In Gedenken

In Gedenken an das Leben

Der Suizid meines Partners hat mich auf einen Kreuzzug für das Leben geschickt. Kompromisslos werde ich versuchen den Beweis anzutreten, dass jeder Mensch in der Lage ist, den schrecklichsten Umständen zu entkommen, sobald er beginnt, sich selbst zu folgen. Wohl wissend, dass dies nicht jedem Betroffenen mehr möglich ist und ich vermutlich nicht jeden erreichen kann.

Die vergangenen Jahre und insbesondere in 2016 habe ich gelernt, dass jeder Mensch seine Zukunft auch schöpferisch und positiv gestalten kann. Wenn Du das tust, werden Depressionen und das Verlangen nach einem erlösenden Tod, unter Umständen keinen Platz mehr finden.

Denn Deine Gedanken werden zu Worte, Deine Worte werden zu Taten und Deine Taten werden zu Handlungen und die werden zu dem Leben, das Du immer haben wolltest. Du hast die Macht über den Verlauf Deines Lebens, sobald Du beginnst, Dir selbst zu folgen. Nicht Deinem Umfeld, nicht den Anforderungen, nicht den Menschen um Dich herum, nur Dir selbst. Meine Erfahrung hat mich gelehrt:

Erfüllt sein ist möglich:

Folge Dir selbst, dann hast du die Macht

Sterben oder leben?

Mein Partner hat sich das Leben genommen, ich selbst habe es versucht, ich habe alles verloren, was mir wichtig war und keine Zukunft mehr gesehen. In dieser dunkelsten Zeit meines Lebens, habe ich mich dafür entschieden, alles was ich noch habe, weg zu geben. Ich besitze keine Sparbücher, kein Haus, kein Auto, kein Vermögen, nichts. Alles was ich mein eigen nennen kann, ist mein Glaube an den Wert des Lebens und an mich selbst. Ich wusste, dass ich mein Leben ebenfalls verlieren werde, wenn ich nicht wieder derjenige werde, der ich bin. Ich musste endlich eigenverantwortlich handeln und damit aufhören, verstört auf die wirklich miesen Aufgaben und Lehren des Lebens zu reagieren.

Sterben oder Leben, ich musste mich entscheiden

Ausgestattet mit nichts außer Mut, Vertrauen, Tatendrang und unendlicher Neugierde werde ich mich deshalb im März 2018, auf einen 75000 km langen Weg um die Erde machen und auf diesem Footpath of Life, wie ich es immer nenne, Bäume der Erinnerung pflanzen.

Am Leben verzweifeln oder die Macht übernehmen

Ich möchte damit jedem Einzelnen der am Leben (ver-)zweifelt zeigen, dass sich jeder der Großartigkeit des Lebens sicher sein kann. Folge Deinem Herzen, folge Deiner Seele, folgen Deinen Träumen und Wünschen, kompromisslos und radikal – Du hast nichts (mehr) zu verlieren. Das ist meine Idee, die für mich funktioniert. Mein Angebot und eine Perspektive unter vielen anderen. Radikal aber für mich das Einzige was geholfen hat, um nicht den selben Weg, wie mein Partner zu gehen.

Warum das Leben aufgeben? Warum nicht noch einen anderen, einen neuen Versuch wagen?

  • Weil ich zeigen möchte, dass man auch in der schrecklichsten Dunkelheit ein Licht finden kann und keine Idee so verrückt oder größenwahnsinnig sein kann, als dass sie nicht zu schaffen wäre.
  • Weil ich zeigen möchte, dass man auch nach dem schrecklichsten Verlust, mit Nichts im Leben oder in der Hand, es trotzdem schaffen kann und das Leben sich dafür im Guten revanchiert.
  • Weil es nur auf den Einzelnen ankommt und die Anderen und die Umstände egal sein können und müssen.
  • Weil ich ein Vorbild sein will – kein Theoretiker, kein Technokrat. Ich war ganz unten, ich war in der emotionalen Psychohölle, ich habe alles verloren, ich wollte mein eigenes Leben hergeben und ich bestand nur noch aus Schmerz und Depressionen. Mitten in diesem Alptraum habe ich angefangen meine Medikamente abzusetzen und mich für Trees of Memory entschieden. Allein mit diesem Entschluss habe ich es geschafft. Nicht langsam und schleichend – sondern relativ schnell, mit überraschender Macht, Zuversicht, Freude und Kraft.
  • Ich gebe mein Leben auf, weil ich es nicht ertrage, dass es Menschen gibt, die nicht mehr an sich glauben und die der Illusion unterliegen, der Tod wäre ein Ausweg.
  • Weil ich Jürgen geliebt habe und er nicht einfach so verschwinden darf. Er hatte ein Licht, das weiter getragen werden sollte, auch wenn er es selbst nicht mehr gespürt und gesehen hat. Seine Augen haben wirklich beispiellos geleuchtet, wenn er gelacht hat.
  • Weil ich felsenfest spüre, dass es das einzig Richtige ist - alternativlos.
  • Weil Trees of Memory etwas ist, das erinnern soll, mahnen soll, die Menschen berührt und mir wieder einen Glauben geschenkt hat. Weil es mir ein Licht gegeben hat, das ich teilen möchte und muss.
  • Weil ich glaube, dass es auch für andere eine Möglichkeit und eine neue Perspektive ist, auch wenn ich mir bewusst bin, dass ich nicht jeden damit erreiche und nicht jeder Betroffener die Energie hat, nochmals von vorne anzufangen.

Lohnt es sich zu leben?

Glaubst auch Du, dass das Leben lebenswert ist und es sich immer lohnt, dafür zu kämpfen?

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