307 Tag(e) bis
Zweibrücken

Höchste Torausbeute seit 3364 Tagen

Ich musste im Archiv sage und schreibe 3364 Tag zurück gehen, bis ich ein Spiel fand, in dem wir vom DRÜ mehr Tore als bei unserem heutigen 29:20 Sieg erzielt haben. Es war am 26.10.2002, als im Spiel gegen den HC Lenk 30 Tore auf unserer Kontoseite standen. In den letzten Jahren war bei uns die Torausbeute nicht gerade unsere Stärke. Vielmehr konnten wir uns bei unseren Erfolgen meist auf eine äusserst stabile Defensive verlassen.

 

In der Matchbesprechung legte ich das Gewicht bei den taktischen Vorgaben denn auch einmal mehr auf unsere Defensive, denn ich war mir sicher, dass die jungen Spieler von HB Emme 2 im gebundenen Spiel Mühe haben würden. Ich war mir zudem auch sicher, dass unser Gegner heute sehr motiviert sein würde. Mit Sicherheit hatten sie ihre bittere Niederlage in letzter Sekunde im Vorrundenspiel nicht vergessen. Nun, auch wir hatten uns vorgenommen, ab der ersten Minute bereit zu sein um nicht noch einmal das gleiche Schicksal wie gegen Uni Bern zu erleiden. Auch diesen Gegner hatten wir im Vorrundenspiel mit einem Tor bezwungen und dann im Rückspiel eine brutale Niederlage kassiert.

 

Zu meinem Erstaunen und nicht zuletzt dank einer taktischen Fehlleistung des gegnerischen Coachs, und das während des ganzen Spiels, kamen wir immer wieder zu relativ leichten Toren. Die 5:1 Verteidigung, welche Emme 2 spielten, kam uns sehr entgegen. Dies ist auf den ersten Blich umso erstaunlicher, als dass wir sonst gegen diese Verteidigungsvariante extrem viel Mühe bekunden. Heute war es ganz anders und das war eben die Mithilfe des Coachs von Emme 2. Die jungen und körperlich im Durchschnitt nicht sehr robusten Spieler unseres Gegners waren mit ihrer 5:1 Verteidigung nämlich total überfordert. Wir konnten die sich bietenden Löcher in ihrer Verteidigung entweder mit Durchbrüchen, mit Doppelpässen oder vor allem auch mit dem Spiel über den Kreis noch und noch ausnützen, was zur 16:12 Pausenführung führte.

 

Leider waren wir selber in der Verteidigung auch alles andere als stabil. Meine Vorgaben wurden nicht genügend konsequent umgesetzt. In der Pausenansprache versuchte ich nochmals, unsere Verteidigung mit einer eindeutigen Aufgabenzuweisung zu stabilisieren. Entweder wurde ich nicht von allen meinen Mitspielern gehört oder die gestellte Aufgabe war zu schwierig (was ich eigentlich nicht glauben kann). Immer wieder kam unser im Rückraum doch ziemlich harmloser Gegner dank unserem sozialen und taktisch unklugen Verteidigungsverhalten über die Flügel zum Abschluss. So kassierten wir gegen einen im grossen und ganzen ziemlich bescheidenen Gegner 20 Tore, was für meinen Anspruch mindestens 6 zu viel sind.

 

Aber was meckert der Badertscher da genau herum. Wenn die Verteidigung nicht wirklich funktioniert, dann erzielen wir halt fast 30 Tore, das ist ja auch in Ordnung. Sehr in Ordnung ist das sogar und an der Angriffsleistung durften wir heute wirklich Freude haben. Und an den nächsten, vielleicht wieder deutlich stärkeren Gegner, muss unser Trainer ja auch noch nicht denken, oder. Darum sei es so, freuen wir uns an unserem Sieg und hoffen, dass es nicht wieder über 3300 Tage dauert, bis wir wieder einmal so viele Tore erzielen.

 

Rüedu Badertscher

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