Gräser schneiden: Der perfekte Start in den Gartenfrühling
Wenn die ersten Sonnenstrahlen den Boden erwärmen, juckt es uns Gartenbesitzer schon in den Fingern.
Doch bei Ziergräsern spielt immer Nässe eine Rolle und man muss Niederschläge berücksichtigen.
Der richtige Zeitpunkt:
Der goldene Regel: Erst schneiden, wenn der Austrieb kurz bevorsteht.
Wir in der Südoststeiermark schneiden zwischen Mitte/Ende Februar und Anfang März.
Warum nicht im Herbst? Die alten Halme dienen als natürlicher Winterschutz für das Herz der Pflanze. Sie verhindern, dass Frost und Nässe direkt in die Wurzeln dringen. Zudem sind bereifte Gräser im Winter ein wunderschöner Anblick und bieten Insekten einen wichtigen Unterschlupf.
Die ideale Witterung:
Wähle für den Rückschnitt einen trockenen, frostfreien Tag.
Wenn die Sonne scheint, trocknen die Schnittstellen schneller ab, was das Risiko für Pilzerkrankungen minimiert.
Worauf muss man achten? (Die Technik):
Nutze eine scharfe Gartenschere oder bei großen Gräsern eine gut shcneidende Heckenschere.
Schneide die Halme etwa 10 bis 15 cm über dem Boden ab. Achte penibel darauf, die frischen, grünen Spitzen (den Neuaustrieb), die tief im Inneren schlummern, nicht zu verletzen.
Handschuhe tragen: Viele Gräser (besonders Miscanthus und Pampasgras) haben scharfkantige Blätter – Schnittgefahr!
Die Sorten-Checkliste: Wer braucht welchen Schnitt?
Nicht jedes Gras wird radikal gekürzt.
Wir unterscheiden zwischen sommergrünen (sterben oben ab) und wintergrünen Gräsern.
💚Die "Radikalen" (Sommergrüne Gräser)
Diese Gräser ziehen im Winter komplett ein und werden handbreit über dem Boden abgeschnitten:
Miscanthus (Chinaschilf): Sehr robust, braucht einen kräftigen Rückschnitt, da die alten Stängel sehr hart werden.
Pampasgras: Vorsicht, sehr scharfkantig! Hier besonders auf den Schutz des Herzens achten und nur das vertrocknete Material entfernen.
Lampenputzergras (Federborstengras): Auch hier alles Alte weg, sobald der Frost geht.
💚 Die "Sanften" (Winter- und immergrüne Gräser)
Diese Gräser dürfen auf keinen Fall radikal zurückgeschnitten werden, da sie sonst absterben könnten:
Carex-Arten (Seggen) & Japanisches Bergwaldgras (Hakonechloa): Diese Gräser bleiben im Winter oft grün oder gelblich. Hier werden lediglich vertrocknete Spitzen mit den Fingern "ausgeputzt" oder vorsichtig einzeln zurückgeschnitten.
Blutgras (Imperata cylindrica): Nur die vertrockneten Halme entfernen, nicht komplett bodennah kappen.
Engelshaar / Federgras (Stipa tenuissima): Dieses feine Gras wird im Frühjahr nur mit den Händen (Handschuhe!) vorsichtig "ausgekämmt", um abgestorbene Halme zu lösen. Ein Radikalschnitt schadet der Optik und der Pflanze.
Unsere Tipps :
Binde die großen Gräser schon im Herbst zusammen. Das sieht nicht nur ordentlich aus, sondern erleichtert den Rückschnitt im Frühjahr enorm – man schneidet einfach das ganze "Paket" auf einmal ab!
Die abgeschnittenen Gräser arbeiten wir in unseren Kompost ein, so kommt Sauerstoff an die Mikroorganismen.
Im Kompost wirken sie wie kleine Lüftungskanäle. Trockene Gräser sind extrem reich an Kohlenstoff (C), sie sind der perfekte Gegenspieler zu frischem Material
abgeschnittene Halme & Stöcke, Einarbeitung in den Kompost
Viel Spaß beim ersten Frühlingserwachen und viel Vorfreude auf die Gräserpracht im kommenden Gartenjahr! 🌿
unsere Gräser im Sommer