Über Eichen, Pflanzenfresser und Räuber

Mit einem dünnen Draht und einem großen Stück Modelliermasse können Sie den Untersuchungsprozess mit Ihren Schülern bearbeiten und den europäischen Forschern bei ihrer Arbeit helfen.

Wissenschaftlicher Kontext

Eichen gehören zu den europäischen Baumarten mit der größten Vielfalt von pflanzenfressenden Insekten. Die Folgen von Insektenfraß (Herbivorie) können von Wachstumsverlust bis hin zum Absterben von Bäumen bei massiver und wiederholter Schädigung bestehen. . Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist klar geworden, dass es große regionale Unterschiede im Ausmaß von in Insektenschäden gibt, welche in tropischen Regionen besonders hoch sind und in Richtung der Pole abnehmen. Trotz vieler Untersuchungen sind die diesen Unterschieden zugrunde liegenden Mechanismen noch immer unklar.

Mehrere Hypothesen wurden vorgeschlagen. Einige konzentrieren sich auf die Pflanzenfresser, andere auf die Pflanze. Die Aktivität der pflanzenfressenden Insekten kann in kalten Gebieten mit langen und harten Wintern im Vergleich zu milderen Regionen reduziert sein. Eine weitere Hypothese deutet darauf hin, dass in wärmeren Regionen Pflanzen weniger durch klimatische Bedingungen für ihr Wachstum eingeschränkt werden und deshalb Schäden durch Insektenfraß besser tolerieren können. Großräumige Veränderungen im Ausmaß der Herbivorie könnten auch durch Mechanismen gesteuert werden, welche die Effektivität von Herbivoren beeinflussen, nämlich Abwehrmechanismen der Pflanzen und die Aktivität von Fressfeinden.

Pflanzenfressende Insekten haben viele Räuber, die zur indirekten Pflanzenverteidigung gegen Pflanzenfresser beitragen (Prädation). Dies wird als trophische Kaskade bezeichnet. Die Logik ist einfach: Mehr Prädation, weniger Pflanzenfresser; weniger Pflanzenfresser, weniger Schaden; und daher: mehr Prädation, weniger Schaden.

Mehrere Studien deuten darauf hin, dass die Intensität der trophischen Kaskaden in großem Maßstab klimatischer Gradienten variiert. Andere Studien zeigen dagegen, dass das Klima keine Wirkung auf die „Top-down“-Kontrolle von Pflanzenfressern durch Räuber hat. Die Frage bleibt somit bislang unbeantwortet.

Ziele

Wir werden die Hypothese prüfen, dass großräumige Gradienten im Insektenfraß durch die Aktivität von Räubern bedingt werden.

Dabei werden wir zwei Ziele verfolgen: wissenschaftliche Erkenntnisse sammeln über die Interaktion von Pflanzen, Pflanzenfressern und deren Räubern, sowie zur wissenschaftlichen Bildung in den Schulen beitragen.

Methoden

In den letzten Jahren wurde eine einfache, effiziente und kostengünstige Methode zur Abschätzung von Prädationsraten zu einem Standard in ökologischen Studien: die Modellierung und die Ausbringung von Dummy-Raupen in Bäumen.

Dummy Raupen imitieren die Größe und Form echter Raupen. Räuber werden getäuscht und attackieren diese Raupen, als wären sie echte Beute. Beim Angriff hinterlassen die Räuber ihre Schnabel-, Zahn- oder Unterkiefer-Abdrücke auf der Modelliermasse.

In diesem Projekt konzentrieren wir uns auf eine einzige, von Portugal bis Schweden weit verbreitete Baumart, die StielEiche Quercus robur.


Ihre Aufgabe besteht in (1) der Installation von einigen wenigen Dummy-Raupen und (2) dem Sammeln von wenigen Blättern auf einer einzigen Eiche in der Nähe Ihrer Schule. Abdrücke von Angriffen durch Räuber auf den Dummy-Raupen werden nach 15 und dann noch einmal nach 30 Tagen gezählt. Alle Ihre Beobachtungen werden von allen schulischen und wissenschaftlichen Partnern des Netzwerks geteilt.

Machen Sie mit!

Es ist ganz einfach: füllen Sie das untenstehende Formular aus und wir werden uns mit Ihnen in Verbindung setzen.