Fluoride

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Fluoride wirken vorwiegend lokal. Sie werden zu einem geringen Anteil als Fluorapatit in die

äußersten Schmelzschichten eingebaut, hauptsächlich aber an der Schmelzoberfläche als

Kalziumfluorid präzipitiert. Damit entsteht ein relativ säureresistenter Überzug, der Calzuim- und

Phosphationen einfängt und bei seiner langsamen Auswaschung Plaqueenzyme hemmt. In Poren und

Defekten des Schmelzes bleibt das Kalziumfluorid länger erhalten. In der Remineralisation bewirkt

anwesendes Fluorid die Bildung größerer Hydroxylapatit-Kristalle, welche säureresistenter sind.

 

Systemische Fluoridierung: Fluoridangereichertes Trinkwasser, Gabe von F-Tabletten und Fluoridierung in der Schwangerschaft sind weitgehend verlassen worden. Ihre Befürwortung beruhte auf der falschen Annahme, dass enteral / diaplazentar aufgenommenes Flourid verstärkt als Fluorapatit in den Zahnschmelz eingebaut werden könnte. Dies ist a. nur zu 4% im menschlichen Zahnschmelz möglich, b. ist Fluorapatit genauso kariogen abbaubar wie Hydroxylapatit, wie an Haischmelz (100% Fluorapatit!) nachgewiesen werden konnte,

der mittels Brücken in menschliche Münder eingebaut wurde. In Österreich wird als einzige systemische Fluoridierungsmaßnahme die Fluoridierung von Speisesalz durchgeführt.

 

Lokale Fluoridierung:

Für die direkte Aufbringung von Fluorid auf den Zahnschmelz gibt es heutzutage folgende Wege:

 

-Zahnpaste: Eine Vielzahl an Zahnpasten enthält heutzutage Fluorid (zumeist NaF). Der

europaweite Kariesrückgang bei Kindern seit 1990 (-50%) wird der seit damals zunehmenden Fluoridierung von Zahnpasten zugeschrieben.

-Fluorid-Spülung: es sollte täglich mit 0,05% oder 1x pro Woche mit 0,2% F-Lösung gespült

werden

-Fluorid-Gel: kann alternativ ebenfalls 1x / Woche anstelle der Zahnpaste verwendet werden

-Fluorid-Lack: wird vom Zahnarzt an besonders gefährdeten Stellen aufgetragen

-Grundwasser: Eine topische, kariesprotektive Wirkung ist ab 1 ppm (= 1 mg/l) Fluoridgehalt im Grundwasser zu erwarten (Kontakt des Schmelzes mit Fluorid beim Trinken, Spülen,

Zähneputzen). Der Fluoridgehalt im Grundwasser ist nicht nur örtlich verschieden (0,1 - 3 ppm), er schwankt beim selben Brunnen auch zeitlich. Bei einer übermäßigen Aufnahme von Fluorid kann es zur Fluorose kommen (s.o.).