Gunther Philipp

Zuletzt war er ein eher ernster Mensch


Der im Jahre 2003 verstorbene Komiker Gunther Philipp („Graf Bobby“, „Im weißen Rössl“ mit Peter Alexander) war ein Mann mit eisernen Prinzipien!
Wir vereinbarten einen Gesprächstermin in einem Kaffeehaus im ersten Wiener Gemeindebezirk. Mit dabei war auch „mein“ damaliger Fotograf. Als sich der Fotograf genüsslich eine Zigarette in den Mund steckte, den Schauspieler vor dem Anzünden aber „höflichkeitshalber“ doch noch fragte, ob ihn der Rauch „eh nicht stört“, antwortete Gunther Philipp glasklar: „Der Rauch nicht, aber der Gestank …! Wenn es nicht unbedingt sein muss, dann rauchen Sie hier bitte nicht!“

Gunther Philipp war ein Mann, der mit seiner Meinung nicht hinterm Berg hielt. Ich habe ihn als eher ernsten Menschen kennen gelernt – aber das lag vielleicht an meiner Gegenwart …

Jedenfalls haben wir öfter einmal miteinander geplaudert – auch in seiner Wiener Wohnung. Einmal unterhielten wir uns über die „private Rolle“ eines Komikers. Man weiß ja: Oft wird diese Spezies Mensch zu Partys primär deshalb eingeladen, damit sie für die anderen Gäste den „Kaspar“, den Alleinunterhalter, macht. Doch Gunther Philipp hatte auch da seine Linie und hielt sich stets an seinen – pointierten – Leitsatz, den er gegebenenfalls auch auf Partys ganz direkt aussprach. Er lautete:
„Jemand, der zu einer Party geladen ist, kann nicht gezwungen werden, eine Kostprobe seines beruflichen Könnens abzugeben. Das gilt für Gynäkologen, Chirurgen – aber auch für Komiker ...“