Die Windmühle von 1882

Herzlich willkommen auf der Seite der "Lümbacher Windmühle" in Heinsberg-Kirchhoven


























Erbaut wurde die Lümbacher Mühle 1882 durch den Müller Nikolaus Geffers (im oberen Bild – links).
Dessen Sohn Leonhard erlitt 1919 mit 51 Jahren in der Mühlenhaube einen Arbeitsunfall.
Er geriet in die sich drehenden Zahnräder und wurde dadurch schwer verletzt.
Zwei Wochen später verstarb er an den Folgen der erlittenen Verletzungen.



Als Vorgängerin der jetzigen Windmühle gilt eine ebenfalls als "Lümbacher Mühle" bezeichnete Mühle,
die jedoch an anderer Stelle gestanden haben soll. Der Heimatforscher Hubert Berens hatte dies
in einem Aufsatz des Heimatkalenders beschrieben.




ABER...wenn im Bereich des jetzigen Mühlenstandortes bis 1815 eine Mühle gestanden hätte,
dann wäre sie sicherlich auf der alten TRANCHOT-Landkarte der französischen "Besatzung" von 1801-1814 eingezeichnet.
Diese hatte auch die Region im "Département de la Roer" und der zugehörigen "Mairie Kirchhoven" (Bürgermeisterei)
kartieren lassen. Solche militärisch wichtigen Gebäude hätte man mit Sicherheit eingezeichnet.

DEM IST ABER NICHT SO! wie an dem unteren Kartenausschnitt zu sehen ist.



Unten sehen Sie die erste Seite des Kaufvertrages von 1919
(Eine Abschrift des gesamten Dokumentes sehen Sie hier Der Kaufvertrag von 1919)





Theo von Krüchten, Bruder von Leonhards - bereits 1910 verstorbener Frau Elisabeth - und Mündel der Kinder,
verkaufte die Mühle mit 71 ar Ackerland für 13.000 Goldmark an den Breberener Müller Gerhard Krings (Bild unten).
Aufgrund der Hyper-Inflation 1922/23 in Deutschland war das erzielte Geld später kaum noch etwas wert.
Gerhard Krings und zwei seiner sechs Brüder erlernten den Müllerberuf des Vaters.
Krings heiratete im August 1919 Maria Agnes Schmitz aus Selsten.




An die Mühle baute er zusammen mit seiner Frau ein Wohnhaus, eine Scheune und Ställe für das Vieh.
Außerdem betrieben sie noch Landwirtschaft. Da der Mahlbetrieb mit Wind alleine nicht mehr ausreichte,
wurde die Mühle mit einem Benzinmotor und später mit einem Elektromotor ausgerüstet. Im sogenannten Mühlenkeller,
in dieser Mühle auf Straßenniveau, war ein Mahlgang mit bretonischen Mahlsteinen für Weizenmehl eingebaut;
ein weiterer Mahlgang zum Schroten von Brot- und Futtergetreide sowie eine Schälmaschine für Hafer und Gerste.
Außer diesen befand sich dort eine „Quetsche“ zum Herstellen von Haferflocken. Im darüber liegenden Geschoss
 – dem Mehlboden – stand die „Reinigung“, um das geschälte Getreide von Spelzen zu trennen.


Oben ein Bild vom 24. April 1942



Zum Ende des 2. Weltkrieges wollten die abrückenden deutschen Truppen den Mühlenturm sprengen,
um ihn nicht als Artilleriebeobachtungsturm den nachstoßenden Briten und Amerikanern zu überlassen.
Nur den Überredungskünsten des Müllers war es zu verdanken,
dass die Mühle als versorgungswichtige Einrichtung für die Landbevölkerung erhalten blieb.


Am 24. Januar 1945 hatte die Divisionsartillerie der brit. 52. Infanteriedivision mit Artilleriefeuer
u.a. die deutschen Mörserstellungen ausgeschaltet und dabei wurde die Mühle durch
49 indirekte Artilleriertreffer (Splitterwirkung) beschädigt. Am 25. Januar - nachdem
die letzten deutschen Truppenteile das Kampfgebiet in Richtung Rur verlassen hatten
- war in und um Kirchhoven der 2. Weltkrieg so gut wie zu Ende.


Der von der alliierten Militärverwaltung eingesetzte amerikanische Pionieroberleutnant Salomon
setzte Müller Krings am 27. Februar 1945 mit List als Bürgermeister von Kirchhoven ein (Befehl siehe unten).

Damit konnte er ihn mit sanfter Gewalt daz
u bringen, das eigene Getreide zu Mehl
zu vermahlen und kostenlos an seine deutschen Landsleute zu verteilen.








Krings‘ Frau Maria Agnes verstarb bereits am 21. Dezember 1942. Er selbst starb am 15. Dezember 1964.
Deren Tochter Agnes und ihr Mann Josef Tümm
ers übernahmen die Mühle und betrieben sie gewerbsmäßig
für Brot- und Futtergetreide noch bis 1956.
In den 1970er Jahren wurden die alten Mahlgänge und Motoren
ausgebaut und der Mühlenkeller als Lagerraum umge
baut.



                    Gerhard Krings                                             alter Mahlgang bis ca. 1970

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