Mario´s Blog

Hier lasse ich einfach meinen Gedanken freien Lauf. Manchmal platzt es einfach aus mir raus.


Partnertest

„Beim nächsten Mann wird alles anders“ – Wie oft haben wir alle diesen Satz gesagt, nur um bei der nächsten Möglichkeit wieder knietief in der Scheiße zu stecken. „Was mache ich nur falsch?“ fragen wir die Leid geprüfte Umwelt, zum hundertsten Mal.

Was läuft bei der Partnersuche nur falsch? Ticken wir nicht ganz richtig oder suchen wir uns immer wieder ganz bewusst den größtmöglichen Supergau, damit es uns, nach einer gewissen Zeit, endlich mal wieder so richtig schlecht geht? Bekanntlich funktionieren wir ja alle nach einem Muster, dessen Entschlüsselung nur die wenigsten schaffen. Eine psychologische Herausforderung, die dieser Artikel nicht aufgreifen möchte. Allerdings will ich versuchen (hoffentlich mich selbst daran erinnernd, zu gegebener Zeit) ein paar Tipps zu geben, die helfen sollen, herannahende Katastrophen zu verhindern oder wenigstens den Blick für wesentliche Details schärfen soll. Wer mit dem Liebsten ein Leben teilen will und dabei auch noch Spaß haben möchte, sollte schon im Vorfeld, den einen oder anderen Reibungspunkt eliminieren oder zumindest gewarnt sein.


Die Wohnungseinrichtung

Über wohnlichen Geschmack lässt sich streiten. Damit es erst gar nicht soweit kommt, sollte in der ersten Nacht Dein prüfender Blick durch die Wohnung des Angehimmelten wandern. Steht da eine Eichenschrankwand, die zum belächelten Blickfang Eurer gemeinsamen Wohnung werden wird? Oder hat Dein Schwarm selbst gezimmerte Holztruhen, deren urinsteinfarbene Oberfläche mit Deinem indischen Teppich um die Wette strahlen wird? Teilst Du das Bett mit nem Mann, Miez, Mops und diversen Milben? Wird die teure Muranoglassammlung Dein Herz erfreuen oder denkst Du sofort an das viele Staub wischen? Frage Dich bei allem, was Du siehst, ob Du „das“ wirklich in Eurer gemeinsamen Wohnung haben möchtest. Lautet die Antwort „nein“, solltest Du ausloten, wie wichtig ihm diese Dinge sind. Wenn sie ihm ans Herz gewachsen sind, frage Dich, ob der tägliche Augenterror nicht doch eines Tages Eure Beziehung belasten wird. Und wer Muranoglas nicht leiden kann, sollte sich mit dem besten Freund absprechen, dass dieser am Umzugstag die Kiste versehentlich fallen lässt.

Die Schmutztoleranz

Wo Du Dich ja ohnehin gerade durch die fremde Wohnung schläfst, kannst Du auch mal einen Blick ins Spülbecken oder ins Bad werfen? Eine ähnlich gelagerte Schmutztoleranz zu haben gefährdet nämlich nicht den dauerhaften Frieden im gemeinsamen Heim. Es ist nicht jedermanns Sache, wenn permanent abgetrennte Schamhaare am verölten Badewannenrand kleben. Stehpinkler und Dreckwäscheverteiler sind auch nicht jedermanns Ding. Und kannst Du damit leben, dass die Edelstahlspüle unter verkrusteten Kaffeesatzresten und dem fettigen Geschirr der letzten drei Wochen versteckt ist? Man putzt ja schon mal aus Liebe den ganzen Dreck weg, um wenigstens ein Wochenende entspannt in der Küche sitzen zu können. Aber magst Du für den Rest Eures gemeinsamen Lebens die Wohnung putzen, während dein Alter sich auf der Designercouch die Zehennägel schneidet?

Die Lebensmittel

Nicht jeder von uns ist ein Gourmet und die meisten von uns können auch ohne Kaviar und Champagner den Tag überstehen. Aber hast Du schon mal 3 Jahre lang nur Leberwurst, Billigkäse und Aldi-Salami gefressen? Geh mit Deinem neuen Kerl einkaufen und überlass ihm die Auswahl. Schau was er in den Einkaufswagen schaufelt. Liebt er abgepackte Lebensmittel mit unendlichem Haltbarkeitsdatum oder versucht er für Euch beide, nicht enden wollende Geschmackserlebnisse, an der Frischetheke zu ergattern? Ein Mann mit Sinn für´s Essen ist nicht nur erotisch, sondern kann vermutlich auch kochen. Damit hast Du zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, nicht dass Dein Liebesleben am Ende einer abgepackten Leberwurst gleicht, die schon nach kurzer Zeit schlecht riecht – weil das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.

Der Fernseher

Wer kennt sie nicht? Die Junggesellenbuden mit einem Doppelbett und der neuesten 1,80 Meter-Superflachbildklotze. Ein Traum um Pornos zu kucken. Aber ist Dir schon aufgefallen, dass die Kiste immer an ist, sogar wenn Du aufwachst? Ach so, Dein Stecher ist ein Nachrichtenjunkie und muss deshalb immer kucken. Und Dir macht es auch nichts aus, dass Du den ganzen Tag gekocht hast und jetzt, beim Essen, sein Blick schon wieder an der Flimmerkiste klebt? Du findest, dass Dein Freund Dir immer zuhört, obwohl er mitten im Satz schallend lacht und Dich fragt, ob Du gehört hast, was die Tante von RTL gesagt hat? Ach, und Dir macht es Spaß angeschnauzt zu werden, weil Du wieder im Bild stehst? Wenn Du alle Fragen mit „ja“ beantworten kannst, dann hast Du den richtigen Partner gefunden. Alle anderen sollten sich fragen, über was sie mit einem kommunikationsgestörten Mann in fünf Jahren plaudern werden und vor allem wann!

Die Charaktereigenschaften

Du wachst auf, blinzelst dem neuen Tag entgegen und sagst freudig erregt: „Schatz, lass uns aufstehen, draußen scheint die Sonne“ Qualvoll öffnet er ein Auge, starrt Dich an und entgegnet mit gepresster Stimme: „das bleibt bestimmt nicht so.“ Beim Frühstück willst Du ihn mit Flugtickets überraschen, die Du ab 12 Uhr im Internet buchen kannst. Mit einem „bekommst sowieso keine, das ist immer so“ honoriert er Deine Bemühungen und kaut weiter. Und als Du ihm vorschlägst, abends mal wieder gemeinsam essen zu gehen, ist er sicher, dass Ihr sowieso keinen Tisch bekommt und Du besser selbst kochst.

Manchmal empfiehlt es sich auf sein Horoskop zu hören, bevor man Bett und Tisch teilen will. Ein freiheitsliebender Schütze wird mit einem pessimistischen Küchenheimchen, Marke Steinbock, nur für begrenzte Zeit Spaß haben und geiler Sex gleicht nur selten einen fragwürdigen Charakter aus.

Die Vergangenheit

Weißt Du eigentlich weshalb Dein neuer Lover laufend verlassen wurde und hast Du Dir Gedanken darüber gemacht, warum er mit 52 noch nie eine Beziehung hatte? Du wunderst Dich, warum er keine Freunde hat und andere kichernd mit Finger auf Euch zeigen? Kommt es Dir komisch vor, dass sein Ex kein Wort mehr mit ihm redet? Du solltest Dich nicht nur wundern, sondern die Lauscher weit aufsperren. Hake nach und lass Dir erklären, was alles schief gelaufen ist. Gib ihm immer eine Chance. Fass Dir aber ein Herz und schick ihn in die Wüste, wenn Du auf Deinem Computer sein Sexprofil entdeckst und feststellst, dass seine Geschäftsessen Pullerlutschdates sind. Vermeide unangenehme Überraschungen indem die Vergangenheit rechtzeitig Teil Eurer Zukunft wird und glaub ja nicht, dass sich mit Dir alles ändert. Nimm Dir die Chance rechtzeitig entscheiden zu können, was in eurer Beziehung Platz hat und was nicht.

Der Umgangston

Du solltest beim ersten Date unbedingt darauf achten, wie er die Bedienung behandelt. In spätestens sechs Monaten wird er mit Dir auch so umspringen. Frisch verliebt wird sich der Neue produzieren was das Zeug hält. Da tauchen Manieren auf, von denen Du nicht wusstest, dass es sie gibt. Die Autotür wird aufgehalten, galant wird Dir das Mäntelchen gereicht und der Kaffee wird täglich ans Bett gebracht, noch bevor Du die Augen offen hast. Doch der Tag wird kommen, an dem Du morgens die Augen aufschlägst und der Göttergatte unter der Bettdecke pupsend grummelt: „Mach mal Kaffee!“ und Dein bittender „Reich-mir-die-Jacke-Blick“ wird mit einem „Zieh Dich selber an“ quittiert. Wenn also die freundliche Bedienung nach der Bestellung fragt und Dein Süßer mit einem „Schnitzel mit Pommes; und wenn´s geht schnell“ die Laune des Personals ruiniert, dann frage Dich, wie sein Tonfall sein könnte, wenn die ganze Süßholzraspelei ihr Ende gefunden hat und Du von der Arbeit nach Hause kommst und er wissen will, ob das Essen fertig ist.


Die Abhängigkeiten

Beim ersten Date lässt sich sicherlich noch nicht feststellen, welchen Zwängen das attraktive Stück, Dir gegenüber unterworfen ist, doch nach einigen Abenden sollte Dir schon auffallen, ob er Alkoholiker, Drogen- oder Internetabhängig ist. Braucht er vor dem Schlafengehen immer einen Joint und bekommt er ohne Poppers nie einen hoch? Trenne doch einfach die Internetverbindung und schütte sein Gras ins Klo. Es könnte sein, dass er dann die ganze Nacht in Panik vor dem PC verbringt oder er rennt zur nächsten Trinkhalle. Vielleicht wälzt er sich auch schlaflos neben Dir und der Versuch den fehlenden Joint mit erfülltem Sex zu kompensieren scheitert, weil das nüchterne Ding nicht stehen will. Alles Faktoren, die auf ein Suchtproblem hinweisen. Sei Dir darüber im Klaren, was es bedeutet einen Abhängigen im Hause zu haben. Willst Du Deine Energie in die gemeinsame Beziehung stecken oder einen erfolglosen Kampf gegen seine Probleme führen?

Die besten Freunde

„Zeig mir Deine Freunde und ich sage Dir wer Du bist“ – ein altes und weises Sprichwort. Versuche so schnell wie möglich seine Freunde kennen zu lernen, denn die geben ein gutes Bild dessen, was Dich künftig erwarten wird. Nichts ist schlimmer als ständig allein da zu stehen, während sich Dein Mann mit fragwürdigen Individuen amüsiert. Hinzu kommen leidige Diskussionen darüber, weshalb Du seine Kumpels nicht magst, die selbstverständlich nur mit Zoff enden werden. Schon mal Bauchschmerzen gehabt, weil Besuch ins Haus steht und Du weißt, dass die drogenabhängigen Kumpanen wieder mal Deinen teuren Weinvorrat, mit Cola gestreckt, vernichten werden? Gleichermaßen misstrauisch solltest Du auch werden, wenn sich raus stellt, dass Dein Neuer gar keine Freunde hat. Das lässt ganz bestimmt auf soziale Inkompetenz schließen, die mit Ficken nicht wett zu machen ist und nach einer Psychotherapie schreit.

Der Sex

Da sind wir nun beim Number-One-Kriterium der Stein- und Neuzeit. Wenn der Sex wirklich so wichtig für eine funktionierende Beziehung ist, dann solltest Du die Finger vom Kerl lassen, wenn der Fick nichts weiter als Kreuzschmerzen brachte. Ja ja, er hat einen tollen Charakter und sieht super aus, aber sein Schwanz ist Dir viel zu groß und er kommt schon bevor Du Dich ausgezogen hast. Finger weg oder macht gleich auf offene Beziehung. Genauso kann sich der Sado-Maso-Anhänger die Mühe sparen, wenn sein Andreaskreuz zurück an die Bahnschranken geschleppt wird. Sex sollte Spaß machen und auf einem annähernd gemeinsamen Level satt finden. Nachlassen wird er früh genug, deshalb sollte die mehr oder weniger lange Zeit, die bis dahin bleibt, genutzt werden, um Spaß zu haben. Außerdem hilft die gemeinsam gelebte Intimität, Vertrauen zu schaffen und eine Basis zu schaffen, auf der wichtige Beziehungsfragen reifen können.

Fazit

Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen darüber, wer für wen der richtige Partner ist. Zahlreiche TV-Sendungen beschäftigen sich mit der Partnersuche und jedermann stellt sich die Frage, was zu tun ist, um das lang ersehnte Glück zu finden. Auch ich habe kein Geheimrezept. Aber es gibt einen Tipp, den viele glückliche Paare bestätigen: „Suche Dir jemanden, der Dir ansatzweise ähnlich ist!“ Wer seine Energie in Diskussionen und Streitereien um den Alltag stecken muss, wird nicht nur ganz schnell die Lust verlieren, sondern auch den Partner. Warum soll man sich die Nerven, im Streit über Leberwurst oder ein Möbelstück ruinieren, wenn man seine Energie für einen tollen Tag nutzen kann,

der Spaß bringt ,

Liebe lebt,

Zuversicht erlaubt und

gemeinsame Pläne gedeihen lässt?

Drum prüfe wer sich ewig bindet.

Suicide was his choice - so let him go, he made a desicion

20. August 2016

Heulende Rosinen und lärmende Stille


…… und dann sind da diese Momente, die einen von einer Sekunde auf die andere vollkommen aus der Bahn werfen, die dafür sorgen, dass man plötzlich nur noch heult, kein Wort mehr rausbringt und es die allergrößte Überwindung kostet, wieder weiter zu machen. So wie gestern nachmittag.

Vom Garten kommend war es schon irgendwie komisch und dann haut mich ein beschissener unwichtiger Werbespot – irgendwas mit Rosinen – vollkommen aus der Bahn. Weil ich mich plötzlich daran erinnert habe, wie Jürgen und ich in einer Bäckerei standen und ich einen Apfelkuchen haben wollte und er vollkommen unvermittelt, ganz laut kreischte: „Igitt, da sind ja Rosinen drin – das kommt mir im Leben nicht ins Haus“ und wir beide + allen anderen im Laden, in schallendes Gelächter ausbrachen.

Und dann sehe ich ihn, wie seine Augen beim Lachen ein Feuerwerk aus Lichtblitzen versprühen und wie er in diesen Momenten immer in unserem Augenblick versunken ist. Und mir wird bewusst, wie sehr ich ihn vermisse. Mir wird schmerzlich klar wie oft ich morgens um 6.30 Uhr aufwache und meine Hand ins Leere tastet, weil er nicht auf meiner Seite sitzt, und mir einen Abschiedskuss gibt. Ich starre auf meinen Berg an Geschirr der tagelang rum steht, weil ich irgendwie nicht die Kraft finde zu spülen und sehe ihn, wie er sich jede Diskussion darüber verbeten hat, dass erst morgen gespült wird. Und ich sehe uns Tränen lachend vor dem Spülbecken stehen, weil sich ein ganz dünnes Plastik-Teil über des Abfluss gelegt hat und wir beide uns ungläubig anstarrend, mit vier Händen im Wasser wühlend feststellen, dass der Abfluss weg ist und wie das denn sein kann? Ich warte noch immer jeden Tag auf die SMS die fragt, was wir denn heute Abend kochen und ich vermisse die SMS am Morgen die sagt: „Arbeite schön Knuddels“. Ich fahre auf meinem Roller allein durch die Gegend und da ist niemand, der mich ganz fest von hinten umarmt und ich gehe abends ins leere Bett und meine Ohren suchen das vertraute stille Atmen und ich registriere, dass es keinen Geruch mehr gibt. Ich sitze jeden Tag vor einem lieblos belegten Stück Brot, weil ich nicht kochen mag und es so unnötig ist und keinen Spaß macht. Sonntag morgen ist wie jeder Tag und es stehen keine liebevoll gestalteten Teller rum oder ich frage mich bei Besuch: wie kannst du jetzt das Zeug einfach so auf den Tisch werfen – bedeutet dir Essen gar nichts. Plötzlich fehlt sogar Bärbel Schäfer die jeden Sonntag zum Frühstück eigentlich sehr spannende Talks hatte. Ich allein höre kein Radio. Ich verlasse mein Schlafzimmer und sehe, dass ich das Bett auf dieselbe Art und Weise gemacht habe, wie das Jürgen immer gemacht hat und früher habe ich mein Bett nie gemacht. Ich renne durch den Supermarkt und vermeide bestimmte Produkte, weil die immer in unserem Kühlschrank standen. Heute kriecht die Kälte aus den leeren Fächern und breitet sich irgendwie in meinem Leben aus.

Ich bin so froh bestimmte Dinge nicht mehr in meinem Leben ertragen zu müssen – aber doch nicht um diesen Preis. Und dann sitze ich auf meiner Couch, versuche zu essen und muss ein Skype-Telefonat mitten drin abbrechen, weil ich einfach nicht mehr sprechen kann und die Frage, was denn los sei, alle Dämme brechen lässt und das über Stunden hinweg. Sein Fehlen erzeugt eine lärmende Stille, die oft tagtäglich nur noch dadurch potenziert wird, dass um mich rum – die anklagende Stille in gewissen Momenten noch schlimmer wird. Und was passiert dann: ich bekomme einen Anruf von einem Freund, der sich meldet und sagt: Mario es war an der Zeit dass ich mich endlich melde, aber ich weiß gar nicht was ich sagen soll und in Folge sitze ich stundenlang heulend vor der Flimmerkiste, weil mir eben das so viel bedeutet und weil ein wortarmes Telefonat so viel Emotion zum Ausdruck bringt, die man nicht mal in Worte fassen muss. Und damit schließt sich am Ende ein Kreislauf, denn ich habe über so viele Monate versucht Jürgen zu erreichen, Menschen zu erreichen, die ihm vielleicht hätten helfen können und jetzt versuche ich wieder Menschen zu erreichen und oft gelingt es, wie damals auch, nicht mal in engsten Kreis. Ich versuche dem keine Bedeutung beizumessen, so wie ich auch versuche und oft sogar erfolgreich, mir wieder und wieder zu sagen, dass es Jürgens Krankheit war, die Ihn zu diesem letzten Schritt veranlasste. Das stimmt – aber es war auch eine Stille, die Ihn hermetisch abschirmte, die er nicht durchbrechen konnte und wollte. Eine Stille die auch von außen gekommen ist, von der er so oft gehofft hat, sie möge endlich aufhören und man möge ihn wahrnehmen. Und diese Stille liegt seitdem auf meinem Leben, als bedrohlicher und lebensfeindlicher Raum. Weil ich ihn vermisse, weil er so oft fehlt, weil die Stille seines Fehlens Trees of Memory ausgelöst hat. Und das ist es warum ich das hier auch so schreibe. Es ist wichtig, dass Menschen auch mal lesen was passiert, wenn sich jemand das Leben nimmt. Was es mit einem macht, wie es einen zermürbt und wie unglaublich stark man sein muss, um trotzdem weiter zu machen und wie unendlich viel Kraft es kostet, alles was einen bewegt in ein Projekt zu legen, das sich zum Ziel genommen hat, für jeden der trauert einen kleinen Ort zu schaffen, der die Stille des Raums mit der Schönheit des Lebens und der Magie der Liebe aufzufüllen sucht, damit daraus eine stets wachsende und farbenprächtige Zukunft werden kann.


September 26, 2016

Du bist nicht gut genug um am Leben zu bleiben

heute hatte ich ein drei Stunden langes und sehr intensives Interview, das sehr gut war aber auch sehr emotional. Eine Frage und Antwort macht mich fertig, weil ich es so noch nie formuliert habe. Was hat der Suizid mit Ihnen gemacht, außer das Leben und die Seele in Stücke zu reißen. ..."


... was es macht, jenseits von allen klaren analytischen Gedanken die ich verstehe und akzeptiere und nachvollziehen kann, ist die Tatsache, dass ich für den Rest meines Lebens immer irgendwie fühlen werde, dass meine Liebe, mein Lachen, meine Versprechen immer da zu sein und ihm durch diese Depression zu helfen, dass mein Organisieren von Hilfe, meine Umarmungen und meine Selbstaufgabe nicht gut genug war, ihn an das Leben und an uns glauben zu lassen..... das ist es was das Herz - mein Herz - fühlt, auch wenn ich rational wissen sollte dass es nicht so war.... das ist es was es mit mir macht. Nicht gut genug gewesen zu sein, um weiter leben zu wollen ..... ich weiß wie blöd das ist - ist nur leider so und ich kann nur hoffen, dass dieser Schmerz und dieser Gedanke eines Tages irgendwie oder besser von irgend jemandem von mir genommen wird


...... aber um diese Scheiße noch einigermaßen positiv zu beenden -

unser Song den Tasos für mich geschrieben und eingesungen hat, hat in weniger als 48 Stunden mehr als 35000 Downloads erreicht ... unglaublich...

https://soundcloud.com/aytackart/aytac-kart-ft-tasos-fotiadis-no-matter-what?utm_source=soundcloud&utm_campaign=share&utm_medium=facebook


26. April 2017

Ich weiß noch immer nicht warum Du Tree of Memory machst


Seit einigen Tagen treibt mich etwas um. Eine Mail die ich bekommen habe, als Antwort auf die Bitte einen Artikel zu teilen. Ein Auszug davon war „….. ich weiß nicht warum du Trees of Memory machst, Du hast Gründe die Du mir nicht erklären musst“.

Das ist nicht das erste Mal. Ich weiß nicht warum du es machst, ich kann es nicht nachvollziehen. …. Usw.

Ganz ehrlich, eine solche Aussage trifft mich sehr, wieder und wieder und immer wieder. Es trifft mich deshalb, weil ich nicht weiß ob ich zu blöd bin mich auszudrücken oder ob es dem Rest der Welt an Empathie fehlt sich vorzustellen, dass es jemanden gibt,

  • der sich nicht damit abfinden will, dass der eigene Kerl sich das Leben nimmt und nach einer Schockminute wieder weiter macht, als ob nichts gewesen wäre.
  • Dass es mir nicht egal ist, dass ich über viele Monate hinweg davor gewarnt habe, dass sich Jürgen das Leben nehmen wird und es niemanden interessiert hat und jeder von uns machtlos und manche auch einfach nur desinteressiert waren.
  • Dass es jemanden gibt, für den es nicht der erste Suizid im Leben war und nicht länger mehr zusehen möchte, dass sich Menschen aus manchmal nichtigen Gründen umbringen.
  • Dass es jemanden gibt, der sich nicht der Allgemeinheit anschließt und denkt, dass alles wieder gut wird, wenn ich es einfach wegpacke. Die Menschen, die selber jemanden durch einen Suizid verloren haben und heute 20 Jahre danach noch in Tränen ausbrechen, die nicht in der Lage sind darüber zu sprechen, die darauf verweisen, dass Wunden nicht aufgerissen werden sollen, die nicht den Willen haben ihre Stimme für das Leben zu erheben, weil die Gedanken an einen Suizid in eine psychische Sackgasse führen, diese Menschen treiben mich an. Ich muss akzeptieren, dass ihr so seid und so handelt, weil ihr nicht anders könnt, weil es euch fertig macht. Aber ihr seid auch der Grund, warum ich Footpath mache. Ich bin einer von Euch und die Gedanken an das Erlebte bringen mich manchmal um. Aber ich betrachte es nicht als gelungene Verarbeitung das Grausame einfach wegzuschließen, weil es nicht weggeschlossen werden kann. Weil es immer wieder hochkommt und keiner etwas von uns dagegen tun kann, da können wir die Augen noch so fest verschließen. Das Thema ist präsent und nicht nur weil ich darüber schreibe, sondern weil fast täglich ein Fall in den Zeitungen steht usw.

Das Einzige was ich tun kann, ist meine kleine Welt um mich rum zu verändern und versuchen irgendwie dazu beizutragen, dass Menschen Hilfe bekommen und andere die Zeichen sehen und ich vorführe, dass es auch anders geht.

Indem ich,

  • der seinen Freund durch einen Suizid verloren hat,
  • der sich am selbst das Leben nehmen wollte und in letzter Minute gerettet wurde,
  • der seit Jahren an Depressionen leidet,
  • der Unmengen an Medikamenten fressen musste,
  • der nicht reich ist,
  • der keine Besitztümer und nichts hat,
  • der so große Angst vor der Einsamkeit hat und schon deshalb manchmal lieber sterben möchte als so weiter leben zu müssen,
  • der einen riesen Schiss davor hat zu scheitern,
  • der fast am Stock geht, weil ich Angst habe es nicht geregelt zu bekommen bis in Elf Monaten,
  • der von keinem einzigen Menschen oder Freund mit einem freiwilligen Hilfsangebot für Trees of Memory unterstützt wird (mit ein zwei Ausnahmen),
  • der aktiven Support nur dann erfährt, wenn er ihn knallhart einfordert,
  • der ansonsten mit allem was dieses Projekt angeht mutterseelenallein gelassen wird,

wenn so einer wie ich es schafft, diesen Weg anzutreten, um zu beweisen, dass alles möglich ist, egal welche Steine man Dir in den Weg wirft, egal wie dunkel und perspektivlos es ist im Moment, egal wie groß und wie unglaublich Deine Idee auch sein mag – wenn so einer wie ich es schafft, das alles auf den Weg zu bringen und umzusetzen und zu vollenden, dann kann jeder andere noch viel weniger erreichen und es könnte ein kleines Licht im Leben eines Menschen sein, der schon nicht mehr an sich oder eine Zukunft oder eine Idee geglaubt hat.

Ich werde nicht weitermachen und auf den nächsten Einschlag warten oder so tun als ob nichts geschehen wäre. Wenn ich all das schaffe und die Schönheit des Lebens sehen kann, dann können das andere auch. Wenn es keine Menschen gäbe die einen Suizid begehen, dann gäbe es auch keine Menschen, die den Rest ihres Lebens darunter leiden.

Warum mache ich also Trees of Memory? Weil es Menschen gibt die Hilfe brauchen, die ein Licht benötigen und weil es Menschen gibt, für die nie wieder etwas so sein wird wie es mal war. Ich kann Jürgen nicht zurückholen. Ich kann auch keine Wunder vollbringen. Ihr mögt auch denken, dass ich ein Niemand bin und sowieso nichts erreichen werde. Aber ich kann mit dem was ich tue ein Zeichen setzen und vielleicht rettet es auch irgendwann mal einen, wie auch immer. Das wage ich fast nicht zu hoffen – aber mit „the party will go on“ hat sich noch nie im Leben irgendetwas verändert. Ich will es wenigstens versuchen, weil ich es für meine persönliche Pflicht halte Freunden beizustehen, wenn es ihnen dreckig geht. Weil es nicht Pflicht ist, sondern weil ich es immer schon von Herzen kommend gemacht habe, weil Freundschaft für mich auch Liebe ist. Weil auch ein Fremder es verdient hat eine Hand gereicht zu bekommen, wenn ansonsten vielleicht niemand da ist.

Ich bin kein Held, ich bin nichts Besonderes, für manche bin ich nur jemand der nervt und manche lesen schon gar nicht mehr was ich schreibe und sie interessiert auch nicht ob ich lebe, glücklich bin oder sterbe, ob ich voran komme der scheitere. Ihr seid nicht das Maß der Dinge und ich bin es auch nicht. Ihr habt nicht erlebt was ich erlebt habe und diejenigen, die diese Erfahrung gemacht haben können meinen Schmerz nachvollziehen, wenn sie es wollen. Vielleicht werde ich scheitern, vielleicht werde ich irgendwo im Wald verrecken, vielleicht wird niemand Notiz davon nehmen was ich eigentlich mache, vielleicht findet ihr jeden meiner Gedanken beschissen, vielleicht fühlt niemand was ich fühle aber ganz sicher, bin ich „ich“ und damit kann ich leben und noch besser sterben. Ob heute oder morgen ist mir egal.

Warum mache ich es: Weil Du nicht in der Lage bist über Deinen Freund, Deine Ehefrau, Deinen Bruder, Deine Schwester oder Deinen Vater zu sprechen ohne in Tränen auszubrechen und weil niemand von uns im Grunde seines Herzens sein Leben wegwerfen möchte und kaum jemand von uns weiß, zu was er alles im Stande ist, wenn man ihn lässt und wie toll am Ende doch noch alles werden kann. Weil mit der Trees of Memory-Idee das Gefühl geliefert wurde: das ist Deine Aufgabe . Weil mittlerweile 13 000 Follower und 26 Menschen in 10 Ländern mich glauben lassen: Es macht schon alles seinen Sinn – nicht für jeden – aber für diejenigen, die sich vorstellen können, was ich fühle und für diejenigen die mir Recht geben, wenn ich sage: Das das Leben lebenswert ist, auch wenn es gerade düster ausschaut. Deshalb mache ich Trees of Memory .

29.10.2015


Schweigen

Der Mensch redet oder schweigt, er lebt oder er stirbt, er sagt Hallo oder Tschüß, er fragt wie es dir geht oder bleibt stumm.

Wir Menschen - wenn wir zusammen schweigen, können wir das genießen, weil wir uns wortlos verstehen.

Wir spüren den Moment und fühlen die haltende Hand.

Wenn wir zusammen schweigen können wir darunter leiden, weil man nicht weiß ob der andere es genießt, oder ob ihm etwas auf dem Herzen liegt.

Wenn wir zusammen schweigen kann es die Hölle sein, weil man so viel zu sagen hätte und sich nicht traut

Wenn wir zusammen schweigen kann die Belastung unerträglich sein, weil man weiß dass es vielleicht nicht mehr geht

Wenn wir zusammen schweigen, kann einen die Angst töten, weil man sich zurückgewiesen fühlt, derweil der andere die Hand hält und die Stille genießt.

Wenn wir zusammen schweigen kann es nur mit vorherigem Reden Spaß machen und gut tun.

Wenn Menschen reden tun sie das, um Fragen zu stellen.

Wenn Menschen reden tun sie das, um Antworten zu geben.

Wenn Menschen reden dann tun sie das, um verstanden zu werden.

Wenn Menschen reden, erklären sie was in ihrem Kopf vorgeht.

Wenn Menschen reden zeigen sie, dass es der Gegenüber Wert ist, verstanden zu werden.

Wenn Menschen reden, haben sie Interesse daran ein Gedanken, eine Situation zu verstehen.

Wenn Menschen reden dann verbessern sie eine Situation.

Wenn Menschen reden dann verschlimmern sie eine Situation .

Reden ermöglicht Sichtweisen zu sehen.

Reden eröffnet neue Perspektiven.

Reden erklärt das eigene kleine Universum.

Reden unterscheidet den Dummkopf vom Menschen, der sich kümmert.

Reden unterscheidet den Mensch vom Tier.

Reden macht Schweigen erst möglich.

Wenn wir zusammen schweigen können wir das genießen, weil wir uns wortlos verstehen.

Wir spüren den Moment spüren und fühlen die haltende Hand.

16.07.2015

Silent Storm

"there is a silent storm in side me, looking for a home, ...." ......

Es ist die Ruhe des Sturms,

die absolute Stille,

das Verstummen der Schreie,

das tiefe bedingungslose Vertrauen,

die Ruhe im einfach sein Können,

keine Erwartungen,

keine Forderungen,

keine Angst,

kein Lärm,

nur der Herzschlag und der Atem

und die daraus resultierende Stille,

was aus einem Sturm,

eine Wind- und Gedankenstille entstehen lässt

und die Momente,

die Stunden,

die Tage,

Monate

und Jahre

bereichert und daraus Glück entstehen lässt....

es ist die Stille,

die aus Leben,

Reisen,

Umarmungen,

Sex usw. usw. etwas Einzigartiges macht und das Gefühl gibt:

endlich befreit und irgendwie komplett zu sein.

9.7.2015





Liebe ist

  • Schmetterlinge im Bauch zu haben
  • das schneller schlagende Herz wenn du den Raum betrittst
  • die ganze Nacht mit verschlungenen Beinen kuschelnd zu schlafen
  • den ganzen Tag dümmlich zu grinsen
  • und immer ein wenig Angst haben, dass dies alles nicht für die Ewigkeit bestimmt sein könnte

Aber die Liebe ist nach den vielen Monaten nicht mehr

  • mit Schmetterlingen im Bauch
  • mit schneller schlagenden Herzen
  • mit Löffelchen zu schlafen
  • und dümmlich vor sich hin zu grinsen

Alles aus und vorbei …

Ist die Liebe noch?

  • wenn das Leben entschleunigt
  • und mit langsamer Fahrt trotzdem durch das Abenteuer Leben rast
  • wenn das Herzrasen sich gegen ein ruhiges und sicheres Gefühl tauscht
  • wenn beim Kuscheln das Herz langsamer schlägt
  • wenn Dein Atem mich wohlig beruhigt
  • wenn wir nicht mehr auf einer Achterbahn fahren
  • wenn es sich wie zu Hause anfühlt
  • wenn ich nachts rückwärts robbe, bis ich wieder Deinen Körper spüre
  • wenn ich Dir über das Haar streichele, wenn du schläfst
  • wenn Du mich nachts wie einen Teddy an Dich ziehst
  • wenn Du in tiefer Geborgenheit auf mir schläfst
  • wenn ich beim ersten Sonnenstrahl Deinen Duft rieche
  • wenn die Küsse nicht mehr jeden Tag feurig und romantisch sind (leider)
  • wenn Du mich mit Eis an den Lippen kalt küsst
  • wenn ich dich mit klebrigem Honigmund beim Frühstück küsse
  • wenn es den „ich geh jetzt Kuss“ gibt
  • wenn es den „nur ein Kuss bevor Du gehst“ gibt
  • wenn der Mantel der Nacht meine Träume einkesselt und ich von Deinem Kuss wach werde
  • wenn es den „süße Träume Kuss“ gibt
  • wenn es den „Ich bin froh dich kennengelernt zu haben Kuss“ gibt
  • wenn es schnelle Küsse im Supermarktgang gibt
  • wenn ich dich einfach so ohne Anlass küsse, einfach weil Du bist, einfach weil ich bin
  • wenn aus Deinem Raum und meinem Raum unser Raum wird und wir weniger Platz brauchen
  • wenn ich anstatt Liebesschwüre zu schreiben, lieber öffentlich Insiderwitze über uns mache
  • wenn es selten Feuerwerk und Funkenregen gibt
  • wenn daraus ein Summen der Liebe und Fürsorge wird
  • wenn aus dem Feuer der Seele ein Ofen wird, der mich warm hält
  • wenn ich im Zauber Deiner Geborgenheit schläfrig einnicke
  • wenn unsere kleine Welt so viel schöner ist als die große Welt da draußen
  • wenn ich morgens aufwache und dem Leben danke, dass es mich mit Dir so reich beschenkt

Ja, die Liebe ist noch

  • und sie wächst und wird jeden Tag bunter, schöner, wärmer tiefer
  • Du bist kein Prinz, kein Held, kein Wunderkind aber manchmal so ein richtiger Arsch
  • Du bist etwas viel Bedeutsameres und Wunderbareres
  • Du bist einfach Du
  • Das Du in das ich mich verliebt habe
  • Weil es etwas ist, das ist
  • weil es etwas ist das bleibt
  • weil ich nach wie vor – nach fast 9 Monaten immer noch Schmetterlinge im Bauch habe
  • mein Herz schneller schlägt, wenn du den Raum betrittst
  • die halbe Nacht mit verschlungenen Beinen kuschelnd mit Dir schlafen möchte
  • ich immer noch recht viel und dümmlich grinse, wenn ich an dich denke
  • und immer ein wenig Angst haben, dass wir unsere Ewigkeit von mindestens 40 Jahren nicht voll bekommen

weil …

tja, weil ich dich einfach liebe

10.06.2015

Stille Nacht

Die Stille der Nacht liegt bleiern in den Ohren,

nur unterbrochen durch das Bersten der Angst,

die sich von einem zum anderen Ende der Stadt,

mächtig und laut Gehör verschafft.

Doch der Mantel der Nacht,

aus dem einst fröhlich tanzende Sterne gefallen sind,

kesselt leise und kalt,

die Furcht vor dem anbrechenden Tag,

und verdunkelt das Glück der Ewigkeit

und zündet das sprachlosmachende Feuerwerk, der alles zerstörenden Schuld und der eigenen ungenügenden Vollkommenheit.

Zurück bleibt die Kälte und das Grauen der Nacht

und die einsamen Schreie,

der Stille der Nacht.

05.04.2015

Sehnsucht

Das endlose blaue Meer im stürmischen und stets rhythmischen Wellenschlag.

Die Savanne, gebrochen von den Akazienbäumen und dem stets gleichen Lauf der Natur.

Die bohrende Stille umhüllt von rosarotem Licht auf den Gletschern in der Antarktis.

Die Sandkörner, vom Wind getragen, umhüllen sie die Welt und das Sein.

Das tiefe Grün des afrikanischen Dschungels mit den morgendlichen Rufen fremder Kreaturen.

Das Klopfen der Regentropfen im südamerikanischen Tropensturm, getragen von den Dächern in der Stadt.

Das Lichterspiel um 12 Uhr nachts in Los Angeles, welches dem Strahlen der Sterne die Kraft raubt.

Die Wolkenberührung hoch oben im Schirm, in schraubender Bewegung nach oben.

Die drohende Dunkelheit des Unbekannten, in der Tiefe, beim Umschwimmen von Malediven-Inseln.

Blitze die fünffach aus Wolken schlagen und dem Donner einen himmlischen Glanz verleihen.

Das drohende Gebrüll spanischer Buffones, die das Lied der Unterwelt spielen.

Der Blick ins Paradies durch Gods Window, das die aufliegenden Wolken für kurze Momente festhält.

Die Verbindung aus tiefgrauem Himmel und leuchtend grünen Wiesen, von irischem Horizont zu Horizont.

Der Glanz in den Augen eines Menschen, wenn Tränen der Freude die Trauer bezwingen.

Die sanften Schockwellen der Leidenschaft, wenn sie das Herz berühren.

Der Blick in die kaffeebraune Tiefe, durch die Fenster zur Seele.

Die Kreise der Gedanken, die sich mit den Sandkörnern, im stetigen Wind um die Erde bewegen.

Die schützende Umarmung, welche die Welt minutenlang zum Stillstand zwingt.

Das laute Lachen dessen Fröhlichkeit, mit dem Tanz der Schmetterlinge um die Wette swingt

Die uns allseits umgebene Technik, die unsere Blicke auf den Bildschirm, in die Unendlichkeit des Alls schickt.

……. Das alles eint

die Sehnsucht

meine Sehnsucht.

19.01.2015

Postmoderner Gagaismus zur poetischen Veredelung rezitiver, in sich kreisender Gedankenwolken ...

Gedanken wirbeln umher

vereinigen sich zu einer lauten Kakophonie im Hirn

Speisen Angst und Panik

Laben die Unruh

rufen nach der Sehnsucht

Bereden die Geduld

nehmen die Sicherheit

Gebären Hoffnungen

Füllen Träume

Verschenken ein Lächeln

Beschimpfen die Vergangenheit

Spielen ihr ureigenes Lied

Komponieren ein Requiem

Trinken die Moral

Berauschen sich an der Hilflosigkeit

Kotzen wenn es ihnen zu weit geht

Geben Trost

Schelten mit Häme

Zeigen mit fingern

Ordnen das Nichts

Erfüllen die Stille

Rufen laut nach allem und jedem

Sind nicht mehr zu sehen

Blitzen im Gewitter auf

Retten wo nichts zu retten ist

Verbünden sich gegen die Einsamkeit

Hinterfragen sich selbst

Geben keine Antworten

Morden die Normalität

Begehen ein Verbrechen an der Zeit

Hinterlassen ein Nichts

Hauen einfach ab

Sind weil etwas ist

Verordnen Sicherheit

Sind nicht von dieser Welt

Orientieren sich am Instinkt

Spielen mit dem Verstand

Sind nicht mehr da?

Gedanken die eben noch wirbelten vereinigen sich nicht mehr...

.... Ja aber?

27.12.2014

Stille

Die Tür zur Welt geht zu

Friede, aufatmen, Insel

Stille

Sie schreit und wird laut

Terror, Luft anhalten, kein entkommen

Stille

schützt, bringt um

Stille

Leere ohne Mut

Stille

Liebe die verletzt

Liebe die sich schützt

Stille

Verbotene Welt

Strafende Welt

Meine Welt

Stille

28. Dezember 2014 09:39 hinzugefügt:

Stille

Bis zum letzten Ton

Stille

Bis alles verblasst

Aus

Stille



Irgendwann in den Abendstunden des 29. Dezembers wachte ich auf der Intensivstation auf und fragte mich "was passiert war bzw. was nicht passiert war"

Handflächen-Blues

Es war nur eine kleine Berührung, ein zufälliges Aufeinandertreffen zweier Hände auf der Reise in ein verlorenes Land. Ganz sacht gleiten die Finger die Lebenslinie entlang und erwecken einen leise prickelnden Fluss. Winzig kleine elektrisierende Eruptionen breiten sich über die gesamte Handfläche aus und rasen direkt ins Gehirn, wo es augenblicklich dunkel und still wird. Gänzlich abgeschottet von der Außenwelt tragen die samtweichen Fingerkuppen ihre Reise flüsternd tief ins Unterbewusstsein. Die Herzlinie erwacht zum Leben und schlägt bebend mit dem Puls. Der Mittelfinger verharrt mit kaum merklichem Druck dort wo Kopf- und Herzlinie eine kleine Kuhle bilden. Herzrasen begleitet Zeit und Raum und setzt an, sich im ganzen Körper auszubreiten. Mit jedem Schlag nehmen mehr Finger die Reise auf. Tastend verschaffen sie sich laut und deutlich Gehör und wandern die fremde Hand entlang. Das fast unmerkliche Zittern wird zum Beben, das über die Fingerkuppen auf den Handrücken strömt, mit der Drehung des Armes in die Innenfläche des Armes fließt und die Atmung zur Pause zwingt. Nur der Wind der Ernüchterung nimmt zu und wird zum brüllenden Sturm des Erwachens. Bunte Lichtexplosionen tanzen vor den geschlossenen Augen. Springen mal nach rechts, mal nach links und hüpfen weiter - dorthin wo der raue Handballen auf seinen samtweichen Gegenüber trifft. Sanft und mit stiller Leidenschaft gleitet die Bewegung aus und drückt kaum merklich, mit einer leichten Krümmung der Handinnenfläche, in die eigene Seele und schreibt einige Noten der Aufmerksamkeit in das Bewusstsein des anderen. Die kaum hörbare melancholische Musik findet ihren Takt. Intensiv flüsternd kehrt das Leben zurück und hinterlässt ein Lied in zwölf Takten und drei Akkorden – I feel the blues.


Vergeblichkeit

Wie ist es wenn sich der Schmerz so ganz langsam von innen nach außen bohrt?

Sich über den Tag hinweg mehr und mehr ausbreitet bis er jede Zelle des Körpers aufgefressen hat.

Das Gehirn anfängt nicht mehr zu funktionieren und jede Logik entfernt wird.

Wenn der Schwindel im Kopf zum Zittern wird, das sich über alle Glieder ausbreitet, bis es sich zum Atem durchgearbeitet hat.

Die Herzkammern anfangen zu flimmern und gemeinsam mit der Bauchdecke zu schmerzen beginnen.

Das Heulen nicht mehr aufzuhalten ist, die Nase so zu, dass der Kopf zu platzen droht.

Akkorde eines Musikstückes genügen eine Welt zusammen brechen zu lassen und Begebenheiten aus hier und jetzt Dir die Kehle zuschnüren.

Keine Sprache der Welt fähig ist zu vermitteln was in einem vorgeht.

Die Gesichtsmuskulatur sich mehr und mehr verkrampft und die Augen zuschwellen wie nach unzähligen Schlägen .

Wenn man nicht mehr stehen kann und nur noch liegt und sich setzen muss, weil die Bauchschmerzen zu große werden und der Druck in der Seele nicht mehr auszuhalten ist.

Wenn alles so gottverdammtscheiß weh tut, das man nur noch laut schreien will?

Wenn man betet, brüllt und in der Dunkelheit nach einem Schalter sucht, der die Sonne wieder ins Haus lässt.

Wenn die Stimmen immer lauter werden und nach dem warum fragen und nur Stille die Antwort ist.

Wenn jede Erinnerung als Nagel durch den Körper schießt um alles zu killen was sich ihm in den Weg stellt.

Was wenn man nach dem 100sten Anfang immer noch am Anfang steht.

Was wenn die unendliche Vergeblichkeit nicht mehr aufhören mag?

Was wenn man einfach nicht mehr kann und nichts mehr wahrnimmt und nur die endlose Stille Deinen Raum beherrscht obwohl draußen nach Dir gerufen wird?

Wenn die Kälte nicht mehr nachlässt und die Finger nicht mehr zu spüren sind.

Wenn der Atem immer wieder versagt und du immer noch nicht aufhören kannst zu heulen?

Wenn Dein Leben unter der Hand zerbröselt und Du die Staubkörner immer wieder zurück schaufelst, nur damit sie vom Wind wieder zerstreut werden.

Wenn Träume explodieren.

Wenn die Wut stecken bleibt und vom Frust verlacht wird.

Wenn Zukunft im Lexikon ständig überblättert wird und du sie einfach nicht finden kannst.

Wenn die Türen zuschlagen bevor Du die Hand hast greifen können.

Der Sturm Deine Stimme einfach wegfegt.

Du nicht aufhören kannst den Weg zu gehen und marschierst und marschierst obwohl er Nebel diesen verdammten Gipfel nicht frei geben will und kein Schild die Richtung weist.

Der Schlaf die Gedanken nicht mehr abreißen lässt und die Gedanken den Schlaf nicht mehr ermöglichen.

Die Faustschläge des Vaters jetzt erst treffen und nach den Knochen die Seele brechen.

Was wenn Optimismus zur Illusion wird. Wenn der Zug ständig wegrast und Du scheinbar für immer hinterher siehst.

Was wenn irgendwann die Energie nicht mehr reicht um wieder aufzustehen? Was wenn?

Soul on Ice

Manchmal kommt eines zum anderen und es fühlt sich an, als ob es bestimmt ist. So auch, als der Sänger Tom OMalley fragte, ob ich ein Video zu seinem Song "Soul on ice " machen könnte. Wohl wissend wen er da in welchem Zustand fragte. Die vergangenen zwei Wochen waren sehr anstrengend und es gab keine Minute Zweifel an dem was ich machen wollte, denn ich folgte nur meinem Gefühl. Jetzt ist es fertig und offiziell und kann seine Reise um den Globus antreten. Und ich habe das erste Mal das Gefühl "Auf Wiedersehen " sagen zu können und mich von Jürgen zu verabschieden .... und ja, teilen ist ausdrücklich erwünscht.