02 - coal-and-steel-union

02 - In einer Serie von Essays befassen wir uns mit verschiedenen Teilen der europäischen Geschichte im 20. Jahrhundert. Dies ist Teil 2

Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) auch Montanunion genannt





Während die OEEC ganz Westeuropa vereinigte, um die Gelder des Marshallplanes besser zu verteilen, führte die Montanunion zur Spaltung Westeuropas. Wir wollen uns hier damit befassen, ob die Spaltung auch politisch war.

Die eigentliche Idee zur Montanunion war, so Jean-Baptiste Duroselle, den Frieden in Westeuropa durch die Eingliederung Deutschlands in eine politische und wirtschaftliche Gemeinschaft, zu stabilisieren: "Deutschland was dann immer am gefährlichsten, wenn es sich isolierte, seinen eigenen beträchtlichen Kräften und Eigenschaften vertraute, und sich in gewisser Weise an seiner Überlegenheit, vor allem den anderen gegenüber, berauschte. Andererseits hat Deutschland den meisten Gemeinschaftssinn: Im Rahmen eines Vereintes Europas kann es dieser Neigung voll gerecht werden.". Als Jean Monnet wurde 1946 als Hoher Kommissar zum französischen Entwicklungsplan ernannt wurde, gab es Protesten aus Deutschland, weil Frankreich den Saarland annektiert hatte und das Ruhrgebiet besetzt war im Namen der Demilitariesung des kohlenreichen Gebietes. Der Zweite Weltkrieg war nicht lange vorbei, und auf beiden Seiten des Rheins herrschten tiefe Gefühle der Abneigung. Robert Schuman der französische Außenminister sah ein, dass diese Situation zu einem Konflikte ausarten konnte (eine derartige Situation geschah im Jahre 1936), somit unternahm er Schritte zur deutsch-französischen Versöhnung. Als eine der Besatzungmachten lehnte die USA jegliche Eingliederung von deutschen Gebieten in Frankreich. Der Monnet-Vertrag schlug vor die Rohstoffe des Ruhrgebietes under internationaler Verwaltung (international Authority for the Ruhr) zu stellen.

In seinem Artikel 'Es ist bald zu spät' (der Spiegel), blickte der Publizist Rudolf Augstein auf diese Zeit zurück: "Wenn wir zu fein waren mit den Sowjets und ihren Trabanten über die deutsche Einheit zu sprechen, so werden die Franzosen bestimmt nicht zu fein sein, mit den Sowjets über die Verhinderung der deutschen Einheit zu sprechen. So etwas nennt man 'Aufrechterhaltung des Status Quo.".

Doch Augstein räumte ein, dass obwohl die deutsche Einigung nicht auf der Prioritätsliste Frankreichs war, dass "Stärke hier zu lande kann in Europa nur aufgebaut werden, wenn Frankreich und Deutschland freiwillig und vertrauensvoll arbeiten.". Und genau das war die Ansicht des deutschen Bundeskanzlers Konrad Adenauer. Er sah in die westeuropäische Integration den Weg zur vollen Souveränität der Bundesrepublik Deutschlands. Diese erfolgte im Jahre 1949, doch es wurde einen schweren Preis bezahlt: die Chance einer Einigung zwischen der Bundesrepublik Deutschland und die Sowjetische Besatzungszone was vergangen. Augstein vertrat die Position, dass die deutsche Einigung Vorrang vor der westeuropäischen Integration hatte, und dass die BRD hatte neutral bleiben müssen um eine Chance zu haben. Adenauer beschloss dass die westeuropäische Integration wichtiger war, insbesondere weil es auch Stimmen gaben welche die Gebiete jenseits der Oder-Neisse Linie forderten (Ostpreußen und Danzig).

Frankreich erklärte bereit den Statut des Saarlandes zu ändern. Im Jahre 1949 wurde der Ruhrvertrag unterschrieben.
Unterdessen, arbeite Jean Monnet einen Plan aus, dessen Hauptidee war, einen europäischen Pool für Kohle und Stahl zu gründen. "Der Stahl, der zur gemeinsamen Verfügung gestellte wurde, konnte dann nicht mehr benutzt um sich gegenseitig zu schlachten." so lautet ein Zitat von Monnet. Es war eine originelle Idee, den Stahl einer internationalen Hohen Behörde zu unterwerfen, und sie ist tief von der Philosophie Monnets geprägt. Er war gegenüber jeglicher Form des Patriotismus gleichgültig.
Er bezeichnete Robert Schuman, Konrad Adenauer und den Italiener Alcide de Gasperi als Grenzler - alle drei sind in der Nahe der Grenzen ihrer jeweiligen Staaten geboren. Hier wieder zeigt sich eine Spaltung der Westeuropäischen Idee. die Integration der Staaten wie von Monnet bevorzugt, oder die enge Zusammenarbeit von friedliebenden Staaten.

Robert Schuman: "Die politische Grenzen waren das Ergebnis einer ehrwürdigen, historischen und ethnischen Entwicklung, eines langen Strebens nach nationaler Einheit, sie abzuschaffen, käme gewiss niemand in dem Sinn. Früher wurden sie durch gewaltsame Eroberungen oder einträgliche Heiraten verschoben. Heute, genügt es sie entwerten. Unsere europäische Grenzen sollten den Austausch von Gedanken, Personen und Gütern immer weniger beschränken. Über die veralteten Nationalisten, soll in Zukunft das Gefühl der Solidarität der Nation stehen. Verdienst der Nationalismen soll in Zukunft das Gefühl der Solidarität der Nationen stehen. Verdienst der Nationalismen war es, den Staaten eine Tradition und eine solide innere Struktur zu geben. Auf diesen alten Unterbau muss ein neues Stockwerk errichtet werden. Das Überstaatliche wird auf nationaler Grundlage beruhen. Somit wird die ruhmreiche Vergangenheit nicht verleugnet, die nationalen Energien werden sich aber durch ihre gemeinsame Verwendung im Dienst der überstaatlichen Gemeinschaft neu entfalten (...) Unser Ziel ist es nicht, die Staaten zu verschmelzen, einen Uberstaat zu schaffen. Unsere europäische Staaten sind eine historische Wirklichkeit, sie verschwinden zu lassen, wäre psychologisch unmöglich." (Für Europa). Der Schuman-Plan zur Montanunion ist eine Mischung von Jean Monnets Idee einer europäischen Kooperative für Kohle und Stahl, jedoch die Erhaltung der kulturellen Grenzen. Daher war es für Schuman wichtig die Saarlandkrise zu losen. Der Schuman-Plan zur Montanunion wurde dem Europarat vorgelegt. Die Alpenländer und die Skandinavischen Länder, lehnten aufgrund Ideen zur Neutralitatserhaltung ab. Auch das Vereinigte Königreich unterschrieb den Plan nicht - in seinem Buch 'The Challenge of Europe, can Britain win' erklärt Michael Heseltine warum: 'Unser atlantisches Bündnis, unsere weltweite Beziehungen und die noch frische Erinnerung, dass wir, für einen kurzen doch unvergesslichen Augenblick, alleine inmitten eines NS-dominierten Europas standen, all dies hat dazu beigetragen, dass wir uns ein Weltbild ausarbeiteten, welches gar nicht für ein Wagnis passte, dass auf das Prinzip beruhte, die nationale Souveränität allein nicht mehr ausreichen wurde um die Nachkriegswelt zu gestalten.". Somit hatte Aussenminister Ernest Bevin kein Glück die Meinung des Kabinetts zu ändern. Auch die Konservative Opposition zeigte kaum Begeisterung. Heseltine zitiert Rab Butler, der an dem Erfolg des Schuman-Plans sehr zweifelte: 'Wir dachten es wurde nicht funktionieren. Da haben wir uns geirrt.". Die Clement Atlee Regierung dachte, dass ohne das Vereinigte Königreich, der Schuman-Plan scheitern wurde. Der britische Finanzminister Richard Stafford Cripps fragte Monnet of Frankreich und Deutschland tatsächlich ohne das Vereinigte Königreich gehen wurde. Monnet antwortete: 'Sie wissen was ich über Großbritannien denke, Europa braucht Großbritannien. Jedoch weiß ich auch, dass solange ein vereintes Europa dort eine Hypothese bleibt, Ihr Land dem Projekt nicht zusagen wird. Wird dies einmal Wirklichkeit, dann werden Sie dazukommen, und wir werden Sie willkommen heißen.".

Belgien, die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande unterschrieben den EGKS-Vertrag (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Der Vertrag trat im Jahre 1952 in Kraft und lief im Jahre 2002 nach fünfzig Jahren ab. Von nun an brauchte man für Kohle und Stahl keinen Zoll zu bezahlen und die Rohstoffe wurden von der Hohen Behörde verwaltet, das war das Ende für die International Authority for the Ruhr.

Mit der Montanunion einigten sich einige Staaten Europas aber die Idee einer Vergemeinschaftung von Rohstoffen verursachte eine politische - wenn auch friedliche - Zerspaltung Westeuropas.

Im Jahre 1956, wurde das Saarland durch Referendum in die Bundesrepublik Deutschland zurückeingegliedert.Im Jahre 1990 endete die DDR, und wurde Deutschland wieder vereinigt.
The European Coal and Steel Community (ECSC)

While the OECD (Organization for European Cooperation and Development) was founded to distribute the monies from the Marshall-Plan (European Recovery Programm ERPL) in Western Europe, the European Community for Coal and Steel was more reductive. We aim to deal here with the reasons of the split.

The real idea behind the ECSC was, according to historian Jean-Baptiste Duroselle, to stabilize the peace in Western Europe through the integration of Germany in a political and economic community: ' Germany was always dangerous when it isolated itself and trusted its own substantial forces and qualities to such an extent that it was intoxicated by ideas of superiority. On the other hand, Germany has the most sense of community: Within the scope of a European cooperation, it can fully do justice to this inclination. ' .
When Jean Monnet was appointed in 1946 as a high commissioner the French developing plan in 1946, there were protests from Germany because France had annexed Saarland and the coal-rich Ruhr area was occupied in the name of demilitarisation. The Second World War had not been over for long, and on both sides of the Rhine there were deep feelings of hatred. Robert Schuman the French Foreign Secretary saw that this situation could degenerate into a conflict (such a situation happened in 1936), therefore he took steps to facilitate the German French reconciliation. As one of the Allied Forces, the USA did not accept any integration of German territories into France. The Monnet-Treaty placed the coal and steel resources under international management called: international Authority for the Ruhr (IAR).

In his article ' 'Es ist bald zu spät' ' (Der Spiegel) , the journalist Rudolf Augstein looked back at this time: ' If we were too polite with the Soviets and her satellites to talk about the German reunification, the French will not be too polite at all to speak with the Soviets about the prevention of the German unity. One calls such a thing ' maintenance of the status Quo. '.

However, Augstein conceded that although the German reunification was not on France's priority list of France that ' strength heres can be built up in Europe only if France and Germany work voluntarily and with confidence. ' . And this was exactly the view of German Chancellor Konrad Adenauer. He saw the way to full German sovereignty in the west-European integration. Sovereignty occurred in 1949, however, a heavy price was paid: the chance of a re-unification between the Federal Republic of Germany and the Soviet occupied zone was gone. Augstein represented the position that the German reunification had precedence over the west-European integration, and that the FRG would have need to remain neutral in order to get a chance for that. Adenauer decided that the west-European integration was more important, in particular because there were voices demanding him to go one step further and lay claim over the territories beyond the Oder-Neisse line - now part of Poland). The issue of the German reunification would only be solved when then Cold War ended.

France was ready to change the status of the Saarland to change. In 1949 the Ruhr-treaty was signed.

The region of the Ruhr

The region of the Saarland

The Oder-Neisse Border with Poland

East Germany/DDR/formerly: Soviet Occupied Zone




Meanwhile, Jean Monnet worked out a plan where main idea was to create a European pool for coal and steel. ' Then the steel made available to us all could no longer be used to kill each other. ' wrote Monnet. It was an original idea to place common steel and coal resources under an international high authority, and this shows an aspect of Monnet's philosophy. Any form of patriotism did not interest him.
He called Robert Schuman , Konrad Adenauer and the Italian Alcide de Gasperi 'Border-dwellers (Grenzler)- all three were born close to their respective states. Here again, we see a split of the west-European idea: the integration of the states favoured by Monnet, versus the close collaboration of peaceful states

Robert Schuman: ' The political borders were to the result of a venerable, historical and ethnic development, a long-term striving for national unity, they, no-one aims to abolish them. Earlier they were determined by conquests or profitable marriages. Nowadays, it is enough to open the borders. Our European borders should limit the exchange of thoughts, persons and goods less and less. The feeling of solidarity of nations should replace old fashioned ideas of nationalism. In future, nationalism should give way to solidarity of the nations. Nationalism forged a tradition and a respected internal structure for the states. On these old foundations a new floor must be established. The supra-national structures will be based on the national ones. Therefore the glorious past is not denied and the national energy will go on developing into the common service of the supra-national community (...) our purpose is not to melt the states nor create a super-state. Our European states are a historical reality to allow them to disappear, would be psychologically impossible. ' (For Europe). The Schuman plan to the EECS is a mixture of Jean Monnet's idea of a European cooperative for coal and steel, however, the emphasis is on the preservation of national borders. Hence, it was for important for Schuman to solve the Saarland.

The Schuman plan was presented to the Council of Europe. The Alpine and the Scandinavian countries declined on account of preserving their neutrality. The United Kingdom did not sign the plan either - in his book ' The Challenge of Europe, can Britain win? ' - Michael Heseltine explains the reason why: ' Our Atlantic alliance, our worldwide relationships and the still fresh recollection that we, for a short nevertheless unforgettable moment, we stood alone in the midst of NS dominated Europe all this has contributed to the fact that we had a world view that did not fit at all for a venture that been based on the principle that national sovereignty was no longer sufficient in the post-war world. ' . Ernest Bevin, the British foreign scretary had no luck convincing the cabinet. The Conservative opposition was not too keen either. Heseltine quotes Rab Butler who very much doubted the success of the Schuman plan: ' We thought it would not work. We were mistaken. '. The Clement Atlee government thought that without United Kingdom, the Schuman plan would fail. The British Finance secretary Richard Stafford Cripps asked Monnet whether France and Germany would really go on without the United Kingdom. Monnet answered: ' You know what I think about Great Britain thinks, Europe needs Great Britain. However, I also know that as long as a united Europe remains a hypothesis there, your country will not acept the project. Once this becomes a reality, you will come, and we shall welcome you. '.

Belgium, the Federal Republic of Germany, France, Italy, Luxembourg and the Netherlands signed the ECSC treaty (European Coal and Steel Community) . The treaty came in force in 1952 and expired in 2002 after fifty years. From now on, there was no duty to pay on coal and steel from these countries and the raw materials were administered by a High Authority, this meant the end for the International Authority for the Ruhr (IAR) .

With the ECSC some European states agreed the idea of a cooperative of some resources, this caused a political - although peaceful - split within Western Europe.

In 1956, after a referendum by the local population, the Saarland was returned to the Federal Republic of Germany. The was the last border change in Western Europe until 1990. In 1990, Germany was reunificated.
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