Was ist das?

Der Begriff Art Journaling setzt sich zusammen aus Art/Kunst und Journaling/Tagebuch. Ein kunstvolles Tagebuch also. Soviel zur Definition.
Tatsächlich ist ein Art Journal aber viel mehr...

Beim Journaling verbinden sich die verschiedensten Ausdrucksformen: Malen, Kritzeln, Zeichnen, Fotografieren,  Collagen, Schrift - und was einem sonst noch so einfällt zu einem Ganzen.

Mit diesen Techniken wird ein Tagebuch gestaltet, in dem Erlebnisse, Gedanken, Ideen, Pläne, Gefühle, To-Do-Listen  - oder was auch immer einem wichtig ist - festgehalten werden.

Beim Journaling geht es darum, kreativ tätig zu werden ohne den Anspruch, ein schönes Bild gestalten zu wollen. Hier geht es tatsächlich um den vielzitierten Satz Der Weg ist das Ziel. Die Bilder entstehen eigentlich eher nebenbei. Wenn sie schön sind dann ist es gut, und wenn sie nicht schön sind, ist es auch
gut.  Darüberhinaus ist es wunderbar entspannend.




Es sind keinerlei technische Voraussetzungen nötig. Man muss nicht malen oder zeichnen können, um ein Art Journal zu führen. Man fängt mit einem Klecks, einem Bild oder Zitat an und macht dann irgendwie weiter, man tut, was einem dazu einfällt. Und es spricht gar nichts dagegen, zu übermalen, was einem nicht gefällt, wenn man es wirklich nicht so stehenlassen mag.

Es gibt verschiedene Techniken, die leicht zu lernen sind,  Eigentlich muss man sie nur kennen, ausprobieren und damit experimentieren.  Bei jeder Seite lernt man etwas dazu. Ich probiere ständig neue Techniken aus, mal solche, die ich aus Büchern lerne und mal solche, die ich selbst entdecke.  Zum Beispiel, wenn ich zur Bearbeitung einer frischen Seite auf dem Tisch herumgucke,  eine leere Tintenpatrone finde und feststelle, dass man damit wunderbare Muster in die frische                                                                      Farbe drucken kann...




In einem Art Journal kann ich mich austoben mit meinen kreativen Ideen. Es gibt keine Regeln außer der, dass alles erlaubt und nichts verboten ist. Hier finde ich einen Spielplatz, denn das was ich dort tue,  hat nicht die Aufgabe, mich zu einem Ziel zu führen.  Ich bin selbst immer wieder überrascht, wohin mich eine Seite führt.  Ich  kann ganz unbefangen dort herumprobieren und damit meinen persönlichen kreativen Ausdruck entwickeln, fördern.  Hier überwinde  ich auch meinen inneren Schweinehund, wenn ich meine, dass mir gar nichts  einfällt. Sobald die ersten Kleckse Farbe auf der Seite sind, geht es weiter. Ein Schritt ergibt den nächsten und ich bin oft selbst sehr erstaunt, was am Ende dabei herauskommt.  Der Fisch im Tor ist eine Collage aus 2 Urlaubsfotos, die ich in ein Relieff umwandelte und danach bemalte.



In meinem Art Journal findet meine Kreativität, die oft so übersprudelt, einen Kanal, der die Energie bündelt. Früher  verfranste ich mich leicht mit meinen vielen Ideen.

Bei dieser Collage probierte ich Embossingpulver aus.  Und ich experimentiere noch immer mit unterschiedlichen Klebstoffen,  in der Hoffnung, einen zu finden, bei dem die Bilder bei der weiteren Bearbeitung keine Wellen oder Blasen bilden.



Auf dieser Seite verewigte ich einen Blumentrauß, den ich bekam.  Ich freute mich sehr über dieses Dankeschön und auch über die Schönheit des Straußes.  Hier wird er nicht verblühen.

Abgegsehen von Tagesseiten dieser Art, bearbeite ich auch neue Projekte in einem eigenen Projektjournal. Dort arbeite ich dann auf völlig unlineare Weise, ohne dass irgendwelche meiner Ideen verloren gehen. Ich schreibe, male, kritzele hinein, was mir einfallt, füge interessante Links, Telefonnummern und Sonstiges hinzu. Durch die Form des Journals landet das alles nicht auf irgendeinem Ablagehaufen oder verhungert in einem Schreibblock. Es bildet ein Ganzes, mit dem sich später wunderbar weiterarbeiten lässt.

Möglich sind auch Journale zu einzelnen Themen: Reisen, Garten, Fotos, Träume, Natur, Haustiere, Gedichte,  Zitate, Wünsche, Visionen...

Dass Bilder vom Gehirn auf eine ganz eigene Art verarbeitet werden, ist mittlerweile nichts Neues mehr - und dennoch bin ich immer wieder fasziniert davon, was diese Bilder in mir verändern und wie sich diese Veränderungen  im                                                       Außen  bemerkbar machen.

                                                    Aber ich glaube, das lässt sich nur nachvollziehen,
                                                    
wenn man es selbst ausprobiert.