Implantate

zurück:

 

Definition Dentale Implantologie

 

Verankerung alloplastischer Materialien (Implantate) in den Bereich des Kiefers zur Schaffung von Halte- und Stützelementen für den Ersatz verlorengegangener Kaueinheiten.

 

 

Kontraindikationen

 

- absolute Kontraindikationen (allgemeinmedizinische ~):

     - Allgemeinerkrankungen

     - Ernähungszustand, Alter, Medikamente

     - Stoffwechselerkrankungen, hämatologische Erkrankungen

     - HKS-Erkrankungen

     - Knochenstoffwechselstörungen

     - Kollagenosen

     - Implantat als potentieller Fokus

-

 

- psychisch bedingte Kontraindikationen:

     - mangelnde Compliance

     - Alkohol-/Drogenabusus

     - Neurosen/Psychosen

     - Problempatienten

 

 

- Indikationsklasse

     - a) Freiendsituation:

          - Implantatzahl von der jeweiligen Situation abhängig

 

     - b) Schaltlücke:

          - 1..2 Implantate, je nach Größe der Lücke

 

     - c) stark reduziertes Restgebiß:

)

 

 

- Implantate im Frontzahngebiet

 

     - Ästhetik > Funktion!

     - Lückengröße und Wurzelabstand beachten

     - Indikationen:

          - lückige Front

          - (unversehrte Nachbarzähne, sonst Brücke)

 

     - Differenzialtherapie:

          - KFO-Lückenschluß:

              - Vorteile:

                   - kein OP-Risiko

                   - endgültiges Behandlungsergebnis

                   - keine Verblockung der Nachbarzähne

              - Nachteile:

                   - ästhetische Beeinträchtigung

                   - Behandlungsdauer

                   - funktionelle Probleme

 

          - Adhäsivbrücke:

              - Vorteile:

                   - kein OP-Risiko

                   - kurze Therapiedauer

                   - gute Ästhetik möglich

              - Nachteile:

                   - Verblockung der Nachbarzähne

                   - begrenzte Indikation (Zahnlänge, Okklusion)

                   - Erfolgssicherheit! (insb. Langzeiterfolg)

 

     - Vorgehen (Einzelzahnimplantat):

          - vertikale Implantatausrichtung:

              - 3..4 mm unterhalb der SZ-Grenze der Nachbarzähne (ggf. Knochen wegfräsen!)

          - sagittale Implantatausrichtung:

              - möglichst prothetische Achse = chirurgische Achse (in der Front meist nicht möglich)

          - Bone-mapping (Schleimhautdicke mittels Kanüle auf Sägemodell übertragen)

          - Wax-up (Miniplastschiene/Streuschiene)

          - Zahnfleischmaske (Labor)

 

     - Ästhetik der Frontzahnlücke:

          - problematisch:

              - mehrere fehlende Zähne

              - starke vertikale Atrophie

              - ausgeprägte saggitale Stufe

              - hohe Lachlinie

              - zarte Mukosa

          - unproblematisch:

              - Einzelzahnverlust

              - Alveolarfortsatzhöhe erhalten

              - Jugae alveolares erhalten     

              - lange Oberlippe

              - dicke Mukosa

             

- Implantate im parodontal geschädigten Gebiß

 

     - Voraussetzung: erfolgreiche PA-Therapie!

     - bei fortgeschrittenem Knochenabbau mit Lockerung:

          - erweiterbare herausnehmbare Konstruktion!

 

 

Gestaltungsprinzipien für implantatgetragenen Zahnersatz

 

- Implantatachse = Kraftvektor der okklusalen Belastung

- möglichst geringe Brückenspanne

- Implantatlänge >> Kronenlänge

- schmale Okklusalflächen, evtl. auf A-Kontakte verzichten

- flache Höckergestaltung (keine Kontakte in dynamischer Okklusion)

- hygienefreundlich

 

         

Planung

 

- indikationsbezogen (Aufwand steigt, wenn Komplexität steigt)

- einfache Planung:

     - Miniplastschiene

     - Metallkugeln zur Abschätzung des Knochenangebots

     - OPG

     - Bohrschablone aus der selben Miniplastschiene herstellen

- PA-Status!

- evtl. CT (Symplant)

 

- Ante-Gesetz:

     = Implantatzahl

     - Knochenqualität/Knochenquantität

     - Implantatlänge

     - Kronenlänge

     - Gegenbezahnung

     - okklusale Belastung (z.B. Parafunktionen)