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E-Book-Ausgabe von Sensenbund in der Pipeline

veröffentlicht um 11.10.2016, 03:27 von Ulrich Seibert
Titelbild Sensenbund
2015 erschien die Print-Ausgabe von "Sensenbund". In wenigen Tagen wird nun endlich das E-Book dazu erscheinen. Schwierig und langwierig war der Entstehungs-Prozess für einen Einzelkämpfer wie mich. Aufgrund der Erfahrungen mit "Shifters" und den Schwierigkeiten für einen Autor, der nicht von einem der Top-10-Großverlage verlegt wird, überhaupt Fuß im klassischen Buchhandel zu fassen, ohne jedes verkaufte Exemplar noch mit 2€ zugunsten des Händlers subventionieren zu müssen, hatte ich die verbitterte Idee, meinem Hauptverkäufer Amazon (über 90% der Verkäufe liefen über diesen einen Kanal) im Rahmen des KDP-Programms exklusiv zu geben. Die meisten meiner Selfpublishing-Kollegen machen das, allein schon, um eine deutlich verbesserte Präsentation ihrer Werke zu bekommen. Und - wie jeder weiß - Präsentation ist alles. Wenn niemand dein Buch bei einem Händler sieht, kauft es auch keiner. Leider musste ich - auch mit der Printausgabe vom "Sensenbund" - die Erfahrung machen, dass insbesondere große Ketten sich sogar weigern, das Buch im Kundenauftrag zu bestellen und lieber auf ihr vorhandenes Sortiment verweisen. Man kann gegen Amazon ja sagen, was man will ... aber auf den klassischen Buchhandel kann der "unbekannter Autor" leider nicht bauen. Von "Shifters" sind weit über 6.000 Exemplare während der Preisaktion allein über Amazon abgerufen worden, samt Top-10-Platzierung, was eine gute Basis für den anschließenden Verkauf darstellte. Der klassische Buchhandel fordert, fördert aber nicht.

Nun, ich habe von der Idee einer Exklusivität für Amazon wieder Abstand genommen, wenn auch nicht aus moralischen / politischen Gründen. Die Amazon-Technik hat einfach nicht so hingehauen, wie ich mir das vorstellte. Ich hatte eine feste Konzeption dessen, wie das E-Book auszusehen hatte, samt Fußnoten, Hinweis auf Shifters und Grafiken an ganz bestimmten Stellen und die Amazon-Engine konnte diese Vorstellungen nicht umsetzen. Also begann für mich eine lange Phase des Selbst-Editierens, das durch mehrere Ereignisse im persönlichen Bereich (darunter ein persönliches Buch, das in dieser Zeit entstanden ist und das - nach Anraten zweier Freunde, die es zum Lesen bekommen haben - womöglich auch in absehbarer Zeit veröffentlicht wird) immer wieder unterbrochen wurde.

Langer Rede kurzer Sinn: Mithilfe der Programme CALIBRE und SIGIL ist es mir schließlich gelungen, das E-Book auf eine Weise zu editieren, die mir gefällt. Zum Beispiel war mir wichtig, dass jedes Kapitel auf jedem Reader auf einer neuen Seite beginnt, so wie auch in der Print-Ausgabe. Dennoch, auch damit war die Arbeit noch nicht getan. BookRix (der Publisher, den ich für das Sensenbund-E-Book ausgewählt habe) stellte gut 100 Fehler im Quelltext fest, weil meine beiden Editoren offenbar noch nicht HTML5-kompatibel sind. E-Books sind ja nichts anderes als verkapselte HTML-Seiten. Und somit hatte ich mich in HTML5 einzuarbeiten, und Fehler für Fehler manuell zu korrigieren.

Doch auch diese Hürde wurde schließlich genommen und das Buch geht in diesen Tagen in den Verkauf ... wenn auch vielleicht nicht in allen Shops. Einer hat bemängelt, dass in dem Hinweis auf "Shifters" Leserrezensionen auf Amazon zitiert wurden ... Dass ein Händler die Verlinkung zu einem Buch auf Amazon nicht akzeptieren kann, kann ich gut nachvollziehen. Aber eine redaktionell einwandfreie Quellenangabe OHNE einen Direct-Sale-Link zu monieren ... das geht zu weit. Ich werde den Teufel tun, mich vom Buchhandel auch noch zensieren zu lassen.
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