Auch in Pflege- und Gesundheitsberufen entstehen Konflikte selten nur durch ein Sachproblem. Häufig spielen zusätzlich Erwartungen, Rollen, Kränkungen, Zeitdruck, Machtverhältnisse, Schuldfragen oder unterschiedliche Perspektiven eine Rolle.
Der Film zeigt überspitzt, wie schnell ein Gespräch kippen kann, wenn Beteiligte nicht mehr gemeinsam auf eine Lösung schauen, sondern sich verteidigen, angreifen oder bloßstellen.
Übertragt eure Beobachtungen aus dem Film auf berufliche Situationen.
Woran könnte man in einer beruflichen Situation früh erkennen, dass ein Gespräch eskaliert?
Sammelt mögliche Warnzeichen.
Beispiele:
Personen unterbrechen sich häufig.
Der Tonfall wird schärfer.
Es entstehen Schuldzuweisungen.
Beteiligte rechtfertigen sich nur noch.
Ironie oder abwertende Bemerkungen nehmen zu.
Das ursprüngliche Thema gerät aus dem Blick.
Es bilden sich Lager im Team.
Einzelne Personen werden bloßgestellt.
Es wird nicht mehr zugehört.
Es geht stärker ums Gewinnen als ums Verstehen.
Arbeitet wieder in euren Gruppen.
Wählt ein Warnzeichen aus und überlegt:
Warnzeichen
Mögliche Situation im Gesundheitsberuf
Was könnte deeskalierend helfen?
z. B. Schuldzuweisung
Übergabe nach einem Fehler
Sachebene klären, keine vorschnelle Bewertung, Perspektiven anhören
z. B. Unterbrechungen
Angehörigengespräch
Gespräch strukturieren, Redezeiten sichern
z. B. Lagerbildung
Teamkonflikt
Beteiligte Perspektiven sichtbar machen, gemeinsame Zielklärung
Was wäre in einer beruflichen Situation besonders gefährlich?
Welche Eskalationszeichen werden oft zu spät bemerkt?
Wer könnte deeskalierend eingreifen?
Welche Rolle spielt professionelle Kommunikation?
Wie kann man verhindern, dass aus einem Sachproblem ein Beziehungskonflikt wird?
➨ Formuliert zum Abschluss einen Satz:
Ein Konflikt eskaliert, wenn …
Beispiele:
Ein Konflikt eskaliert, wenn es nicht mehr um die Sache geht, sondern um Schuld und Gesichtsverlust.
Ein Konflikt eskaliert, wenn Beteiligte nicht mehr zuhören, sondern nur noch gewinnen wollen.
Ein Konflikt eskaliert, wenn die Lösung unwichtiger wird als die Beschädigung der anderen Person.
➨ Haltet einen gemeinsamen Merksatz fest:
Professionelle Kommunikation bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden. Professionelle Kommunikation bedeutet, Eskalation früh wahrzunehmen, Perspektiven zu klären und handlungsfähig zu bleiben.