Warum anders studieren?

Hallo liebe(r) "unzufriedene(r)" WirtschaftstudentIn,

wenn du dich nach dem "Sinn" deines VWL oder BWL-Studiums fragst und dir beispielsweise die ein oder andere der nachfolgenden Fragen schon selbst gestellt hast, dann bist du hier richtig.
  • Soll unser Wirtschaftsstudium uns zu passgenauen Maschinenrädern oder zu kreativen Querdenkern erziehen?
  • Sollen wir Studierende das "Nachreden" oder das "Nachdenken" erlernen?
  • Sollen wir "Gedachtes" wiedergeben oder unser "eigenes Denken" entwickeln?
  • Geht es in unserem Studium um einen "geraden" Lebenslauf oder um die Entwicklung einer vielseitigen Persönlichkeit? 
  • Geht es um unsere "Beschäftigungsfähigkeit" oder "Gesellschaftsfähigkeit"?
Wer sich in seinem Studium diese grundlegenden Fragen stellt, und das tun immer mehr, steht also nicht alleine da, obgleich diese Fragen an unserer Fakultäten oder anderen Universitäten und Business Schools hauptsächlich, wenn überhaupt, über die Köpfe der Studierenden hinweg diskutiert werden. Die Betroffenen, d.h. wir Studierende, kommen kaum zu Wort. Das hat vielerlei und auch komplexe Gründe und das wollen wir ändern. 

Mit dieser Plattform wollen wir  
a) unsere Kommilitonen ermächtigen (EMPOWERMENT) aktiver Teil des benötigten Changeprozesses an unserer Universität zu werden um die nachfolgenden Problemfelder angehen zu können.
b) den kooperativ-kritischen Dialog zwischen Studierenden, Hochschulleitung und Dozenten fördern (DIALOGUE)
c) Grundlagenwissen zu den identifzierten "Problembereichen" bereitstellen (KNOWLEDGE)

In einem ersten Schritt haben wir Euch nun im Bereich DIALOGUE diese Website und eine Facebook-Seite erstellt, im Bereich KNOWLEDGE haben wir euch fragmentarisch ein erstes "interdisziplinäres" Vorlesungsverzeichnis  erstellt, auf das ihr in der Regel im Rahmen Eurer Elective Studies oder Schlüsselqualifikationen zurückgreifen könnt. Im Bereich EMPOWERMENT unterstützen wir alle "Bildung-selbst-in-die-Handnehmer" eigene Veranstaltungen, Seminare, Workshops mit Hilfe der uns unterstützenden studentischen Initiativen umzusetzen. 


Und das sind unsere identifzierten Problembereiche:

Bereich der Studienstrukturen 
  • Förderung des sog. "Erledigungsdenken" (oder "Bulemie-Lernens") durch Anreihung von Kursen anstatt inhaltlicher Kohärenz hemmt die intrinsische Motivation und fördert zugleich die inhaltliche Orientierungslosigkeit der Studierenden. "Tiefes Lernen" wird dadurch erschwert bzw. unmöglich. 
  • Verhinderung benötigter Freiräume für die notwendige Reflexion des erworbenen Wissens. Weniger, dafür anspruchsvollere Prüfungen, die insbesondere das Problemlösungsdenken fördern anstatt memorisierendes Lernen (Bulimie-Lernen) müssen angeboten werden. 
Bereich der Lehrinhalte
  • Vorherrschaft der Mainstream-Ökonomik gegenüber pluraler Ansätze und das damit vorenthaltene Wissen über die Vielseitigkeit wirtschaftswissenschaftlicher Ansätze (insbesondere Ideengeschichte als Grundlage eines jeden Wirtschaftstudiums ist ein erster Schritt und muss "verpflichtend" sein). 
  • Fehlende Integration der Ethik in alle Fachdisziplinen. Ethik ist ein Querschnittsthema. Ein "nur" additives und optionales Modul Wirtschaftsethik lehnen wir langfristig ab und fordern die Einführung eines verpflichtenden Wirtschaftsethik-Moduls.
  • Realitäts- und lebensweltferne Lehrinhalte wirken demotivierend und sinnlos und verhindern die Entwicklung von Problemlösungskompetenzen. Lehrinhalte sollen die Neugier und den "Entdeckergeist" zukünftiger ForscherInnen sowie die gestalterischen Fähigkeiten zukünftiger WirtschaftspraktikerInnen fördern.
Bereich der Lehrmethoden
  • Vorherrschen des Denkmodells der "formalen Logik" und der auf deren Basis errichteten Mathematik (insb. in der VWL)
  • Fehlende Diskussionskultur in den Hörsäalen verhindert "kritisches Denken".
  • Fehlende(r) Einsatz und Moderation interaktiver, moderner Lehrmittel (Social Media, MOOCs), die die unzureichende Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden erheblich verbessern könnte.

Wir laden Euch herzlich ein, Euch auf den folgenden Seiten zu informieren und mit uns auf facebook oder in der Vorlesung
 oder bei unseren regelmäßigen Treffen zu diskutieren.