Holz-Pfeifen-Bau: Ein Foto Tutorial von Micha von e-pipes

Teil 1: Auf dem Holzweg

Für so manchen Liebhaber gepflegter Dampf-Kultur ist das die Krönung seiner Leidenschaft: Der Bau einer eigenen elektronischen Holz-Pfeife. Micha kreiert seit geraumer Zeit wunderschöne, künstlerisch anmutende Holz-e-pipes. Als Meister seines Faches lässt er die User von Vape & Make in einem Foto-Tutorial an der Entstehung eines seiner Kunstwerke teilhaben.

Sicherlich geht es nicht nur mir so, dass ich relativ häufig von Außenstehenden angesprochen werde, ob Dampfen nicht auch mit einer (e-)Pfeife funktioniere. Dies würde ein schöneres und stimmigeres Bild abgeben als e-Zigaretten. Inzwischen kann ich sagen: Es geht ganz wunderbar! Und gerade Holz ist besonders gut geeignet, 
mit vergleichsweise einfachen Mitteln sowohl urige als auch moderne Dampfapparate herzustellen. 

Eine Frage des Holzes

Der Bau einer Holzpfeife beginnt mit der sorgfältigen Auswahl des Holzes. Grundsätzlich können fast alle Hölzer verwendet werden. Die Auswahl erfolgt einerseits nach ästhetischen Gesichtspunkten - Farbe und Maserung spielen hier die entscheidende Rolle. Zum anderen dürfen aber auch material-technische Eigenschaften nicht ganz außen vor bleiben. So sind Weichhölzer zwar einfach zu bearbeiten, neigen aber zum "Reißen". Manche Harthölzer 
hingegen sind, insbesondere beim späteren Bohren, nur schwer zu bearbeiten. Zudem haben einige Hölzer einen hohen Ölgehalt. Sie lassen sich dadurch nur schlecht verkleben und müssen auf jeden Fall vor dem Kleben entfettet werden.

Die Säge kommt zum Einsatz

Der Pfeifenbauer wird zu diesem Zeitpunkt schon eine recht genaue Vorstellung davon haben, wie das Endprodukt später einmal aussehen soll. Den Grundriss kann er zunächst auf Papier  skizzieren. Dann aber wird es Ernst mit dem Bau. Im ersten Schritt überträgt der Handwerker den Grundriss der Pfeife auf das Holz. Dabei braucht er sich grundsätzlich nur Gedanken um den Pfeifenkopf zu machen. Der Pfeifenstil kann durch den Konnektor gestaltet werden. Die Konturen der künftigen Pfeife schneidet er dann am einfachsten mit einer Bandsäge aus. Aus dem groben Holzklotz ergibt sich so eine erste Form, die erahnen lässt, was hier entstehen soll. 

Aufgebohrt

Auch im nächsten Schritt kommt schweres Werkzeug zum Einsatz. Eine Bohrmaschine und ein Bohrständer sind quasi unerlässlich, wenn es nun darum geht das Innenleben der künftigen Pfeife zu gestalten. Zwei Bohrungen müssen in den grob geformten Kopf eingelassen werden. Eines wird später den Verdampferanschluß aufnehmen, eines den Akku. 

Das Loch für den Akku kann für den Pfeifenbauer schon eine Herausforderung darstellen, gerade wenn es tief sein muss, weil ein längerer Akku verwendet werden soll. Zwei Bohrertypen haben sich in der Praxis bewährt:

Werden tiefere Löcher gebohrt, empfiehlt sich der Einsatz eines Schlangenbohrers. Dessen Zentrierspitze frisst sich anstandslos ins Holz und sichert eine gute Führung. Die speziell konstruierte Wendel dieses Spiralbohrers sorgt dafür, dass die Späne aus dem Loch zuverlässig heraus befördert werden. 

Bei Löchern mit großem Durchmesser eignet sich grundsätzlich auch ein sogenannter Forstnerbohrer. Diese Sonderform des Holzbohrers kommt zum Beispiel im Möbelbau zum Einsatz, um die Aufnahmen für Topfschaniere anzufertigen. Er besteht aus einem dünnen Schaft zum Einspannen und einem breiten Aufbau mit Zentrierspitze und zwei rotierenden Schneiden, die gut für flache Löcher geeignet sind. Beim Einsatz des Forstnerbohrers für tiefere Löcher kann der Pfeifenbauer möglicherweise Probleme mit dem Heißlaufen des Bohrers bekommen. Er muss ihn zwischendurch immer wieder kühlen und zudem die Späne aus dem Loch heraus saugen. Besonders bei Verwendung von Hartholz kann der Einsatz daher problematisch sein.

Vom Bohrer zur Säge

Hat der Pfeifenbauer die grobe Holzform mit dem
den Bohrer auf ersten Weg zum Dampfgerät gebracht, kommt nun die Säge zum Einsatz. Schweres Gerät ist in diesem Schritt allerdings nicht mehr angesagt. Mit Hilfe einer Handsäge wird der Schaft für den Verdampferanschluss aus dem groben Umriss herausgearbeitet und bekommt eine gefälligere Form.

Vorsicht Staub

Der nächste Arbeitsschritt bringt Staub satt: Mit dem Bandschleifer schleift der heimwerkende Dampfer den Pfeifenkopf grob vor. Da wirklich sehr viel Staub entsteht, ist zumindest eine Staubschutzmaske quasi Pflicht. Auch Handschuhe können je nach Material empfehlenswert sein, denn einige Holzarten können Allergien hervorrufen. Der Schleifstaub von Eiben beispielsweise ist giftig. Gesunde Vorsicht ist hier also angesagt.  

Das handwerkliche Prinzip der Schleifarbeit ist dagegen einfach: Der Pfeifenbauer arbeitet sich vom groben Vorschliff in immer feinere Gestaltung vor. Dafür werden schrittweise immer feinere Schleifpapiere verwendet. Am Anfang steht etwa ein Band mit der Bezeichnung K60 oder K40. Zum krönenden Abschluss greift der Handwerker zu K120. 

Je nach Geschmack kann der Pfeifenbauer seinem Dampfgerät eine schlichte, klare oder eine eher verspielte Form geben. Um Konturen herauszuarbeiten, hat sich ein "Dremel" bewährt. Mit der rotierenden Werkzeugspitze dieses motorbetriebenen Multifunktionsgerätes sind phantasievolle und urige Formen problemlos im Holz umzusetzen.

Die Hochzeit steht bevor

Spricht ein Autobauer von "Hochzeit" so meint er mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger zwischenmenschliche Verbindungen als die Vereinigung von Chassis und Bodengruppe am Ende des Produktionsprozesses. Eine solche "Hochzeit" steht nun auch der E-Pfeife bevor: Die Verbindung von organischem Material und technischen Komponenten. Wie genau diese Hochzeit von statten geht, beschreibt der zweite Teil von Michas Tutorial.