Fichte-Flames Eishockey AG

Fichte-Gymnasium, Lindenstr. 52, 47798 Krefeld, Tel. 02151-8466-0, Fax 02151-8466-84 

Fichte Flames

1979-2009: 30 Jahre Eishockey am Fichte-Gymnasium

Schuleishockey – eine freiwillige Arbeitsgemeinschaft Schulsport wie viele andere ?

Nein, bestimmt nicht, und dafür gibt es eine Menge Gründe.
Grund Nr. 1 ist sicher der, den die Stadt Krefeld bei der Siegerehrung der Stadtmeister 2003 in der zweiten Drittelpause des denkwürdigen 4. DEL – Halbfinalspiels der Krefeld Pinguine gegen die Eisbären Berlin stolz über die altersschwache Lautsprecheranlage der Rheinlandhalle verkünden ließ: Krefeld ist die einzige Stadt in Deutschland, in der eine Schul- Stadtmeisterschaft im Eishockey ausgetragen wird, und zwar in 4 verschiedenen Wettkampfklassen.

Die Tatsache, dass die "Offiziellen" sich die einmalige (?) Gelegenheit entgehen ließen, diese Tatsache werbe- wirksam für Krefeld über den Bezahlsender Premiere dem deutschen Eishockeypublikum vor Augen zu führen und die Siegerehrung so stattfinden zu lassen, dass nicht nur die Zuschauer in der ausverkauften Halle, sondern auch die Fernsehzuschauer sie hätten sehen können – Wie wäre das wohl in Düsseldorf oder Köln aufgezogen worden ? -, zeigt eindeutig, dass von Seiten der städtischen Organisation und Präsentation die Leistungen unserer jugendlichen Spieler noch nicht genug gewürdigt werden, und genau das ist der Grund Nr. 2.

Grund Nr. 3 ist das Minimal-Angebot von Übungsstätten bzw. Übungszeiten, was dazu führte, dass die Schüler viele Jahre lang morgens von 06.30 Uhr bis 07.30 trainieren mussten (inkl. Umziehen etc.), was einige Schulen auch heute noch müssen. Momentan läuft wieder eine Anfrage von Arndt-, Fichte- und Moltke-Gymnasium an die Stadt, die Trainingszeit von 13.30 – 14.15 etwas zu verändern, damit wenigstens 45 Minuten Eiszeit herauspringen.
Der hohe organisatorische Aufwand (Anfahrt ohne Bereitstellung von Schulbussen, Transport von Ausrüstung, Zugang zur Torwartausrüstung und zu den Helmen in der Eishalle, Schlüssel zu Umkleidekabinen, Lagerung von Ausrüstung in der Schule) sowie überhaupt die Ausstattung der Schüler mit Ausrüstungsgegenständen (Kosten) und der Zeitbedarf fürs Umziehen ist mit keiner anderen Sportart vergleichbar und Grund Nr. 4.

Grund Nr. 5 liegt darin, dass in keiner anderen Sportart der Leistungsunterschied zwischen den Schülern, die aus Spaß an der Sache anfangen, Eishockey zu spielen, und denjenigen, die einem Verein angehören oder angehörten, derartig groß und langandauernd ist wie im Eishockey. Deswegen werden die Stadtmeisterschaften heute auch in 4 Klassen ausgetragen (bis 1986 gab es nur die Unterscheidung S I / S II): A I ohne Einschränkung für alle Schüler, A II ohne Altersbegrenzung, aber ohne Vereinsspieler, B mit und C ohne Vereinsspieler nur für die Sekundarstufe I .

Wenn man nun bedenkt, dass es für alle nur eine Trainingszeit gibt, und auch die nur ein paar Wochen lang wegen der ab Januar stattfindenden Meisterschaftsspiele, kann sich wohl jeder vorstellen , dass eine solche Leistungsheterogenität zwar auch Vorteile, aber hauptsächlich Nachteile mit sich bringt, so dass selbst ein nur wenige Wochen umfassender Trainingsplan nach dem Niederschreiben schon Makulatur ist, insbesondere durch Fehlzeiten der Spieler wegen Klausuren, Burgaufenthalten oder Krankheiten. Und damit hätten wir Grund Nr. 6.

Grund Nr. 7 ist darin zu sehen, dass diejenigen Schüler, die aufgrund von Vereinszugehörigkeit eigentlich das Rückgrat jeder Schulmannschaft bilden sollten, im Eishockey aufgrund der enormen zeitlichen Beanspruchung durch Training und dem mit vielen Reisen verbundenen Spielbetrieb meist schon nach der Unterstufe das Gymnasium verlassen (müssen). Jüngstes Beispiel ist - leider- ein Schüler, der die Klasse 11 abbrach, da die in Aussicht stehende Förderlizenz der KEV-Pinguine erfolgversprechenden Schulbesuch nicht zulässt. An dieser Stelle soll aber nicht unerwähnt bleiben, dass es z.B. mit Matthias Holzki (Abi 2003, Duisburger SC ), Nicole Daumann (Abi 2002, Grefrather EV) und Robert Schütz (Abi 1986, NRW-Auswahlspieler, KEV, Ratingen) auch Schüler bzw. eine Schülerin gab, die bis zum Abitur ihre "Profi-Karriere" fortsetzten.

Und damit wären wir schon bei Grund Nr. 8 – Mädchen im Männersport Eishockey. Nicole war zwar unsere erfolgreichste und beste junge Dame auf dem Eis, aber weder die erste noch die letzte. Ehemalige und Lehrer, die diesen Artikel lesen, erinnern sich vielleicht noch an Carolin Schulz-Walz oder Gunda Donath, die sich eine zeitlang als Puckjägerinnen betätigten, und heute setzt Larissa Kienberger aus der Klasse 5c diese Tradition fort.

Grund Nr. 9 liegt in der hohen Attraktivität der "Leistungsvergleiche" der Fichte-Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrern und Lehrerinnen ( Frau Hubbertz-Müller, Frau Trauschies), aber vielleicht sollte es besser heißen "lag", denn diese Spiele sind schon eine ganze Weile her. Beim ersten Spiel am 20.3.1982 "füllten" 400 Zuschauer die Rheinlandhalle (ohne dass es ein Wintersportfest gab), und von der leicht verstärkten Lehrermannschaft sind heute noch Herr Sänger, Herr Breuer, Herr Popovic, Herr Hüskes und Frau Wirtz im Dienst. Welche Schulmannschaft hat schon einmal die Ehre gehabt, sich dem Tordrang unserer allseits beliebten Schulsekretärin in den Weg zu stellen?

Letztendlich ist Eishockey auch deshalb kein Schulsport wie jeder andere, weil es in diesen 24 Jahren bedauerlicherweise zu häufigen Unregelmäßigkeiten und Unsportlichkeiten kam. Viele davon blieben unentdeckt oder kamen z.T. erst Jahre später ans Licht, manche wurden zwar entdeckt, aber dann mit geradezu grotesken und im Sinne des SCHULSPORTS denkbar ungeeigneten Maßnahmen geahndet. Unsere Fichte-Mannschaften waren oft genug die Dummen – wenn auch nicht die einzigen. Erinnert sei in diesem Zusammenhang an unsere annullierte Meisterschaft von 1982 und den Skandal von 1999, auch wenn der uns wenigstens eine Menge Publizität brachte. Das ist der Grund Nr. 10.

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