Das Kriegerdenkmal auf dem Markt

als Andenken an die Gefallenen im deutsch-französischen Krieg 1870-71

Kriegerdenkmal 1936

Die feierliche Einweihung des Denkmals auf dem Marktplatz in Schneeberg, mit Festzug, Weihe des Namen-Steins auf dem Gottesacker und anschließenden Fackelzug, fand am 10. November 1872 statt.

Der vom Maurermeister RASCHIG in Chemnitz höchst prachtvoll ausgeführte Obelisk ist aus Sandstein und circa 15 Ellen (6.67 m) hoch.

Bergaufzug 1885 (Foto: Haugk)

Es befindet sich auf der nach dem Rathaus zugekehrten Seite das Reichswappen, mit der Unterschrift:

"Zur Erinnerung an die ruhmvollen Kämpfe in den Jahren 1870-1871 un der Wiederherstellung der deutschen Reiches."

Die Seite rechts von vorn enthält das sächsiche Wappen mit der Unterschrift:

"Den tapferen Kriegern Schneebergs, welche für die Ehre Deutschlands gekämft und ihr Leben eingesetzt haben."

Die Seite nach links zeigt das Stadtwappen und die Unterschrift:

"Errichtet von den dankbaren Bewohnern der Stadt Schneeberg im Jahre 1872"

Die Rückseite ziert das eiserne Kreuz mit der Unterschrift:

"Niemand hat größere Liebe denn der, daß er sein leben läßt für seine Freunde." Ev. Joh. 15,13

vom Rathaus aus gesehen

Markt & Obelisk 1930 (Foto: Magirius)

Blick von Rathaus 1933 (Foto: Fischer)

Marktplatz 1883 (Foto: Müller)

Schneeberger Marktplatz am Sedantag (2. September) 1896

"So einigten sich stets die deutschen Stämme,

Geführt von Preußens sieggewohntem Held,

Zerschmetterten des Feines Festungsdämme,

Und siegten da, wie auf der Schlachten Feld.

Das stolze Frankreich, das vermeint zu siegen,

Das sich als erstes Volk der Erde dacht,

Es mußt der Kraft der Deutschen unterliegen,

Die es recht gründlich hat zum Fall gebracht."

Der ehemalige Standort der Siegessäule auf dem Markt war ungefähr dort - wenn man zwei Linien ziehen würde geradlinig aus dem Eingang des Rathauses und gerade aus von der Topfmarktgasse heraus.

Nach dem II. Weltkrieg

Unmittelbar nach dem Krieg wurde die Säule mit dem 'roten Stern' der Siegermacht auf der Spitze versehen und der komplette Sockel mit den alten Inschriften mit einer Holzvertäfelung verschlagen. Auf dieser konnte man unter anderem lesen: "Wir der Nationalen Front für Frieden, Freiheit, Aufbau!"

1. Mai 1946

1. Mai 1951

Postkarten mit Abbildungen der Siegessäule

Postkarte, gelaufen 1958

Postkarte , gelaufen 1959

Im Frühjahr 1960 wurde leider der schöne Obelisk kurzerhand abgerissen, um am 18. August dieses Jahres das neue Thälmann-Denkmal an selbiger Stelle einzuweihen.

Ein unwiederbringlich historischer Wert ging mit der Zerstörung dieses Zeitzeugen verloren.

© Ina GEORGI, Heimatforscherin & Stefan S. ESPIG, Genealoge, im März 2018