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Event mit Vesna Citakovic

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"An einem Samstagmorgen besuchte uns Vesna beim Training. SIe ist eine Nationalspielerin und spielt in der Bundesliga-Mannschaft des USC Münster. Mich hat sehr beeindruckt, dass sie so hoch springen kann und einen gewaltigen Schlag hat. Sie war sehr nett, doch sie sprach kein Deutsch, redete Englisch. Anderthalb Stunden lang hat sie mit uns Volleyball gespielt und sehr gute Tipps beim Schlagen vorne am Netz gegeben. Es hat mir sehr gut gefallen, und ich freue mich, wenn sie uns vielleicht bald wieder besucht."
Maren Schnittker (11 Jahre, DJK Delbrück)

"Vesna kann viel Kraft in den geschlagenen Ball setzen. Sie ist auch sehr, sehr nett, denn Vesna hat eine Einheit mit uns traininert. Wir haben sehr intensiv den Angriffsschlag geübt. Ich fand es auch ganz toll, dass sie nachher noch mit uns in einer Mannschaft gespielt hat. Was mich aber besonders gefreut hat, ist die Aussicht, dass sie vielleicht eine Trainingseinheit mit dem USC Münster in Paderborn absolvieren will. Dazu bekommen wir zu jedem ihrer Spiele in Münster freien Eintritt."
Madita Tipp (11 Jahre, SC Grün-Weiß Paderborn)

"Ich fand es toll, dass Vesna zu mir gekommen ist und mich gefragt hat, ob ich mich ein bisschen mit ihr einschlagen will. Sie war super nett und hat jeden Ball zu mir hoch zurück gespielt. Ihr Schlag war prima."
Alexandra Tipp (12 Jahre, SC Grün-Weiß Paderborn)

"Ich fand gut, das Vesna gekommen ist, denn wir haben viel dazu gelernt. Es war toll, aus nächster Nähe zu sehen, wie sie angegriffen hat. Sie hat uns auch gesagt, was sie sich falsch angewöhnt hat und dass wir diese Fehler vermeiden sollen. Es wäre toll, wenn öfter solche Spielerinnen oder Spieler zu uns kommen würden."
Jana Krause (12 Jahre, Altenbeken)

Schmettern mit Vesna
Volleyball: Trainingseinheit der Regionalkader mit der Nationalspielerin

Von Simone Flörke (aus: Neue Westfälische Zeitung vom 14. Februar 2006)

Paderborn. „Die ist echt super-nett!“ Der Blick der Mädchen folgt der blonden Frau am Volleyball-Netz. „Ich liebe Kinder sehr“, sagt Vesna Citakovic, in Wewer lebende und für den USC Münster aufschlagende Spielführerin des serbisch-montenegrinischen Volleyball-Nationalteams. Kein Wunder also, dass sie die Trainingseinheit mit den Mädchen und Jungen der Regionalkader in Paderborn genoss.
Anlaufen, vor dem Netz abspringen, die Zehen hochnehmen und den Ball, den die 1,87 Meter große 27-Jährige oben an die Netzkante hält, hinüber befördern: Die talentierten jungen Volleyballer – 16 Jungs der Jahrgänge 1993/1994 und zwölf Mädchen aus 1994/1995 trainieren zweimal monatlich zusammen – ließen sich den ein oder anderen Tipp des Profis nicht entgehen.

Aus acht verschiedenen Vereinen im Kreis haben Andreas Vogelsang und Karl Finke die begabten Nachwuchsspieler und -spielerinnen zusammengerufen. „Ein in Deutschland einmaliges Pilotprojekt“, weiß Vogelsang. Paderborn habe damit vom Westdeutschen Landesverband das Prädikat „Leistungsstützpunkt“ zurückerhalten. „Die Region war in den vergangenen Jahren Volleyball-Provinz“, erklärt der Paderborner. Das soll sich ändern. „Wir möchten die jungen Spieler aber nicht aus ihren Vereinen reißen, sehen sie vielmehr als Multiplikatoren, die insgesamt das Niveau des Volleyballs anheben.“

Entsprechend sei das Training im Regionalkader stärker leistungsorientiert: „Diese jungen Spieler sind in ihrer Entwicklung weiter als Gleichaltrige, können den Ball über sechs bis acht Stationen hochhalten. Im Regionalkader sind die Leistungsstärksten unter sich.“ Madita (11) aus Paderborn weiß besonders die guten Trainingsmöglichkeiten in der Kreissporthalle am Rolandsweg zu schätzen. Schlagen, Angriff und Annahme hätten sie gelernt, ergänzt Karolin (11) aus Bad Lippspringe. „Und eine Physiotherapeutin war da, die uns Übungen mit dem Terraband gezeigt hat.“
Ein langfristiges Zusammenspiel der Talente ist angedacht, erklärt Trainer Vogelsang, zugleich stellvertretender Vorsitzender des neuen Vereins Volleyball-Regionalkader Paderborn („vo.r“): „Sie sollen ab der kommenden Saison Spielpraxis bekommen, nicht nach den Sichtungen gleich wieder auseinander gehen.“ Seit September, dem Trainingsstart der Regionalkader, sei bei ihnen bereits eine deutliche Entwicklung bemerkbar, sagt der Trainer. Angedacht ist, das Training ab Sommer auf einmal wöchentlich zu steigern.

Darüber hinaus will man die Trainerfortbildung forcieren und plant besondere Aktionen – wie jetzt mit Vesna Citakovic. Mit anerkennenden Ausrufen „Yes, that’s good“ oder „Yeah, nice“ und begeistertem Händeklatschen wusste diese die Nachwuchsspieler zu loben und zu motivieren. „Sie haben großes Potenzial“, zollte sie Beifall und betonte die Bedeutung dieser Förderung: „Es ist gut, dass die Kinder von der Straße geholt werden – besonders gut für unseren Sport Volleyball.“
Nach dieser Premiere versprach die Mittelblockerin, bald wiederzukommen – „ich weiß jetzt, wo die Kinder stehen und kann mich dafür vorbereiten“ – und lud die Mädchen und Jungen zum Pokalfinale am 18. März nach Halle ein, wo Münster gegen Schwerin antritt.

(aus: Neue Westfälische Zeitung vom 14. Februar 2006)





"Mami" mit viel Power
Fußball: Dusko Djurisic hat mit Vesna Citakovic sportliche Frau zur Seite

Von Karl Finke (erschienen in: Neue Westfälische Zeitung vom 3. Februar 2006)

Paderborn. Die blond gefärbte Volleyballerin, deren athletische 1,87 Meter Körpergröße im Trikot auf dem Spielfeld erst richtig zur Wirkung kommen, lässt ihren Familiensinn leicht erkennen. Auf dem Schoß sitzt Sohn Nikola, fast zwei Jahre alt, und genießt die Küsschen der Mutter. Warum der Kapitän der Nationalmannschaft von Serbien-Montenegro von ihren Mitspielerinnen „Mami“ genannt wird, muss hier an späterer Stelle noch erzählt werden.

Mit Vesna Citakovic wohnt ganz sicher der erste weibliche Volleyball-Profi in Paderborn-Wewer. „Wegen ihm“, sagt die junge Frau, die heute ihren 27. Geburtstag feiert und meint den Mann an ihrer Seite – Dusko Djurisic. Den Innenverteidiger zog es im vergangenen Sommer aus Israel zum Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn. Als der Zweijahresvertrag unter Dach und Fach war, kontaktierte der Sportliche Leiter des SC, Günther Rybaczyk, den Paderborner Wolfgang Schütz. Und der heutige Trainer des Westdeutschen Volleyballverbandes vermittelte die exzellente Mittelblockerin zum zigfachen Deutschen Meister USC Münster.
Dort spielt sie „nach anfänglichen Problemen in einer neuen Mannschaft“, wie sie sagt, mittlerweile eine Hauptrolle. Ihr Block über dem Netz hat in dieser Saison schon rund 30 Angriffe des Gegners direkt zerstört – damit rangiert sie im USC-Team mit Abstand vorn. Und auch ihr Angriffsschlag mit dem schnellen, oft einbeinigen Absprung schlug zu über 50 Prozent am häüfigsten ein. Immer mit Kaugummi im Mund mag sich Vesna Citakovic so die notwendige Lockerheit verschaffen.

Kennengelernt haben sich die Volleyballerin und der Fußballer in seiner Heimatstadt in Montenegro, wo die Serbin mit ihrem Auswahlteam ein Trainingslager absolvierte. Von dem Touristenzentrum mit italienischem Flair, wie Dusko Djurisic schildert, scheint der sportliche Weg der beiden nach Italien naheliegend. In Modena schlug die Volleyballerin schon vor 10.000 Zuschauern auf.
In Münster ist sie von dem „familiären Atmosphäre“ im „Volleydome“ am Berg Fidel schon begeistert und darf im Pokalfinale am 19. März im Gerry-Weber-Stadion gegen Schwerin sowie in den Play-offs der Meisterschaft auch mit über 5.000 temperamentvollen USC-Fans rechnen.

Sie selbst weis dazu mit der eigenen Emotionalität beizutragen, lässt nach jedem Ball Freude oder Ärger raus und streckt auch an der Seitenlinie, wenn die Netzspielerin für den Libero draußen ist, schon mal die Faust in Richtung Gegner. „Nachdem wir mit der Nationalmannschaft ein richtig schlechtes Spiel gemacht hatten“, erzählt die sportliche Mutter, „war das mit der ’Mami’ ein Spaß.“ Ihre allesamt jüngeren Mitspielerinnen suchten aber doch wohl ein wenig Halt bei einer, die mit ihren Qualitäten immer ein Spiel entscheiden und die vielleicht mit dem Nationalteam bei der WM im Herbst in Japan für Furore sorgen kann

(erschienen in: Neue Westfälische Zeitung vom 3. Februar 2006)

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