Der Gedenkstein der Dora Ilse BAITHER

Gedenkstätte der getöteten Ilse BAITHER aus Neustädtel

Die Inschrift lautet:

ILSE BAITHER
GEB. 26.5.1909
VERM. 17.1.1933
GEF. 11.8.1934

Wer war Ilse?

Von den insgesamt 12 Kindern war sie die jüngste und 9. Tochter des Eisendrehers Carl Richard BAITHER in Neustädtel und seiner Ehefrau Anna Rosa wurde sie am 26. Mai des Jahres 1909 geboren. Am 30. Juni erhielt sie die Taufe in der Kirche zu Neustädtel. Ilse wuchs im elterlichen Haus in der Kobaltstr. 187 auf.

Im Jahr ihres Verschwindens war Ilse mit ihren 24 Jahren noch ledigen Standes und arbeitete als Plätterin in Neustädtel.

Ilse mit 22 Jahren
Kirchenbuch Neustädtel, Taufregister 1909
Kirchenbuch Neustädtel, Sterberegister 1934

Ihr Elternhaus

Ilse war als jüngstes Kind in der Familie BAITHER das Nesthäckchen.

Im Jahre 1867 wurde am 10. Oktober ihr Vater Carl Richard BAITHER in Schneeberg geboren. 1893 war er Papierfabrikarbeiter in Neustädtel und lernte dort seine spätere Frau kennen. 1900 arbeitete er in der ansässigen Argentanfabrik als Eisendreher.

Die am 13. August 1868 geborene Anna Rosa UNGER, welche als Fädlerin in Neustädtel tätig war, wurde am 23. Mai 1893 seine Ehefrau. Die Trauung wurde in der Kirche 'Zu Unserer Lieben Frauen' in Neustädtel vollzogen.

Familie BAITHER vor ihrem Haus in Neustädtel - Ilse ist die 4.v.r.
Kirchenbuch Neustädtel, Trauregister 1893

Laut dem Adressbuch für Neustädtel aus dem Jahre 1911 war Richard BAITHER ansässiger Häusler in der Kobaltstraße 187. Das Haus steht heute unmittelbar südöstlich oberhalb der heutigen KEMPF-Brücke.

Adressbuch Neustädtel 1911
Adressbuch Neustädtel 1926
Ausschnitt Äquidistantenkarte 1910
Ausschnitt Luftbild 2018

Kobaltstraße 187

heute

Kobaltstraße 13

Genealogie

Die Familie gibt es seit dem Zuzug des Schneidermeisters Johann Gottfried BAITHER nach Schneeberg. Er war der Sohn des Chirurgen Johann Friedrich BAITHER, welcher im württembergischen Lahr seinem Beruf nachging.

Wundarzt bzw. Chirurg im 18. Jh.

Mit der Trauung seiner Auserwählten Sophie Friederike LANGE, deren Vater, ein Bäckergeselle, aus Großenhain stammte, wurde die Familie in Schneeberg ansässig.

Der Familienname wurde in früherer Zeit ohne 'h' geschrieben, erst hier in Schneeberg bekam er diese 'verpasst' = BAITER.

Stammlinie BAITHER

Was ist damals geschehen?

Die Geschichte, die erzählt wurde, lautet:

Ilse war am 17. Januar 1933 auf dem Weg von Griesbach über Lindenau nach Neustädtel unterwegs. Dort kam sie leider niemals an. Erst im August 1934 fand man ihren Leichnam im Wald. Was genau passierte weiß niemand so recht, jedoch hatte sie einen Freund, von dem sie sich getrennt hatte - oder er von ihr - und dieser soll viele Jahre später zu seiner damaligen Ehefrau sinngemäß gesagt haben: "Wenn du nicht still bist, geht's dir so wie der BAITHER."

Die Beerdigung des gefundenen Leichnams von Dora Ilse BAITHER fand am Freitag dem 24. August 1934, nachmittags ¾ 2 Uhr auf dem Neustädtler Gottesacker mit Geläute und dem Gesang der Kurrende statt.

Ihre Grabstätte befand sich im Quartier 9, Reihe 7, Grab 5.

Ihr alter Grabstein wurde durch die Familie vom Friedhof genommen und liegt heute vergraben am Fuß des Hübnerberges auf dem ehem. BAITHER-Grundstück (beim Verkehrsschild).

Kirche, Pfarre & Gottesacker Neustädtel

Nachruf

Traueranzeige vom 22.08.1934
Nachruf vom 27.08.1934

Pressetexte

Der Stein im Hartmannsdorfer Forst

der Gedenkstein September 2018

578 Meter über dem Nullpunkt, etwa 1 km nördlich des Forstteiches in Lindenau und etwa 1,7 km nordöstlich des Hirschenstein steht leicht versteckt der Gedenkstein, der an das damalige Verschwinden bzw. an den Fundort von Dora Ilse BAITHER noch heute erinnert.

am Hirschenstein

Standort des Gedenksteins

© Ina GEORGI, Heimatforscherin & Stefan S. ESPIG, Genealoge, im September 2018