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Presse, Leserbriefe




2010-10-01 Bedenken einer Bürgerin aus Zeuthen wegen Südabkurvung

Sehr geehrter Herr ...,

mit Interesse habe ich Ihre Äußerung in den "Potsdamer Neueste Nachrichten" vom 30.09.10 gelesen.
Sie schreiben "die Südbahn könne als reine Startbahn" verwendet werden "und die Flugzeuge dann nur in Richtung Süden abknicken lassen".

Sollte dieses Horrorszenario Wirklichkeit werden, dann versetzt es meiner Heimat ZEUTHEN im Südosten Berlins den Todesstoß.

Und ich nehme an, es ist Ihnen ganz egal, dass dort Hunderte Familien mit ihren kleinen Kindern zugezogen sind; in der KiTa meines 3-jährigen Kindes werden über 200 kleine Menschen betreut. Und wenn ich mir überlege,  dass sämtliche startende Flugzeuge in niedriger Flughöhe über diese kleinen Schutzbedürftigen hinwegkrachen (Schadstoffausstoß eines Fliegers=4000 Pkw), dann überläuft mich ein eiskalter Schauder des Grauens.
Wenn es vermieden soll, das bewohntes Gebiet nicht überflogen werden soll, wie Herr Habermann angeblich geäußert haben soll (obwohl ich wegen seiner früheren Tätigkeit als Bürgermeister von Blankenfelde eine Befangenheit wahrnehme!), dann frage ich mich, wie Sie auf einen solchen Vorschlag kommen.

Wir in Zeuthen können nur intervenieren, hoffen, beten, bangen und bitten, dass dieser bittere Kelch an uns vorübergehen bzw. uns nicht ganz so hart treffen möge. Es sind durchaus Kompromisse möglich - zumindest, dass Zeuthen, ein seit Jahrzehnten anerkannter Naherholungsort am See, am Rand Berlins, nicht so direkt überflogen wird.

Mit freundlichem Gruß
..., Zeuthen

2010-10-02 Antwort hierzu, Aufklärung des Missverständnisses
Blankenfelde, 2.10.

Sehr geehrte Frau ...,
die <Potsdamer Neueste Nachrichten> haben leider aus dem kurzen Telefonat nicht all das präzise wiedergegeben, was ich gesagt hatte. Vermutlich war das gar nicht böser Wille, sondern der Tatsache geschuldet, dass sich die Potsdamer erst seit kurzem bewusst sind, dass der BBI auch auf ihr Gebiet Auswirkungen haben wird.  Lassen Sie mich deshalb einiges klarstellen.

1. Der Standort Schönefeld ist grundfalsch.
In dieser Lage müssen Flugzeuge immer dicht besiedeltes Gebiet überfliegen, egal wie pfiffg An- und Abflüge organisiert werden. Als einzige Partei haben die Grünen diesen Standort immer abgelehnt. Aber der BBI wird nun einmal kommen. Es gibt Politiker, die ihre Bürger jetzt im Stich lassen - und andere, die versuchen, den Schaden möglichst gering zu halten (ja, auch dann, wenn sie den Standort grundweg ablehnen).

2. Die Flugzeuge fliegen in Korridoren und ziehen Lärmteppiche hinter sich her.
Auch wenn auf den Karten die An- und Abflugrouten als dünne Linien dargestellt sind: Die Flugzeuge bewegen sich in mehr oder minder breiten "Korridoren". Die Flugspuren kann man sich auf der Seite der Deutschen Flugsicherung ansehen. Außerdem erzeugen sie Schall, der sich auch rechts und Links von der Flugbahn ausbreitet. Der Deutsche  Fluglämdienst baut ein Bürger-Messnetz auf, um die tatsächliche  Belastung nachweisen zu können. Zeuthen wird - wie auch die meisten  anderen Gemeinden im Umfeld des BBI - dem Lärm nicht völlig ausweichen können.

3. "unabhängiger Betrieb" heißt doppelter Betrieb.
Der unabhängige Betrieb der beiden Start/Landebahnen heisst praktisch: Zwei Flughäfen an einem Standort. Es wird doppelt so viel Fläche beim Start und doppelt so viel bei der Landung überstrichen. Doppelt so viel Platz brauchen die Fluzeuge im Luftraum auch zum geordneten Einschwenken auf die verschiedenen Himmelsrichtungen.

4. Der "unabhängige Betrieb" schränkt die Möglichkeiten für den Verlauf von Flugrouten stark ein.
Damit sich die Flugzeuge beim Starten nicht in die Quere kommen, müssen die Flugrouten parallel oder (wie es jetzt offenbar Vorschrift ist) leicht abkickend voneinander verlaufen. Ein richtig deutliches Abknicken nach Süden (natürlich im Rahmen der Sicherheit und der technischen Möglichkeiten) ist bei "unabhängigem" Betrieb nicht ohne weiteres möglich. Das ist viel eher machbar mit nur einer Startbahn, d.h. in "abhängigem" Betrieb. Selbstverständlich ist nicht daran gedacht, durch ein Abkurven dichtes Siedlungsgebiet zu überfliegen. Es werden einfach mehr Möglichkeit eröffnet, andere Abflugvarianten zu entwickeln, die insgesamt weniger belasten. Welche Abflugkurve dies am besten leisten kann, wird man im Detail noch untersuchen müssen. Vielleicht entwickeln die "Ostanlieger" des BBI hierzu eigene Vorstellungen.

Hierzu ein Auszug aus einem Leserbrief aus der Berliner Morgenpost vom gestern, 1.10:
"Leider ist durch die neue Situation im Westen völlig unerwähnt geblieben, dass eine ebenfalls neue abgeknickte Flugroute im Osten unmittelbar nach dem Start direkt mitten über das dicht besiedelte Wohngebiet der Gemeinden Schulzendorf/Eichwalde/Zeuthen hinwegführen würde. Es ist unverständlich, wieso die Deutsche Flugsicherung stattdessen nicht ein Abschwenken in einem Viertel- bis Halbkreis vorschlägt, wodurch der Flugverkehr über unbesiedeltem Gebiet westlich von Schulzendorf verliefe und auch Königs Wusterhausen verschont bliebe."
..., Eichwalde

Dass genau so etwas technisch möglich wäre, hat Dr. Fuld für die Westseite von der flugbetrieblichen Seite und FBB Maschke von der Lärmauswirkung her bereits untersucht. Sie können die Gutachten auf www.vuv-verein de nachlesen.

5. An- und Abflüge geschehen gegen den Wind.
Deswegen werden (wie schon jetzt) 70% der Starts in Richtung Blankenfelde-Mahlow geschehen. Beim Start laufen die Triebwerke auf vollen Touren. Hier ist der Lärm am größten und der Schall trägt am weitesten. Blankenfelde-Mahlow ist mit 30.000 EW die größte Gemeinde in Landkreis TF mit einer entsprechenden Zahl von sozialen Einrchtungen. Auf der Westseite (=Startseite) dürfte der Gesamtlärm rund doppelt so groß wie auf der Ostseote werden. (ca, zwei Dutzend Standorte der soz. Einrichtungen in  Blankenfelde-Mahlow finden Sie im Atlas der Gemeinsamen Landesplanung, http://gl.berlin-brandenburg.de/bbi/index.html, ganz unten).


Sehr geehrte Frau...,
ich "will" überhaupt keinen Fluglärm. Über keinem Haus, keiner Kita, keiner Schule, auch nicht über Zeuthen. Aber der BBI wird kommen, alle rechtlichen Möglichkeiten sind ausgeschöpft. Wer jetzt verantwortungsvoll zu den  Lärmbetroffenen steht, sitzt jetzt nicht in der Schmollecke, sondern versucht, zu retten, was zu retten ist und das günstigste aus der Scheißsituation zu machen.

Deshalb fordere ich gemeinsam mit anderen:
  • Steilstart- und Landeverfahren sowie Versatz der Abhebe- und Aufsetzpunkte für größtmögliche Flughöhe über besiedeltem Gebiet
  • den abhängigen Betrieb der Start/Landebahnen, um die überflogene Fläche insgesamt zu verkleinern und Flexibilität für die Verlegung der Flugrouten zu erreichen
  • ein ggf. starkes Abknicken oder Abkurven nach dem Start, um möglichst gering besiedeltes Gebiet.( Ja, wegen des Standorts wird es keine Lösung geben, die niemanden belastet.)
  • die Untersuchung mehrerer - auch "abknickender" - Varianten von Flugrouten durch die Deutsche Flugsicherung
  • jede Variante muss in einer detaillierten Analyse nach Anzahl der Betroffenen  und jeweiliger Höhe der Belastungen durch eine unabhängige, kompetente Institution (z.B. Landesumweltamt Brandenburg) vergleichbar gemacht werden. Nur mit harten Zahlen kann "mehr" oder "weniger" Belastung eingeschätzt werden.
  • auf die am stärksten Belasteten Menschen in der Nähe des BBI (natürlich auf beiden Seiten!) muss auch am stärksten eingegangen werden, da es dort nicht nur um Belästigung geht, sondern regelrecht um Gesundheitsgefährdung.
  • stengerer Nachtschutz von 22-6 Uhr
Erst wenn durch diese "aktiven Maßnahmen" die Betroffenenzahl minimiert ist, muss es für die verbleibenden Betroffenen tatsächlich wirksamen und großzügigen Schallschutz geben, nicht das knauserige Sparpaket (Lüfter im Schlafzimmer), das jetzt durchgeführt wird. Ich wiederhole: Wegen des Standorts wird es auch bei voller Ausreizung aller Möglichkeiten (s.o.) immer noch viel zu viele Betroffene geben.

Jede Vermutung, ich würde nur "an mich", oder "meine" Familie oder "meinen" Ortsteil oder "meinen" Landkreis denken, und andere irgendwie "opfern", weise ich strikt zurück! Es gibt keine "mehr" oder "weniger" schützenswerte BürgerInnen - alle müssen geschützt werden! Es gibt aber durchaus "mehr" oder "minder" stark Betroffene. Das Grummeln über Zehlendorf hat eine andere Qualutät als das Brüllen über Bohnsdorf. Zusammen mit dem VUV stelle ich mich der wenig dankbaren Aufgabe, mir Gedanken über den Betrieb des BBI zu machen, ohne dieses Monsterprojekt und Milliardengrab verantwortet zu haben. Für mich wäre es viel bequemer, mich zurückzulehnen und mit dem anklagenden Finger auf die Landesregierung zu zeigen, ohne selbst angeifbare Vorschläge zu machen.

Sehr geehrte Frau ...,
Sie sind, genau wie ich, betroffen vom Fluglärm. Wir wollen doch das Gleiche, nämlich dass mögliche wenige Menschen von diesem unseligen Flughafen genervt werden. Lassen Sie uns doch gemeinsam überlegen, wie die beste Lösung für alle Anwohner unter den leider bitteren Rahmenbedingungen aussehen kann. Der VUV e.V. hat auch Mitglieder in Eichwalde, Schulzendorf, Müggelheim, Bohnsdorf usw. Sie können sich gern mit Fragen oder Ideen auch an die stellv. Vorsitzende des VUV, Christine Dorn, wenden unter 030 676 98 91. Sie wohnt an der "Ostseite" des BBI und kennt die Situation dort besser als ich.

Mit besten Grüßen!
...


2010-10-05 Leserbrief Marcel A. Hoffmann an Berliner Morgenpost wg. Südabkurvung bei Start nach Osten
Betreff: BBI-Abflugrouten, hier: konkreter Optimierungsvorschlag an die Fluglärmkommission
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dass die Morgenpost die aktuellen Probleme der Bürger mit BBI aufgreift, wie auch heute morgen wieder zu lesen war. Natürlich ist der Protest gegen Fluglärm kaum laut genug vorzubringen. Nach meiner Berufserfahrung sind es in diesem Zusammenhang aber eher die konstruktiven Vorschläge, die letztlich die Problemlösung herbeiführen. Hierbei hat sich ein schrittweises Vorgehen anstelle eines Rundumschlages stets bewährt.In diesem Sinne habe ich mir bei dem DFS-Vorschlag zunächst den Ostabflug von der Südbahn angesehen und schlage dazu eine Optimierung vor. Diesen Vorschlag habe ich auch der Fluglärmkommission Berlin-Schönefeld zugeleitet.

DFS-Vorschlag:
Der vorgeschlagene Abflug erfolgt unmittelbar nach dem Start direkt mitten über das dicht besiedelte Wohngebiet der Gemeinden Schulzendorf/Eichwalde/Zeuthen hinweg.
Die Orte sind auf der Karte leider nur als Punkte eingezeichnet, es handelt sich aber um durchgängig bebaute verbundene Gemeinden, man kann nicht einfach zwischen 2 Punkten durchfliegen! Der Abflug führt weiter über Rauchfangwerder, Wernsdorf und dann nach Westen auch noch über Königs Wusterhausen. So gesehen ein Volltreffer, der Vorschlag hat kaum eine Gemeinde ausgelassen.

ICAO Doc 9643 (3.3.2) sieht bekanntlich eine Divergenz von "by 15 degrees or more (!!!) immediately after departure" vor, also auch 90 oder 180 Grad oder... Der Zusatz "or more" wurde offenbar übersehen?

Vorschlag zur Optimierung der Abflugroute:
Ich schlage daher vor, beim Abflug nach Osten von der Südbahn unmittelbar nach dem Start einen Viertel- bis Halbkreis nach Süden zu fliegen, wodurch der Flugverkehr über unbesiedeltem Gebiet westlich von Schulzendorf verliefe und auch Königs Wusterhausen verschont bliebe. Diese Abflugroute wird übrigens heute schon des öfteren sogar von der Nordstartbahn aus geflogen (siehe dfld.de) und würde sich beim Abflug von der Südstartbahn noch weiter nach Westen verlagern, also Einwohner vor unnötigem Lärm schützen.
Meinen obigen Vorschlag habe ich der Vergleichbarkeit halber in eine Abbildung der DFS-Flugroutenvorschläge der Morgenpost eingearbeitet (s. Anhang). Hieraus ergeben sich gewaltige Vorteile im Vergleich zum DFS-Vorschlag, denen keine Nachteile gegenüber stehen.
  • Zehntausende von Bürgern würden erheblich weniger durch Lärm und Kerosinnebel belastet (Kerosinnebel ist derzeit in der wissenschaftlichen Diskussion, da die Turbinen offensichtlich Nanopartikel ausstossen, denen krebserzeugende Wirkung nachgesagt wird - also ist Vorbeugen besser!).
  • Durch die Abflugkurve erfolgt keine Verlagerung, sondern eine tatsächliche Nettoentlastung der Bürger von Fluglärm.
  • Bei der Steigflugkurve nach rechts (Süden) handelt es sich unbestreitbar um ein abflugtechnisch sicheres Verfahren.
  • Diese Kurve ist für alle Flugzeugtypen (gross und klein) fliegbar und würde sich bei Typen mit kürzerer Startstrecke (die anteilsmäßig weit überwiegen) noch bis zu 3km nach Westen verlagern - insofern sollte eher von einem Abflugkorridor gesprochen werden, der bis zu 3km breit sein kann.
  • Diese Abflugroute ist aufgrund der kürzeren Strecke sogar nachhaltig wirtschaftlicher für die Fluggesellschaften.
Ich informiere Sie hiermit zeitnah über diesen an die Fluglärmkommission gerichteten Vorschlag. Aus meiner Sicht wäre es vorteilhaft, das sehr komplexe Problem zunächst in einzelne Segmente zu zerlegen (wie hier: Ostabflug von der Südbahn) und sodann mit den Betroffenen sukzessive und mit Fortschrittsberichten an die Öffentlichkeit abzuarbeiten. Für Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.
Mit besten Grüssen

Marcel A. Hoffmann
Fontaneallee 61
15732 Eichwalde
marcel.a.hoffmann@gmx.de




2010-09-29: Bericht in den Potsamer Neueste Nachrichens (PNN): http://www.pnn.de/pm/335299/
Kommentar VUV: Eine leider etwas verzerrte Darstellung der PNN, aus offenbar unterschiedlichen Telefonaten zusammengestellt.
Zur Klarstellung: Nicht der VUV, sondern die Schutzgemeinschaft bzw. die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow hat das Maschke-Gutachten (s.u.) in Auftrag gegeben und bezahlt! Wir als VUV finden den im Gutachten beschriebenen abhängigen Betrieb der beiden Start/Landebahnen und die sofortige Südabkurvung nach dem Start eine sehr interessante Variante, da sie insgesamt wesentlich weniger Haushalte belasten dürfte als die aktuellen Vorschläge der DFS. Aber möglicherweise gibt es noch weitere Lösungen, die noch mehr Entlastung bringen.


Leserbrief zur Flugroutendiskussion (doc) Herunterladen
Kommentar VUV: Herr Dr. Fuld hat sich im Auftrag der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow als Sachkundiger, nicht in seiner Funktion als Vertreter der Bundesvereinigung gegen Fluglärm, Gedanken gemacht, ob man sich Alternativen zum Direktüberflug von Blankenfelde-Mahlow vorstellen kann. Diesen zunächst rein flugtechnischen Ansatz hat er dann an das Forschungsbüro Maschke übergeben, das gleichfalls von Blankenfelde-Mahlow den Auftrag hatte, auf Grundlage meiner Arbeiten Lärmberechnungen und Betroffenheitsermittlungen durchzuführen. Vergleichende Lärmberechnungen mit interessanten Ergebnissen sind erfolgt (siehe unten); leider sind bisher die Betroffenenzahlen nicht ermittelt worden.
Die Bundesvereinigung gegen Fluglärm fordert stets die sorgfältige Prüfung möglicher Alternativen - natürlich auch der von hier vorgestellten - und die Abwägung unter Würdigung aller Umstände, auch des Umstandes, dass neu Betroffene nicht die Möglichkeit hatten, sich im Planfeststellungsverfahren zu äußern.  Dabei muss seitens der zuständigen Stellen (Behörden, Fluglärmschutzkommission) eine Grundsatzentscheidung getroffen werden, ob man es vorzieht, wenige eher stärker zu belasten oder den Lärm auf eine Vielzahl von Betroffenen zu verteilen; für beide Ansätze gibt es stichhaltive Argumente. Es sollen keine neue Flugrouten eingerichtet werden, bei denen es zu einer Gesundheitsgefährdung kommt, d.h. Routen, bei denen mit Lärmimmissionen über 60 dB(A) tagsüber bzw. 50 dB(A) nachts gerechnet werden muss. Auch muss stets gewährleistet sein, dass Betroffene, die Pegeln oberhalb der einschlägigen Grenzwerte ausgesetzt sind, vor Nutzung einer Flugroute durch Schallschutzmaßnahmen geschützt werden. Perspektivisch treten wir für ein Zulassungsverfahren neuer Flugrouten unter Beteiligung der Öffentlichkeit sowie Kompensationen bei Neubelastungen auch unterhalb der Grenzwerte des Fluglärmschutzgesetzes ein. Es wird von vielen zunehmend als staatliche Willkür und Ungerechtigkeit empfunden, dass Flugrouten festgelegt werden, ohne dass weder Betroffene angehört werden noch ein Ausgleich für den Verlust an Lebensqualität und für Wertminderungen im Immobilienvermögen gewährt wird.
Eine "gerechte" Fluglärmverteilung gibt es nicht; Fluglärm ist immer ungerecht.
Bei hohen Belastungen sind Betriebsbeschränkungen unabdingbar; neben den klassischen Nachtflugbeschränkungen sind dabei auch weitere Beschränkungen in den Tagrand-Stunden sowie für laute Flugzeuge - das sind nicht nur alte, sondern auch neue schwere - denkbar.  Die von der Flughafengesellschaft betriebenen Entwicklung zu einem interkontinentalen Drehkreuz sollte keineswegs unterstützt werden.
28.09.10 Eckhard Bock


2010-09-06 Pressemeldung VUV Anzeigen