Nach einer kurzen Besprechung, was uns erwartet und was ein Fotowalk ist, packen wir die Kameras aus und spazieren Richtung Sonnwendviertel (in Wien).
Konrad (8) hat Mamas alte Panasonic dabei
und Alma (6) ein aussortiertes Smartphone einer Freundin.
Ich - wie immer - meine Fuji.
Noch bevor wir unsere erste Location erreicht haben, nehmen die beiden Nachwuchsfotograf*innen eine in der Sonne schimmernde Hausfassade ins Visier und setzen die wohl zweitwichtigste Regel der Fotografie um:
Nicht immer aus Kopfhöhe fotografieren!
Mit dieser Ankündigung konnten es Alma und Konrad klarerweise nicht mehr erwarten, die nächste Station zu erreichen. Kaum waren die niedlichen Holzmonster auf einem Innenhof-Spielplatz aufgespürt, lagen wir schon wieder am Boden, um die grünen Holzfiguren ...
... zu fotografieren. Color-Blocking ist nicht nur in der Werbefotografie gerade sehr gefragt, es hilft uns auch das (oft zu) bunte Umfeld genauer wahrzunehmen und - so hieß die >>>Übung - "In Farben denken".
... und darum können wir fast allenorts interessante Portraitfotos schießen. Alma hat das mit der Spiegelung sofort ausprobiert und gleichzeitig das Portraitformat für sich entdeckt. Danach war für sie klar:
(Stadt-)Landschaften im Quer- und Personen im Hochformat!
Konrad möchte Naturfotograf werden und hat mich gefragt, wie man die wahrscheinlich wichtigste Regel der Fotografie bei Eisbären einhalten soll:
... gilt natürlich nur in sicheren Situationen. In Sachen Eisbären haben wir dann über unterschiedliche Kamera-Objektive gesprochen und dass man sich wilde Tiere mit einem riesigen "Tele herholen" kann. Aber mit etwas Geduld und Nähe entdeckt man auch im Sonnwendviertel spektakuläre Naturereignisse.
Alma konnte schließlich gar nicht mehr genug kriegen, von der Portrait-Fotografie und hat ganz spontan eigene Begriffe ...
... für die unterschiedlichen Einstellungsgrößen erfunden. Meine Lieblingskreation ist das Kopf-bis-Fuß-Foto.
Nachdem dieses Foto (rechts) enstanden war, sagte Konrad zu mir: "Wahrscheinlich kann man überall gute Fotos machen, auch wenn die Umgebung eigentlich fad aussieht."
Ja! Wer ein lustiges Gesicht in einem Mistkübel findet, sieht die Welt zukünftig mit anderen Augen; mehr fotografisch! >>>Übung 2
... mit Menschen (und ihren Tieren) reden!
Fragen stellen!
Zum Beispiel, ob man den süßen Hund fotografieren darf. Dann kommt man nämlich noch näher ran!
An Mensch und Tier.
Kreativ und spontan sein!
Ist gerade kein "echter" Hund zu sehen, holt man das beste aus dem (bekannten) Umfeld raus, sieht es mit anderen Augen und kreiert eine neue (Bild-)Sprache. Zum Beispiel dann, wenn man nicht auf Augenhöhe, sondern - wie es Alma und Konrad von nun an formulieren - auf "Hundehöhe" geht.
Mein Dank geht an Alma und Konrad, dass sie sich beim Fotografieren fotografieren ließen.
Fotografieren ließen sie sich von Christoph Paulik @cpaulik, dem ich genauso dankbar bin.
Konrad
Alma