Das Kriegerdenkmal im Stadtpark

als Andenken für die Gefallenen Schneeberger Soldaten des I. Weltkrieges 1914-18

Entwurf für den Platz am Fürstenbrunnen

Der bekannte Pädagoge und Architekt Prof. Albin Camillo MÜLLER (1871-1941), auch bekannt unter seinem Künstlernamen 'Albinmüller', entwarf 1929 für verschiedenen Standorte in Schneeberg einige Denkmäler für die Gefallenen im I. Weltkrieg.

Diese Entwürfe wurden im Januar 1929 im Stadtrat diskutiert, bis man sich auf eines dieser einigte, welches im Stadtpark seinen, uns heute bekannten, Platz im Stadtpark fand.

Entwurf für den Platz im Stadtpark

Die Bauphase des Denkmals im August 1929

Die Weihe des Ehrenmahls

Am Sonntag, dem 1. September 1929, wurde in Schneeberg das Ehrenmahl für die Gefallenen des Weltkrieges geweiht. Dieses aus grauem Muschelkalkstein errichtete eigenartige Denkmal hat - der Grundform des prachtvoll gelegenen Platzes entsprechend - einen dreischenkelichen Grundriss. Gleich einem dreifachen Altar sind die Schrifttafeln mit den Namen der im I. Weltkrieg gefallenen Söhne Schneebergs aufgebaut, bekrönt mit dem Wahrzeichen der alten Bergstadt - Schlegel & Eisen - den Wappen des Landes Sachsen und des Reiches und darauf ruhendem Stahlhelm. Hochragende, kristallisch geformte Steinpfeiler, die diese Tafeln umfassen, streben einem erhöhten sechskantigen Mittelpfeiler zu. Dieser trägt als Abschluss einen Stern, der als Symbol der Hoffnung gelten kann, und zeigt die Inschrift: 'Unseren Brüdern, unseren Helden'. Der Schöpfer dieses in seiner Schlichtheit und Eigenart außerordentlich eindrucksvollen Ehrenmahls ist der aus dem Erzgebirge stammende Künstler Prof. Albin MÜLLER aus Darmstadt. Erbaut wurde es won der Firma Johannes DIETER aus Eberstadt.

01.09.1929 © Foto: Magirius

01.09.1929 © Fotos: Maaß

01.06.1930 © Foto: Frenzel


23.04.1930 © Foto: Wilhelm

28.05.1930 © Foto: Magirius

Das Ehrenmal heute

Ansicht April 2018

Erinnerungstafel für Opfer beider Weltkriege

Leider wurden in den Jahren des Kommunistischen Regimes sämtliche Gefallenen und Symbole entfernt, so dass heute nur noch ein Denkmal mit einer kurzen Inschrift vorhanden ist, die an die Opfer der beiden Weltkriege erinnern soll, aber welches die ursprüngliche Aussagekraft verloren hat.

Ehrenmahl & St. Wolfgangskirche im Hintergrund

April 2018

Eine Ergänzung eines Lesers (2018): "Das Denkmal muss als geschändet und entweiht gelten, denn es ist seinem ursprünglichen Sinn beraubt worden. Heute ist es ein austauschbares Allerwelts-Denkmal, wie es überall stehen könnte. In der DDR-Zeit wurden die Symbole und Namen getilgt. Warum eigentlich? Doch der letzte Akt der Schändung geschah erst vor etwa 15 Jahren. Der damalige Bürgermeister ließ in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auch noch die Inschrift auslöschen, die doch sogar die DDR überlebt hatte. Wie ich damals gesagt bekam, hatte die 'Linke' den Bürgermeister damit konfrontiert, dass die Inschrift "Unseren Brüdern - unseren Helden" eine Verherrlichung des Heldentodes, des Militarismus und damit eines imperialistischen Angriffskrieges wäre. Um Ärger zu vermeiden, verschwanden klammheimlich selbst diese Worte."

Standort des Ehrenmals

© Ina GEORGI, Heimatforscherin & Stefan S. ESPIG, Genealoge, im April 2018