Fissurenversieglung
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Fissurenversiegelung

 

Die Fissurenversiegelung muß integraler Teil eines Präventions- und Therapiekonzeptes sein, dessen Säulen die Kariesrisikodiagnostik, eine adäquate Fluoridprophylaxe und eine risikoabhängige Versorgung der Fissuren und Grübchen sind.

 

Neben der sorgfältigen Fallauswahl, muß eine gründlichste Reinigung der Fissuren möglichst mit einem Pulverstrahlgerät vorgenommen werden. Die optimale Trockenlegung muß als Conditio sine qua non möglich sein. Der Behandler sollte mit dem Versieglermaterialeigenschaften vertraut sein, und ein systematisches Recalls sollte für den Patienten bestehen, da bei einem Teil der Versiegelung minimale Defekte auftreten können, die nachversiegelt werden müssen.

 

Indikation

Kariesgefährdete, aber nicht kariöse Fissur

 

Kontraindikationen

Kariesfreies (Milch-) Gebiß keine Trockenlegung möglich Okklusal- oder Approximalkaries

 

Vorgehen:

- Kofferdam anlegen

- Reinigen der Fissur mit Airflow oder notfalls mit Bürstchen, Paste und Sonde

- Absprühen, trocknen

- Kontrolle, daß weder Karies noch Plaquereste vorhanden sind

- Trockenlegung, 30 sec. anätzen, absprühen (20 sec.), trocknen

- Kontrolle, ob Fissuren kreidig weiß erscheinen

- Versiegeler aufpinseln und lichthärten

- Randkontrolle, Okklusionskontrolle

- Fluoridierung

 

Erweiterte Fissurenversiegelung:

Bei Verdacht auf eine kariöse Fissur wie z.B. einer weißlich-opaken oder gelblich-braunen Verfärbung des Schmelzes wird mit einem spitzen Finierdiamanten oder kleinem Rosenbohrer die Fissur leicht eröffnet und mit der Sonde kontrolliert. Bei Kariesfreiheit wird versiegelt, bei minimaler, punktförmiger Dentinkaries kann eine erweiterte Fissurenversiegelung vorgenommen werden oder bei profunder Karies eine Füllung gelegt werden.

 

Präventive Kunststofffüllung:

Bei punktförmiger Initialkaries wird die Fissur mit Finierdiamant leicht erweitert, die minimale Karies mit dem Rosenbohrer exkaviert, die Defektgröße kontrolliert und eine kleine Unterfüllung (Harvard) gelegt. Nach der Atzung wird Bonding auftragen, der Defekt mit Kunststoff verschlossen, lichtgehärtet und abschließend versiegelt. Rand- und Okklusionskontrolle