Die MÖLLER'sche Schleifkanne

Im Schaudepot des Museums der Burg Gnandstein bei Frohburg befindet sich eine Schleifkanne des Schneeberger Zinngießermeisters Johann Martin Elias MÖLLER. Diese Auftragsarbeit fertigte er für den Schustermeister Sebastian KURZEL an, den dieser von seinen Altgesellen gewidmet bekam.

Schleifkannen fanden z.B. bei Zunft- & Gildenzusammenkünften, aber auch bei Ratsversammlungen Verwendung. Bei Freisprechungsfeiern des Handwerks nahmen die Lehrlinge daraus ihren Gesellentrunk.

Objektbezeichnung: Schleifkanne

  • Laufende Nr.: 66
  • Invantarnr.: V 50 C/50
  • Künstler: Johann Martin Elias MÖLLER
  • Herstellungsort: Schneeberg
  • Datierung: 1789
  • Höhe: 29,6 cm
  • Durchmesser: 16 cm

Genealogisches zum Künstler:


Aus den Kirchenbüchern der St. Wolfgangskirche:

Mstr. Johann Martin Elias MÖLLER, Bürger & Zinngießer in Schneeberg, ein Junggeselle, jüngster Sohn des verstorbenen David MÖLLER, ehemalig Herzog Braunschweigischer Soldat, heiratete am 17. Januar 1782 Jgfr. Susanna Magdalena, die einzige Tochter des Mstr. Johann Christian TITZSCHKAU, ansässiger Bürger & ebenfalls Zinngießer in Schneeberg. Sie wurden nach dreimaliger Proclamation öffentlich copuliert.

Susanna Magdalena TITZSCHKAU wurde am 21. September 1739 in Schneeberg geboren. Ihre Eltern, der Zinngießer Johann Christian TITZSCHKAU und dessen Ehefrau Anna Dorothea SCHELLER, eine Böttigers-Tochter, heirateten am 24. November 1732 ebenfalls in Schneeberg. Sie verstirbt am 4. November 1811 in Schneeberg als Ehefrau.

Im Juni des Jahres 1813, verehelicht er sich wieder mit Jgfr. Johanne Friederike CRELL.

Johann Martin Elias MÖLLER stirbt im Alter von 79 Jahren am 15. März 1832 in Schneeberg und wurde am 18. begraben.

Stadt- & Meisterzeichen von J.M.E.MÖLLER

Eine Dresdner Bierkanne und eine Randschüssel waren die Meisterstücke von Johann Martin Elias MÖLLER. Er wird am 6. November 1781 Meister.


Bild: Bierkrug, 27 cm hoch, gefertigt 1796.

Hinweise auf die Wirkung als Zinnmeister:

Biedermeier Zinnkanne

  • Herstellungsort: Oberschlema
  • Datierung : 1837
  • Boden: 3-fach gemarkt
  • Höhe: ca. 17 u. 23 cm

Hersteller: Jacob Heinrich WEIß

    • Sohn des Schulmeisters Johann Heinrich WEIß in Oberschlema
    • lernt in Schneeberg bei Johann Martin Elias MÖLLER von 1817 bis 1821
    • wird 1827 Meister
    • stirbt als gewesener Obermeister 1882

vgl. Hintze Bd. 1, S. 240, lfd.Nr. 1215, zentral gegliederter Kugelkorpus auf leicht zurück gesetztem Stand, leicht gewölbter Stülpdckel mit Knauf, reliefierter Ausgießer, beweglicher Bandhenkel mit gedrechseltem Holzgriff, Namensgravur

© Silke RIEDEL & Stefan S. ESPIG, Genealoge, im März 2018