Georg Danzer

Sein Erfolgsgeheimnis? Er war ganz er selbst!


Mit dem, im Jahre 2007 an Lungenkrebs verstorbenen, österreichischen Liedermacher Georg Danzer („Jö schau, so a Sau …“) durfte ich einige Interviews führen. Einmal fragte ich ihn:

Herr Danzer, Sie gelten als „schwierig“. Bei Interviews mit mir sind Sie allerdings nie schwierig. Was also ist damit gemeint?

Danzer: „Ehrlich gesagt, weiß ich es nicht. Doch, als ich 1984 ,Weiße Pferde’ herausgebracht habe, wollte ein Fernseh-Redakteur, dass ich dieses Lied auf einem weißen Schaukelpferd singe. Daraufhin fragte ich ihn: ,Wurde bei Ihnen zu Hause der Tür-Stock versetzt?’ Quasi: ,Sind Sie wo ang’rennt?’ Daraufhin meinte der Redakteur, ich sei unkooperativ, und ich würde schon noch sehen, wie weit ich mit so einer Mentalität komme. Aber damit kann ich eigentlich ganz gut leben. Ich bin nicht arrogant, und eigentlich bin ich ziemlich pflegeleicht. Nur wenn ich das Gefühl habe, dass mich jemand verarschen will, kann ich schon ,schwierig’ sein. Ich lasse mich eben nicht gerne pflanzen! Andererseits, das gebe ich zu, bin ich in gewisser Weise ein Einzelgänger und ein Eigenbrötler. Das ist dann schwierig für meine Frau, für meine Kinder, für meine Freunde, für die ich zu wenig Zeit habe, weil ich mich mit meinen eigenen Sachen herumschlage und beschäftige. Ich bin eben ein typisches Einzelkind. Meine Eltern waren beide berufstätig, und ich war den ganzen Tag lang auf mich gestellt. Da habe ich dann gezeichnet. Ich habe auf der Gitarre geklimpert. Ich war sehr viel allein … Das prägt einen … Ich bin aber gerne alleine. Ich kann problemlos irgendwo 14 Tage lang sitzen und es kommt kein Mensch. Das stört mich überhaupt nicht.“
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Meiner Meinung nach, war Georg Danzer ein Mensch, der nicht falsch sein konnte. „Ein g’rader Michl“, wie der Wiener sagt. Der verfluchte Krebs hat letztendlich zwar ihn zerstört, aber seine Lieder? Niemals!
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„Als ich bei Elfriede Ott Theater spielte, wurde ich von Bischof Krenn kritisiert. Warum? Ich glaube, weil ich mich vorher geweigert habe, mich mit ihm fotografieren zu lassen. Er erschien mir einfach nicht würdig.“
(Danzer, 1996)
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„Ich hatte in meinem Leben nie Angst. Mir haben’s in der Schule immer in die Gosch’n g’haut, und ich hab‘ trotzdem keine Angst gehabt. Ich dachte nur: Irgendwann wird das schon aufhören. Ich war immer ein Außenseiter.“
(Danzer, 1996)
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„Ich vertraue Geschäftspartnern. – Allerdings nicht deshalb, weil ich so vertrauensselig bin, sondern weil es für mich einfacher ist …“
(Danzer, 1996)
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„Die wirklich sensiblen und intelligenten Leute kommen auf der Straße nie zu dir um ein Autogramm. Die achten einfach die persönliche Schutzzone, die ein jeder Mensch braucht.“
(Danzer, 1996)

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