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Zweibrücken

Matchberichte Saison 11/12


Was soll nun dieses Zahlenrätsel wieder und was hat das mit dem Abschied auf sich? Nein, die Zahlen im Titel sind weder das Resultat unseres letzten Meisterschaftsspiels, noch sind es irgendwelche Lottozahlen, mit denen ein sicherer Gewinn resultieren könnte. Aber dazu später mehr.

Bei unserem letzten Spiel der Saison 2011/12 hatten wir es mit dem zweitplatzierten HV Langenthal 2 zu tun. Nachdem sich HGO 2 gestern in ihrem letzten Spiel den Gruppensieg definitiv geholt hatten und von Langenthal nicht mehr eingeholt werden konnten, erhoffte ich mir in unserem heutigen Saisonabschluss-Spiel trotz der Underdog-Rolle einen Sieg. Bei Spielbeginn schaute es gar danach aus, dass die Langenthaler mit nur 5 Feldspielern auskommen müssten. Das hätte unsere Chancen sicher erhöht, wäre aber auch nicht wirklich lustig gewesen. Nun, kurz nach Spielbeginn trafen noch ein paar Spieler von Langenthal in der Lachenhalle ein und das Spiel verlief wenigstens in diesem Sinne normal ab. Zum Schluss verloren wir diesen Match denkbar knapp mit 22:23, was gegen den Gruppenzweiten eigentlich nicht schlecht ist. Aber wie schon das eine oder andere Mal in dieser Saison wäre auch in diesem Match mit ein wenig mehr Cleverness und geistiger Bereitschaft unsererseits mehr drin gelegen.

Der erste Teil des Zahlenrätsels bedeutet also 16 Spiele, 14 Punkte und Rang 6. Soweit die nackten statistischen Fakten unserer Saison 2011/12.

Aber eigentlich ist von diesem Spiel etwas anderes viel erwähnenswerter. Dieses Spiel war nämlich ein ganz besonderes Spiel und bedeutet die Lösung des zweiten Rätsel-Teils im Titel dieses Beitrags. Der sonntägliche Match gegen Langenthal 2 war nämlich das letzte Spiel unseres legendären Rolf „Sigi14“ Sigg. Sigi14 hat sich bereits früh entschieden, dass dies seine letzte Saison als aktiver Handballspieler sein würde. Die immer wiederkehrenden Schmerzen nach den Spielen und zum Teil auch nach Trainings haben ihn dazu bewogen, seine Handballer-Lizenz nun endgültig an den berühmten Nagel zu hängen. Ich wollte dies, obschon ich es bereits seit Anfangs Saison gewusst habe, bis zuletzt nicht wahr haben. Sigi war seit deutlich über 20 Jahren eine enorm wichtige Stütze vom DRÜ. Er hat unsere Mannschaft massgeblich mitgeprägt und er hat den Mannschaftsgeist in höchstmöglichem und vorbildlichem Mass vorgelebt. Er war u.a. auch während einigen Jahren unser Trainer. Dass seine Trainerzeit im DRÜ nicht mit einem riesigen sportlichen Erfolg gekrönt war, war definitiv nicht seine Schuld. Darum wurde er seinerzeit trotz zwei Abstiegen innert zwei Jahren auch nicht entlassen. Er war einfach „dr arm Siech“, der das DRÜ nach einem grossen Spieler-Aderlass übernommen hat.

Als Spieler war Sigi14 immer die Zuverlässigkeit in Person und seine Täuschungen waren buchstäblich legendär und haben entsprechend viele Verteidiger zur Verzweiflung getrieben. Viel wichtiger und erwähnenswerter als alle sportlichen Leistungen sind aber seine Leistungen im zwischenmenschlichen Bereich und sein unbezahlbarer Beitrag zum legendären DRÜ-Mannschaftsgeist. Sigi14, du wirst uns auf dem Parkett oder besser auf den Hallenböden fehlen. Du trittst nach 36 Jahren Handball ab, es ist ein Abschied der Vernunft (damit hast du mir einiges voraus) und er schmerzt mich persönlich sehr. Trotzdem sei dir versichert, dass ich deinen Entscheid mehr als nur gut verstehen und nachvollziehen kann. Ich bin dir dankbar, dass du uns vom DRÜ nicht ganz verloren gehst. Du bleibst ja vorläufig unser Sommerfussball-Master und über anderes haben wir bereits gesprochen. So hoffe ich, dass wir im DRÜ und auch ich persönlich weiterhin von deiner menschlichen Grösse profitieren können. In Erinnerung an deine aussergewöhnlichen Leistungen im und für das DRÜ behalte dein Dress mit der legendären Nummer 14! Wir hängen es virtuell an die Hallendecke, wie es sich bei Legenden eben gehört!

Rüedu Badertscher