Chronik

Chronik DRK Ortsverein Königshofen-Unterbalbach

Am 03. Juni 1953 fiel der Startschuss im Gasthaus zum Löwen in Königshofen für die DRK Bereitschaft Königshofen. In diesem Zuge wurde auch ein Ortsverein ins Leben gerufen. Mit 27 aktiven, sowie zwei passiven Mitgliedern aus Königshofen, Unterbalbach und Sachsenflur sollte alles beginnen. Den Vorsitz übernahm damals Wilhelm Wörrlein, die Bereitschaftsleitung Frau Bues und Rudolf Nitsch.

Bereits ein Jahr später erweiterte sich der Einzugskreis der Bereitschaft auf zusätzliche Kameraden aus Dainbach und Oberschüpf, ab 1955 noch auf Schweigern und Boxberg.

Schon kurz nach der Gründung fand eine große Schauübung in Königshofen am Bahnhof statt. Auch Dekan Schork gab seinen geistlichen Beistand und weihte den Bereitschaftsraum mit Unfallhilfestation in der Messestadt ein. Eine ausgelassene und fröhliche Stimmung herrschte beim DRK-Fasching im Gesellenhaus, was sich als Veranstaltung für die Öffentlichkeit in den kommenden Jahren wiederholen sollte.

Die ersten Helferinnen und Helfer aus Schwabhausen konnten 1956 gewonnen werden.

´57 erhielt auch die Fahne der Bereitschaft seine Weihung. Im gleichen Jahr übernahm Wilhelm Kordmann den Vorsitz, den er bis zur Auflösung des Ortsvereines im Jahre 1977 ausführte.

Nicht ganz ein Jahrzehnt nach der Gründungsversammlung, konnte die Bereitschaft noch weitere engagierte Rotkreuzler aus Assamstadt und Windischbuch gewinnen.

Erst im Herbst 1976 trennten sich die Gruppen Assamstadt, Boxberg und Schwabhausen und gründeten ihre eigene Bereitschaft.

Die Stadtverwaltung stellte 1980 der Bereitschaft einen Gruppenraum im Rathaus in Königshofen zur Verfügung, der in der darauffolgenden Zeit besonders durch die Eigenleistungen von Alfons Ludwig verbessert wurde. Dieser findet bis heute Verwendung.

Ihre zahlreichen Aus- und Weiterbildungen, sowie die Übungen machten sich bei einem Wohnhausbrand 1981 bezahlt. Zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und den Nachbarn konnte die Bereitschaft mehrere ältere Damen und Herren, die durch die Floriansjünger aus dem brennenden Gebäude gerettet wurden, adäquat versorgen. Drei Personen wurden durch die Flammen und den Rauch verletzt und mussten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden.

Auch die Polizei war schon Gast bei der Bereitschaft und vermittelte interessante Aspekte während eines Lichtbildvortrages.

Schon damals war der Sanitätsdienst bei den unterschiedlichsten Veranstaltungen integraler Bestandteil der Vereinsarbeit. Besonders hervorzuheben sei das Handballspiel des Bundesligisten Großwallstadt oder der Besuch der Uwe-Seeler-Traditionself im Sommer ´85.

Während man früher an der Königshöfer Messe nur an den Hauptmessetagen, das heißt am Wochenende und dienstags und donnerstags Abend einen Sanitätsdienst stellte, wurde dies Mitte der 80er aufgrund von höheren Besucherzahlen, sowie der Einsatzstatistik geändert. Man stockte die Sanitäteranzahl kontinuierlich auf, leistete fortan an jedem Messetag Dienst und über einen längeren Zeitraum am Tag.

Ein weiterer Eckstein in der Rot-Kreuzgeschichte wurde im März ´91 gelegt. Nachdem es jahrelang nur noch eine Bereitschaft und keinen Ortsverein mehr gab, sollte sich das nun endlich ändern. Wilhelm Barthel wurde als erster Vorsitzender des wiedergegründeten DRK Ortsvereines Königshofen-Unterbalbach gewählt. Künftig tauchte auch Unterbalbach im Namen auf und betonte die Gleichstellung beider Ortsteile im Verein. Im selben Jahr gab es ebenfalls große Fortschritte, was die Jugendarbeit betraf. Ab September hatte der Ortsverein ein Jugendrotkreuz (JRK). Mit 16 jungen Menschen startete eine abwechslungsreiche Initiative zugunsten des Nachwuchses. Mit viel Engagement etablierten die Jugendleiter Herbert Stindl, Joachim Hofmann und Andrea Schrauf eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder ab sechs Jahren. Acht Monate später richtete das JRK schon einen Leistungsvergleich im eigenen Ort aus und hatte einen beachtlichen Mitgliederzuwachs. Bereits 33 Kinder- und Jugendliche hatten Spaß daran gefunden, sich unter anderem mit Erster Hilfe zu beschäftigen. So durften sie auch beim Sanitätsdienst auf der Messe bereits erste Erfahrungen sammeln, wie ein Einsatz abläuft und unterstützten die Erwachsenen tatkräftig bei der Behandlung der ein oder anderen Verletzung.

Im Jahre ´92 fand eine Großübung mehrere Hilfsorganisationen im Rahmen der 1250 Jahrfeier der Stadt statt, woran sich auch die Bereitschaft beteiligte. Zwei Szenarien wurden dazu dargestellt: ein Flugzeugabsturz und ein in der Tauber versunkener PKW. Für das DRK, die Feuerwehr Königshofen und die der Bundeswehr, sowie deren Sanitätsstaffel und der DLRG Einsatztrupp galt es Hand in Hand zu arbeiten um die Verletzten zu retten.

Sogar auf internationaler Ebene war das beschauliche Taubertal vertreten. Drei ehrgeizige und sehr wissbegierige junge JRK´ler machten sich im März ´93 auf eine Reise nach Holland zum Leistungsvergleich.

Mit dem Ziel, die Bevölkerung solle sich Gedanken machen, wie sie sich an einem Unfallort verhalten würde, initiierte der Ortverein in Kooperation mit der Verkehrspolizei Tauberbischofsheim einen gestellten Unfall. Sehr wirklichkeitsnah wurden zwei PKW-Insassen geschminkt und im Fahrzeug positioniert, welches im Straßengraben lag. Nun wollte man die Reaktionen vorbeifahrender Fahrzeuge unerkannt beobachten um anschließend Ratschläge den Ersthelfern mit auf den Weg zu geben. Ebenfalls 96 wurde die markante Zahl von 300 Blutspendern überschritten.

1998 schulte die Rot-Kreuz-Gemeinschaft ihr fahrerisches Können bei einem Verkehrssicherheitstraining und eine neue Dienstkleidung fand Einzug in die Kleiderschränke der Sanitäter.

Auch im Millennium hatten die Aktiven einiges auf ihrem Programm, ob einen Ausflug ins Nachbarland Schweiz und der Besteigung des Wildspitz oder die Anschaffung einer Trage bis hin zu Fachvorträgen verschiedener Ärzte über die Gefahren durch einen Zeckenbiss oder die Schilddrüse.

Noch vor elf Jahren war der Ortsverein Königshofen-Unterbalbach der einzige Ortsverein im Kreis Tauberbischofsheim der einen eignen automatisierter externer Defibrillator (AED) besaß.

Vor einem Jahrzehnt lud der Ortsverein die gesamte Bevölkerung zum 50-jährigen Jubiläum ein. Bei schönem Juni-Wetter versammelten sich zahlreiche Freunde des Vereins um zusammen zu feiern. Im September ehrte man schließlich auch noch seinen 15.000sten Blutspender in Königshofen. Nur ein Jahr später zählte der Verein rekordverdächtige 388 Spender bei einer einzigen Blutspendeaktion.

Mit filmreifer Schminkausstattung startete man in das Jahr 2005. Mit neuem zeitgemäßem Material wie das Derma-Wachs, konnten Wunden und andere Verletzungen nun noch realistischer dargestellt werden. Täuschend echt wirken Platzwunde und Schnittverletzung, was auch die Schiedsrichter auf den Leistungsentscheiden honorierten.

Im folgenden Jahr war das JRK mit ihrer neuen Homepage in der Internetwelt angekommen. Seitdem finden sich dort Bilder der verschiedensten Aktionen und auch ein Gästebuch ziert die Seite. Aber auch die Bereitschaft wollte Neuerungen. Aus diesem Grund wurde im Jahr 2006 bei der Stadt ein Gebäude beantragt, in dem der Ortsverein endlich in seinen eigenen vier Wänden untergebracht ist.

Sicherlich ein Highlight in der langen Liste der Veranstaltungen, bei denen die Ehrenamtlichen auf Sanitätsdiensten um die Gesundheit der Besucher kümmern, war das Konzert der Band „Fanta 4“. Deshalb reisten die Sanitäter aus dem Taubertal nach Stuttgart um einmal ganz andere Dimensionen zu erleben. Während dieses Event, wohl noch lange der Bereitschaft in Erinnerung bleiben dürfte, so verzeichnete auch die Jugend 2007 große Erfolg. Nachdem sie sich für den Landesentscheid in Ulm qualifiziert hatten, schafften sie es dort aufs Treppchen. Ebenfalls erhielt man eine Zusage seitens der Stadt für die Lehrerwohnung als neues Domizil des DRK in Unterbalbach.

Im kommenden Jahr richtete die Jugendabteilung das Spiel- und Gaudifest, für alle JRK-Kids im Kreiverband Tauberbischofsheim aus. Hier stand der Spaß ganz weit oben auf dem Programm. Der Höhepunkt war keineswegs der sechste Platz beim Bundesentscheid in der Hansestadt Hamburg. Dabei lösten die sieben Rotkreuzler 21 verschiedene Aufgabenbereiche aus den Themengebieten Erste Hilfe, Rot-Kreuz-Wissen, Sport und Spiel, Musisch Kulturell und Soziales.

Bei schweren Unfällen kann es sein, dass ein Rettungshubschrauber alarmiert wird und genau solch einen besuchte die Bereitschaft 2009. Christoph 18 rückt aus, wenn Hilfe dringend gebraucht wird, natürlich auch wenn dies während unseres Besuchs am Standort Ochsenfurt ist. Danach ging es für die Ehrenamtlichen noch in die Universitätsstadt Würzburg auf die Festung Marienberg.

Seit 2010 kann auch der Ortsverein ein neues Rettungsmittel sein Eigen nennen. Ein Krankentransportwagen des Typs B löst den schon etwas in die Jahre gekommenen und liebevoll genannten „KAT-Kübel“ ab. Dies war im Rahmen des Katastrophenschutzes möglich, um im Katastrophenfall adäquate Hilfe bereitstellen zu können. Ebenfalls fand im selben Jahr noch ein Workshop in Bernsfelden statt. Man steckte gemeinsam Ziele für die Zukunft, sammelte kreative Ideen, das Vereinsleben noch attraktiver zu gestalten und genoß das Miteinander. Aber auch eine Homepage des Ortsvereins wurde ins Leben gerufen. Ein neuer AED modernisierte 2011 das Equipment. Der jährliche Ausflug führte die Taubertäler in luftige Höhe in den Waldseilgarten Boxberg.

Nun, 60 Jahre nach der Gründung, veranstaltet der DRK Ortsverein Königshofen-Unterbalbach zum Jubiläum einen „Tag der offenen Tür“ um der Öffentlichkeit das neue Vereinshaus zu präsentieren. Am 23. Juni 2013 gibt es ab 14 Uhr ein buntes Programm mit Kinderschminken, Vorführungen und natürlich Leckeres vom Grill.