HBS versus Transgender

Transgender:
trans (lateinisch) -> jenseitig und
gender (englisch) -> soziales Geschlecht

Transgender sind also Menschen, die zeitweise oder dauerhaft im "jenseitigen" sozialen Geschlecht leben.

Das Wort Transgender wurde 1978 erstmals von Virginia Prince verwendet. Mit diesem Begriff wollte sie, weg vom medizinischen Modell, wie es zum Beispiel von dem deutsch-amerikanischen Forscher und Endokrinologen Harry Benjamin vertreten und gelehrt wurde, einen neuen Lifestyle propagieren. Sie bezeichnete ursprünglich mit diesem Wort Menschen, die gegengeschlechtliche Hormone nahmen, sich aber dennoch keiner Geschlechtsangleichung unterziehen lassen wollten. Menschen also, die ihr Leben "zwischen den Geschlechtern" als besonderen Lifestyle oder neues queeres Lebensmodell betrachteten und verstanden. Nach und nach wurde diese konstruierte Begrifflichkeit dann verheerenderweise von verschiedensten Organisationen und selbsternannten "Fachleuten" adaptiert, bis er schlussendlich als Oberbegriff für alles herhalten musste, was zwischen den Geschlechtern zu stehen scheint.

Menschen, die vom Harry Benjamin Syndrom (echte Transsexualität) betroffen sind, lehnen diese schwammige Begrifflichkeit verständlicherweise ab. Sie gehören in diesen Topf schlichtweg nicht rein. Ein Mensch, der mit HBS geboren wurde, ist von der geschlechtlichen Gehirnkodierung her bereits seit Geburt weiblich oder männlich, nicht mehr und nicht weniger! Das Harry Benjamin Syndrom (echte Transsexualität) sucht man sich nicht als Lebensmodell aus. Mit HBS wird man bereits geboren! Zahlreiche Hinweise, Abhandlungen, Studien und Forschungsergebnisse, die es bisher zu diesem Thema gibt, belegen, dass HBS in erster Linie ein neuro-biologisch, medizinisches und demnach körperliches Problem ist.

Betroffene Menschen, die das Unglück hatten, als Frauen oder Männer mit gegengeschlechtlichem Genital-, wie auch anderen körperlichen, gegengeschlechtlichen Fehlentwicklungen in diese Welt geboren worden zu sein, können also keine Transgender sein. Es geht bei diesen Menschen nicht darum, im "jenseitigen sozialen Geschlecht" oder einer „jenseitigen Identität“ (Transidentität) leben zu wollen. Nein, ganz im Gegenteil, betroffene Menschen wollen in ihrem richtigen, authentischen, stimmigen, sozialen Geschlecht leben und nicht in einem "Jenseitigen"!

Zumindest betroffene Menschen, die wirklich "angekommen" sind, leben in der Regel in ihrem richtigen, angestammten, authentischen, ihrem Gehirngeschlecht entsprechenden, sozialen Geschlecht. Diese Frauen und Männer haben ihr soziales Geschlecht aber nie geändert oder gewechselt. Vielmehr sind diese betroffenen Menschen oftmals seit frühester Kindheit viele Jahre/Jahrzehnte über Erziehung und gesellschaftlichen Druck, wie auch Zwang, in eine völlig falsche, für sie absolut unwirkliche, unstimmige und unpassende, geschlechtliche Sozialisation gedrängt und gezwängt worden, bevor sie sich endlich wieder aus dieser falschen, anerzogenen, zwanghaft auferlegten und aufgedrängten sozialen, gesellschaftlichen Umklammerung befreien konnten. Mangels Früherkennung und Verständnis, wie auch fehlender Förderung, haben leider nur wenige Betroffene das Glück, sich von frühester Kindheit frei, ungezwungen und offen, ihrem Gehirngeschlecht entsprechend entwickeln zu dürfen. Vielmehr wurden die Betroffenen fast immer in eine für sie komplett falsche, "jenseitige" Sozialisation gedrängt. Das ist ein Unterschied zu Transgender!

Ein Mensch, der zeitweise oder dauerhaft sein soziales Geschlecht wechselt, weil er es nicht bindend findet oder sonst gerne damit kokettiert, irgendwelche Geschlechtergrenzen aufbrechen zu wollen, würde man wohl als Transgender bezeichnen dürfen. Ein Mensch hingegen, der die ihm oftmals seit frühester Kindheit aufgedrängte, aufgezwungene, anerzogene, falsche, geschlechtliche Sozialisation abstreift, um auch endlich seinem Gehirngeschlecht entsprechend in seinem authentischen, richtigen, sozialen Geschlecht leben zu dürfen, kann beim besten Willen kein Transgender sein. Das gibt der Wortstamm dieser Begrifflichkeit noch nicht einmal her. Das ist auch einer der Gründe, weshalb diese Begrifflichkeit von betroffenen Menschen weltweit als für sie nicht bezeichnend abgelehnt wird. Schon aus Respekt davor, wäre es nicht korrekt, diese Menschen als Transgender zu bezeichnen.

Diese Differenzierung soll aber absolut wertfrei verstanden werden. Es gibt also weder eine Rangordnung noch ein "Besser" oder "Schlechter" zwischen den vielen Gruppierungen, Problematiken, Syndromen, wie auch Beweggründen, die teilweise verschiedener/unterschiedlicher nicht sein könnten. Wer sich gerne als Transgender bezeichnet, darf das gerne machen. Aber wenn sich jemand anhand dieser Bezeichnung falsch oder nicht richtig beschrieben und verstanden fühlt, weil es schlichtweg nicht auf sie/ihn zutrifft, muss das natürlich ebenso respektiert werden. Alles andere grenzt an Diskriminierung.

Und hier nochmals das Ganze kurz zusammengefasst:
Ein Mensch, der zum Beispiel zeitweise oder dauerhaft in die gegengeschlechtliche, soziale Rolle "hinüber" wechselt (mit oder ohne körperliche Teil-Angleichungen), könnte man durchaus als Transgender bezeichnen. Ein Mensch hingegen, der das Pech, beziehungsweise das Unglück hatte, mit gegengeschlechtlichen Genital-, wie auch anderen körperlichen, gegengeschlechtlichen Fehlentwicklungen geboren worden zu sein, ist jedoch kein Transgender, sondern ein Mensch, der aufgrund seiner sichtbaren, gegengeschlechtlichen Genital- und gegengeschlechtlichen, körperlichen Fehlentwicklungen einem falschen Geschlecht zugewiesen/zugeordnet wurde (Hebammengeschlecht). Daraus resultierte dann oftmals eine anerzogene, aufgezwängte, von den Betroffenen als falsch empfundene Geschlechtsrollensozialisation, aus der sich die betroffenen Menschen erst mühsam wieder befreien müssen. Manche brauchen dafür Jahrzehnte. Das macht diese Menschen aber mitnichten zu Transgender. Nach der Befreiung und dem Ablegen ihrer falschen, anerzogenen Geschlechtsrollensozialisation, verwandeln sie sich also nicht etwa auf wundersame Art und Weise zu Transgender, sondern leben vielmehr in ihrem richtigen, authentischen, sozialen Geschlecht. Das ist ein gewaltiger Unterschied!

Von diesen betroffenen Menschen wird in der Regel eine ganzheitliche körperliche Geschlechts- und Genitalangleichung angestrebt, mit der das Leid (Leidensdruck), unter anderem ausgelöst durch diese elendige Diskrepanz zwischen dem unpassenden Körper und dem eigentlichen Gehirngeschlecht (Gehirn, Seele, Identität, für diejenigen, die solche Wortumschreibungen bevorzugen), in vielen Fällen überwunden werden kann und die Betroffenen ein normales, unauffälliges Leben als Frauen oder Männer führen lässt. Diese Menschen sind keine Transgender, sondern Frauen und Männer, bestenfalls mit einem angeborenen Handicap, aber nicht mehr und nicht weniger!

  • Wir sind keine Transgender - HBS (echte Transsexualität) hat überhaupt nichts damit zu tun!
  • Wir sind nicht krank oder gestört - Man erkrankt nicht an HBS (echte Transsexualität), sondern wird damit geboren!
  • Wir sind keine Modeerscheinung - HBS (echte Transsexualität) ist keine Lebensart, kein neuer Lifestyle, kein queeres Lebensmodell!
  • Wir ändern unser Geschlecht nicht – Wir wurden bereits als das geboren, was wir sind, als Frauen und Männer. Betroffene Frauen und Männer, die mit HBS (echte Transsexualität) geboren wurden, lassen lediglich gegengeschlechtliche, körperliche Fehlentwicklungen korrigieren/angleichen. Es handelt sich dabei also nicht etwa um eine „Geschlechtsumwandlung“, sondern um äußerliche Anpassung/Angleichung durch hormonelle und chirurgische geschlechts- und genitalangleichende Eingriffe.

Das Harry Benjamin Syndrom (echte Transsexualität) ist ein neuro-biologisch, medizinisch erklärbarer Zustand, ein körperliches Problem. HBS (echte Transsexualität) ist des Weiteren eine eindeutige Zuordnung des Geschlechts, bei einer Frau trotz männlich-körperlicher Geschlechtsmerkmale oder bei einem Mann trotz weiblich-körperlicher Geschlechtsmerkmale. HBS (echte Transsexualität) ist keine (Trans-)Identität. Ein betroffener Mensch (HBS) strebt in der Regel ein Leben innerhalb einer zweigeschlechtlichen Geschlechterordnung an.

Menschen, die mit HBS (echte Transsexualität) geboren wurden, gehören weder zum dritten Geschlecht, noch stehen sie zwischen den Geschlechtern. Wir sind ganz normale Frauen und Männer. Demnach ist es verständlicherweise auch unser innigster Wunsch, unser Bedürfnis und unser Anspruch, als solche leben zu dürfen, ohne beständig von anderen Gruppierungen, die nichts mit unserer Problematik zu tun haben, für ihre Zwecke vereinnahmt zu werden. Mit dem Harry Benjamin Syndrom wird man geboren, man hat es sich nicht ausgesucht. Mit einem bunten, queeren Lebensmodell hat HBS jedenfalls nichts zu tun. Wir brauchen und wollen keine Stempel oder Schubladen, die man uns ungefragt aufdrückt oder in die man uns steckt. Wir sind einfach nur Männer und Frauen. Nicht mehr und nicht weniger!

Nochmals:
Die strikte Trennung, Differenzierung und Abgrenzung zu Transgendern soll aber nicht als Ausgrenzung, Intoleranz, sowie Trans- und Homophobie verstanden werden. Nur weil wir es ablehnen, von Transgendern ungefragt zu Transgendern erklärt zu werden, heißt das noch lange nicht, dass wir etwas gegen selbige hätten oder uns gar als was besseres sehen. Wir gehören schlichtweg nicht dazu. Und damit auch innerhalb der Bevölkerung diese Wissen und Bewusstsein langsam wächst, ist es uns wichtig, explizit darauf hinzuweisen. Das ist alles. Vielen Dank.

Ein Mensch, der mit dem Harry Benjamin Syndrom geboren wurde (echte Transsexualität), ist kein Transgender!

 

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Mehr Infors zum Harry-Benjamin Syndrom finden Sie hier: http://www.ts-ag.de

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