Wer ist Verena Stauffer?

Verena Stauffer –

ein Leben für die Vogelwelt

 

Verena Stauffer wurde 1942 in einem kleinen Dorf im Simmental gebo­ren. Schon früh wurde der Alltag und der Lebensrhytmus des Mädchens durch die Natur bestimmt. Der zirka einstündige Fussmarsch durch Feld und Wald zur Schule prägte die kindlichen Sinne mit allerlei Eindrücken: Hier zwitscherte ein Vogel, da sprang ein Hase, hier äste ein Reh. Verena interessierte sich für alles, was kreucht und fleucht. Sie eröffnete mit ihrer jüngeren Schwester ein „Käferhotel“, wo sie vermeintlich ver­waiste und verletzte Käfer aufnahm. Die Pflege bekam den kleinen Krabblern aber nicht so gut und die meisten starben an zu guter Pflege… Der Briefträger des Ortes entdeckte Verenas Liebe zu den Tieren früh und brachte ihr ab und an eine verletzte Maus, einen verletzten Vogel oder ein anderes Tier und übergab es ihr zur Pflege.

 

Das Schlüsselerlebnis, welches Verena Stauffer dazu bewog, sich ein­gehend mit der Vogelpflege zu beschäftigen war dies:

 

Eines Tages, als Verena Stauffer mit ihrem Hund im Dorf zum Spazieren war, bemerkte sie einen verletzten Vogel auf dem Weg am Waldrand. Der schöne, schwarzweisse Vogel lag auf der Seite und rührte sich kaum. Verena Stauffer ging schnell näher und sah, dass die Elster äusserlich keine sichtbaren Verletzungen aufwies. Sie nahm die Elster mit sich nach Hause, beobachtete diese und liess sie in einem abge­dunkelten Vogelkäfig ruhen. Sofort informierte sie sich über das Wesen und Leben der Elster, sie trug Informationsmaterial zusammen und tele­fonierte mit dem zuständigen Wildhüter.  Bei ständiger Beobachtung wurde der Zustand der Elster merklich besser und Verena entschloss sich, die Elster wieder in die Freiheit zu entlassen. So fuhr sie zum Fundort und ging etwas tiefer in das Wäldchen hinein, um die Elster wie­der freizulassen. Die Elster hüpfte frohen Mutes davon, zielsicher auf ei­nen Haufen Obst, welches jemand dort zum Verfaulen hingeworfen hatte, zu. Energisch pickte und hackte die Elster auf diesem bereits gä­rendem Obst herum und labte sich an den stark nach Alkohol riechenden Äpfeln… Verena Stauffer wurde bewusst, dass die Elster ganz schlicht und ergreifend an einem Rausch litt, welchen sie dann bei ihr ausgeschlafen hatte….

 

Der erste Schritt zur Pflegestation war für Verena Stauffer getan, ohne, dass es ihr wirklich bewusst geworden war. So beschäftigte sich die ausgebildete Masseurin und sechsfache Mutter eingehender mit Orni­thologie, liess sich zu dieser ausbilden und schloss auch die Ausbildung zur Feldornithologin und Exkursionsleiterin mit Bravur ab. Privatperso­nen, Wildhüter, Tierärzte und Tierkliniken hatten von nun an eine kom­petente Ansprechpartnerin und Vogelexpertin, welche eine eigens auf­gebaute, kleine Pflegestation betrieb. Diese wurde durch die vom Kanton Bern zum Betrieb bewilligt. Vögel und andere Wildtiere dürfen nicht einfach mit nach Hause genommen und gepflegt werden. Dies bedarf einer Bewilligung!  

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