R1 Fieldday CW 2012

Rudolf, DJ3WE schreibt: "Fieldday, das hat schon was! Das ist eine Mischung aus Lagerfeuerromantik und Sonnenbrand. Das ist was für Siebzigjährige, die nicht erwachsen werden wollen und für Dreißigjährige, die sich von gruppendynamischen Prozessen gefangen nehmen lassen; das ist Chaos und Improvisationskultur; Fieldday, das ist Wurstsalat zum Frühstück, warmes Bier in den Schichtpausen, Mücken Stechen am Nachmittag. Fieldday, das ist das Suchen nach der Stirnlampe in stockfinsterer Nacht , um dem leer gelaufenen Generator wieder Leben einzuhauchen. Fieldday, das ist Frieren in der Nacht und Schwitzen am Tag. Fieldday, das ist, wenn man im Sturm gepeitschten

Regen beim Antennenaufbau nicht mehr durch die Brille schauen kann, aber Fieldday, das ist auch das, wo die aufgehende Sonne milde den Dunst im Tal beleuchtet, aus dem in der Ferne die Spitzen der Kirchtürme sichtbar sind. Fieldday, das ist das Schmiermittel für das OV-Leben; Fieldday das ist was für harte Kerle und für Romantiker -

und natürlich was für Contester aller Leistungsklassen." Wir haben bei relativ schlechten Ausbreitungsbedingungen und durchwachsenem Wetter unser bestes Ergebnis eingefahren! Und danach sah es anfangs überhaupt nicht aus. Am Freitagabend beim Aufbau des Hauptmastes haben wir durch einen kleinen Arbeitsfehler den Spiderbeam

eines Beines beraubt. Und das Spinnennetz sah mit den verbliebenen drei Spreizern irrepparabel aus. So konzentrierten wir uns zunächst auf den weiteren Aufbau und parallel riefen wir OM Johann, der bekannt für seine mechanische Begabung ist, zur Hilfe. Als wir dann unser bekanntes Setup fertig gestellt hatten, war der Spiderbeam tatsächlich

mit Hilfe einer Krücke einigermaßen betriebsbereit. Nach dem Aufbau der gesamten Station und dem Test der wichtigsten Funktionen wurde gegrillt und Lagerfeuerromantik genossen. Dann ging es in bitterkalter Nacht in die Schlafstellen. Am Samstag, nach dem Frühstück wurden noch Restarbeiten durchgeführt, gefachsimpelt, getestet, gegrillt und um 17:00 Uhr in den Contest gestartet. 10m war fast überhaupt nicht auf und 15m hat auch geschwächelt. Auch auf 20m hörten sich die Signale verechot und verwaschen an. Es lief nur schleppend an. Die QSO-Raten besserten sich zum Abend und auf 160m konnten wir trotz suboptimaler Antenne knapp 100 QSOs loggen. Am Sonntag hörten sich die Signale zwar besser an, aber richtiges DX war nicht möglich. Die üblichen NA-Pileups am Ende des Fielddays blieben völlig aus. Trotzdem haben wir mit 921 QSOs und ca. 488.000 Punkten unser bestes Ergebnis überhaupt eingefahren. Mal schauen, wie es der Konkurrenz ergangen ist und was unser Ergebnis final wert ist...

Band QSOs Pts W/D

1,8 98 358 19

3,5 148 525 24

7 313 984 39

14 262 802 45

21 94 290 32

28 6 18 5

Total 921 2977 164

Dieses Mal haben wir unser Equipment und unsere Hilfswerkzeuge instand gesetzt und Aufbaupläne erstellt. Die nächste "Evolutionsstufe" wird die Optimierung der Aufbauorganisation sein. Wir möchten alle Gegenstände und Werkzeuge, die für ein "Gewerk" notwendig sind, sauber zusammenpacken. So sparen wir uns jegliche Sucherei und so manchen Gang... Wir clustern den Aufbau in 5 Gewerke:

- Spiderbeam

- Hauptmast

- Dipol-Hilfsmast

- Tunnelzelt

- Station (TRX, IT, Rotor- und Matchboxsteuerung...)

Für den nächsten CW-Fieldday werden wir noch eine extra 160m-Antenne entwickeln und aufbauen. Den Abbau auf dem Feld haben wir trotz nassem Lehmboden in knapp zwei Stunden erledigt. Danach muss das Material allerdings noch bei DQ0B (MSC) eingelagert werden und der Leihanhänger zurück gebracht werden.

Ein tolles Team und eine schöne Umgebung haben wieder in Verbindung mit "Funken pur" viel Spaß gemacht!

Vielen Dank an alle Beteiligten!!!