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Software Defined Radio

Der FiFi-SDR wird vom Funkamateur-Online-Shop als Bausatz vertrieben. Bausatz meint in diesem Zusammenhang das Einlöten von 5 bedrahteten Bauelementen.
Das ist also wirklich rasch erledigt. Dann werden die SDR-Grundplatine und der Preselektor zusammen gesteckt, in das Gehäuse geschoben und mit vier
FiFi-SDR
Schrauben verschraubt. Fertig und betriebsbereit ist der kleine und stabile Empfänger für 200kHz bis 30MHz. Der FiFi hat eine Soundkarte mit 96kHz an Bord und so werden zum Betrieb nur eine Antenne und eine USB-Verbindung zum PC oder Laptop benötigt. Hierüber laufen dann das digitale I/Q-Signal und die Stromversorgung. 

Schwieriger gestaltete sich da schon die Suche nach einer geeigneten Software. Bei mir, auf meinem Windows 7 32 Bit System liefen Rocky und Power SDR nicht. HDSDR hat in Verbindung mit dem ConFiG SoftRock Tool (CFGSR.exe) sofort einwandfrei funktioniert. Über dieses Tool sind auch die Frequenzkalibrierung und die manuelle Selektion der Filter möglich. Vielen Dank an Fred, PE0FKO für dieses tolle Tool!

Meine Lieblingssoftware ist aber SDR-Radio. Dieses Programm stellte sich aus meiner Sicht etwas "störrisch" bei der Installation an. Jetzt weiß ich, dass es wichtig ist, die Software nicht unter "Programme" zu installieren. Hier verhindern die benötigten Admin-Rechte nämlich die Modifikation der Konfigdateien, die von der Adapter-DLL initiiert werden. Diesen Adapter, der es überhaupt erst ermöglicht, SDR-Radio mit dem FiFi zu nutzen, hat Robert programmiert. Vielen Dank für den tollen Job! Die Adapter_LibUsb0 (libusb0.dll) gibt es in der WinRad_DLLs Yahoo-Group. Werden die dort beschriebenen Hinweise befolgt und die Einstellungen in der SDR-Radio-Software korrekt gesetzt, so funktioniert alles einwandfrei. Ich musste noch das Häkchen bei "Swap I/Q" setzen. 

Belohnt wird man nach dieser Prozedur mit tollen Funktionen, deren Wirkungsweise z.T. auch grafisch dargestellt werden. Das sind z.B. die AGC- und die Filter-Parameter. Es werden auch verschiedene Algorithmen zur Noise Reduction angeboten, die sehr wirkungsvoll sind. Erwähnenswert sind noch die schier unendlichen Design-Einstellungen und der direkt
integrierte Data-Decoder. Dieser kann PSK, RTTY, CW, 
Olivia und viele andere Modes.

Die SDR-Radio-Software, die relativ wenig CPU-Last produziert, läuft bei mir auch auf einem Atom-Netbook einwandfrei und macht in Verbindung mit dem FiFi richtig Spaß. Sitzt man an der Console, so glaubt man kaum, dass das mit dem kleinen und günstigen Kästchen möglich ist. Ein paar Einschränkungen gibt es natürlich. So haben die Entwickler den FiFi bzgl.
Kosten und Empfindlichkeit optimiert. Er funktioniert mit etwas Draht als Antenne schon richtig gut. An meiner ZS6BKW muss ich 10 bis 20dB Dämpfung einfügen, ansonsten kommt es zur Übersteuerung. Das macht sich sofort durch Ansteigen des Rauschflures bemerkbar und auf der Local-Oszillatorfrequenz ist dann der Deutschlandfunk zu hören. 

Einen Wermutstropfen für mich als CW-Liebhaber gibt es aber doch: die Latenzzeit der "SDR-PC-Lösungen" ist relativ groß. Dies schränkt den Einsatz als Empfänger in einem Transceiver für CW stark ein. Full-BK ist definitiv nicht möglich. Nach Einstellung einiger Parameter funktioniert Semi-BK schon. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass eine konstante Verzögerung für den CW-Operator nicht so kritisch ist. Hierauf kann er sich einstellen. Schlimm sind zeitlich variierende Verzögerungen. Insbesondere die Power-SDR-Software wurde bzgl. Jittern optimiert. Auf FPGA-basierende SDR sind wesentlich schneller und damit ist auch Full-BK mit hohen Geschwindigkeiten kein Problem.