlreiche schwere Maschinengewehre und Minenwerfer.
Die Freikorps wurden von der Weimarer Regierung als Hilfsmittel benutzt, um linksextreme Aufstände wie den Spartakusaufstand zu bekämpfen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Die Freikorpssoldaten gingen jedoch häufig brutal vor. Sie verfolgten auch eigene Ziele, wie den Kampf gegen den Kommunismus im Baltikum. Der Großteil der Freikorpsmitglieder waren junge Männer Anfang zwanzig, die oft ohne Berufsausbildung in den 1. Weltkrieg gegangen waren, darunter auch Albert Leo Schlageter.
Es gab ganz unterschiedliche Gründe, den Freikorps beizutreten. Einerseits musste die Kriegswirtschaft erst auf die Friedenswirtschaft umgestellt werden und die Perspektiven für die Kriegsteilnehmer waren anfangs schlecht. Andererseits konnten viele Menschen das Soldatsein nicht hinter sich lassen. Diese Männer gingen als Jugendliche vier Jahre lang in den Krieg, sahen, wie ihre Freunde und Kameraden starben, und erfuhren am 9.11.1918, dass das alles umsonst gewesen sein sollte. Der Weg in ein ordentliches Berufsleben fiel den im Krieg sozialisierten Männern schwer.
Während der Niederschlagung des Januaraufstands 1919 waren Angehörige der größten Freikorps-Division für die Ermordung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verantwortlich.
Freikorps kämpften 1919 im Baltikum gegen sowjetrussische Truppen. An den Kämpfen im Baltikum nahm später auch Schlageter teil. Sie schlugen im Auftrag der Regierung weitere revolutionäre Unruhen und kommunistische Umsturzversuche wie die Münchner Räterepublik oder den Märzaufstand von 1920 nieder, aber sie kämpften nicht für die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik.
Bereitwillig beteiligten sich Freikorps im März 1920 am rechtsgerichteten Lüttwitz-Kapp-Putsch. Sie trugen als Zeichen ihrer völkischen Gesinnung ein Hakenkreuz auf dem Stahlhelm. Einige Freikorpsmitglieder fanden Unterschlupf in der geheimen Organisation Consul (OC), die für die Ermordung führender republikanischer Politiker wie Matthias Erzberger oder Walther Rathenau verantwortlich war. Auch der Stahlhelm und die NSDAP rekrutierten Mitglieder aus Freikorpsverbänden, die gemäß den Bestimmungen des Versailler Vertrags im Frühjahr 1920 offiziell aufgelöst werden mussten. Inoffizielle Verbände bestanden jedoch weiter.
Zahlreiche aufgelöste Freikorps-Einheiten wurden im Mai 1921 noch einmal reaktiviert, um in den Monaten vor der Teilung Oberschlesiens den Kampf gegen polnische Übergriffe wiederaufzunehmen, für den der aus Freikorps rekrutierte „Grenzschutz Ost“ in Schlesien bereits 1919 mit der Parole „Schützt die Heimat“ geworben hatte.
Nach dem Ersten Weltkrieg stand Europa vor einigen Herausforderungen. Eine dieser Herausforderungen war es, mit der Schuld der Staaten umzugehen. Im Versailler Vertrag wurde diese Schuld Deutschland zugesprochen. Deutschland stand nun vor der Aufgabe, Reparationszahlungen an die Siegermächte, also die Alliierten, zu zahlen. Dies geschah, um die Kriegsschäden auszugleichen. Nachdem die Alliierten 1922 schon auf Reparationszahlungen in Form von Geldbeträgen verzichtet hatten, da Deutschland zunehmend in wirtschaftliche Probleme geriet, und stattdessen Güter wie Holz, Kohle und Stahl forderten, kam es dennoch im Januar 1923 in Deutschland zu relativ geringfügigen Lieferrückständen. Dies hatte zur Folge, dass Frankreich und Belgien schließlich das Ruhrgebiet besetzten.
Das Ruhrgebiet galt als wichtiger Exportstandort für Kohle und Stahl und durch dessen Besetzung war es Frankreich und Belgien möglich, den Export genau zu überwachen.
Die Reaktion auf die Besetzung Frankreichs spielte sich in allen Bevölkerungsschichten Deutschlands ab. Von dem damals amtierenden Reichskanzler Wilhelm Cuno wurde zum „passiven Widerstand“ aufgerufen. Diese Politik hatte auch zur Folge, dass Weltbilder aus dem Ersten Weltkrieg wieder aufgegriffen wurden. So wurde Frankreich beispielsweise in zahlreichen Flugblättern als feindlich dargestellt. Auf wirtschaftlicher Ebene wurde von Unternehmen und Gewerkschaften ein Generalstreik ausgerufen, und jegliche Transportmittel, wie Züge oder Schiffe, wurden stillgelegt. Darüber hinaus gab es auch kleinere Gruppen von Aktivisten, welche Attentate und Sabotageakte verübten. An ihnen nahm auch der Freikorpssoldat und von nationalsozialistischem Gedankengut geprägte Albert Leo Schlageter teil. Er beteiligte sich unter anderem an einer Brückensprengung auf der Bahnlinie Duisburg–Düsseldorf am 15. März 1923, die zu seiner Verhaftung führte.
Problematisch an diesem passiven Widerstand war jedoch, dass er Deutschland in wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten brachte. Die anfängliche Idee, die Kriegsschuldenlast durch eine Geldentwertung zu reduzieren, verlief sich schon bald in einer unkontrollierbaren Hyperinflation. Diese fiel vor allem der bürgerlichen Mittelschicht zu Last, welche durch die Inflation ihre gesamten Kapitalanlagen, welche sie zuvor in Kriegsanleihen angelegt hatten, verloren. Außerdem kam es dazu, dass das Vertrauen der Menschen stark geschädigt wurde, auch, da der Reallohn auf weniger als die Hälfte des Vorkriegsniveaus sank. Ein Erfolg dieser Inflation, welche am 15.11.1923 nach dem Währungsschnitt endete, war, dass die Kriegsschulden von 164 Milliarden RM nur noch 16,4 Pfennige wert waren.
Schließlich endete am 26. Dezember 1923 der passive Widerstand und die Reparationszahlungen wurden wieder aufgenommen. Ein wichtiger Bestandteil hiervon war auch der Dawes-Plan, welcher zur Stabilisierung der deutschen Währung und der Wiederherstellung der Kreditwürdigkeit Deutschlands beigetragen hat. Dieser Plan wurde am 16. August 1924 verabschiedet und sah jährliche Zahlungen in Höhe von 1 Milliarde Reichsmark vor, die bis 1928 auf 2,5 Milliarden ansteigen sollten. Für die Zahlungen stellten amerikanische Banken Kredite zur Verfügung, und die Vorgaben für die Reparationszahlungen wurden verschärft, damit Deutschlands Wirtschaft stabil blieb. Frankreichs Zusage, die Ruhrbesetzung zu beenden, war ein maßgeblicher Faktor dafür, dass der Plan einfach durchgesetzt werden konnte.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 hatten die Siegermächte USA, Frankreich und Großbritannien die Aufgabe, einen Friedensvertrag mit Deutschland auszuarbeiten. Dieser Vertrag sollte Bedingungen für den Frieden festlegen und verhindern, dass ein weiterer Krieg ausbricht. Nach dem Ersten Weltkrieg gab es viele Versuche, Kriege zu verhindern, so sollte eine friedenssichernde Möglichkeit gefunden werden, wie die Völkerbundidee oder der Versailler Vertrag. Deutschland musste als Verlierer die Bedingungen annehmen und durfte daher auch nicht mit verhandeln. Aus diesem Grund sprachen später viele Deutsche von einem „Diktatfrieden“.
Am 28. Juni 1919 wurde der Versailler Vertrag im Spiegelsaal im Schloss von Versailles unterzeichnet. Der Vertrag enthielt viele Bestimmungen, die Deutschland politisch, militärisch und wirtschaftlich stark schwächten. Eine der bekanntesten Klauseln ist der Kriegsschuld-Artikel 231, in dem Deutschland und seinen Verbündeten die alleinige Schuld am Krieg gegeben wird. Dies diente vor allem der Rechtfertigung der hohen Reparationszahlungen. Deutschland sollte für die Kriegsschäden aufkommen, da der Krieg vor allem auf französischem Boden geführt worden war und dort für Verwüstung und Zerstörung gesorgt hatte. Eine weitere Bestimmung betraf Gebietsabtretungen. Viele Gebiete wie zum Beispiel Elsass-Lothringen oder Westpreußen und auch Teile Posen mussten abgetreten werden, sowie auch die Kolonien. Insgesamt verlor Deutschland etwa 13 % seines Staatsgebiets und 10 % der Bevölkerung. Die deutsche Armee wurde durch starke Begrenzungen minimiert und eingeschränkt. Es waren nur noch 100 000 Soldaten erlaubt, keine U-Boote, Flugzeuge oder Panzer und im Rheinland durften keine Truppen stationiert werden. Der Vertrag wurde in Deutschland von Anfang an heftig kritisiert. Einige Menschen fühlten sich schlecht behandelt, was vor allem auf die Kriegsschuldfrage zurückgeht. Albert Leo Schlageter war von der Entlassung aus dem Heer betroffen und bekämpfte den Versailler Vertrag.
Besonders rechte sowie nationalsozialistische Gruppen nutzten die Unzufriedenheit aus, um schlechte Stimmung gegenüber der Weimarer Republik zu verbreiten. Diese Haltung vertrat auch Schlageter.
Der Versailler Vertrag sicherte den Frieden somit formell, aber schuf keinen Ausgleich zwischen den Ländern. Stattdessen blieb bei vielen ein Gefühl von Ungerechtigkeit und Demütigung. Radikale Parteien wie die NSDAP konnten sich aufgrund dessen später immer mehr durchsetzen.
Vorgeschichte/Entstehung:
Am Ende des Ersten Weltkriegs war Deutschland militärisch geschwächt und stand kurz vor der Niederlage. Die Fronten brachen zusammen und die Bevölkerung litt unter Hunger. Im Oktober 1918 forderte die Militärführung politische Reformen, um die Verantwortung für die Niederlage auf die neue demokratische Regierung abzuschieben. Kurz darauf kam es zur Novemberrevolution, die zur Abschaffung der Monarchie und zur Einführung der Weimarer Republik führte. Der Kaiser dankte ab, und am 11. November 1918 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Viele Nationalisten und Militärs behaupteten später fälschlicherweise, das deutsche Heer sei „im Felde unbesiegt“ gewesen und durch „Verrat von innen“ zum Aufgeben gezwungen worden. Diese Behauptung bildete die Grundlage für die Dolchstoßlegende.
Warum glaubte die Bevölkerung daran?
Viele Menschen glaubten an die Dolchstoßlegende, weil sie während des Ersten Weltkriegs durch Propaganda nur positive Nachrichten über die deutsche Armee erhielten. Die Wahrheit, also die tatsächlichen Probleme und Niederlagen, wurde verschwiegen. Als im Herbst 1918 plötzlich ein Waffenstillstand gefordert wurde, waren viele überrascht und zweifelten an der Niederlage. Auch die Soldaten waren oft dieser Überzeugung, obwohl sie wie A. L. Schlageter den mörderischen Stellungskrieg miterlebt hatten. Vielleicht suchten sie nach einem Sinn für das Sterben der vielen Soldaten im 1. Weltkrieg.
Auswirkung:
Die Dolchstoßlegende führte dazu, dass viele Menschen das Vertrauen in die junge Demokratie verloren und sie für die Niederlage verantwortlich machten, obwohl die Schuld eigentlich beim Militär lag. Dadurch wurde die Weimarer Demokratie von Anfang an geschwächt.