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Fachkräfteaustausch Bangladesch

Aktuell

 

"Jugendarbeit in Not?!" Fachkräfteaustausch mit Bangladesch

veröffentlicht um 21.11.2012 03:29 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 21.11.2012 03:43 ]


BANGLADESCH Fachkräfteaustausch





Die Kinder vom "Station Club"


Wieviel braucht man zum Überleben?

Wie gehen Kinder und Jugendliche mit extremen Lebensbedingungen um? 

Wie funktioniert interreligiöses Zusammenleben und -arbeiten? 

Sind die Klimaveränderungen in Bangladesch wirklich schon spürbar?

Von welcher Zukunft träumen junge Menschen in Bangladesch?


Mit solchen Fragen im Gepäck startete der erste Fachkräfteaustausch mit Jugend- und Sozialarbeiter_innen aus Sachsen und Mymensingh/Bangladesch. 

Vom 28.10. bis 10.11.2012 machten sich acht Sachsen auf den Weg ins tropische, überbevölkerte, laute Bangladesch um herauszufinden, wie Jugendarbeit unter ganz anderen Rahmenbedingungen funktionieren kann. 




Dazu trafen sie auf eine Gruppe von acht  bengalischen Jugend- und Sozialarbeitern, die alle bei den Taizébrüdern in der Fraternität Mymensingh angestellt sind. Innerhalb von zehn Tagen gelang ein tiefer Einblick in die Arbeits- und Lebenswelten durch intensives Kennenlernen, Projektbesuche, gemeinsame Workshops und Seminaren, z.B.  zu den Themen Exklusion-Inklusion,  Erlebnispädagogik, UN-Kinderrechte, Gruppenprozesse, Geschichten erzählen mit Schwungtuch, Kirchenraumpädagogik uvm. 
Besonders interessant für die deutsche Gruppe war der interreligöse Ansatz der pädagogischen Zusammenarbeit, auch in der Austauschgruppe waren Muslime, Hindus und Christen vertreten.

Im nächsten Jahr soll der Rückaustausch in Sachsen stattfinden, dann empfangen die deutschen Gruppenteilnehmer die bengalischen Austauschpartner_innen mit einem äquivalenten Programm zur Frage "Global denken-lokal lenken." Was können wir global voneinander lernen und lokal in unserer Arbeit anwenden?

Nähere Informationen über solveig.wuttke(at)evlks.de oder roland.badstuebner(at)gmx.de

Taizéfahrt der Evangelischen Jugend Sachsen- Gedanken von unserem Landesbischof

veröffentlicht um 09.10.2012 02:55 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 09.10.2012 02:59 ]

Einfachheit! Freude! Barmherzigkeit!

Vom 25.08. bis 02.09. verbrachten über 50 Jugendliche aus ganz Sachsen eine Woche in der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé. Als "special guest" begleitete uns unser Landesbischof Jochen Bohl für einige Tage. Hier berichtet er über die gemeinsame Zeit.
 

Auszug aus dem Pastoralbrief des Landesbischofs vom September 2012 :


" Nach langer Zeit war ich in den Sommerferien wieder einmal mit einer Jugendgruppe unterwegs, das war schön.
Das Landesjugendpfarramt hatte zu einer Reise nach Taizé eingeladen, und so habe ich zusammen mit etwa 50 Jugendlichen in der letzten Augustwoche das kleine burgundische Dorf besucht, von dem seit mehr als 60 Jahren eine solch erstaunliche geistliche Bewegung ausgeht.
 
Für mich (und ich denke auch für die Jugendlichen) war es eine gute Zeit; nach wie vor ist es faszinierend, dass und wie Jugendliche aus allen Ländern Europas für einige Tage zusammenleben, auf das Wort Gottes hören, miteinander beten und zur Stille finden. Taizé ist ein wunderbares Zeichen für die Grenzen überwindende und Menschen verändernde Kraft des Evangeliums.
 
Ich habe dem Prior der Communauté, Frère Alois, eine Fotografie übergeben, die seinen Vorgänger Frère Roger in der überfüllten Dresdner Kreuzkirche bei einem Abendgebet zeigt; übrigens hat sich Frère Alois auf dem Bild selbst entdeckt. Auf Einladung von Landesbischof Hempel waren die Brüder von Taizé 1980 und 1984 in Sachsen, und sicherlich waren es Besuche mit Tiefenwirkung. Als am 13. Februar 1982 nach einem Friedensgebet Tausende Jugendliche von der Kreuzkirche zur Ruine der Frauenkirche zogen, trugen sie Kerzen in den Händen; und vielleicht kann man sagen, dass so der geistliche Impuls von Taizé aus der Kirche hinaus in die Auseinandersetzungen der Zeit getragen wurde.
 
Es ist ein Kennzeichen der Brüderschaft, dass sich ihr spirituelles Leben immer konkretisiert in Aktionen, die der Versöhnung dienen. Im Augenblick ist die Gemeinschaft sehr beschäftigt mit der Vorbereitung des Treffens in Ruanda. Nach dem Völkermord ist das gepeinigte Land ja ganz darauf angewiesen, dass Wege der Versöhnung eröffnet und beschritten werden.
Frère Alois waren die Erinnerungen an die Tage in Sachsen sehr präsent, es waren die ersten Besuche in der damaligen DDR und er sprach mit Hochachtung und Dankbarkeit von den Begegnungen mit Johannes Hempel, Reinhold Fritz und vielen Brüdern und Schwestern aus der sächsischen Landeskirche.

Ein interessantes Gespräch hatte ich mit einer Gruppe von Freiwilligen, die für eine längere Zeit in Taizé mitarbeiten. Leider klagten eine ganze Reihe von ihnen, dass es ihnen nicht möglich sei, in ihren Ortskirchen eine geistliche Heimat zu finden – es gebe generell zu wenig junge Menschen in den Kirchen und es sei nach ihrer persönlichen Erfahrung zudem so, das die Gemeinden kein Interesse an ihnen hätten. „Die sind froh, wenn sie in ihrem Trott nicht gestört werden“, sagte ein junger Mann mit bitterem Unterton. Darum sei die Gemeinschaft in Taizé so wichtig, man könne den Glauben ja nicht für sich allein leben. Die Klage ist mir nahe gegangen, denn als Bischof wurde sie mir gewissermaßen stellvertretend vorgetragen und es ist ja ein Alarmzeichen, wenn Menschen nicht die geistliche Heimat finden, nach der sie suchen. Da war es mir ein Trost, als nach dem Rundgespräch Frère Timothée, der für die Gemeinschaft den Kontakt zu den Gruppen aus Deutschland hält, sagte, dass nach seinem Eindruck die Gruppen aus der sächsischen Landeskirche
 in guter Verbindung mit ihrer Landeskirche stünden. Er mache immer wieder die Erfahrung, dass Jugendliche aus dem Osten Deutschlands an dem Leben ihrer Ortsgemeinde und auch der Kirche intensiv beteiligt seien. Ich kann nur hoffen, dass es uns gelingt, diesen geistlichen Schatz zu bewahren. In Zeiten der Individualisierung ist das keine kleine Aufgabe (...) "
 
(Auszug aus dem Pastoralbrief des Landesbischofs der EVLKS am 13.September 2012)
 

Seminar Internationale Jugendarbeit

veröffentlicht um 08.10.2012 06:31 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 08.10.2012 06:37 ]

Wie geht internationale Jugendarbeit praktisch? Das diskutierten ca. 20 Multiplikatoren der Jugendarbeit auf der "Fachtagung Millenioumsziele und Co" im April 2012 in Leipzig. Die Dokumentation steht jetzt zum download bereit.
 
Einen Auszug gibt es hier:

"Caroline Richter arbeitet als Referentin für Interkulturelle Bildung im Evangelisch-Lutherischen Landesjugendpfarramt Sachsen. Sie organisiert dort vor allem Internationale Jugend- und Fachkräfteaustausche. Darüber hinaus unterstützt sie andere Gruppen bei der Durchführung, Finanzierung und Zielberatung für Austauschorganisationen und bietet hierzu Coachings an. Die Moderation übernahm Ann-Katrin Becker vom Projekt "Mission: Klima retten! powered by heaven" der Evangelischen Kirche von Westfalen.

Vieles in der Interkulturellen Bildung wird über Interaktion spielerisch angestoßen und so geht auch die Arbeitsgruppe "Internationaler Jugendaustausch/ Partnerschaftsarbeit" als allererstes nach draußen um gemeinsam ein paar Warm-Ups (WUPs) zu machen.

WUP 1: alle Teilnehmenden stellen sich im Kreis auf und der erste sagt seinen Namen und macht gleichzeitig eine Bewegung dazu, die Gruppe macht es einmal nach, dann macht die zweite eine Bewegung zu ihrem Namen, usw. Am Ende können alle die Bewegungen
nacheinander machen und dazu jeweils die Namen sagen, dann wird noch eine Runde gemacht nur mit Bewegungen ohne Sprechen.

WUP 2: alle Teilnehmenden stehen an einer Linie. Auf der Fläche vor ihnen sollen sie sich die Weltkarte vorstellen. Nun werden Fragen an die Gruppe gestellt: Wo kommt ihr her? Wo kommen eure Großeltern her? Aus welchem Land kommt dein Lieblingsessen? Wo kommt dein T-Shirt her? Alle Teilnehmenden platzieren sich so auf der imaginären Weltkarte, wie es zu den Fragen passt und sehr einfach wird so verdeutlicht, wie sehr jeder einzelne von uns mit anderen Kontinenten/Ländern verbunden ist.
Im Anschluss an die WUPs bleibt Caroline Richter noch bei verschiedenen Weltkarten-Modellen: Peters-Projektion, Australische Weltkarte, Amerikanische Weltkarte, worldmapper.org und so wird ganz deutlich, dass alle Weltkarten und alle Menschen verschiedene Perspektiven auf die Welt haben – auch das ist wichtig zu respektieren bei Internationalen Austauschprojekten (...)"
 ( von Anne-Kathrin Becker)

In eigener Sache: Referentin für Interkulturelle Bildung wird neue Jugendreferentin des Lutherischen Weltbundes

veröffentlicht um 25.07.2012 06:40 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 25.07.2012 06:41 ]

Interview by the LWF taken from the Website www.lwfyouth.org
 
 
Caroline, you will be the new Secretary for LWF Youth starting in November this year. What makes you excited about LWF Youth?

You are right, I am really excited and joyful about this. What makes me come to the LWF Youth is most of all: the community and the priorities.

I have known LWF youth for two years more closely when the LWF Pre-Assembly Youth Conference was hosted in Dresden. What a joyful, creative, courageous group of young people! Meeting for the first time, but being one in spirit and heart. I found a true global Christian community here.

The priorities of LWF youth for the coming years are very meaningful to me:

Sustainability- This is crucial for our future. Churches should have a clear position here. And it is also a question for every one’s own  life style. We have already tried to bring forward this topic  within the Evangelical Youth of Saxony.  And I was lucky to learn a lot at the RIO+20 conference (see our video blog  ), the LWF virtual conference  and in our national Christian committees for sustainability.

Gender justice - only with a sharp eye on true equality we can live and work together. That means for me to aim for full respect and giving dignity to each other and ourselves.

Visibility of the LWF- Here I am eager to learn more about the work of the LWF- and what it means to the Lutheran churches worldwide. I think it is very important to listen carefully to the grassroots communities and to link their ideas.

 

Tell us a little bit about yourself. How have you been involved in youth ministry and global work?

Being a teenager, I was a volunteer and youth leader in my home parish for many years. When it came to the point of choosing a path for the future I listened to God and to my heart and decided to become a professional youth worker.

After my studies of religious education and parish work I worked three years as coordinator for intercultural youth work in my church. This brought me into contact with different partner churches and NGOs. We organized international youth exchanges (have a look at www.intercultural-youthexchanges.com) and exchanges of youth workers. It is wonderful to work with international partners, to visit them with groups but also to host them.

I want to open doors for young people so they can look into the world and build bridges with others. The future generation is the key: they can make peace and a sustainable world possible, if they have true relations and compassion for others.

Young people do all have their special talents and passions, which can connect them. That is why we organized inspiring exchanges about arts, music or dance theatre (see one example here)

But we also invited many groups to join big church events in Dresden like Kirchentag or the Eva Peace Academy- here they could share their expertise and their faith with other youth groups.

 

What do you believe is the most important contribution young people can bring to the global church today?

Oh, many things!  I hope you can agree with me, that young people are not only the future, but also the present of our churches.

They share courage, energy, critics, compassion and dedication, knowledge, straightforward communication and networking skills.  Just to highlight some talents…

To approach my work, I often pose myself this question:  How can we connect the dynamic of the young with the wisdom of the older generations?

Let’s see how we can bring them into intergenerational listening and learning.

 

And now a  less official question: What do you enjoy doing on a Friday evening?

Friday evening should be spontaneous, but relaxing. I would be cooking with some friends, visiting the theatre or just reading a novel. Even more important for me is a free Saturday morning – than I enjoy a late breakfast with coffee and my favorite news paper on the balcony!

"...da wird auch dein Herz sein" Abflug nach Papua-Neuguinea

veröffentlicht um 25.07.2012 06:11 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 25.07.2012 06:13 ]

Jugendaustausch

Kurz vor der Reise zur Partnerkirche in Papua-Neuguinea (PNG) sind die
sieben Freiberger Jugendlichen vor allem eins: freudig aufgeregt. Nach über einem Jahr Vorbereitungszeit geht es nun endlich los. Ein Programm von 21 Tagen in dem Kirchenbezirk Lae erwartet die Reisegruppe. Mit dabei sind Besuche verschiedener Jugendgruppen vor Ort,Kennenlernen der reichen Musik- und Erzähltraditionen PNGs,  Übernachtung in Gastfamilien, Diskussionen um Ressourcengerechtigkeit anhand von Ausflügen zu Bergwerken, Goldminen und Fabriken. Was haben die Prduktionsbedingungen und der Raubbau an Natur mit uns in Sachsen zu tun? Dieser Frage wird die Gruppe mit ihrer PNG-Partnergruppe nachgehen.
Aber auch die verbindende Kraft der Musik wird wie schon im letzten Austausch aktiviert: mit einem eigens komponierten Gruppensong "..there will be your heart" kommen die Freiberger an, ein speziell  für sie organisiertes Jugendmusikfest "Christ in Culture" wird ihnen die Sangeslust der Jugendlichen in PNG zeigen.
 
Zwischen Hausschweinen, Regenwald, Paradiesvögeln und Kruzifixen werden sie viel erleben und zu berichten wissen!
 
Die aktuellen Berichte finden Sie während der Reise auf dem Blog der Evangelischen Jugend Freiberg:
 

Jugendpartnerschaft

Die Jugendpartnerschaft zwischen dem Kirchbezirk Lae und dem Kirchbezirk
Freiberg soll weiter intensiviert werden. Dazu gab es bereits im Mai 2012 einen Besuch des Superintendenten Rev.Baefecke in der Landeskirche Sachsen. In vielen Gesprächen, u.a. mit dem Landesbischof von Sachsen Jochen Bohl und dem Landesjugendpfarrer Tobias Bilz wurde gemeinsam überlegt was zu einer Jugendpartnerschaft auf Augenhöhe gehört. Ein offizielles Schreiben des Landesbischofs wird nun mit nach PNG genommen und verlesen. Gemeinsam wird im Anschluss mit den beiden Jugendgruppen überlegt, was die Inhalte und Ziel der Jugendpartnerschaft für beide Kirchen sein sollen.
 
Dabei werden die beiden Jugendgruppen geleitet von ihrem gemeinsamen Glauben und Hoffen auf Jesus Christus. 
Wir sind gemeinsam auf der Reise und wollen weiter Brücken bauen zwischen uns- obwohl uns 13.000km trennen.
 
 

Eine Enttäuschung? – Erste Reflektionen nach Rio+20

veröffentlicht um 16.07.2012 04:53 von Caroline Richter

War Banksy hier?
"Es ist das eingetreten, was wir schon seit Monaten prophezeit haben: In der öffentlichen Diskussion bezeichnen viele Rio+20 als eine nicht genutzte Chance, wenn nicht sogar als Fehlschlag. Die größten globalen Herausforderungen werden – wenn überhaupt nur halbherzig angegangen, etwa der Klimawandel, der Verlust der biologischen Vielfalt und die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich. Böse Zungen sprechen von „Rio minus 20“.
Zunächst müssen wir festhalten, dass die Rio-Konferenz von 1992 an vielen Stellen historisch verklärt wird. Auch damals haben sich viele mehr erwartet – die viel beschworene Verbindung von Umwelt- und Entwicklungspolitik war weder einfach noch wirklich erfolgreich. Den Ausspruch „wir wollen doch Umwelt und Entwicklung gemeinsam denken“ hört man im Kontext von Rio+20 wieder häufig – das beste Zeichen, dass das bis heute nicht gelungen ist. Eine Waldschutzkonvention existiert bis heute nicht und die tiefen Gräben zwischen „den Industrieländern“ und „den Entwicklungsländern“ bestehen bis heute. Viele Interessenskonflikte im Bereich Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Entwicklung sind im Kern gleich geblieben, aber wesentlich komplexer geworden."     von Felix Beck
 

Rio+20: Meine persönliche Großwetterlage

veröffentlicht um 16.07.2012 04:28 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 16.07.2012 04:47 ]

Und so war mein Eindruck kurz dem Ende der Konferenz RIO+20, am 21.Juni 2012:

" Das Scheitern wurde uns angekündigt. Trotzdem bin ich entsetzt, wütend. Mein - vielleicht naiver - Glaube an die politischen Führungen ist erschüttert. Worum geht es hier eigentlich? Über hundert Staats- und Regierungsvertreter haben in den letzten drei Tagen gebetsmühlenartig wiederholt: „Wir finden Nachhaltigkeit wichtig. Die Ressourcen der Erde sind begrenzt. Wir wollen die zukünftigen Generationen schützen. Wir wollen unsere Aktionen verstärken. Nachhaltigkeit ist überlebenswichtig.“ Blablabla. Und wieder nichts. Alle wissen, keiner traut sich. Denn das lasche Papier stellt niemand in Frage, hier wird keine Diskussion mehr „aufgemacht“.

Wollen nochmal alle die Augen zudrücken, inklusive aller Hühneraugen?
Die wissenschaftlichen Analysen sind bekannt und werden zitiert, doch keiner prescht vor und reißt die anderen mit. Keiner wird wütend.

Die Jugend aber ist wütend, die Frauen sind wütend, die Nichtregierungsorganisationen sind wütend. Sie fühlen sich abgebügelt, genauso wie ich, wenn ich den Politikern auf den Zahn fühle. „Was ist jetzt die Aufgabe der jungen Generation?- „Redet mit uns, lasst uns mehr kommunizieren, ...“ Erschallt es von den Befragten.
Ich denke mittlerweile etwas ganz anderes. Diese junge Generation wird sich nicht mehr lange still und dumm halten lassen. Hierin Rio de Janeiro sind hunderte Jugendvertreter aller Länder zusammengekommen, die zwei Jahre lang am Abschlusspapier mitgearbeitet, diskutiert und sich Nächte auf mächtigen Fluren dieser Welt um die Ohren geschlagen haben. Sie wurden letztendlich nicht ernst genommen.
Deswegen stellt sich mir nicht mehr die Frage nach dem WANN? sondern nach dem WER?

Die Jugendlichen hier versprechen: Wenn nicht ihr, dann wir! "
 
sagt eure Caroline
 
mehr Infos und alle Videos unter www.greenhand-day.de und www.rioplus20blog.de
 

Peacemakers 2012

veröffentlicht um 12.06.2012 02:23 von Caroline Richter   [ aktualisiert: 09.10.2012 10:35 ]

Der erste Teil des deutsch-israelischen Jugendaustausches “Peacemakers” 2012


"Am 30. Mai gingen für uns zehn Tage voll Lachen, Diskussionen und Musik zuende. Am Anfang hatten wir alle sehr viele Fragen, Fragen nach dem Alltag in zwei sehr verschiedenen Ländern. Nach und nach lernten wir uns dann immer besser kennen und diskutierten in unseren Morning Workshops sogar schwierige Fragen wie “was steht noch zwischen uns und einem Leben in Frieden?”. Keine einfache Frage. Einige meinten es wäre Religion, andere sagetn es sei fehlender Respekt und Toleranz für andere Auffassungen. Aber in einem Punkt waren uns einig: Frieden ist kein Ziel, das erreicht werden kann. Frieden ist ein Prozess, der immer neue Anstrengungen verlangt. Und wir sind bereit, diese Anstrengungen für unsere Welt täglich neu zu unternehmen.

Ein erster Schritt in diese Richtung war, andere Sichtweisen kennen zu lernen. Während der zehn Tage erlebten wir einen sehr fruchtbaren und farbenfrohen Austausch mit verschiedenen Höhepunkten: eine Wandertour in der Sächsischen Schweiz, ein deutsch-israelisches Funk-Freundschaftskonzert in Leipzig, ein Workshop im Rahmen der EVA Peace Academie, den wir für andere Teilnehmer vorbereitet hatten, und ein lockerer Programmausklang in Berlin. Außerdem besuchten wir in Dresden das Militärhistorische Museum (siehe http://intercultural-youthexchanges.com/?p=390). Frieden und Konflikte wurden für uns in Form des Ninja-Spiels und eines Fliegenden Teppichs direkt erlebbar.

An unserem letzten Abend besprachen wir kurz den zweiten Teil unseres Jugendaustausches. Einig waren wir uns alle – klar wollen wir wieder teilnehmen. Unsere kleine Gruppe ist uns sehr ans Herz gewachsen. Wir freuen uns schon darauf, uns in Israel wieder zu sehen und vielleicht auch neue Antworten auf die alten Fragen zu finden. Für die deutschen Teilnehmer ist eine Unterkunft in Gastfamilien geplant, wir werden dann alle zusammen zehn weitere Tage verbringen. Natürlich dürfen Ausflüge nach Jerusalem und Tel Aviv dabei nicht zu kurz kommen.

Ich freue mich schon sehr, euch alle im Februar 2013 in Israel zu sehen! "       (von  Lisa W. ehrenamtliche Leitung des Projektes)

EVA Peace Academy startet international durch

veröffentlicht um 15.05.2012 02:16 von Caroline Richter

Meldung aus dem EVA-Projektbüro:
 
"EVA2012 wird wahrlich international!

Im Projektbüro wird derzeit fleißig in 20 Länder gemailt, telefoniert, gefaxt.

Trefft zu Pfingsten FRIEDENSTREIBER aus Australien, den USA, Indien, Russland, Armenien, Tansania, Uganda, Nicaragua, Israel, Papua Neu Guinea, Kirgisien, Polen, Tschechien, Norwegen, Lettland, Belgien, Kroatien, Kamerun, England und … natürlich auch Deutschland!"

Die Evangelische Jugend Sachsen ist international dabei mit dem deutsch-israelischen Jugendaustausch "Peacemakers" und seinem Workshop "Jugend 2012: Mit und ohne Krieg". Auch unsere Freunde der evangelisch-lutherischen Jugend in Lettland kommen mit 15 Personen aus Riga. Und dann gibt es noch die Gruppe der katholischen Jugend aus Tanzania...und und und...
 
Kommt vorbei und trefft uns! Oder seid beim Internationalen Abend "Meet and Greet" dabei.
 

"Respektvoll, aber wehrhaft sein!“

veröffentlicht um 15.05.2012 02:06 von Caroline Richter

Virtuelle Konferenz des Lutherischen Weltbundes
Was haben  Ökologie und Gerechtigkeit miteinander zu tun?
 

Wo Menschen zu Klimaflüchtlingen (gemacht) werden, Trinkwasser fehlt, der Süden unter dem ausschweifenden Lebensstil vom Norden erleidet…  Sie sind untrennbar verbunden!

 

Die virtuelle Konferenz „ green&just“ des Lutherischen Weltbundes nahm sich dies zum Thema.

Online habe ich an diesem Samstag mit hunderten Menschen weltweit diskutiert. In den Videobotschaften, Chatrooms und live-Workshops (Webinars) wurden die Themen auf vielfältige Weisen ausgelegt.

 

In den Hauptvorträgen hieß es  z.B. vom Generalsekretär Rev. Martin Junge: „ Es gibt keinen Shortcut  (Abkürzung) zu einem klimagerechten Leben!“ Es sind manchmal lange, auch umständliche Wege die jeder gehen muss um seinen Lebensstil so zu gestalten, dass wir diese Welt noch lange bewohnen können. Viele kleine Menschen, an vielen kleinen Orten also. Aber auch: jeder hat die Entscheidung, zu beginnen und sich einzusetzen. Und: Wie kann man aber mit Niederlagen umgehen?

 

Der Chef von Greenpeace International, Dr. Zumi Naidoo aus Südafrika, meinte zu uns, dass es hoffnungsvoll ist, wenn Kirche im globalen Konzert ganz klare Positionen vertritt. Religiöse Gemeinschaften müssen hier eintreten und sich mit ihren starken Werten einsetzen als Gemeinschaft. „We have to disagree respectfully“.

 

Auch der Jugenddelegierte der deutschen Regierung, Felix Beck, ermahnte in seinem Webinar die kirchlichen Aufgaben. Wir müssten:„Global denken und lokal handeln“. Dazu gehöre, internationale Prozesse kritisch zu beobachten, Bewusstsein zu schaffen, Bildung zu den Themen Umwelt und Entwicklung zu ermöglichen.

In einer Live-Umfrage unter den Teilnehmern seines Webinars gab es dazu ein ganz klares Ergebnis: 85% meinten, dass wir uns als Kirche vor allem für ein starkes Ergebnis in Rio einsetzen müssen.

 

Denn momentan besteht das Problem  der Rio+20 Verhandlungen darin, dass es noch kein Abschlusspapier gibt - es müssen zusätzliche Vorkonferenzen stattfinden- und aus Europa kaum Regierungschefs anreisen werden - Merkel hat ihre Teilnahme bereits abgesagt und auch der britische Premier Cameron kommt nicht nach Rio.

 

Ist es unserer Regierung also „nicht so wichtig“, was mit „unserer Zukunft“ passiert? Oder haben sie Angst, mit einer Niederlage, also einem Scheitern der Verhandlungen, in Verbindung gebracht zu werden?

 

Zum Abschluss wurde in der Bibelarbeit einer indischen Theologin Mahatma Ghandi zitiert:

„Die Erde hat genug Ressourcen für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.“

 

Fangen wir bei uns an!

 

meint

eure Caroline

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