Blindenschrift Brailleschrift

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Blindenschrift

Als Blindenschrift bezeichnet man eine Schrift, die von Blinden gelesen werden kann. Das Lesen erfolgt dabei mit dem Tastsinn der Finger. Es existieren verschiedene Schriftsysteme, z. B. das Moonalphabet. Die heute am weitesten verbreitete Blindenschrift ist die Brailleschrift, die im Jahr 1825 von Louis Braille entwickelt wurde. Viele Schriftsysteme für Blinde waren gut durchdacht, hatten aber den entscheidenden Nachteil, dass sie von Sehenden ohne Rücksicht auf die Blinden entwickelt wurden. Nicht so bei der Brailleschrift. Louis Braille selbst war blind und konnte so eine für blinde Menschen praktikable Schrift ermitteln.

Zur Abgrenzung von Blindenschriften verwendet man häufig für die Schrift der Sehenden den Begriff Schwarzschrift. Die Postverwaltungen befördern Blindensendungen zu einer ermäßigten Gebühr oder gebührenfrei.

Es gibt zwei grundsätzliche Richtungen der Blindenschrift:

    Reliefschrift, bei der die normalen lateinischen Buchstaben oder vereinfachte grafische Muster tastbar gemacht werden (z. B. das Moonalphabet), und die

    Punktschrift, die die Buchstaben in einem Punkte-Raster nachbildet oder in einen Code übersetzt.

 

Punktschrift

Punktschriften sind Schriften, die aus erhabenen, aus dem Material heraustretenden und damit fühlbaren Punkten bestehen. Die erste Punktschrift wurde von Charles Barbier entwickelt - allerdings nicht für Blinde. Sie wurde zu militärischen Zwecken entwickelt und sollte im dunklen lesbar sein (sogenannte Nachtschrift) [1].

Punktschrift wird oftmals als Synonym für die Brailleschrift, die sechs Punkte verwendet, benutzt. Dies ist zwar mit Abstand die verbreitetste und bekannteste Punktschrift, daneben gibt es aber noch Schriften mit einer anderen Anzahl von Punkten.

 

Bevor Brailleschrift sich allgemein durchsetzte, war in Nordamerika das von William Bell Wait entwickelte New York Point (auch kurz als Wait bezeichnet) verbreitet[2]

Computer-Braille, das ein 8-Punkte-System verwendet, um leichter Großbuchstaben und Sonderzeichen darstellen zu können, oder die 7-Punkt- und 8-Punkt-Blindenstenographie. Das „Computer-Braille“ wird vor allem von Braillezeilen benutzt, mit denen Blinde den Inhalt eines Computer-Bildschirmes auslesen können. Die Brailleschrift wird mit speziellen Brailledruckern oder Punktschriftmaschinen zu Papier gebracht.

Der Platzbedarf der Punktschrift ist enorm, denn die Zeichen sind größer als in der Schwarzschrift. Auch das Papier muss viel dicker sein. Allein der Duden in Punktschrift umfasst 18 Bände. Es ist immerhin möglich, die Seiten bei maschineller Herstellung beidseitig zu bedrucken, denn die Finger spüren nur die Erhebungen, nicht aber die Vertiefungen. Dazu müssen die Zeichen von Vorder- und Rückseite um ein Geringes gegeneinander versetzt sein, um nicht bereits hervorgedrückte Punkte der einen Seite von der andren Seite her wieder einzudrücken. Um etwaige Nachteile durch das hohe Gewicht im Briefverkehr auszugleichen, transportiert die Deutsche Post AG Sendungen in Brailleschrift portofrei (Kennzeichnung: Blindensendung / Cécogramme).

Die Verbreitung der Punktschrift nimmt immer mehr zu. So müssen gemäß der 12. AMG-Novelle (Arzneimittelgesetz (Deutschland) seit 2004 alle Pharmaverpackungen mit Blindenschrift versehen sein.

 

Erstellen von Punktschrift

Analog zur Schwarzschrift, die zum Beispiel permanent durch Handschrift oder Druck auf Papier oder temporär auf Displays und Bildschirmen dargestellt werden kann, verhält es sich bei Punktschrift: mit Braillezeilen kann Text auch temporär dargestellt werden.

Die permanente Darstellung erfolgt in der Regel auf einer Art Karton - also etwas dickerem Papier. Weitere Möglichkeiten sind zum Beispiel Metallplatten mit Punktschrifthinweisen in Fahrstühlen oder Kunststoffolien zur Etikettierung. Es gibt verschiedene Arten, Punktschrift (insbesondere Brailleschrift) permanent zu schreiben:

    Punktschrifttafel: Mit einem Griffel drückt man die Blindenschriftbuchstaben von der Rückseite aus in das Papier. [3] Tafel sind auch heute noch weit verbreitet, weil sie viele Vorteile bieten (handlich für unterwegs, sehr robust, etc). Vermutlich hat auch die Punktschrifttafel der Punktschrift gegenüber der Reliefschrift zum Durchbruch verholfen, weil so sehr leicht Dokumente erstellt werden konnten. Bei Reliefschrift ist dies wesentlich aufwändiger.

    Punktschriftmaschine: Jeder Taste ist ein Punkt des Blindenschriftbuchstabens zugeordnet. Die Tasten, die zur Erzeugung eines Buchstabens nötig sind, werden gleichzeitig gedrückt.

    Brailledisplays: Eingabe der Buchstaben erfolgt entweder über sechs oder bei Computer-Braille acht Tasten ähnlich wie bei der Punktschriftmaschine oder direkt über eine angeschlossene Computer-Tastatur (jedem Buchstaben ist eine Taste zugeordnet). Die Ausgabe der Braille-Zeichen erfolgt dynamisch über die Braille-Zeile des Displays.

 

zeitliche Entwicklung der Blindenschriften / Zeitleiste, Zeittafel, Tabelle, Chronologie der Blindenschrift(en)   Drucker

17. Jahrhundert     (1601 - 1700)

    1670 Vorschlag von Francesco Lana di Terzi (externer Link) (neues Fenster), Italien, für eine Blindenschrift (Terzi-Alphabet) (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) (die nie benutzt wurde)

18. Jahrhundert     (1701 - 1800)

    1784 Valentin Haüy (externer Link) (neues Fenster) gründet das erste Blindeninstitut der Welt in Paris

    1786 Herstellung des ersten Buches in Blindenschrift (Haüy-Alphabet (Link im neuen Fenster) (neues Fenster))

19. Jahrhundert     (1801 - 1900)

    1804 Gründung der ersten deutschsprachigen Blindenschule in Wien durch Johann Wilhelm Klein (externer Link) (neues Fenster)

    1806 Gründung der ersten deutschen Blindenschule (externer Link) (neues Fenster) in Berlin-Steglitz durch Johann August Zeune (externer Link) (neues Fenster)

    1807 Stachelschrift (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von Johann Wilhelm Klein, Wien

    1809 Louis Braille (externer Link) (neues Fenster) wird in Coupvray bei Paris geboren

    1815 Charles Barbier (externer Link) (neues Fenster) entwickelt die erste Punktschrift ((interner Link) Sonographie) als militärische Nachtschrift

    1819 / 1820 Charles Barbier stellt seine Sonographie dem Pariser Blindeninstitut vor

    1825 Vorstellung der (interner Link) 6-Punktschrift von Louis Braille (Entwicklung 1821 - 1825)

    1828 Entwicklung einer (interner Link) Musikschrift für Blinde durch Louis Braille

    1829 Herstellung des ersten Buches unter Verwendung der Brailleschrift in Paris

    1830 Alston-Alphabet (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von John Alston (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch), Glaskow

    1831 Gall-Alphabet (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von James Gall (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch), Edinburgh

    1832 Howe-Alphabet (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von Dr. Samuel Gridley Howe (externer Link) (neues Fenster), Boston

    1838 Lucas-Alphabet (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von Thomas Mark Lucas (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch), London nach einem Alphabet von Frere

    1839 Punktschrift (interner Link) "Raphigrafie" von Louis Braille zur Kommunikation mit Sehenden

    1841 Schreibgerät Raphigraph von François-Pierre Foucault für die Raphigrafie von Louis Braille

    gleiches Jahr Druck des ersten deutschen Braille-Alphabets in Breslau

    1845 (interner Link) Moon-Alphabet von Dr. William Moon (externer Link) (neues Fenster), Brighton

    1847 Druck des ersten Brailleschrift-Buches in England

    1849 Die erste Druckmaschine für Punktschrift geht in Paris in Betrieb

    1850 Offizielle Einführung der Brailleschrift an den Blindenschulen in Frankreich

    1852 Louis Braille stirbt am 6. Januar 1852 in Paris an Tuberkulose

    1855 Alphons Köchlin führt die Brailleschrift in der von ihm gegründeten Blindenschule Illzach (externer Link) (neues Fenster) im Elsaß ein

    1859 Hebold-Alphabet (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von Ernst Eduard Hebold (externer Link) (neues Fenster), Barby bei Halle (Sachsen-Anhalt)

    1871 "New York Point" (Link im neuen Fenster) (neues Fenster), die Schrift von William Bell Wait (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch), wird in New York eingeführt (Entwicklung 1860 - 1871)

    1872 Die Berliner Blindenschule in Steglitz führt die Brailleschrift als Schulfach ein

    1876 Gründung des Vereins zur Förderung der Blindenbildung auf dem in Dresden durchgeführten

    II. Europäischen Blindenlehrerkongress

    1878 Die Brailleschrift wird auf einem Kongress in Paris offiziell zur internationalen Blindenschrift erklärt

    gleiches Jahr "American Braille" (Link im neuen Fenster) (neues Fenster) von Joel W. Smith als reformierte Variante des Braille-Alphabetes wird an einigen Blindenschulen in den USA eingeführt (Verteilung der Punktekombinationen nach statistischer Häufigkeit)

    1879 Offizielle Einführung der Brailleschrift in Deutschland auf dem 3. Blindenlehrerkongress Berlin

    1881-1886 Erstmalige Herausgabe eines Lesebuches in deutscher Brailleschrift

    1885 Die erste "deutsche Blindenkurzschrift" wird durch den Blindenlehrerkongress angenommen

    gleiches Jahr William Perkins erhält ein US-Patent (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch) für eine Blinden-Schreibmaschine mit (interner Link) 4 Tasten (kein (interner Link) BraillerInformationen)

    1888 Einrichtung der ersten deutschen Punktschriftdruckerei in Berlin-Steglitz

    1895 England: Verbesserung des Braille- Druckverfahrens durch Erfindung des "Stereotyp-Makers"

    Deutschland: Entwicklung einer Maschine zum Anfertigen von Stereotypplatten (externer Link) (neues Fenster) in Punktschrift

    1899 Entwicklung der ersten brauchbaren Punktschrift-Bogenmaschine durch Oskar Picht (externer Link) (neues Fenster) (Patent 1901)

    1900 Alphabet von Dr. Don Aniceto Mascaró (Link im neuen Fenster) (neues Fenster), Lissabon, als Kombination einer Punktschrift mit der Schwarzschrift

 

20. Jahrhundert     (1901 - 2000)

    1904 Beschluss der endgültigen Fassung eines deutschen Kurzschriftsystems in Halle (Sachsen-Anhalt)

    1907 Der Blindenlehrerkongress Hamburg genehmigt die erste "Mathematik- und Chemieschrift für Blinde"

    1910 Entwicklung des ersten deutschen Punktschrift-Streifenschreibers durch Oskar Picht in Berlin

    1916 Entscheidung im "War of the Dots" (Krieg der Punkte) für die einheitliche englische Brailleschrift auch in Amerika

    gleiches Jahr Gründung der Blindenstudienanstalt Marburg (externer Link) (neues Fenster), des ersten Gymnasiums für Blinde

    1919 die erste Auflage der Mathematik- und Chemieschrift erscheint nach Überarbeitung von Fachleuten in Marburg

    1926 Eine Schachschrift für blinde Menschen wird entworfen

    1929 Einführung des Internationalen Braille-Musikschriftsystems in Paris

    1943 Einführung der "Einheitsstenografie für Blinde"

    1951 der Perkins Brailler (externer Link) (neues Fenster) wird an der 'Perkins School for the Blind' (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch) gebaut und erfolgreich weltweit vermarktet,

    erfunden von David Abraham und benannt nach dem Namensgeber der Schule Thomas H. Perkins (externer Link englisch) (neues Fenster in englisch)

    1961 Einführung einer Verhandlungsstenografie auf der Basis des 8-Punkte-Systems

    1968 Einführung des automatischen Punktdrucks mittels Computer und Herausgabe der Zeitschrift "Stern"

    1971 Reform (völlige Neubearbeitung) der Kurzschrift von 1904

    1972 - 1977 Entwicklung einer elektromechanischen Braillezeile (Braillemodul) in Stuttgart

    1980 Erstmaliger Einsatz automatischer Prägungsmaschinen

    1980 - 1986 Das 8-Punkt-Eurobrailleschriftsystem / (interner Link) Computerbraille wird entwickelt

    1998 Reform der deutschen Blindenschrift: Anpassung an neue deutsche Rechtschreibung und Berücksichtigung der Computerschrift durch die neue "Brailleschriftkommission der deutschsprachigen Länder"

 

21. Jahrhundert     (ab 2001)

    2001 Kontroverse Diskussionen um die Einführung von 8-Punkt-Braille als Erstschrift für Schulkinder (abgelehnt)

    2005 Ergänzungen zur deutschen Blindenkurzschrift, aktuelle Fassung von 2005

    2007 (interner Link) Fakoo-Alphabet als 9-Punkt-Schrift für Spät-Erblindete von Alexander Fakoó

    2008 (interner Link) Quadoo-Alphabet (Quadratschrift) als Moon-Alternative von Alexander Fakoó

    2009 Braille-Jahr anlässlich des 200. Geburtstages von Louis Braille am 4. Januar 2009

    2011 Weltkongress Braille21 (neues Fenster) in Leipzig

 




































































































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