Über die Tanzgruppen

"Whatever peg you hang your hat or shoes on when you enter the hall,
the main thing that matters is your enjoyment."
(Robbie Shepherd)


Inhaltlicher Stand des Textes: Juli 2011

Allgemeines

Im Januar des Jahres 2000 gründeten Heiko Rehmann, Peter Liehr und Dagmar Ziegler die Ceilidh Dancing Group Tübingen. Die drei hatten sich bei einer weiteren Tanzgruppe kennengelernt, wo bretonische Tänze im Vordergrund standen. Sie wollten den Schwerpunkt jedoch auf Schottland legen -- und auf ein Spezifisches des Ceilidh Dancing: die offene Art des Tanzens, den lockeren Spaß in der Gruppe. Bald danach stieß Jochen Chaloupka zu ihnen.

Seither hat sich aus den Anfängen ein ganzes Netzwerk von Aktivitäten entwickelt, das sich in diesen mittlerweile über elf Jahren hierhin ausgedehnt hat, dort wieder geschrumpft ist -- aber weiterhin genügend Spannkraft besitzt.

Montagsgruppe

Montags trifft sich alles Volk, das an "Schottischem Ceilidh Dancing" Spaß hat, und zwar von 19:30-21:30 Uhr im studentischen Clubhaus in der Wilhelmstraße (in den Semesterferien von 20-22 Uhr im Kleinen Saal des Schlatterhauses). Hierher könnt Ihr einfach kommen, egal welchen Alters, um vor allem schottische Ceilidh- und Countrytänze zu tanzen. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Natürlich werden auch anspruchsvolle Tänze "gecallt", die die alten Häsinnen und Hasen bereits mehr oder weniger gut beherrschen -- aber dann könnt Ihr eben mal zuschauen; und auch das kann, wenn der Tanz so richtig "flutscht", ein ästhetisches Erlebnis sein.

Ihr könnt Euch natürlich überall mit hinein wagen, und Ihr werdet sehen: es gibt keine "Tänzer-Aristokratie"! Wir, die wir schon länger dabei sind, haben auch unsere Probleme, uns an den tollen Tanz von vor zwei, drei Monaten zu erinnern... und ein gewisses Chaos im Tanz durchzustehen und doch auf dem richtigen Takt zu enden, kann ein höchst befriedigender Spaß sein!

Ihr braucht auch keine PartnerInnen mitzubringen: der Wechsel der Tanzpartner gehört zum Ceilidh Dancing einfach dazu. Wir tanzen Paartänze, sogenannte Set Dances, bei denen 3-5 Paare als Gruppe tanzen, Kreistänze mit und ohne Partner, Wechseltänze, bei denen die Partner nicht dieselben bleiben, und auch mal einen bretonischen Kettentanz, wo die Kette ebenfalls keine Partner braucht. Ihr seht: alle wunderbare Vielfalt ist da!

Wir versuchen Neulinge gut einzubeziehen, indem wir insbesondere zu Semesterbeginn Übungseinheiten für Grundschritte einlegen und vor allem in der ersten Stunde eher einfache Tänze machen. Einstieg ist aber zu jeder Jahreszeit möglich. Und ansonsten gilt: Chaos macht Spaß, sofern alle in einem Tanzset engagiert versuchen, wieder in den Takt zu finden!

Außerdem ist der Montag kostenlos; gelegentlich gibts mal einen Hut, der herumgeht, wenn zum Beispiel CDs gekauft werden sollen...

Und was vielleicht ebenfalls nicht ganz unwichtig ist: im Unterschied zu mancherlei anderen Tanzgruppen klappt es bei uns verhältnismäßig gut mit dem Geschlechterverhältnis. Zwar sind die Frauen meist - aber doch nur in einer gewissen Überzahl! Gelegentlich gibt es sogar Männerüberschuß, was auch dem Geschlecht des Schreibers dieser Zeilen mal auferlegen kann, mit dem gleichen Geschlecht zu tanzen und die persönliche Tanzschrittvielfalt zu erweitern...

Nach dem Tanzen gehört der "Irish Pub" in der Wilhelmstraße - beziehungsweise im Sommer der Marktplatz - für viele zur festen Fortsetzung des Abends. Beim Ceilidh Dancing steht nicht die großartige Leistung im Vordergrund, sondern der gemeinsame Spaß - und das heißt auch: Gelegenheiten zum Reden, Zusammenhocken, albern sein, Pläne schmieden...

...denn von Anfang an uferte die Montagsgruppe im besten Sinne aus: Es gab eine Phase, wo im Pub Musik gemacht wurde, mit allem, was Leute aus der Gruppe so an Instrumenten mitbrachten...
Das ist schon länger her... (Du liebe Zeit, die Chose läuft, wie gesagt, schon mehr als elf Jahre lang!), aber aus dieser Zeit entwickelte sich eine feste Musikgruppe, die mehrere Jahre lang beim "Internationalen Folk" mittwochs (weiter unten mehr dazu) regelmäßig live spielte. Derzeit gibt es hier jeden 2. Mittwoch im Monat Live-Musik – und mittlerweile spielen auch immer wieder Mitglieder der Freitagsmusik (siehe weiter unten) live beim Montagstanzen.

Privat kamen und kommen Leute aus dem Tanzen auch weiterhin zum gemeinsamen Musizieren und Singen zusammen.

Musikgruppen

Zweiwöchentlich trifft sich am Freitag um 20:30 Uhr eine große Hausmusikgruppe. (Wen die genauer interessiert möge eine mail an Martin, marwamATweb.de, schicken!) Hier steht der pure Spaß am Spielen und Singen im Vordergrund. Im September 2001 sowie 2003 kam es aber auch zu ersten öffentlichen Auftritten beim Peter Rohland-Singewettstreit auf der Burg Waldeck. Mittlerweile haben die "Freitagsmusiker" bereits mehr als sieben Jahre lang verschiedenste halböffentliche und öffentliche Auftritte, um zum Tanz aufzuspielen, hinter sich, z.B. bei Bal Folks in der Alten Seegrasspinnerei in Nürtingen, bei mehreren Hochzeiten, bei zahlreichen Tanzfesten der Tübinger Folktanzgruppen, mit der ordentlichen Anzahl von derzeit bis zu acht MusikerInnen auf der Bühne -- zuletzt im Februar 2012 beim Ceilidh des Montagstanzen im Schlatterhaus. Falls sich das jetzt nach einer etablierten In-Group anhört: dem ist nicht so! Der Kern ist weiterhin das offene Hausmusik-Machen, sodaß Neulinge es schlicht mal riskieren können aufzukreuzen!

Singgruppe

Abwechselnd mit der Freitagsmusikgruppe trifft sich ebenfalls zweiwöchentlich eine weitere Gruppe zum ein- und mehrstimmigen Singen. Im Vordergrund stehen Liedsätze aus dem internationalen Folk-Bereich, daneben deutsche Volkslieder und nicht zuletzt Lieder aus der Jugendbewegung. Ein lockeres Ziel der Gruppe ist, sich Tanzlieder zu erarbeiten, so daß auch auf diese Weise zum Tanz gebeten werden kann.

Wie bei der Freitagsmusikgruppe können InteressentInnen gerne dazustoßen, bzw. erst einmal vorbeikommen und sich den Betrieb anschauen (mail auch hier an Martin, marwamATweb.de!).

Besondere Veranstaltungen

Seit dem Sommer 2001 etablierte sich als besonderes Bonbon das Vollmondtanzen zum mehrfach jährlichen Ereignis – und reduzierte sich auch wieder, wie es der Mond ja ebenso tut. Es kamen aber Mittsommernachtsfeste, Tänze in den Mai usw. hinzu -- und die stehen auch in diesem Jahr des Tanzens, Singens und Erzählens 2011 auf dem Programm: auf einer Wiese im Ammertal oder auch mal am Schönbuchrand tanzen wir dann in die Nacht hinein, grillen, singen und vergessen nicht, den Mond anzuheulen. Korrektur: 2011 gab es aus Termingründen das erste Mittsommersonntagmorgentanzen: Man traf sich zum Frühstück auf dem Gelände im Ammertal – einige hatten dort bereits übernachtet – und dann wurde bei angenehmster Sommertemperatur zu den Tunes der Freitagsmusik getanzt (und gefaulenzt) – bis in den Nachmittag hinein. Erstmals im Jahr 2006 tauchten auch Erzählfeste auf.

Willkommen seid Ihr desweiteren bei den folgenden Veranstaltungen:

Zum einen gibt es den öffentlichen Ceilidh (also ein richtiges großes Tanzfest, das samt Anfänger/Schnupperer-Einführung vorab auch für eben diese gedacht ist), der seit 2002 fast immer einmal jährlich an wechselnden Orten stattfindet, meist im Spätherbst oder im Januar/Februar. 2012 tanzte die "Szene" Anfang Februar zum fünften Mal im Schlatterhaus in Tübingen!

Silvester 2011 trafen wir uns bereits zum elften Mal zum kleinen Tanzfest im Gemeindehaus in Gomadingen auf der Alb. Hier hat sich etabliert, daß eine ganze Menge MusikerInnen mit dabei sind, die das ständige Spielen nicht lassen können, sodaß eigentlich immer jemand Musik macht, egal ob dazu getanzt wird oder nicht, auch morgens am ersten Januar während des Aufräumens und Putzens. Das ist nicht gar so unangenehm, wirklich nicht. Getanzt und musiziert wird hier auch schottisch, aber vor allem viel aus dem Repertoire aller weiter unten genannten Gruppen.

Schließlich fahren so um die 20 Leute seit einigen Jahren an Himmelfahrt oder Fronleichnam für drei Tage auf den Bursthof, einen einsam gelegenen ehemaligen Bauernhof in Oberschwaben, schlafen drinnen, im Zelt oder unterm Baum, faulenzen, machen Musik, tanzen, erzählen, wandern und tun sonstwas. Auch hier ist willkommen, wen das anspricht.

Und dann gibt es noch ca. zwei mal im Jahr in einer privaten Scheune das bretonische Tanzen in Breitenholz (ca. 10 km entfernt von Tübingen), wo man als Gast sehr gut das Programm der bretonischen Tanzgruppe (siehe weiter unten) kennenlernen kann.

Damit Ihrs richtig versteht: bei all dem steht keine feste Gruppenstruktur im Hintergrund, sondern es ist uns bisher gelungen, das ganze Gruppenleben auf einer höchst informellen Ebene zu halten. Es kommen offenbar schlichtweg genügend Leute übers Tanzen zusammen, die gemeinsame weitere Interessen ausleben wollen - und dazu passende Partner finden! Und daneben gibt es andere TänzerInnen, die einfach zum Tanzen kommen, ihren Spaß haben - und anschließend gehen sie, und es war genau das, was sie wollten!

Leitung der Gruppe

Die vier GruppengründerInnen haben sich aus den verschiedensten Gründen mit der Zeit zurückgezogen. Peter und Jochen tauchen nur noch sehr selten auf, Dagmar musiziert und tanzt ausgiebig an allen möglichen anderen Orten und bringt ab und zu Neues davon in die Mittwochsgruppe ein. Heiko aber war bis zum Sommer 2001 ohne Zweifel der leidenschaftliche und unermüdliche Motor der Gruppe. Das Ceilidh Dancing in Tübingen hat seinem Einsatz viel zu verdanken, doch von Anfang an an gab es neben ihm weitere Tänzer und Tänzerinnen, die beispielsweise aus Auslandsaufenthalten eigene Erfahrungen mit Scottish Dancing etc. hatten. So fanden sich neben den GründerInnen auch andere Mitglieder, die gelegentlich callten, also die Tänze erklärten und ansagten.

Im Sommer 2001 zog sich Heiko aus persönlichen Gründen als Leiter des Ceilidh Dancing und dann auch vollständig aus der Gruppe zurück. Daraufhin bildete sich aus den "Gelegenheits-Callern" ziemlich rasch ein Team, das zur "MC-Gruppe" wurde, zu den "Masters of Ceremony". Was bedeutet: Seither leiten montags stets eineR oder zwei andere MCs als Hauptverantwortliche_r die Tänze an. Alle paar Monate machen die MCs einen Zeitplan, in dem die Einsätze festgelegt werden.

Es gelang uns auf diese Weise damals, aus dem anfänglichen Schock über Heikos Rückzug eine sehr schöne Neukonzeption zu machen: die Gruppe ruht - was Anleitung und Organisation angeht - seither auf vielen Schultern; der Weggang einzelner gefährdet das Tanzen nicht mehr! Wir regen zudem immer wieder auch Interessierte an, sich doch am Callen zu versuchen, und wenns nur mal ein einzelner Tanz ist... So hat sich das dann bis heute weiterentwickelt: es gab bereits mehrere Generationenwechsel unter den MCs. Inzwischen haben sich auch die letzten beiden "Alten" aus den allerersten Jahren zurückgezogen, aber die MC-Gruppe ist weiterhin cirka 6 Leute stark!!!

Die MCs sind ansonsten keine feste Institution, die der Gruppe ihr Programm und ihre Vorstellungen unterjubeln oder gar aufzwingen könnte. Bei den gelegentlichen MC-Treffen oder auch nur bei den informellen Gesprächen zwischendrin am Montag kann jedeR zuhören und sich beteiligen. Wünsche können eingebracht werden, vielleicht mal wieder mehr einfache Kreistänze... oder Kritik, zum Beispiel einem MC ein bißchen Rückmeldung zu geben, wie er oder sie es heute mit den Tänzen hingekriegt hat, wie die unglückliche CallerIn den Lärm- oder Albernheitspegel bewältigt hat usw.

Internationale Folk-Tänze

Bereits 2000 hatte Heiko eine zweite Gruppe - damals Donnerstags - gegründet, die ihm jedoch bald zu viel wurde. Er gab sie an zwei TänzerInnen mit viel Erfahrung ab, Michael und Julika, die - mit veränderten Schwerpunkten - die heutige "Internationale Folk-Gruppe" am Mittwoch formten. Als Julika ab 2005 aus beruflichen Gründen nur noch wenig Zeit hatte, etablierte sich auch hier eine Gruppe sich abwechselnder LeiterInnen, die zusammen mit Michael die Abende durchführen. Hier stehen französische, bretonische und osteuropäische Tänze im Vordergrund, wobei "Schottisches" genauso einfließt, wie es Montags bretonische "Ausrutscher" gibt.

Das liegt nicht zuletzt daran, daß einige TänzerInnen leidenschaftlich bei mehreren Terminen aufkreuzen - und die ganz verschiedene Atmosphäre der diversen Gruppen schätzen. Wir haben schon selbstentworfene Tänze erprobt, baskische Tänze fanden Gefallen, beim bayerischen Zwiefachen wird das Fliegen erprobt und das sportliche Highlight im 11/12-Takt bildet die bulgarische "Kopenitsa"...

Auch Mittwochs wandern wir anschließend - nein, nicht ins Pub - sondern in die Kneipe "Traube" in der Neckarhalde...

Derzeit wird jeden 2. und 4. Mittwoch im Monat getanzt, und es gibt wieder Live-Musik!

Gesagt werden sollte auch noch, daß wir in der Mittwochs-Gruppe die Miete für den Raum (16,50 Euro) aufbringen müssen: daher steht irgendwann am Abend ein Hut herum, der befüllt werden will.

Wir sind noch nicht am Ende, nein!

Bretonische Tänze

Die bretonische Tanzgruppe, bei der sich die Initatoren des Montags kennenlernten, existiert auch noch: früher dienstags, seit 2005 jeden Donnerstag werden von 20:15 - 22:15 Uhr im ev. Gemeindezentrum auf Waldhäuser-Ost (Dietrich Bonhoeffer-Haus) bretonische Tänze getanzt. InteressentInnen, ob schon tanzbegeistert oder auf Schnuppertour, sind herzlich willkommen! Ohne direkte Zusammenarbeit mit den andren Gruppen gibt es doch auch mit den "Bretonen" "Tänzer-Überschneidungen", was zu gegenseitigen Anregungen führt!

Fortgeschrittenes schottisches Tanzen

Freitags treffen sich InteressentInnen an fortgeschrittenen schottischen Country Dances im Erasmus-Haus in der Belthlestraße, dem Domizil der katholischen Studentengemeinde. Die Tänze hier zeichnen sich durch einige Komplexität aus - manche fließen aber auch in den Montag ein! Auch in dieser Gruppe sind Neulinge willkommen, und sei es nur mal zum Schnuppern.

Singen und Geschichtenerzählen

Ein weiterer Impuls von Heiko bestand darin, den beiden anderen Elementen eines echten Ceilidh einen Ort zu geben: dem Singen und Geschichtenerzählen. Zunächst in privatem Rahmen etablierte er eine Erzählgruppe, die mit der Zeit zum öffentlichen "Erzähl-Freitag" wurde. Sie trifft sich einmal im Monat - und zwar immer am ersten Freitag eines Monats - ab 20 Uhr bei Hansjörg Ostermeyer in der Herrenberger Str. 52. Hierhin könnt Ihr also kommen, wenn Ihr zum einen einfach Geschichten zuhören möchtet - und dann natürlich, wenn Ihr selbst etwas frei erzählen wollt. Es wird also tatsächlich nichts vorgelesen.

Zwar stehen Märchen aller Art durchaus im Vordergrund, wir hatten aber auch schon Geschichten von Roald Dahl, "Stadt aus Glas" von Paul Auster in Kurzfassung, Geschichten vom Holocaust (wir sind nicht zur Leichtigkeit verpflichtet!) und dann wieder einen epischen Donald Duck-Comic... kurz: erzählt werden kann alles; und Professionalität ist im Übrigen keine Voraussetzung! Und da auch immer wieder zwischendrin gesungen wird, können gern Musikinstrumente aller Art mitgebracht und bedient werden...

Irish Session

Nicht direkt, aber doch durch verschiedene Überschneidungen mit den Folktanzgruppen verbunden ist noch die Irish Session zu erwähnen. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat treffen sich ab ca. 20 Uhr MusikerInnen im Nebenzimmer des Boulanger und spielen und singen den Abend hindurch. Gäste zum Zuhören wie auch zum Mitspielen sind natürlich herzlich willkommen.

So, nun seid Ihr einigermaßen umfassend informiert!

Wann schaut Ihr mal vorbei?

Martin W.
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