Einweihung


Bericht der Bayerischen Rundschau vom 30.04.2014

Jugendhaus Weihermühle eingeweiht

Sie alle, die Zuschussgeber, Bauleute und die Mitarbeiter, dürfen stolz auf das Erreichte sein: Das evangelische Jugendhaus Weihermühle zeigte sich bei der Einweihung von seiner schönsten Seite.

Zu den Klängen des Dekanatsposaunenchors, bei der Schlüsselüber-
gabe und dem Verschluss des alten Mühlsteines, der dem Objekt mit dem Namen gab, konnten sich zahlreiche Gäste aus Kirchenkreisen, Politik und Wirtschaft von dem gelungenen Neubau überzeugen.

Das 5,4 Millionen Euro teuere Projekt, das anstelle des abgerissenen alten Gebäudes steht, besticht durch viel Holz und Sichtbeton als Kontrast im Zusammenspiel zwischen warmen und hartem Material. Schraffierter Parkettboden, moderne Sitzmöbel im Foyer und ein schön gestaltetes Atrium geben dem Ganzen die besondere Note.

Platz für 82 Personen

Es ist Platz zum stilvollen Übernachten für 82 Personen in 16 Vierbett- und sechs Zweibett- sowie zwei behindertengerechten Dreibettzimmern. Dazu kommen noch fünf Gruppenräume.
Der offene Hauscharakter wird betont, es herrscht Großzügigkeit und Luftdurchlässigkeit. Man fühlt sich fast wie in einem Sternehotel. Und es passt vorzüglich in die umliegende Natur gleich neben der restaurierten alten Mühle aus dem 17. Jahrhundert, die schon länger restauriert wurde und als identitätsstiftender gegensätzlicher Blickfang dient.

Alte Mühle als Kapelle?

Vielleicht soll sie später mal als Kapelle oder für weitere Jugendräume genutzt werden, war aus Insider-Kreisen zu erfahren.

Träger des Jugendhauses ist das Dekanat Kulmbach, Dekan Jürgen Zink nannte es bei den Feierlichkeiten eine Begegnungsstätte der Jugend, die weit über die Region hinausreicht. "Wir haben Gäste aus ganz Bayern und eine große Nachfrage. Das Haus führt Menschen zusammen, hier geht es lustig und ernsthaft während der Aufenthalte zu, kirchliche Jugend, Konfirmandengruppen, Schulklassen und Vereine finden da eine neue Heimat".

Übungsraum für die Gesellschaft

Auf ein sozial und christlich geprägtes Leben könne man sich vorbereiten, "die jungen Leute lernen an einem Ort der Gastfreundschaft auch ein Tischgebet zu sprechen, Konflikte friedlich zu lösen, sie haben einen Übungsraum, sich in der Gesellschaft richtig zu bewegen".

Sein Dank galt besonders der finanziellen Unterstützung durch die Oberfrankenstiftung, die Landesstiftung, die Raps-Stiftung, die Glücksspirale, die Landeskirche, den Bayerischen Jugendring und die Bankinstitute.
Was vor zehn Jahren angedacht worden sei, ist nun vollendet. Nicht unerwähnt ließ Zink das Team um Diakon und Geschäftsführer Christian Hanf, "es ist ein Geschenk des Himmels".

Auf die besondere Bedeutung der Weihermühle für die Kirche - "wir wollen die Leute erreichen"- wies Oberkirchenrat Hans-Peter Hübner aus München hin.

Weiterer Mosaikstein

Landrat Klaus Peter Söllner bezeichnete den Bau als zukunftsorientiert. Jugendarbeit habe im Landkreis Kulmbach einen extrem hohen Stellenwert, fügte er an, "die neue Stätte ist ein weiterer Mosaikstein".

Der Mainleuser Bürgermeister Dieter Adam erinnerte an die Anfänge des Jugendhauses im Jahre 1978, brachte eine brandneue und gute Nachricht mit: Der Gemeinderat beschloss, dass 54.000 Euro für den Neubau zur Verfügung gestellt werden.

Und Oberbürgermeister Henry Schramm als Vertreter der Oberfrankenstiftung, die über eine Million Euro beisteuerte, freute sich riesig über das vorzeigbare Domizil, "es wird weit über den Landkreis hinaus Signale aussenden".

Den Schlüssel für das Gebäude überreichte symbolisch Architekt Johannes Müller mit den besten Wünschen für die Zukunft, Dekan Zink stellte dieses unter den Schutz Gottes.

Diakon Hanf: "Ich bin happy, nach über zwei Jahren Pause, bedingt durch Planung und Bauarbeiten, wird das Haus endlich wieder mit neuem Leben erfüllt, wo junge Leute in Gemeinschaft eine gute Zeit verbringen können."
VON DER REDAKTION DER
BAYERISCHEN RUNDSCHAU 
Horst Wunner



Bericht der Bayerischen Rundschau vom 24.04.2014


Seit einigen Wochen herrscht in dem neuen Gebäude schon Betrieb. Am 30.
April soll die offizielle Einweihung gefeiert. Der Neubau hat auch Auswirkungen auf die Buchungszahlen. 
 „Es läuft hervorragend.“ Diakon Christian Hanf ist mehr als zufrieden. „Die Wochenenden könnten wir doppelt und dreifach vergeben. In diesem Jahr ist kein einziges Wochenende mehr frei“, freut sich der Geschäftsführer der Weihermühle. Das Jugendhaus wurde neu gebaut und wird nachgefragt wie nie zuvor. Am nächsten Mittwoch, 30. April, wird das Gebäude offiziell eingeweiht.

Leben ist aber schon länger in das Gebäude eingekehrt, denn schon im Januar dieses Jahres begann der Probebetrieb. Nur wollte man die offizielle Einweihung nicht im Winter feiern, sondern besseres Wetter abwarten, erklärt Hanf.

5,4 Millionen Euro hat der Neubau der Weihermühle gekostet.
Ein Mammutprojekt für das evangelische Dekanat Kulmbach, das ohne die Unterstützung des
wohl nicht möglich gewesen wäre. „Das waren unsere sechs großen Geldgeber“, so Hanf. Sie hätten Summen im sechs- und siebenstelligen Bereich beigesteuert. Ursprünglich war geplant, das Jugendhaus nur zu renovieren beziehungsweise zu sanieren. Das habe sich letztlich aber zerschlagen, blickt Diakon Hanf zurück. Es folgten ein Abriss und Neubau. Über einen Architekten-Wettbewerb habe man „den zweckmäßigsten Entwurf“ ermittelt. Der stammte vom Kulmbacher Büro H2M.

Was ist anders an der neuen Weihermühle? Das beginnt schon mit dem Zufahrtsbereich. Der wurde für die Busse großzügiger gestaltet. Großzügiger ist auch der Eingangsbereich mit der großen Empfangstheke. Von dort fällt der Blick gleich auf den lichtdurchfluteten Innenhof.

Vier Gruppenräume gibt es, einer davon ist groß und teilbar und bietet Platz für 100 Besucher. Über 100 Besucher können auch ohne Probleme von der neuen Küche aus versorgt werden. Selbst das in der alten Weihermühle beliebte Kamin-Eck ist wieder da. Es gibt eine kleine Turnhalle und ein Spielzimmer mit Billard und Kicker.

Über eine nur einseitig befestigte Treppe gelangt man entlang einer großen Glasfront ins obere Stockwerk. Dort befinden sich 26 Zimmer, in denen zwischen zwei und vier Betten stehen. Neu ist, dass es in jedem Zimmer jetzt Dusche und Toilette gibt. Eine Besonderheit ist sicherlich, dass alle Möbel vom Hausmeister und dem Weihermühlen-Team selbst gebaut wurden. Die Heizung im Keller wurde von Öl auf Hackschnitzel umgestellt.

Eines ist aber unverändert geblieben, schmunzelt der Diakon: „In der Weihermühle gibt es nach wie vor keinen Handy-Empfang.“

Doch das hat keinen Einfluss auf die Buchungen: „Die Belegung ist gestiegen, das Interesse an der neuen Weihermühle ist da. Das ist ein Zeichen, dass man nicht nur dem alten Bau nachtrauert, sondern den neuen herzlich empfängt“, sagt Christian Hanf.

Zehn Menschen sind in der Weihermühle beschäftigt, zwei davon in Vollzeit. Seit April gibt es eine neue Halbtags-Stelle, die mit Rudolf Weinzierl besetzt ist. Der soll als Service für die Besuchergruppe Programm-Vorschläge ausarbeiten beziehungsweise Angebote aus der Umgebung unterbreiten und koordinieren.

Ein eigenes kleines Projekt wird noch die Gestaltung der Außenanlagen. „Es wird wieder einen Fußballplatz geben“, verspricht Hanf. Doch nicht nur das. Weiter sind ein Volleyball-Feld, ein Basketball-Hartplatz, Spielgeräte (Schaukel, Rutsche) und eine Tischtennisplatte im Außenbereich geplant. Zum Schluss das eigene, ganz persönliche Fazit von Christian Hanf zur neuen Weihermühle:
„Man merkt erst, wenn etwas nicht mehr da ist, was fehlt. Aber wenn man in die neue Weihermühle kommt, merkt man, was bisher gefehlt hat.“

 

VON DER REDAKTION DER
BAYERISCHEN RUNDSCHAU 
Jürgen Gärtner
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