Der Chelsea Schnitt ist eine Stauden-Schnitttechnik aus England.
Tradition ist es, sie dann anzuwenden, wenn im Londoner Stadtteil Chelsea die berühmte Chelsea Flower Show stattfindet, also ca. 3./4. Mai Woche. Wir finden, man kann den Schnitt in teilweise auch noch bis maximal Mitte Juni machen. In England heißt diese Technik „ Chelsea Chop“.
London ist immer eine Reise wert!! Hier ein paar unserer Fotos von der Chelsea Flower Show!
Warum wird geschnitten??
Man fragt sich zuerst, warum schneidet man Sommerstauden, wenn sie doch schon meist Blütenknospen ansetzen?
Es ist verständlich, dass es schwer fällt sie wegzuschneiden. Aber es lohnt sich, glaube uns….
Mit diesem Schnitt wird die Blüte verlängert und meist fällt sie zudem auch üppiger aus.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Staude viel kompakter und buschiger wächst und somit standhafter wird, denn an den Schnittstellen entwickeln sich neue Seitentriebe. Dadurch knickt die Pflanze durch den Wind auch nicht so leicht um und man braucht weniger Staudenstützen.
Welche Pflanzen werden geschnitten??
Phlox
Seifenkraut
Blutweiderich
Pannonisches Eisenkraut
Gelenkblume
Herbstaster
Fetthenne
Chrysanthemen
Rotblättriger Fingerhut Bartfaden
Purpur Felberich
Sonnenhut
Indiandernessel
Pfefferkraut Monarde
Salbei
Wie wird geschnitten??
Man reduziert die Pflanzen um ein Drittel bis maximal zur Hälfte.
Wenn du es nicht übers Herz bringst, alle Stiele zurückzuschneiden, kannst du auch nur jeden dritten Stängel um ein Drittel bis maximal zur Hälfte einkürzen. Dies hat den Effekt, dass sich die Blütezeit um bis zu sechs Wochen verlängert wird.
Man schneidet am besten schräg und knapp oberhalb eines Blattaustriebes.
VORHER & NACHHER- Fotos :
Rotblättriger Fingerhut Bartfaden
Herbstastern
Fetthennen (Sedum) blühen im Sommer ja wunderschön, aber sie fallen dann im Spätsommer/Frühherbst leicht auseinander und schauen dadurch nicht mehr ansprechend aus.
Beim echten Chelsea-Schnitt wird bei Fetthennen nur der äußere Ring geschnitten, auch das wollten wir dieses Jahr mal ausprobieren.
So haben wir bei einigen unseren Fetthennen den Ein-Drittel-Schnitt gemacht und bei anderen diese Variante probiert.
Der "Ein-Drittel-Schnitt"
Der "Ring-Schnitt"
Als Gärtner muss man „mental“ die erste Zeit nach dem Schnitt "überstehen", weil die Pflanze gerade dann etwas gerupft aussieht, aber in unseren Staudenbeeten fällt es nicht so schlimm auf, weil gerade so Vieles andere blüht und es teilweise verdeckt.
Es kommt ganz schön viel zusammen. Unsere Ziegen freut`s :-)
...und jetzt zum Ergibnis -- Update im AUGUST:
Phlox - Fetthenne - Gelenkblume - Seifenkraut
Wir können euch nur sagen, der Chelsea Schnitt hat unsere Stauden zum Strahlen gebracht.
Sie sind viel kompakter im Wuchs und blühen zarter.
Man braucht weniger Staudenstützen und durch die spätere Blüte hat man länger einen schönen Anblick.
Was die Fetthennen betrifft, finden wir ganz klar den Ein-Drittel-Schnitt am Ende schöner!!!
Hier noch 2 Tipps, wie man das Schnittgut im Mai noch verwenden kann:
Die abgeschnittenen Triebspitzen der Fetthenne können gleich direkt als Stecklinge verwendet werden.
Nach dem Rückschnitt des Bartfadens oder anderen Stauden entfernt man die unteren Blätter der Stiele und macht einfach einen schönen Blumenstrauß draus....