Nach der Einleitung mit einer konzisen ForschungsÃbersicht gliedert sich die Abhandlung in zwei Großabschnitte: Der erste behandelt die Zeit von der EinfÃhrung des zweistelligen Oberamtes durch die Leges Liciniae Sextiae 367/6 bis zur Diktatur Sullas, der zweite die Jahre bis 50 v.Chr. Beide Abschnitte sind in sich thematisch nach den jeweiligen konsularischen Aufgabenfeldern symmetrisch strukturiert. Die zahlreichen Fallanalysen werden durch umfangreiche Sach-, Quellen- und Personenregister (358-379) einem schnellen Zugriff erschlossen.
Das 1. Kapitel beschÃftigt sich mit dem Amtsantritt der Konsuln, der im Laufe der Jahrhunderte immer weiter von den Kalenden des Mai bis zu denen des Januar vorgeschoben wurde. Im 2. Kapitel stehen die umfangreichen religiÃsen Aufgaben der Konsuln als Bewahrer der pax deorum im Fokus wie die EntsÃhnung von Vorzeichen, die Leitung der feriae Latinae wie auch der ludi oder das Einschlagen des Jahresnagels. Das 3. Kapitel versteht die Konsuln als Sprecher des Senats im diplomatischen Austausch mit anderen Gemeinwesen. Die Kommunikationsformen der Konsuln mit dem Volk werden im 4. Kapitel beleuchtet: Ihre Edikte betrafen - Ãhnlich wie die contiones - in der Mehrzahl Fragen der Heeresaushebung oder religiÃse Anweisungen. Pina Polo setzt in Kapitel 5 Sandbergs [4] These von der BeschrÃnkung der konsularischen Gesetzesinitiative auf den militÃrischen Sektor die wohlbegrÃndete Deutung entgegen, dass die Konsuln als Antragsteller von leges vom Senat dann ausersehen wurden, wenn diesen besondere AutoritÃt verliehen werden sollte, wie Luxusgesetzen, Maßnahmen gegen Korruption oder einer Neuordnung der Gerichte. Das 6. Kapitel betont die BeschrÃnkung der Rechtsprechung der Konsuln als quaesitores auf außergewÃhnliche Verbrechen wie die Bacchanalien. Das 7. Kapitel stellt die weitreichenden AktivitÃten der Konsuln bei den Ãffentlichen Arbeiten wie dem Straßen- und AquÃduktbau sowie der Errichtung neuer Tempel dar. Das 8. Kapitel ist der Rolle der Konsuln bei der Landverteilung sowie der GrÃndung von BÃrgerkolonien, das kurze 9. Kapitel der Diktatorenernennung gewidmet. Im 10. Kapitel Ãber den konsularischen Vorsitz bei den Wahlen der Obermagistraten widerlegt Pina Polo Ãberzeugend die verbreitete Annahme, der zuerst gewÃhlte Konsul habe diese Aufgabe Ãbernommen, und erweist primÃr praktische GrÃnde wie die rÃumliche NÃhe zu Rom und AbkÃmmlichkeit des jeweiligen Konsuls von seinem Kriegsschauplatz als entscheidend.
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