Tod im Eichen-Fass

Genealogisches Fundstück in Schneeberg 1705:

† 16.03.1705 - [] 22.03.1705

BORTENREUTER, Johann Andreas, von 9 ½ Jahrs, Sohn des Herrn Johann Friedrich BORTENREUTER, Kirschner und Handelsmann alhier hatte sich Montags, den 16. Martÿ Nachmittag gegen 4. Uhr, da er aus der lateinischen Schulen gekommen, verlohren, und wurde von seinen Eltern in- und außer der Stadt schmertzlich gesuchet, bis man ihn endlich in seiner Eltern Hauß im Hoff, in einem eichenen Faß, in welchem kaum eine ½ Elle hoch Schnee- und Thauwaßer gewesen, den 18. dito frühe, todt gefunden, in welches Faß Ihme, ohne Zweifel, etwas gefallen, so er wieder heraus langen wollen, wie denn seine Mütze, die Er noch in seiner Hand gehalten, darinnen gefunden worden ist.

Gleichwie Er aber im hineinlangen, den Schwang mag bekommen haben, daß ihme die Füße auffn Eiß ausgegangen, und Er so unversehens in das Faß hineingestürtzet; also hat Er in demselben, weil niemand zugegen, auch das Faß angefrohren gewesen, und sich also selbst nicht helffen können, sein Leben elendiglich und erbärmlicher Weise beschließen, und seinen Geist auffgeben müßen. Deßen entseelter Cörper, wurde den 22. Martÿ mit einer LeichenPredigt welche Herr Magister SIEBER thate, Christl. zur Erden bestattet.

(Quelle: Kirchenbuch, Sterberegister 1705/ 326/ 022)

Auszug Meltzer-Chronik Seite 1026

© Stefan S. ESPIG, Genealoge - St. Wolfgang, im März 2018