Der Köhlerturm

auf dem Gleesberg

Im Jahre 1878 wurde auf dem Gleesberg ein 13 Meter hohes hölzernes Aussichtsgerüst errichtet, welches am 04. August 1879 unter großer Beteiligung festlich eingeweiht werden konnte.

Die Kosten dafür beliefen sich auf 668 Mark, die aus der Vereinskasse des Erzgebirgsvereins (gegr. am 10. Mai 1878) bar bezahlt wurden.

1 Jahr später kam noch eine Schutzhütte dazu.

Leider fand der „Turm“ auf dem Gleesberg nur geringes Interesse bei der Bevölkerung und den Touristen, umso größer jedoch war die Zerstörungswut und die Erhaltung wurde kostspielig. So entschloss man sich im Jahre 1893 zur Niederlegung des Holzgerüstes.

Der Vorstand des Erzgebirgsvereins beschloss einen neuen Aussichtsturm zu bauen, jedoch sollte dieser auf dem gegenüberliegenden Schneeberger Keilberg stehen.

Es kam zu einem heftigen Streit um den Standort und zur Abspaltung der Neustädtler Heimatfreunde, die am 20. März 1893 einen eigenen Zweigverein gründeten, um „Ihren“ steinernen Turm auf dem Gleesberg zu bauen.

Im Juli 1898 begann man mit den Arbeiten zur Errichtung eines Unterkunftshauses mit 140 Sitzplätzen (1. Betreiber der „Unterstandshütte Gleesberg“ war Heinrich „Henner“ FALK, bei dessen Fertigstellung der Grundstein zum Turm gelegt wurde. Am 2. Oktober konnte der Bau bereits vollendet und eingeweiht werden.

Über dem Eingang des Turmes wurde ein Medaillon Bild des Namensgebers „Dr. KÖHLER“ (Dr. Johann Ernst August KÖHLER, * 05. August 1829 in Budissin/ Bautzen, † 12. Dezember 1903 in Aue, der Gründer des Erzgebirgsvereins) angebracht, welches vom Schneeberger Bildhauer Georg ZÖFFEL (* 20. Juni 1847 in Neustädtel, † 15. November 1910 in Schneeberg) modelliert und durch den Hammerwerksbesitzer EDLER VON QUERFURTH in Schöneiderhammer als Geschenk überlassen wurde.

Der Turm ist bei Vollendung 17,5 Meter hoch und im unteren Stockwerk aus Granit, im oberen Teil aus gelben und roten Verblendungen mit Sandsteinverzierungen erbaut worden. Die Steine wurden mit Pferdewagen auf den Gleesberg gebracht. Die Kosten beliefen sich auf ca. 7000 Mark. Architekt war R. UNGER.

1989 bekam der Aussichtsturm eine gläserne Kanzel.


Quelle: Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens des Erzgebirgsvereins

© Ina GEORGI, Heimatforscherin & Stefan S. ESPIG, Genealoge, im Juli 2019