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Unser Ansatz

- Kerngedanke LERNEN und HELFEN
- Freiheit und Verantwortung
- Unabhängigkeit: Wir sind von keiner Interessensgemeinschaft abhängig (und haben keine Kirche, Partei oder Stiftung im Rücken)
- Ansatzpunkte: MENSCH, BILDUNG und KREATIVITÄT
- Soziales Engagement darf und soll Spass machen
- Wir wollen unsere FW fördern und fordern
- Partnerschaft statt Patenschaft
- wir gehen als Lernende in die Einsatzländern, nicht als Besserwisser (Kein West-knows-Best!)
- keine Missionierung, keine Indoktrination: wir feiern Diversität als Buntheit
- Anstrengungsbereitschaft und Charakter als Schlüsselkriterien: Wir werden unser BESTES geben und uns bis an unsere Grenzen anstrengen
- Arbeit mit, in und für Entwicklungsländer
- Sinnorientierung: Was immer wir tun, sollte (nachhaltig) Sinn machen
- humanistischer Ansatz: Der Mensch wird am DU zum ICH
- Ziel: Völkerverständigung => … denn Verständnis braucht Begegnung!
- FRIEDEN ist ein aktiver Prozess, kein passiver Zustand
- bildungspolitischer Multiplikatoren-Ansatz zu entwicklungspolitischen Fragen (positive Rückkopplungseffekte)
- Stärkung der demokratischen Zivilgesellschaft (durch Rückkehrer auch in Deutschland => Langzeitwirkung)
- Familiärer Zusamenhalt als Initiative: Einer für Alle, alle für einen


Im Mittelpunkt unseres Konzeptes steht der Mensch. Wir wollen Freiheit und Verantwortung fördern und (jungen) Menschen die Chance geben, mit ihrem sozialen Engagement ein Zeichen zu setzen für mehr Gerechtigkeit, Verständigung und Frieden. Ausgangspunkt unserer Überlegungen ist die schlichte Frage: „Macht es Sinn?“. Konkret: Sinn auf der Makroebene der globalen Gesamtgesellschaft und der Völkerverständigung bis hin zur Mikro-Ebene der Einsatzstelle, der lokalen Friedensarbeit und der persönlichen Entwicklung des Freiwilligen. Ein sozialer Freiwilligeneinsatz in Entwicklungsländer sollte möglichst auf allen Ebenen sinnvoll sein und von allen Beteiligten auch als solcher erfahren werden: Diesen Ansatz bezeichnen wir schlicht als „sinnzentrierte Freiwilligendienste“. 

 Wir wollen gute Sozialprojekte an der Basis in ihrer täglichen und mühevollen Arbeit durch unsere Freiwilligen – samt ihren Talenten, Fähigkeiten und Ideen – sozialpraktisch unterstützen, einen kleinen Beitrag für eine bessere Welt leisten und dabei Räume der Begegnung und des interkulturellen Austausches und des wechselseitigen Lernens schaffen. Wir fragen uns: Unter welchen Bedingungen können wir die individuelle Entwicklung jedes einzelnen Freiwilligen zu einem selbstbestimmten und verantwortungsvollen Bürger fördern, relevante Lernprozesse in Gang setzen und begleiten und so zu künftigen Leistungsträgern einer gerechteren und friedlicheren Zivilgesellschaft ermutigen, die einen menschlicheren Umgang pflegt (Stichwort: bürgerschaftliches Engagement in einer globalisierten, aber solidarischen Welt)?

In berufsähnlichen, insbesondere aber in zwischenmenschlichen sozialen Situationen können die Freiwilligen wichtige Erfahrungen sammeln, Kompetenzen erwerben, ihre soziale Handlungsfähigkeit erproben und ihr Tun – einen persönlichen Beitrag für mehr Gerechtigkeit und Frieden – als sinnvoll erleben. Ohne Angst zu scheitern, können sie Kreativität und Ideen entfalten, Coping-Strategien lernen und ausprobieren, andere Lebensrealitäten erfahren, sich für Benachteiligte einsetzen und so eine positive Identität (weiter-)entwickeln. Bezugnehmend auf Goethe’s Empfehlung an die Eltern – „Gebt Euren Kindern Wurzeln und Flügel!“ – lässt sich unser Konzept vereinfacht in drei Forderungen zusammenfassen:

Auf psychologischer Ebene: Wurzeln und Flügel

Auf pädagogischer Ebene: PREPARE and ENRICH

Und auf motivationaler Ebene: Fördern und Fordern

Download:  Unser Ansatz Lernen und Helfen



Wir verstehen den Freiwilligendienst (z.B. das FSJ im Ausland; Weltwärts oder den Anderen Dienst im Ausland) als ein soziales Bildungsjahr für junge Menschen, in dessen Mittelpunkt LERNEN und HELFEN stehen.

LERNEN heißt: Wir wollen (insbesondere jungen) Menschen einen Ort des wechselseitigen, interkulturellen und sozialen Lernens bieten, an dem sie wertvolle Erfahrungen sammeln, eigene Ideen ausprobieren und einen aktiven Beitrag für mehr Gerechtigkeit und Frieden leisten können – gemäß dem Motto "miteinander leben – voneinander lernen", ergo: wechselseitiges Lernen. Daher kann der längerfristige Freiwilligendienst auch als sozialer Lerndienst bzw. als soziales Bildungsjahr verstanden werden.

Neben spezifischen Kenntnissen kann soziales Verhalten erprobt und ein sozialpolitisches Bewusstsein entwickelt werden. Erkenntnisse, die hierbei gewonnen werden, stehen oft im Gegensatz zum gesellschaftlich üblichen Leistungs- und Konkurrenzdenken. Sie können über den Friedensdienst hinaus für den Einzelnen eine Hilfe zur Bewältigung individueller Probleme sein und zur Entwicklung einer verantwortlichen Lebensgestaltung führen. Wir verstehen Freiwilligendienste als Sozialisationsinstanzen für bürgerschaftliches Engagement und Gelegenheitsstruktur für Partizipation und Mitgestaltung. So gesehen ist soziales Lernen für die Entwicklung einer gerechteren Gesellschaft wertvoll und stellt, durch seine Rückbindung an den Alltag, ein Potential für mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Gesellschaft dar (Rückkopplungseffekt nach Deutschland und Europa – „vom Süden lernen“).[1]

Kompetenzgewinn im Engagement: Lebenslanges Lernen. Konkret lernen und profitieren die jugendlichen auf vielfache Weise: Lebenserfahrung, Fremdsprachen, Entfaltung von Talenten, berufliche Orientierung, Beziehungsfähigkeit, Identitätsentwicklung (Charakterbildung), Improvisation,  Meistern schwieriger Situationen, interkulturelle Kompetenz, Erweiterung von Horizonten, verminderte psychische Anfälligkeit (Invulnerabilität), sozialpolitische und entwicklungspolitische Bewusstseinsbildung, Entwicklung von Problembewusstsein und Lösungskompetenz, sowie ein intimeres Verständnis für die globalen und lokalen Herausforderungen der Zukunft (z.B. „Globalisierung positiv gestalten“ statt „machtlos erleiden“). Im Zuge dieser v.a. nonformalen Lernerfahrungen erwerben die Freiwilligen auch eine Menge Schlüsselqualifikationen (erhöhte Adaptabilität = Anpassungsfähigkeit an eine Welt in Veränderung), welche in Zukunft erfolgskritisch sein werden und auch in einem Kompetenzausweis oder Kompetenzführerschein dokumentiert werden könnten.

Auch im Kontext der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit stellen die Freiwilligendienste in Entwicklungsländern ein interessantes Lernfeld (für beide Seiten) dar: So gelingt es, den üblicherweise so abstrakter Bereich wie Entwicklungspolitik (samt Hintergründe, Chancen und Schwierigkeiten) für Jugendliche konkret, praktisch und unmittelbar erfahrbar zu machen. Um diese Innenansichten aus erster Hand bereichert, können die Jugendlichen zu wichtigen Multiplikatoren werden für Armutsbekämpfung, Gerechtigkeit und Völkerverständigung. Freiwilligendienste können – so gesehen – immer auch Friedensdienste sein.

HELFEN heißt: Der Freiwilligendienst soll bedürftigen und benachteiligten Menschen möglichst sinnvoll und nachhaltig helfen (z.B. konkrete Verbesserung der Lebensumstände, Hilfe zur Selbsthilfe, Armutsbekämpfung, Bildung, etc.) nach der Devise „Partnerschaft statt Patenschaft“: Wir wollen mit unseren Partnern im Ausland auf Augenhöhe zusammenarbeiten und bemühen uns um eine entsprechende Haltung, denn nur bei entsprechender Lernbereitschaft auch unsererseits kann Wechselseitigkeit in Lernen und Helfen tatsächlich gelingen[2]. Der Freiwilligendienst wird in Sozialprojekten bzw. Einsatzstellen durchgeführt, mit denen entsprechende Kooperations-Vereinbarungen bestehen (Projektpartner), die aber nicht von uns, sondern zumeist von einer lokalen NRO geführt und von einheimischen Fachkräften aufgebaut und geleitet werden (kein West-knows-best).  Die Weltweite Initiative ist also kein Projektträger, sondern Träger von Freiwilligendiensten in ausgesuchten Partnerprojekten. Diese Unabhängigkeit verstehen wir als ein wichtiges Qualitätskriterium (Trennung von FW-Träger und Projekt-Träger).



[1] In diesen Überlegungen basieren wir uns auf die Arbeit von Prof. Gisela Jakob (FH  Darmstadt); insbesondere ihren Artikel „Freiwilligendienste in der Bürgergesellschaft. Aktuelle Diskussion und politischer Handlungsbedarf.“ Aus Politik und Zeitgeschichte, B9 / 2002.

[2]  Unsere Haltung sollte von unvoreingenommener Offenheit, Neugier und Interesse am Fremden und von Lernbereitschaft geprägt sein: „Vom Süden lernen!“ statt ein besserwisserisches West knows Best!“


     
Neben diesen unmittelbaren Zielen, sollen durch die sozialen Freiwilligendienste auch mittelbare Ziele angestrebt werden: Schaffen von sozialem Bewusstsein; Einblicke in globale Zusammenhänge; Multiplikatoren-Ansatz (d.h. der Freiwillige lässt andere Menschen an seinen Erfahrungen und Erkenntnissen teilhaben und kehrt als Multiplikator in seine Heimatgesellschaft zurück); sowie Förderung und Entwicklung von philantropischem, humanistischem Engagement und „Ownership“-Mentalität, also das Sich-verantwortlich-Fühlen für das Gelingen der guten Sache und des angestrebten völkerverbindenden Vorhabens: für die Friedens-Idee, für unsere Freiwilligen, für die Sozialprojekte und für notleidenden Menschen weltweit. Ownership heißt also: Verantwortung übernehmen – für sich und für andere.

Mit internationaler Friedensarbeit ist nämlich ein Prozess von konkret-praktischem, sozialem und solidarischem Handeln und dessen theoretischer Reflexion gemeint, der allen Beteiligten soziales Lernen ermöglicht. Dazu ist es erforderlich, dass alle Beteiligten den vielschichtigen Ursachen des Unfriedens nachgehen und zu sachgerechten Lösungen beitragen. Die Möglichkeit der Teilnahme am Friedensdienst soll grundsätzlich allen Interessierten offen stehen. Das FSJ begreifen wir als soziales Jugendbildungsjahr. Es soll die Bereitschaft junger Menschen zum sozialen Handeln sowie ihr Verantwortungsbewusstsein für das Gemeinwohl (lokal und global) stärken und weiterentwickeln (Stichpunkte hierzu sind: Bildungsansatz / Lernorientierung / Betreuung und Begleitung durch Fachkräfte / Arbeitsplatzneutralität / Gemeinwohlorientierung / sozialpraktische Tätigkeit und bürgerschaftliches Engagement).



Ausdrücklich nicht vereinbar mit dem Geist eines solchen gemeinwohlorientierten, sozialen Freiwilligendienstes ist (bei aller Toleranz) die Mitgliedschaft in – oder Sympathie für – undemokratische, rassistische oder gewaltbereite Gruppierungen sowie Sekten (z.B. Scientologen, Mormonen, Zeugen Jehovas, etc.). Dies wird zur sofortigen Beendigung des Einsatzes bzw. zum Vereinsausschluss führen. Die Weltweite Initiative und alle ihre Mitglieder distanzieren sich aufs Schärfste von derlei Gruppierungen.


Wir erwarten von allen Dienstleistenden die Achtung und Einhaltung der Europäischen Menschrechtskonvention sowie der UNO-Menschenrechts-Charta als Grundlage des friedlichen Zusammenlebens und Zusammenarbeitens von Völkern.
 

Wir wollen - im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften - den Dienst so gestalten, dass die Teilnehmenden

- Einblicke in gesellschaftliche, soziale und ökologische Zusammenhänge anderer Länder und Kulturen (konkret: ihres Einsatzlandes) erhalten, 

- eine Förderung ihres Engagements im sozialen und ökologischen Bereich und insbesondere für Frieden und Versöhnung erfahren (FÖRDERN),

- verantwortungsvolles, soziales und ökologisches Handeln einüben,

- Kritik-, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit sowie globales Denken entwickeln und erproben (FLÜGEL),

- ihren Einsatz als sinnvoll und für ihren weiteren Lebensweg als kraft-spendend erleben (FLÜGEL)

- die Persönlichkeit entfalten und eigene Wertvorstellungen überprüfen (WURZELN),

 - Vorurteile abbauen,

- Freundschaften zu Einheimischen schließen und damit Brücken der Völkerverständigung bauen, sowie

- lernen können, mit Konflikten, Frustrationen und Aggressionen umzugehen.

Freiwilligeneinsätze im Sinne Internationaler Jugendarbeit beinhalten einerseits Austausch und Begegnung. Andererseits aber - gerade auch im Kontext von Migrationsgesellschaften - bieten sie ein Lernfeld, das nachhaltige Erfahrungen und den Aufbau interkultureller Kompetenzen ermöglicht, die auch bei der Ausgestaltung einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft im Heimatland von hoher Bedeutung sind; sie dürfen auch nicht verkürzt werden auf einen eng gefassten Begriff von sozialem Dienst, sondern finden auch dort statt, wo junge Menschen unterschiedlicher Nationalität oder kultureller Identität sich begegnen und sich gemeinsam für die Verbesserung der Lebenssituationen von Schwächeren vor Ort engagieren (Verbesserung der Lebenswirklichkeit von Alten, Kranken, Behinderten, Indigenen u.v.a. Kindern und Jugendlichen aus mittellosen oder benachteiligten Familien). Diese bereichernden Erfahrungen sind also nicht auf die eigentliche Arbeitszeit im Projekt beschränkt, sondern können gerade auch „nebenbei“ in der Freizeit gesammelt werden.

 

Neben der individuellen und gesellschaftlichen Dimension dieser Arbeit (Stärkung des Demokratie-Standorts; bürgerschaftliche Partizipation, etc.), kann ihr Angebot durch die Vermittlung von wichtigen Schlüsselqualifikationen (interkulturelle Kompetenz, Sprachkompetenz, Toleranzfähigkeit, Managementfähigkeiten, Coping Potentiale, Anpassungs-/Lernfähigkeit und Weltoffenheit etc.) Jugendliche für die Arbeitswelt in komplexen, und multiethnischen Gesellschaften vorbereiten (berufliche Orientierung; Fähigkeit zur Perspektivenübernahme; Meistern schwieriger Situationen; Horizonterweiterung; Fremdsprachenkenntnisse; Erhöhung von Flexibilität und Mobilität).

      Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland und in der Welt ist es wichtig, die besondere Qualität und die Aufgaben der Internationalen Zusammenarbeit angemessen zu würdigen.[2] Die internationalen Freiwilligendienste sind deshalb so bedeutsam, weil:

• sie den abstrakten Begriff der „Völkerverständigung“ mit Leben füllen (denn: Verständnis braucht Begegnung!).

sie Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen mit dem Ziel, interkulturelles Lernen zu ermöglichen („miteinander leben – voneinander lernen!“);

• sie zur Entwicklung, zum Erhalt des Friedens, der Versöhnung und der Verständigung einen Beitrag leisten (gemeindeorietierte Friedensarbeit);

• sie ein durchaus wichtiges Instrument zur Gestaltung einer gerechteren und solidarischeren Welt darstellen;

• sie auf europäischer Ebene ein qualitativer Beitrag zur Entwicklung der Europäischen Union bzw. einer Europäischen Identität sein können

• sie Formen der internationalen Zusammenarbeit und der Vernetzung zwischen Menschen ebenso wie zwischen Organisationen und Projekten mit Leben füllen;

• sie für soziale Verantwortung, selbstständiges Denken und Handeln qualifizieren;

• sie junge Menschen zum gesellschaftlichen Engagement motivieren (ja: herausfordern) und damit sowohl einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung als auch einen Beitrag zur Entwicklung der Zivilgesellschaft leisten („citizenship behavior“)

• sie Zugänge zu „fremden Welten“ ermöglichen, indem Verschiedenheiten ebenso erlebt werden können wie Gemeinsamkeiten (Celebrating diversity // common ground);

• sie Jugendlichen neue, vielfältige Lernorte eröffnen, die von den Jugendlichen selbst (!) mitgestaltet werden können;

sie bei uns grundsätzlich für alle Jugendlichen offen sind, unabhängig von ihrer kulturellen, religiösen, geschlechtlichen Zugehörigkeit und unabhängig von ihrem sozialen Status;

• sie auch bildungsbenachteiligten oder sozial benachteiligten Jugendlichen Zugänge, Erfahrungen und Begegnungen im internationalen Rahmen ermöglichen (FÖRDERN)

• weil sie durch ihre jugendpolitische Kraft die Jugendlichen in ihrer Selbstkompetenz fördern und ihnen helfen, im Sinne lebenslangen Lernens, ihre Bildungspotentiale zu entwickeln (FLÜGEL);

• sie durch ihre Settings ideale Voraussetzungen bieten, lebensnahe, nonformale und informelle Bildungsprozesse zu initiieren (Kompetenz-Erwerb; Kompetenz-Führerschein);


         sie ein Gefühl der Verantwortung (bzw. des Verantwortlich-Seins) für unsere Mitmenschen, unsere Gesellschaft und unsere Welt erfahrbar machen („belonging to the world“)

• sie Sinnkompetenz (die Fähigkeit in bestimmten Lebenssituationen einen Sinn zu erkennen) schulen und fördern können;

• sie den Austausch mit unterschiedlichen Kommunikationsformen (und Kommunikationstechnologien) schulen und fördern; sowie die  Sprachkompetenz erweitern.

 

Freiheit des Einzelnen – fern jeder Indoktrination – ist ein Grundpfeiler unserer Arbeit. Wir bieten unseren Freiwilligen zahlreiche Mitgestaltungs-Spielräume, weil wir überzeugt sind, dass wir so der Idee der lebendigen Völkerverständigung und der aktiven Friedensarbeit sowie dem Geiste der sozialen Friedensarbeit am besten dienen. Freiwilligendienste basieren per se auf dem Prinzip der Freiwilligkeit. Sie können nur mit  - und nicht gegen – den Willen des Dienstleistenden erfolgreich verlaufen. In diesem Sinne sind sie eine ganzjährige (wenn nicht sogar: lebenslange) Herzensangelegenheit.


Wir verstehen aber VERANTWORTUNG als unerlässliches, ergänzendes Komplementär zu FREIHEIT. Wer in Verantwortung für sich und seine Mitmenschen steht und handelt, wird auch mal Fehler machen. Wir erwarten keine Perfektion und bitten, auch von uns keine Perfektion zu erwarten. Wir haben keine vorgefertigten Lösungen und kein Unfehlbarkeitsanspruch. Wir versuchen aber mit viel Idealismus, Engagement und gutem Willen, aus den bescheidenen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das Beste zu machen. Wir heißen jeden willkommen, der auf dieser Grundlage mit uns zusammenarbeiten möchte. Wir verstehen uns als Zusammenschluss von engagierten Bürgern, die etwas bewegen wollen: als anschlussoffene Plattform für gute Ideen und gute Taten. Wir sind eine gemeinnützige Initiative und keine Vermittlungsagentur. Wer will, dass wir gute Dinge bewegen, sollte sich selbst bewegen - und seine Fähigkeiten bei uns einbringen und zum Gemeinwohl beitragen (und dieses Engagement nicht nur von anderen erwarten).

                                                                                     
Wir sind überzeugt: Freiwilligendienste können Freude bereiten – und zwar allen Beteiligten. Soziales Engagement kann und darf Spaß machen. Lebensfreude im Alltag hat bei uns den Stellenwert eines Gütekriteriums. Zuversicht und Humor sind für unsere Freiwilligen charakteristisch.

Ganz ähnlich verhält es sich mit KREATIVITÄT: Kunst und Kultur sind wichtig – und sollten nicht das Privileg der Oberschicht (in den Einsatzländern) sein. Sie können wichtige, kreative Ausdrucksformen einer Gesellschaft oder einzelner menschlicher Empfindungen und Sehnsüchte sein. Die künstlerische Arbeit mit jungen Menschen als den Trägern der Zukunft bildet deshalb einen inhaltlichen Schwerpunkt unserer Bemühungen. Kunst ist eine Sprache, die es ermöglicht, die Welt durch die Augen des Anderen zu sehen. Die Sprache der Kunst erleichtert, sich verständlich zu machen, ohne gleich in den Kampf mit einer anderen Meinung zu geraten. Diese Sprache enthält die Möglichkeit für Versöhnung und Frieden. Die Bühne eines Theaters kann ein unkonventioneller Ort der Bildung sein (siehe unser Partnerprojekt Teatro Trono), aber auch ein Forum der Begegnung (z.B. zwischen deutschen, jüdischen und palästinensischen Jugendlichen).

Unsere Satzung verpflichtet uns zu konfessioneller und (partei-)politischer Unabhängigkeit und betont Bildung und Dialog als Wege zu mehr Gerechtigkeit und Frieden. Wir sehen soziale Freiwilligendienste als interkulturelle Lernorte und Bausteine einer aktiven Friedensarbeit. Ein solches Unterfangen ist alles andere als einfach und selten bequem. Die potentiellen Schwierigkeiten, die insbesondere in Entwicklungsländern auftreten können, sind mannigfalßg. Von daher müssen wir mit der Möglichkeit leben, dass unser Vorhaben (oder ein einzelner Einsatz) scheitert oder nicht das erreicht, was wir eigentlich beabsichtigen. Dabei kann gerade das Antreffen (und Überwinden) von Schwierigkeiten eine durchaus wichtige und wertvolle (Lern-) Erfahrung sein: Sie bieten Wachstumschancen und neue Möglichkeiten, sich zu erproben. Selbst ein augenscheinliches Scheitern wie ein vorzeitiger Dienstabbruch muss kein Misserfolg sein, sondern kann einen wertvollen und fruchtbaren Entwicklungsprozess beim Jugendlichen in Gang setzen (wie die Ergebnisse der Untersuchung „Grenzgänger“ des Bundesministeriums für Familie und Jugend zeigen). Wir wollen mit unseren Freiwilligen also gerade nicht den Weg des geringsten Widerstandes gehen. Schwierigkeiten – und das Meistern von Schwierigkeiten – gehören dazu. Ein Freiwilligeneinsatz ist keine durchorganisierte Pauschalreise zum Zurücklehnen, die man häppchenweise konsumiert (Sozial-Tourismus). Trotzdem haben wir den Anspruch, auch in Zukunft zu den Trägern mit der geringsten Abbrecherquote in Deutschland zu gehören. Deshalb erwarten wir, dass der FW bereits im Vorfeld durch sein Engagement und Handeln unter Beweis stellt, dass er der Herausforderung gewachsen ist. Es bringt nichts, wenn FW im Vorfeld mit Samthandschuhen angefasst -- und dann auf eine harte Brennpunkt-Realität losgelassen werden. Deshalb werden wir versuchen, mit der Vorbereitung auch die Schwierigkeiten im Auslandsjahr zu emulieren (ambivalente Kommunikation, Schaffung unbequember und "fremder" Situationen, Frontal-Kritik, etc.).

Ein exzellenter Träger sind wir nicht dann, wenn wir uns im Vorfeld alle lieblich in den Armen liegen und "Friede-Freude-Eierkuchen" singen. Exzellent sind wir dann, wenn es uns gelingt, unsere FW kompetent und lebenstauglich auf die (harte) Realität vorzubereiten und durch diese hindurch erfolgreich zu begleiten. Deshalb werden wir unseren FW ganz bewußt im Vorfeld "auf die Zehen steigen", sie irritieren, ambivalent kommunizieren, ins kalte Wasser werfen, ihren Umgang mit Frustrationen testen, interkulturelle Probleme simulieren, und Selbst-Monitroing Selbstkritik und Sensibilität fördern. Entscheidend ist die Evaluation beim Nachtreffen und auch 5 Jahre nach Dienstende. Wenn der FW dann etwa Folgendes sagen kann, freuen wir uns und haben unser Ziel erreicht: "Das Jahr war sicher nicht einfach, ich bin immer wieder an meine Grenzen gestoßen und habe einiges an Schwierigkeiten meistern müssen, aber ich bin daran unheimlich gewachsen, habe mich positiv entwickelt, habe mein Bestes gegeben um zu LERNEN Und zu HELFEN, habe ein intimes Verständnis für das Leben und die Alltagssorgen an der Basis erworben -- und bin insgesamt sehr froh, dass ich dieses Jahr mit Euch gemacht habe. Ich werde dieses Jahr immer als Schatz in meinem Herzen tragen. Im Nachhinein verstehe ich auch, warum Ihr uns im Vorfeld so intensiv und unkonventionell vorbereitet habt. Es war das intensivste Jahr in meinem Leben. Vielen herzlichen Dank!"

[2]. Unsere Freiwilligen sollen Akteure sein, und keine Zuschauer. Sie sollen Vorbilder sein, die sich für Schwächere engagieren – und keine Touristen. Mit anderen Worten: Manche Anpassungs-Schwierigkeiten, kontroverse Diskussionen und kritisches Hinterfragen sind durchaus gewollt und im Sinne eines ganzjährigen sozialen Lernprozesses für die weitere Entwicklung der Jugendlichen förderlich.

[3] Wir wissen, dass wir schwierige Erfahrungen (z.B. Heimweh, Alltagsbelastungen, Gratifikationsaufschub, Gefühl des Fremdseins, psychische Belastung, etc.) nicht immer verhindern können, aber wir wollen und können verhindern, dass die Freiwilligen mit diesen Schwierigkeiten allein gelassen werden. Hier sind wir alle gefordert: Betreuer, Mentoren und Freunde der Initiative, aber auch Eltern, Projektpartner, Ehemalige, Mitfreiwillige -- und natürlich die Dienstleistenden selbst. In Übereinstimmung mit dem humanistischen Menschenbild Viktor Frankls und Martin Bubers sind wir der Überzeugung, dass der Mensch ein inherentes Bedürfnis nach Sinn verspürt: Der Mensch braucht nicht nur etwas „wovon“ er leben kann, sondern auch ein „wofür“. Wer dieses „Wozu“ für sich befriedigend beantworten kann, wird auch nicht mehr über das „Wie“ stolpern, wenn es darum geht, schwierige Lebenssituationen zu meistern.



[1] Trotz zahlreicher Freiheiten und Mitgestaltungsspielräume erfordert der Dienstcharakter der Freiwilligeneinsätze die Einordnung in die bestehende Struktur der Einsatzstelle mit entsprechender Hierarchie oder Disziplinarordnung.  Unsere Freiwilligen sollen die gebotenen Freiheiten nutzen, aber nicht ausnutzen.

 [2]  Wir wollen vermeiden, dass sich Freiwillige im Ausland aus eher sozialtouristischem Interesse in ein unbedachtes pseudo-soziales Engagement stürzen. Wir wollen es ermöglichen, dass sie sich behutsam und problembewusst gegenüber anderen Menschen und anderen Lebenslagen öffnen können und über ihren Freiwilligendienst entwicklungs- und friedenspolitisch, sowie persönlich hinzulernen und Zusammenhänge (auch aus der Nachhaltigkeitsperspektive) hinterfragen.

[3]  Wir sind davon überzeugt, dass die Jugendlichen durch einen sinnzentrierten Freiwilligendienst – d.h. gerade durch einen Dienst am Mitmenschen – selbst menschlich wachsen werden. Oder um es mit den Worten Martin Bubers und Viktor Frankls zu sagen: Der Mensch wird am Du zum Ich.

 

     Gemeinsam eine Welt gestalten .…
      und wir meinen: EINE Welt!







Eine gemeinsame Initiative -- ein gemeinsamer Traum

























„Unsere Freiwilligen sollen Akteure sein, und keine Zuschauer. Sie sollen Vorbilder sein, die sich für Schwächere engagieren – und keine Touristen.“


Unsere FW in Aktion ...


















































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Weltweite Initiative,
14.11.2008, 13:23
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Weltweite Initiative,
14.11.2008, 14:49
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