Ingrid erzählt:

Heute hat mein Mann eine feste Arbeit und ist unter seinen Kollegen ein geschätzter Mitarbeiter. Mit seinem eigentlichen Studium und Beruf hat diese aber nicht mehr viel zu tun.In den letzten Jahren haben wir die Erfahrung gemacht, dass unsere Bereitschaft, in der Gemeindearbeit mitzuhelfen, abhängig ist vom Wohlwollen des zuständigen Pfarrers bzw. einzelner Gemeindemitglieder.

Anfangs schlug uns eine Welle der Begeisterung entgegen. Mein Mann durfte einen Bibelkreis leiten - unter regelmäßigem Beisein des Pfarrers - und ich durfte die Vorbereitung des Kindergottesdienstes und eine Kindergruppe mittragen.

Bald wurde der Bibelkreis lästig und untragbar, und nachdem man meinen Mann noch einmal in der Messe predigen ließ, bekam der Bibelkreis Gemeindehausverbot. Immer wieder erfahren wir von verletzenden Äußerungen, die unsere Familie betreffen.

Dieser Druck und das Gedrängtsein in eine Außenseiterrolle, die von Seiten der Hierarchie immer wieder zu spüren ist, belasten die Atmosphäre in der Familie und führen zu Spannungen - und werden weitergegeben an mich und die Kinder.

Die beiden Mädchen sind sehr stolz, dass ihr Papa Priester ist, und fragen, warum er es nicht mehr sein darf.

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