Talentschule

Schwerpunkt: Kulturelle Bildung

Alle Kinder haben Talente und gute Bildungspolitik eröffnet daher gerechte Bildungschancen für alle Schüler*innen. Mit dem Schulversuch Talentschulen will die Landesregierung NRW die Schulen dabei unterstützen, ihre Aufgabe noch besser wahrzunehmen. An den Talentschulen soll exemplarisch erprobt werden, wie die Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstandorten mit besonderen Herausforderungen gelingen kann. Die am Schulversuch teilnehmenden Schulen sollen ein besonderes fachliches Förderprofil auf- oder ausbauen.

Kernelement des Konzeptes ist eine Förderung, die fachlich angebunden auf sprachliche Kompetenzentwicklung fokussiert, das Selbstkonzept der Schüler*innen stärkt, ihre Potenziale wertschätzt, systematisch in die Entwicklung mit einbezieht und nutzt.

Wir wurden zum Schuljahr 2019/2020 eine der ersten 35 Talentschulen.

Wir werden im Schulversuch gezielt dabei unterstützt, dass wir uns in den o.g. Feldern weiterentwickeln. Hierzu erhalten wir zusätzliche Ressourcen und weitere Angebote.


Die Ziele des Schulversuchs „Talentschule“ sind laut Landesregierung NRW:

  • soziale Nachteile im Bildungsbereich zu überwinden.

  • Die soziale Herkunft darf nicht über den Bildungserfolg entscheiden. Allen Kindern und Jugendlichen müssen Aufstiegschancen ermöglicht werden.

  • Die NRW-Koalition setzt mit den Talentschulen ein wichtiges Zeichen für mehr Chancengerechtigkeit.

  • Der Schulversuch soll zeigen, ob die Leistungen und Erfolge von Schülerinnen und Schülern an Schulen in Stadtteilen mit großen sozialen Herausforderungen durch besondere unterrichtliche Konzepte, zusätzliche Ressourcen und Unterstützung bei der Schulentwicklung nachweisbar gesteigert werden können.

  • Im Zusammenspiel mit allen Beteiligten sollen die Talentschulen vor Ort einen positiven Beitrag zur Quartiersentwicklung leisten.


Letter of intent

Welche Ideen stecken hinter unserer Bewerbung? Wie verstehen wir "Talente"? Unsere Gedanken zur erfolgreichen Bewerbung zum Nachlesen...

(Bitte rechts oben auf das Dokument klicken)

Letter of intent.pdf


Unsere 4 Säulen des Talentschulversuchs


- fächerübergreifender Unterricht

- "digitale Bildung"

- Bewegung im Unterricht / Gesundheit

- Sprachsensibler Unterricht ( Lesekompetenzförderung / Sprache im Unterricht)


Fächerübergreifender Unterricht

In den Jahrgängen 5 und 6 findet immer freitags einen Tag lang das fächerübergreifende Lernen statt. Unter einem Oberthema wird projektartig gearbeitet. Wir haben eine Jahrgangspartitur mit passenden Oberthemen erstellt - um möglichst viele Fächer mit einzubinden.

NEU Jahrgangspartitur Klasse 5 mit Oberthemen .pdf
Jahrgangspartitur Klasse 6 mit Oberthemen (1).pdf
Fächerübergreifendes Lernen_PPP.pptx

Präsentation FÜL 5

In der Präsentation gibt es eine kurze Übersicht über erste Projekte, die im letzten (von der Pandemie überschatteten) Schuljahr durchgeführt wurden.

Im SJ 2021/22 befinden sich nun die Jahrgänge 5-7 im Talentschulversuch.

Einige Projekte wird es dann auch auf den JG-Seiten zu sehen geben...


"digitale Bildung"

Unter dem Begriff "digitale Bildung" fassen wir unser Konzept zum zeitgemäßen Lernen im 21. Jahrhundert zusammen - es umfasst die u.a. von Axel Krommer beschriebene "digitale Transformation" unserer Schule. Dies ist der Prozess der Veränderung der Institution Schule durch die Nutzung und den Einbezug neuer Medien (speziell das Internet).

Wir wollen Talente stärken und durch den gezielten Einsatz Schüler*innen noch gezielter fördern.

Weitere Informationen hierzu finden sich...

Bitte für weitere Informationen auf den entsprechenden Text klicken!!!


Sprachsensibler Fachunterricht – Lesekompetenzförderung / Sprache im Unterricht

Was bedeutet dies für uns?

Definition

„Der Begriff sprachsensibler Unterricht steht für unterschiedliche Unterrichtskonzepte, die Sprache bewusst als Mittel des Denkens und Kommunizierens einsetzen, um fachliches und sprachliches Lernen zu verknüpfen. Ein wesentliches Element ist die in den Unterricht integrierte, gezielte sprachliche Unterstützung der Schülerinnen und Schüler.“

Die Ziele für die Unterrichtspraxis sind: „Über die Formulierung eines sprachlichen Lernziels und den damit verbundenen Hilfestellungen sollen das fachliche Lernziel leichter erreicht und so langfristig die bildungssprachlichen Kompetenzen fachübergreifend ausgebaut werden.“

Funktionen von Sprache im Unterricht

Sprache hat im Unterricht verschiedene Funktionen. Mit ihrer Hilfe vermitteln Lehrer*innen Lerninhalte. Die Schüler*innen nehmen diese auf, verarbeiten und speichern sie und geben sie in Unterrichtsgesprächen usw. wieder. Sprache ist aber auch ein Werkzeug des Denkens, mit dessen Hilfe Prozesse nachvollzogen oder Vorstellungsbilder aufgebaut werden, Wissen bearbeitet oder neu erzeugt wird. Dabei lernen Kinder und Jugendliche nicht nur die Bezeichnung oder den Ausdruck für einen spezifischen Gegenstand. Sie lernen auch, diese sprachlichen Mittel inhaltlich, zweckbezogen, kontextuell und situativ angemessen selbst zu verwenden.

Sprachliches und fachliches Lernen

In diesem Sinne sind Sprache und Fachunterricht untrennbar miteinander verbunden, denn Schüler*innen müssen hier unterschiedliche sprachliche Handlungen realisieren, z. B. beschreiben, erklären, diskutieren, argumentieren oder analysieren, um den Unterrichtsgegenstand aktiv zu verarbeiten.

Sprachschwache Schülerinnen und Schüler

Fehlen aber diese sprachlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten, kann ein Schüler oder eine Schülerin dem Unterricht nicht folgen, weil er oder sie etwas nicht versteht oder es nicht sprachlich ausdrücken kann. In der Folge verfehlen sie möglicherweise die fachlichen Unterrichtsziele. In Deutschland trifft dies besonders auf Kinder und Jugendliche zu, die aus Familien mit geringem Zugang zu Bildung kommen oder die erst im schulpflichtigen Alter beginnen Deutsch zu lernen (z. B. neu Zugewanderte). Der Deutschunterricht oder zusätzliche Sprachfördermaßnahmen allein reichen nicht aus: Die für den Schulerfolg so wichtigen bildungssprachlichen Kompetenzen sind zu vielfältig, oft fachspezifisch und werden nur in dem Kontext effizient erlernt, in dem sie benötigt werden – im Fachunterricht (d. h. sowohl in Deutsch und Englisch als auch in Mathematik, Biologie, Kunst usw). Eine notwendige Schlussfolgerung für die Praxis ist es daher, im Fachunterricht sprachliche Hürden zu erkennen und Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, diese zu überwinden.

Umsetzung im Unterricht

Ein solches sprachsensibles Unterrichtskonzept beginnt in der methodisch-didaktischen Gestaltung des Unterrichts. An erster Stelle steht eine Analyse der fachspezifischen sprachlichen Anforderungen. Dazu zählen das mündliche und schriftliche Angebot (z. B. Lese- und Schreibaufgaben, der sprachliche Input der Lehrkraft) und die sprachlichen Handlungen, die von den Schüler*innen produziert werden sollen. Auf dieser Grundlage werden die zum Erreichen des fachlichen Lernziels erforderlichen sprachlichen Kompetenzen herausgearbeitet.

Aufbauend auf der Ermittlung des Sprachstands der Schüler*innen und Schüler wählt die Lehrkraft auf den Lernstand zugeschnittene Unterstützungstechniken aus, die zum Erreichen der erforderlichen sprachlichen Fertigkeiten beitragen (Michalak, Lemke & Goeke, 2015, S. 161–162). Eine typische Unterstützungstechnik im Fachunterricht ist der Einsatz von sprachlichen Baugerüsten (so genannte scaffolds), die im Unterricht zeitlich begrenzt eingesetzt werden. Sie helfen sprachschwachen Kindern und Jugendlichen, sich neue Inhalte fachlich zu erschließen. Im Unterricht kann ein solches Baugerüst mittels Formulierungshilfen für wiederkehrende sprachliche Handlungen erfolgen, die in einer Textsorte eine bestimmte Funktion einnehmen und dem Text Struktur geben, zum Beispiel die Beschreibung der Durchführung und der Beobachtungen in Versuchsprotokollen im Chemieunterricht. Ein Lernplakat beispielsweise gibt Schüler*innen und Schülern für einen authentischen Anlass – etwa ein im Chemieunterricht durchgeführtes Experiment – konkrete Formulierungshilfen für das Anfertigen eines Versuchsprotokolls (Busch & Ralle, 2013, S. 290). Diese können z. B. typische Wortkombinationen sein, die mit den Teilhandlungen verbunden sind (Durchführung: „Man gibt X hinzu"; Beobachtung: „Ich habe beobachtet, dass ..."; Deutung: „Aus X kann geschlossen werden, dass Y") und Satzverknüpfungen sein, die helfen den Text zu strukturieren (z. B. „Zuerst ist XY aufgebaut/zerlegt worden ... Dann wurde ZZ hinzugefügt/verbunden..."). Hinzu kommen die jeweils themenspezifischen Fachwörter.

Sprachliche Hürden überwinden

Mithilfe solcher Unterstützungstechniken können Schüler*innen fachspezifische, sprachliche Hürden überwinden, die fachlichen Lernziele erreichen und sich darauf aufbauend die bildungssprachlichen Besonderheiten eines Faches aneignen. Die Umsetzung soll dabei durchgängig in jedem Fach und nicht etwa mittels einer bestimmten Methode oder nur von Zeit zu Zeit erfolgen. Die Verknüpfung von fachlichem und sprachlichem Lernen stellt somit ein umfassendes sprachsensibles Konzept dar, das die gesamte Art zu unterrichten strukturiert.Quelle: Woerfel, Till & Giesau, Marlis (2018). Sprachsensibler Unterricht. Köln: Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (Basiswissen sprachliche Bildung).


Neben dem sprachsensiblen Unterricht in allen Fächern, verfolgen wir insbesondere das Ziel der Lesekompetenzförderung

Lesen ist der Schlüssel zu unserer Gesellschaft!

Gut entwickelte Lesekompetenz ist anabdingbare Voraussetzung für die Nutzung neuer, digitaler Medien!

Lesen ist die Grundlage jeder weiteren Bildungsarbeit und hat Auswirkungen auf alle Fächer in der Schule!

Was ist lesen.pdf
sprint.pdf


Bewegung im Unterricht / Gesundheit

Vier von zehn Kindern können bei der Einschulung keinen Purzelbaum schlagen. 65 Prozent leiden unter Haltungsschwächen und Übergewicht im Kindesalter beeinträchtigt die Entwicklung, kann zu Ängsten und Depressionen führen und erhöht das Diabetes-Risiko. Warum es sinnvoll ist, dass Kinder sich in der Schule sportlich betätigen und viel bewegen, liegt auf der Hand. Zudem bietet die körperliche Betätigung noch weitere Vorteile wie z. B.:

  • einen positiven Einfluss auf die Gesundheit und das Körpergewicht,

  • eine bessere Durchblutung und Sauerstoffversorgung des Gehirns,

  • eine höhere Konzentrationsfähigkeit und

  • ein besseres Selbstwertgefühl


Darüber hinaus kann Sport in den frühen Schulstunden äußerst positive Auswirkungen auf die nachfolgenden Unterrichtsstunden haben. Aufgrund der sportlichen Betätigung wird das Herz-Kreislauf-System im Körper angeregt, welches dafür sorgt, dass die Muskeln, Organe und besonders das Gehirn mit mehr Sauerstoff versorgt werden. Dieses hat wiederum zur Folge, dass die morgendliche Müdigkeit abnimmt und die Konzentrationsfähigkeit steigt.

Mehr Bewegung auch in Form von Bewegungs-Breaks während des Regel-Unterrichts, eine ausgewogene Ernährung, eine stressfreie, positive Lernatmosphäre und die Schaffung einer gesunden Lebenswelt Schule, das sind auch ausgewiesene Ziele unseres Kooperationspartners “Fit For Future”, einer Initiative der Cleven Stiftung und der DAK Gesundheit. Damit stellt dieses Programm einen Teil der der Säule “Bewegung im Unterricht / Gesundheit” des Talentschulversuchs an der Sekundarschule Altenhagen. Des Weiteren ist gesunde und ausgewogene Ernährung, mitunter eingebunden im Fächerübergreifenden Unterricht, an den Profiltagen sowie als Projektarbeit im “Epochalen Lernen” ein elementarer Baustein unseres pädagogischen und erzieherischen Auftrags.

Außerdem haben die Schüler*innen auch außerhalb des Unterrichts etliche Möglichkeiten, sich zu bewegen, sportlich zu betätigen und aktiv einzubringen, zum Beispiel in Pausen-Sportangeboten, AGs, im Rahmen der Sporthelfer-Ausbildung, dem Sportfest und in sportlichen Wettkämpfen.


All dies zusammen bildet mit dem Fächerübergreifenden Unterricht, der Digitalen Bildung und dem Sprachsensiblen Unterricht vier Säulen unserer Talentschule, denn schon im alten Rom lebte man nach dem Motto “Anima sana in corpore sano”: Gesunder Geist in gesundem Körper!