Das verschwundene Fräulein von Neustädtel

Der Gedenkstein der Dora Ilse BAITHER & seine Geschichte

Ein Projekt, dass unser Interesse sehr geweckt hat, ist der Stein, welchen man beim spazieren gehen im Wald bei Lindenau am Forstteich entdecken kann. Was hat es mit diesen auf sich? Wer hat diesen aufgestellt? Wem gilt die Inschrift? ... und noch viel interessanter: Was ist hier passiert vor 85 Jahren? - Wir machten uns auf die Suche in Archive, recherchierten in den Kirchenbüchern, stöberten in alten Zeitschriften, befragten Anwohner und suchten nach Verwandten, die vielleicht noch etwas wissen könnten. Eine geheimnisvolle Reise in die Vergangenheit erwartete uns und wir waren selbst erstaunt, was wir alles zu diesem Verbrechen ans Tageslicht befördern würden ...

Gedenkstätte der getöteten Ilse BAITHER aus Neustädtel, September 2018

Die Inschrift lautet:

ILSE BAITHER
GEB. 26.5.1909
VERM. 17.1.1933
GEF. 11.8.1934

Wer war Ilse?

Von den insgesamt 12 geborenen Kindern war sie die jüngste und 9. Tochter des Eisendrehers Carl Richard BAITHER in Neustädtel und seiner Ehefrau Anna Rosa wurde sie am 26. Mai des Jahres 1909 geboren. Am 30. Juni erhielt sie die Taufe in der Kirche zu Neustädtel. Am 13. April 1924 wurde sie im Neustädtel konfirmiert. Ihr Konfirmationsspruch sollte leider später und viel zu früh ihr Grabspruch werden.

Ilse wuchs im elterlichen Haus in der Kobaltstr. 187 auf. Im Jahr ihres Verschwindens war Ilse mit ihren 23 Jahren noch ledigen Standes und arbeitete als Plätterin in Neustädtel.

Ilse mit rund 20 Jahren
Kirchenbuch Neustädtel, Taufregister 1909

Verlobt war Dora Ilse BAITHER derzeit mit dem aus Griesbach stammenden Max Rudolf NEEF, bei welchem sie sich auch am Tag ihres Verschwindens aufhielt und dessen elterliche Wohnung, Ortsliste 22, sie dort Richtung Schneeberg verließ.

Ilse half des öfteren auf dem Gut der angehenden Schwieger-Eltern bei der Landwirtschaft.

Max Rudolf NEEF, geboren am 04. November 1908, war 1937 als Maschinenarbeiter tätig. Er heiratete später Carla Frieda BAUER aus Triebes und fiel am 8. August 1942 im II. Weltkrieg in Russland in Wasjutina bei Droschkowa.

Ihr Elternhaus

Im Jahre 1867 wurde am 10. Oktober ihr Vater Carl Richard BAITHER in Schneeberg geboren. 1893 war er Papierfabrikarbeiter in Neustädtel und lernte dort seine spätere Frau kennen. 1900 arbeitete er in der ansässigen Argentanfabrik als Eisendreher.

Die am 13. August 1868 geborene Anna Rosa UNGER, welche als Fädlerin in Neustädtel tätig war, wurde am 23. Mai 1893 seine Ehefrau. Die Trauung wurde in der Kirche 'Zu Unserer Lieben Frauen' in Neustädtel vollzogen.

Ilse war als jüngstes Kind (* 1909) in der Familie BAITHER das Nesthäckchen.

Ihre Geschwister waren:

  1. Richard Walter * vorehel. 1888 †⚔ 1915 gefallen
  2. Rosa Elsa * vorehel. 1891 † 1891
  3. Rosa Elsa * 1893 † 1895
  4. Paula Gertrud * 1894 ⚭ 1916 BOCHMANN † 1978
  5. Richard Paul * 1896
  6. Frieda Wella * 1898
  7. Anna Rosa * 1900
  8. Elsa Paula * 1901 † 1901
  9. Kurt Willy * 1904 † 1904
  10. Rosa Hilma * 1905 † 1905
  11. Elli Hilma * 1907 † 1908
Familie BAITHER vor ihrem Haus in Neustädtel - Ilse ist die 4.v.r.
Kirchenbuch Neustädtel, Trauregister 1893

Laut dem Adressbuch für Neustädtel aus dem Jahre 1911 war Richard BAITHER ansässiger Häusler in der Kobaltstraße 187. Das Haus steht heute unmittelbar südöstlich oberhalb der heutigen KEMPF-Brücke.

Adressbuch Neustädtel 1911
Adressbuch Neustädtel 1926
Ausschnitt Äquidistantenkarte 1910
Ausschnitt Luftbild 2018
Haus der Familie BAITHER - Kobaltstr. 187
heute Kobaltstraße 13

Vater Richard BAITHER verstarb im Dezember 1953 an Magenkrebs mit 86 Jahren. Mutter Anna Rosa geb. UNGER folgte ihrem Mann im Februar 1959 ins Tal der Ahnen, stolze 90 ½ Jahre alt. Beide erlebten noch im Mai 1953 gemeinsam ihre Diamantene Hochzeit. Zu dieser Zeit lebten von den insgesamt 12 geborenen Kindern dieses Ehepaars noch 3 Töchter.

Original Unterschrift Richard BAITHER, 1934

Genealogie

Die Familie gibt es seit dem Zuzug des Schneidermeisters Johann Gottfried BAITHER nach Schneeberg. Er war der Sohn des Chirurgen Johann Friedrich BAITHER, welcher im württembergischen Lahr seinem Beruf nachging.

Wundarzt bzw. Chirurg im 18. Jh.

Mit der Trauung seiner Auserwählten Sophie Friederike LANGE, deren Vater, ein Bäckergeselle, aus Großenhain stammte, wurde die Familie in Schneeberg ansässig.

Der Familienname wurde in früherer Zeit ohne 'h' geschrieben, erst hier in Schneeberg bekam er diese 'verpasst' = BAITER.

Schon damals erfuhr die Familie eine Tragödie: " Laut Anzeige vom hiesigen Gerichtsamte vom 25ten Juni 1859 wurde der hiesige Schneidermstr. Johann Gottfried BAITER den 24ten ejusdem in Oberschlema aus dem Floßgraben todt herausgezogen, in welchem er allen Anschein aus Lebensüberdruß den Tod gesucht u. gefunden hat. (Er hinterl. 2 S. und 1 T.) "

Quelle: Kirchenbuch Schneeberg, Sterberegister 1859/ 251b
Stammlinie BAITHER

Was ist damals geschehen?

Die Geschichte, die erzählt wurde, lautet:

Ilse war am 17. Januar 1933, dem Dienstag nach dem 2. Sonntag nach Epiphanias, auf dem Weg von Griesbach nach Neustädtel unterwegs. Dort kam sie leider niemals an. Erst im August 1934 fand man ihren Leichnam im Wald. Was genau passierte weiß niemand so recht, jedoch hatte sie einen Verlobten, von dem sie sich getrennt hatte bzw. trennen wollte, denn sie hatte sich in einen anderen Mann verliebt. Ob der Ex-Verlobte etwas mit dem Tod von Ilse zu tun hatte, wurde bis heute nicht geklärt.

Ob dies nun alles der Wahrheit entspricht ist bis heute unklar. Fakt ist, dass sie in einem Fichtenwald bei Lindenau mit dem Bändern ihrer eigenen Schürze erdrosselt aufgefunden wurde - eineinhalb Jahre nach ihren spurlosen Verschwinden.

Ilse wird vermisst

Der 'Erzgebirgische Volksfreund' berichtet am 20. Januar 1933:

" Neustädtel, 20. Jan.; Seit dem 17. d. M. wird die hier wohnhafte 23 Jahre alte Plätterin Dora Ilse BAITHER vermisst. Sie hatte am genannten Tage nachmittags gegen ½ 3 Uhr ihren Bräutigam in Griesbach besucht und ist von dort nicht wieder heimgekehrt. Es liegen nicht die geringsten Anzeichen eines Selbstmordes vor, sodaß mit einem Verbrechen gerechnet werden muß. Beschreibung: Etwa 148 cm groß, mittlere Gestalt, blasse Gesichtsfarbe, dunkelblonden, linksgescheitelten Bubikopf, trug dunkelblaues Stoffkleid, dunkelblauen schal, ebensolchen Ripsmantel mit schwarzem Plüschbesatz und Kragen, dunkelblaue Tuchmütze mit drei Pfeilen und dunkelbraune Gummischuhe. Sachdienliche Angaben über ihren Verbleib werden an den Gendarmerieposten Schneeberg oder die nächste Polizei- oder Kriminalstelle erbeten. "

Hinweise werden gesammelt

Erzgebirgischer Volksfreund, Aue 1934

" Schneeberg, 16. Aug.; Die Auffindung der Leiche der Dora Ilse BAITHER gibt zu allerlei Gerüchten und Vermutungen Anlaß. So meldeten gestern Pilzsucher der Polizei, daß sie am Hirschenstein bei Hartmannsdorf ein mit einem großen Stein zugedecktes Loch aufgefunden hätten, aus dem Verwesungsgeruch komme. Die Tatsache, daß ein zentnerschwerer Stein auf das Loch gewälzt worden war und daß sich in diesem Stroh befand, ließ die Pilzsucher das schlimmste vermuten. Die vorgenommene Untersuchung ergab die Haltlosigkeit der Vermutung. Bei den Loch handelte es sich um eine von einer kürzlich hier lagernden Jugendgruppe errichteten Latrine. In lobenswertem Ordnungssinn hatten die Jungens diese im Lagerleben nun einmal unentbehrliche Einrichtung beim Verlassen des Lagerplatzes mit dem Lagerstroh zugeschüttet und mit dem Stein zugedeckt. Damit fand das Geheimnis seine Aufklärung. "

Aktenzeichen 6 StA. 93/ 33

" Unter Bezugnahme auf die am 25. Februar 1933 und 1. März 1933 veröffentlichte Auslobung der Staatsanwaltschaft Zwickau '300 RM Belohnung' wird weiter folgendes bekannt gegeben:

Die Leichenreste der seit 17. Januar 1933 vermißten, am 26. Mai 1909 in Neustädtel geborenen Plätterin Dora Ilse BAITHER, zuletzt wohnhaft in Schneeberg-Neustädtel, Kobaltstraße 187, sind am 11. August 1934 in Abt. 47 des Staatsforstes Hartmannsdorf b. Kirchberg unweit der Lindenauer Grenze in einer Fichtendickung von 18jährigem Bestand aufgefunden worden.

Nach dem Befunde ist wahrscheinlich, daß die BAITHER nach einer vorausgegangenen körperlichen Verletzung mit dem Bande ihrer Schürze erdrosselt worden ist.

Die BAITHER hat an dem oben genannten Tage nachmittags gegen 2.15 Uhr das Hausgrundstück Griesbach Nr. 22 verlassen, um nach dem Hausgrundstück Schneeberg, Greifberg Nr. 7, zu gehen. Gegen 2.20 Uhr ist sie auf der Staatsstraße Zwickau-Schneeberg in Richtung Schneeberg allein gehend am Gasthaus 'Goldene Höhe', an der Ortsgrenze Griesbach-Schneeberg und schließlich am Gasthaus 'Stadt Leipzig' gesehen worden. Von da ab wird sie jemand getroffen oder es wird sich jemand genähert haben, der mit der Tat im Zusammenhang steht.

Greifberg 7 (1927), Foto: W. Meyer
Greifberg 7 (2018)
Gasthof "Goldene Höhe"
Gasthof "Stadt Leipzig"
Weg am Floßgraben

Beschreibung der BAITHER: Etwa 1,50 m groß, mittelkräftig, dichtes, dungelblondes Haar, Bubikopf, niedrige Stirn, blaugraue Augen, dunkelbraune Augenbrauen, mittelgroße gradlinige Nase, Mund mittel. vollständige weiße Zähne, Backenzähne plombiert, breites Kinn, mittelgroße Ohren, anliegend, durchlocht ohne Ohrringe, längliches etwas knochiges Gesicht, blasse Gesichtsfarbe, kleine Hände, langsamer etwas schleppender Gang, sprach hiesige Mundart.

Bekleidung der BAITHER: Blaue Stoffkappe mit kleiner Krempe, an der linken Seite 3 Pfeile aus gelben Metall (Symbol der eisernen Front) angesteckt, blauen Ripsmantel mit Plüschbesatz um den Hals, an den Ärmeln und am Unterteil, blau- und weißgekästelte Schürze mit langen Tragbändern, blaues Kleid mit langen Ärmeln, am Halse ausgeschnitten, graue Überschuhe aus Stoff und Gummi, schwarze Lederspangenhalbschuhe, braune baumwollene Strümpfe.

Für den Fall, daß ein Verbrechen vorliegt, wird die von den eingangs genannten Auslobungen für die Ermittlung und Ergreifung des Täters oder der Täter ausgesetze Belohnung unter Ausschluß des Rechtsweges auf fünfhundert Reichsmark erhöht.

Falls mehrere zu diesem Erfolge mitgewirkt haben, behält sich der Unterzeichnete vor, die Belohnung unter den mehreren nach vollständig freiem Ermessen zu verteilen. Diese Belohnung ist ausschließlich für Angaben aus dem Publikum bestimmt und gilt nicht für Beamte, zu deren Berufspflicht die Verfolgung von Verbrechen gehört.

Nachrichten oder Anzeigen sind an die Staatsanwaltschaft Zwickau unter dem Aktenzeichen 6 StA. 93/ 33 an den Gendarmerieposten Schneeberg oder an die Polizeidirektion, Kriminalamt Zwickau, zu richten.

Zwickau, den 10. November 1934

Der Oberstaatsanwalt bei dem Landgerichte, ARNOLD

Erzgebirgischer Volksfreund, Aue 1934

Die fürchterliche Vermutung wird Gewissheit

" Am 11. August mittags gegen 12 Uhr fand ein Maschinenschlosser aus Schneeberg beim Pilzesuchen im Staatsfortsrevier Hartmannsdorf in der Nähe der Fluren Lindenau und Griesbach in einer Dickung ein menschliches Skelett. In diesem wurden später die Überreste der seit dem 17. Januar 1933 vermissten Plätterin Dora Ilse BAITHER aus Neustädtel festgestellt. Der Gendarmerieposten in Schneeberg setzte sofort die Mordkommision des Kriminalamtes in Zwickau von der Auffindung in Kenntnis, die bald mit einem Vertreter der Staatsanwaltschaft im Kraftwagen an der Fundstelle eintraf. Dort waren bereits Gendarmerie- und Forstbeamte erschienen. Die den Angehörigen der BAITHER vorgelegten Kleiderreste wurden von ihnen einwandfrei als ihrer Tochter Ilse gehörend wiedererkannt. Die Fundstelle befindet sich in der Abteilung des Staatsforstes Hartmannsdorf ca. 75 Meter südlich des Flügels G in einem etwa 18jährigen Fichtenbestand.

Aus den Polizeibericht vom 17. Januar 1933 geht hervor, dass die BAITHER gegen 3 Uhr nachmittags in der Wohnung ihres Bräutigams in Griesbach gewesen sei. Dort hat sie sich mit dem Vorgeben entfernt, dass sie um 3 Uhr nachmittags bei ihrer in Neustädtel wohnenden Schwester sein müsse. Bei dieser und auch ihren Eltern in Neustädtel, bei denen sie wohnte, war sie nicht eingetroffen. Sie ist zu dieser angegebenen Zeit gesehen worden, als sie allein die Dorfstraße in Griesbach und dann auf dieser in Richtung Schneeberg lief. Gegen 4 Uhr nachmittags soll sie am Flossgraben, der von der Staatsstraße Schneeberg-Aue nach Auerhammer führt, gesehen worden sein. Alle Nachforschungen blieben erfolglos. Das Gelände besonders zwischen Schneeberg und Aue ist mehrmals durch starke Aufgebote der Polizei, Gendarmerie, Forstbeamte und Beamte des Bergamtes abgesucht worden.

Zu einer erhebenden Trauerkundgebung gestaltete sich am 24. August die Beisetzung auf dem Neustädtler Friedhof. Der Trauerzug bewegte sich vom Elternhaus, Kobaltstraße nähe HÜBNER, aus bis zur Friedhofshalle, in der sich mit reichem Blumenschmuck versehene Sarg, der die sterblichen Übrreste barg, befand. Auf dem Sarge stand das Bild der Verblichenen. "

Quelle: Chronik der Bergstadt Schneeberg, Heinz SEIFERT

"Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen"

" Neustädtel, 25. Aug.; Zu einer erhebenden Trauerkundgebung getstaltete sich gestern die Beisetzung der seit dem 17. Jan. 1933 vermißten, am 11. August jetzt aufgefundenen Dora Ilse BAITHER. Der Trauerzug bewegte sich vom Elternhaus aus bis zur Friedhofshalle, in der sich der mit reichem Blumenschmuck versehene Sarg, der die sterblichen Überreste barg, befand. Auf dem Sarge stand das Bild der Verblichenen.

Pfarrer EHRLER legte seiner Trauerrede das Bibelwort Joh. 10,14 'Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen und bin bekannt den Meinen' zu Grunde. Er war dies der Spruch, den die Verblichene zu ihrer Konfirmation mit auf den Weg erhielt. Die wunderbare Auslegung dieses Wortes ergriff alle Leidtragenden aufs Tiefste und der eherne Klang der Glocken drang nicht nur in die Ohren, sondern tief ins Herz hinein, in das Geheimnis, das über diesem offenen Grabe schwebt. Im blühenden Alter von 23 Jahren mußte dieses arme Menschenkind sein Laben lassen. 1 ½ Jahre sind seit seinem Verschwinden verstrichen. Schwere und bittere Wochen und Monate des Kummers und der seelischen Aufregung durchlebten die bedauernswerten Eltern, die ihr Kind vergeblich suchten. Erst vor wenigen Tagen erhielten sie Gewißheit, daß ihre liebe Tochter tot ist, die so brav und arbeitsam war und bei ihren Mitarbeiterinnen so viel Achtung genoß. Unter vielen Tränen legt man sie in die kühle Gruft. Das Geheimnis ihres Sterbenmüssens ist zur Stunde noch unbekannt.

Was hier auch geschehen sein mag, und wie es Geschehen sein mag, so führte der Pfarrer weiter aus, keiner wird sich dereinst dem Gericht Gottes entziehen können; wenn er auch seinem irdischen Richter entgeht, seinem himmlischen Richter entgeht er nicht. Eine tiefe Bewegung und Erregung erfaßte die Trauergemeinde. Wohl alle wünschten, daß endlich Licht und restlose Aufklärung in diese Tragödie komme. "

Erzgebirgischer Volksfreund, Aue 1934

Zur Erden bestattet

Die Beerdigung des gefundenen Leichnams von Dora Ilse BAITHER fand am Freitag dem 24. August 1934, nachmittags ¾ 2 Uhr auf dem Neustädtler Gottesacker mit Geläute und dem Gesang der Kurrende statt.

Ihre Grabstätte befand sich im Quartier 9, Reihe 7, Grab 5.

Ihr alter Grabstein wurde durch die Familie vom Friedhof genommen und liegt heute vergraben am Fuß des Hübnerberges auf dem ehem. BAITHER-Grundstück (beim Verkehrsschild).

Kirche, Pfarre & Gottesacker Neustädtel
Kirchenbuch Neustädtel, Sterberegister 1934

Nachruf

Traueranzeige vom 22.08.1934
Nachruf vom 27.08.1934

Der Stein im Hartmannsdorfer Forst

der Gedenkstein September 2018

578 Meter über dem Nullpunkt, etwa 1 km nördlich des Forstteiches in Lindenau und etwa 1,7 km nordöstlich des Hirschenstein steht leicht versteckt der Gedenkstein, der an das damalige Verschwinden bzw. an den Fundort von Dora Ilse BAITHER noch heute erinnert.

am Hirschenstein

Standort des Gedenksteins

Ein Orginal taucht wieder auf

Am 29. Oktober 2018 wurde uns - zu unserer Freude bei diesen aufwändigen Recherchen & zu unserem Erstaunen! - nach mehreren Besuchen bei noch lebenden Nachfahren der Familie BAITHER ein wirkliches Schmuckstück überreicht - das originale Keramikbild von 1934 - welches am Gedenkstein im Forst bis in die 1980er Jahre verbracht war. Es zeigt Dora Ilse im Jahr ihres Todes 1933.

Einen herzlichen Dank an Familie BACHMANN in Neustädtel!

© Ina GEORGI, Heimatforscherin & Stefan S. ESPIG, Genealoge, im November 2018