Wir, die Bioenergiedorf Oberrosphe eG, haben uns zum Ziel gemacht, den Ort mit grüner Energie zu versorgen. Zu diesem Zweck wurde am 24. Februar 2007 von Bürgerinnen und Bürgern aus Oberrosphe eine Gewerbliche Waren- und Dienstleistungsgenossenschaft gegründet.
Für die Wärme- und Stromerzeugung durch Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen wird der Einsatz von fossilen Energieträgern reduziert. Die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen ist eine zukunftsweisende Alternative für die Erzeugung von Strom und Wärme.
Mit dieser Gemeinschaftsanlage werden ca. 50% der gesamten CO2- Emissionen der im Ort angeschlossenen Haushalte reduziert und damit ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet.
Am 2. April 2008 begannen hierzu die Bauarbeiten, in einer Bauzeit von 6 Monaten konnte ein 7.000 m langes, verzweigtes neues Nahwärmenetz verlegt und am Ortsrand die Gemeinschaftsanlage (Biomasseheizwerk) erstellt werden.
Seit dem 2. Oktober 2008 ist unser Biomasseheizwerk, das mit Holzhackschnitzel betrieben wird im Betrieb. Für die Stromerzeugung wurde auf einer Fläche von 1300 m² eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 77 kWp in Eigenleistung montiert und ist seit dem 5. Dezember 2008 am Netz.
2012 baute ein Landwirt eine Biogasanlage zur Stromerzeugung mit BHKW (Blockheizkraftwerk) und speist die Abwärme in das Oberrospher Heizwerk ein.
Das halbiert den Holzhackschitzelverbrauch. Der Holzkessel kann von Mai bis September abgeschaltet werde
Nach fast 20 Jahren erfolgreichen Betriebs entwickelt die Genossenschaft ihre Infrastruktur nun konsequent weiter, um die nächste Phase der Energiewende aktiv zu gestalten. Ziel ist die Transformation der bestehenden Wärmeversorgung hin zu einem intelligenten, erneuerbaren Energiesystem, das stärker auf Strom aus Sonne und Wind basiert.
Ein zentraler Baustein ist der Bau eines Großwärmespeichers mit rund 3.000 m³ Volumen, dessen Errichtung ab 2026 vorgesehen ist. Der Speicher ermöglicht es, Wärme aus erneuerbaren Energiequellen aufzunehmen, zwischenzuspeichern und zeitlich flexibel bereitzustellen. Parallel dazu werden das Heizhaus, das Nahwärmenetz sowie sämtliche Hausübergabestationen digitalisiert, um ein intelligentes Wärmenetzmanagement aufzubauen.
Neben der bestehenden Infrastruktur – bestehend aus Holzkessel und Biogas-BHKW (Bioenergiehof vor den Tannen GmbH) – sollen in einem weiteren Schritt Photovoltaik, Windenergie und Wärmepumpen integriert werden. Dadurch kann erneuerbar erzeugter Strom künftig direkt für die Wärmeerzeugung genutzt werden. Der Wärmespeicher stellt dabei die notwendige Flexibilität sicher und gewährleistet die Versorgung auch in Zeiten ohne ausreichende Wind- oder Solarerträge.
Mit diesem Ansatz zeigt Oberrosphe beispielhaft, wie bestehende Bioenergiedörfer und kommunale Wärmenetze zu intelligenten, erneuerbaren Wärmesystemen weiterentwickelt werden können. Das Projekt verbindet technische Innovation mit bürgerschaftlichem Engagement und kann als Modell für viele ländliche Regionen dienen.