Jakobsweg 2013

16.10.2013: SANTIAGO
Wir sind da!!! (ca. 15:30 Uhr)
 
 
11.10.2013-15.10.2013: Sarria- Santiago
Die letzten Tage waren noch einmal ein bisschen verregnet. An vielen Stellen ging es durch Waelder und immer wieder bergauf und -ab. Aber das Laufen geht immer besser und mittlerweile ueberholen wir manchmal schon die Leute, die uns vorher ueberholt haben. :)
Ein paar Blasen sind bei mir noch mal dazu gekommen, aber das ist nicht mehr der Rede wert. Man weiss ja mittlerweile, wie man damit umzugehen hat.
Das Ziel Santiago kommt also immer naeher und wie viele andere Pilger*innen sind auch wie wir hin und her gerissen zwischen Vorfreude und Trauer. Einige sind aus Deutschland zu Fuss gelaufen und nun schon fast drei Monate unterwegs.
 
 

03.10.-11.10.2013: Leon - Sarria
So ihr Lieben,
jetzt habe ich mich ja wirklich schon eine ganze Zeit nicht gemeldet.
Das hat verschiedene Gruende. Zum einen sind die Computer hier teilweise wirklich nicht die Neuesten und erkennen auch oft die Kamera nicht und zum anderen waren wir in den letzten Tagen haeufig erst spaeter am Ziel.
Jetzt habt ihr natuerlich auch viel verpasst! :)
Also wir sind mittlerweile in Sarria. Das heisst wir haben die Meseta und auch die Region Leon bereits verlassen und befinden und mittlerweile in Galicien.
Von hier sind es noch ca. 130 Kilometer bis Santiago. Wenn alles planmaessig verlaeuft erreichen wir also naechsten Mittwoch (16.10.) Santiago.
Mittlerweile sind wir richtig geuebte Pilger*innen. :) Die Fuesse tuen zwar manchmal noch weh, aber wir wissen, wie wir die Blasen richtig behandeln muessen. Auch das Waschen im kalten Wasser und mit den Haenden haben wir gelernt. Wie man sich im Dunkeln umzieht und seinen Rucksack packt, wissen wir jetzt auch. Die letzten Tage sind also planmaessig verlaufen und es gab keine grossen Blessuren.
Die Landschaft ist hier auch wirklich sehr schoen. Viele Doerfer, durch die wir kommen, sind jedoch verlassen. Wenn ein Dorf mal mehr als 20 Haeuser hat ist es fuer uns schon eine Stadt, aber so aendern sich halt die Massstaebe.
 
Ganz liebe Gruesse und "Buen Camino"
 
 

29.09.-03.10.2013: Ledigos - Leon
Mittlerweile sind wir schon 180 Kilometer gelaufen. Heute legen wir einen Ruhetag ein und gucken uns Leon an. Dies ist wirklich eine sehr schoene Stadt. Leon hat eine beruehmte Kathedrale und eine grosse Altstadt. 
Die letzten Tage waren nicht gerade einfach. 
Zunaechst hat es vier Tage lang geregnet. Zwar nicht immer die ganze Zeit, aber nass sind wir nicht nur einmal geworden. An einem Tag war alles durchnaesst. Sogar die Schuhe haben nicht mehr gehalten. Der Weg gestern nach Leon war fuer mich mit der schlimmste Tag. Meine Fuesse taten so weh, dass ich zwischendurch dachte, ich laufe keinen Schritt mehr weiter. Aber wir sind angekommen. Jetzt habe ich mir in Leon erst einmal neue Schuhe gekauft. 
Die Strecke von Burgos bis Leon wird von Vielen als die mental schwierigste bezeichnet. Zwar gibt es keine grossen Anstiege, aber die Landschaft ist fast die ganze Zeit gleich und man sieht nur Felder. Die Staedte bestehen aus Lehmhaeusern und wirklich viel kann man abends nicht mehr machen. 
So sehen unsere Tage im Moment immer ziemlich gleich aus:
ca. 6:30 Uhr aufstehen, fertig machen und Rucksaecke packen, 7:30 Uhr loslaufen (sonst ist es zu lange dunkel), bis ca. 14:00 Uhr laufen (mit ein bis zwei Pausen) und dann eine Herberge aufsuchen. Dort erst einmal waschen, kurz ausruhen, duschen und dann essen. Nach dem Essen vielleicht noch ein Glas Wein und dann wieder schlafen ...
Morgen geht es dann weiter. In zwei Tagen wollen wir sogar mal eine Strecke von 32 Kilometern laufen. Ich hoffe mit meinen neuen Turnschuhen wird das dann auch wieder gehen. Wenn alles klappt haben wir somit morgen die 200-Kilometer-Marke geknackt und sind uebermorgen in Astorga. 

Liebe Gruesse und "Buen Camino"

27.09-29.09.2013: Castrojeriz - Ledigos
Die ersten 100 Kilometer sind geschafft. Die letzten Tage sind wir fast nur durch weite Felder gelaufen und die Doerfer hatten kaum mehr als 50 Haeuser. Die meiste Zeit ging es einfach nur geradeaus. Heute sind wir eine  Strecke gelaufen, die Hape Kerkeling in seinem Buch auch beschreibt. 17 Kilometer lang kommt gar nichts, kein Baum, kein Haus ... Und dann geht man auf einmal um eine Kurve den Berg runter und steht mitten in einer Stadt.
Ein paar Handicaps sind mittlerweile auch zu verzeichnen. Ich hatte eine allergische Reaktion aufgrund eines nicht wirklich genug gebratenen Fisches. Dann war ich gestern also kurz in einer Krankenstation, habe eine Spritze bekommen und nun geht es wieder.
Die ersten Blasen sind langsam auch immer deutlicher zu erkennen.
Dafuer werden die Hosen auch immer weiter! :)
Wir haben schon einige Wegbegleiter. Mit Johannes, alle sagen er sieht aus wie der Captain von Star Treck treffen wir uns jeden Abend in der Herberge.
Abends gibt es in den Herbergen oder Restaurants (in dem Dorf wo wir im Moment sind befindet sich nicht ein weiteres Restaurant) immer ein Pilgermenu. Da bekommt man drei kleine Gaenge, Brot und Wein. Meistens so zwischen 6 und 11 Euro. Die Herbergen kosten in der Regel 5 Euro. Diese Nacht bin ich das erste Mal nicht von lautem Schnarchen wach geworden.
Aber es ist alles auch sehr familiaer und mittlerweile schlafen wir fast lieber in einer Herberge als im Hotel.
In drei Tagen werden wir Leon erreichen.
 
Von dort melden wir uns wieder und sagen bis dahin
 
Buen Camino

Als Pilger isst man nie allein.
24.09.-26.09.2013: Burgos - Castrojeriz
So ihr Lieben,
nach den ersten zwei Tagen hier nun die ersten Infos...
Aber erst muss ich euch noch eine Geschichte erzaehlen, die gar nicht so viel mit dem Jakobsweg zu tun hat. Um die Pointe vorweg zu nehmen; ja, wir sind geflogen...
Am Dienstag morgen ging es los zum Flughafen. Das Navi zeigte ca. 1,5 Stunden an, also sind wir so 2 Stunden und 45 Minuten vor dem Abflug losgefahren. Das Gepaeck mussten wir ja nicht aufgeben. Nach einigen Baustellen, Umleitungen und dem Navi unbekannten Strassen, kamen wir dann ca. 50 Minuten vor Abflug an. Leider klappte das dann alles mit dem Parkticket erst nicht und wir mussten noch mit einem Taxi zum 6 Kilometer entfernten Flughafen. Da dann angekommen und durch den Check-In durch, wurde unser Flug bereits ausgerufen. Also schnell in den Bus rein, der zum Flugzeug faehrt. Dort als Letzte eingestiegen faellt Papa ploetzlich auf, dass seine Bauchtasche samt Bargeld, Bankkarte, Fuehrerschein und Krankenkarte weg ist! Also: wieder raus.
Wir haben dann erst einmal den ganzen Rucksack durchsucht und Papa ist los. Wer ihn kennt: die Orientierung reichte leider nicht mehr bis zum Check-In. Also bin ich durch den halben Flughafen gesprintet und habe vom Check-In-Schalter nicht nur seine Bauchtasche sondern auch die Uhr, das Armband, eine Muetze, die Autoschluessel und Duschzeug etc. mitgebracht. Gott sei Dank war alles noch da und der Bus ist extra fuer uns noch einmal zum Flugzeug gefahren!
Also sind wir los!!!
In Burgos angekommen gab es leider keine Herberge mehr. Wir dachten es ist Nebensaison, aber das stimmt nicht so GANZ. Eigentlich koennte man auch Hauptsaison sagen. Also sind wir gleich die erste Nacht ins Hotel. Um eine Herberge zu bekommen sollte man so gegen halb sieben los gehen. Dann ist es zwar noch dunkel, aber wir haben ja Taschenlampen dabei.
Jetzt sind wir den zweiten Tag gelaufen und haben ausser ein wenig Muskelkater und eine kleine Blase (an Papas Zeh) keine Probleme. Wir sind nun schon die ersten 40 Kilometer gegangen und haben bereits viele nette Menschen kennengelernt. Auch die Spanier sind sehr nett und hilfsbereit. Am ersten Tag haben wir uns gleich nach ca. 3 Kilometern verlaufen und wurden von einem vorbeifahrenden Auto darauf hingewiesen, dass wir"auf dem falschen Weg" sind. 
Die naechsten Tage versuchen wir uns noch mehr zu steigern.
Also verbleiben wir erst einmal, wie die Pilgerer*innen :) sagen, mit einem:

Buen Camino


Jakobsweg - Camino Francés