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Geschichte des Taekwondo

Aus den Gründerjahren des Taekwondo

orig. „People and Events of T’aekwondo’s Formative Years“

von Dakin Burdick, 1996

http://php.indiana.edu/~burdickd/tkdhist.html

übersetzt v. Thomas Kuklinski-Rhee, Seoul, Südkorea, 2005

Anmerkungen des Autors

Dies ist die jüngste veröffentlichte Version meines „Taekwondo“-Artikels. Sie enthält einige Änderungen. Der Artikel wurde im Journal of Asian Martial Arts, Band 6, Ausgabe 1, 1997 veröffentlicht. Wer sich für diese Version interessiert, frage bei Michael DeMarco und den netten Leuten von ViaMedia, die diese Zeitschrift herausgeben, nach einer Kopie. Als ich das letzte Mal nachfragte, gab es noch ältere Ausgaben. Gegenüber der Print-Version enthält die Internet-Version einige Änderungen:

·            Nachnamen wurden einheitlich nach hinten gestellt, sodass es zu keiner Vermischung asiatischer und europäischer Konventionen kommt.

·            Die Fußnoten wurden in den Text integriert.

·            Die Kwan-Namen werden in einer ungewöhnlichen Art und Weise dargestellt.*

·            Die Reihenfolge von Chong-Woo Lees Name wurde korrigiert (Dank an Glenn Uesegi).

Ich habe vor, diese Geschichte für unser nächstes Schülerhandbuch zu erweitern. Einige der geplanten Änderungen sind:

·            Diskussion der Ausübung koreanischer Kampfkünste in wenigstens einem buddhistischen Kloster.

·            Hinzufügung von Material über Hapkido und anderen koreanischen Kampfkünsten.

Die Vervielfältigungsrechte der online-Version dieses Artikels unterliegen der GNU General Public License, Version 2. Siehe dazu die deutsche Übersetzung unter http://www.gnu.de/gpl-ger.html.

Sollten Sie schließlich irgendwelche inhaltlichen Vorschläge oder Berichtigungen haben, senden Sie sie bitte an burdickd@indiana.edu. Vielen Dank!

* Diese Darstellung wurde für die Übersetzung erneut geändert. Siehe zu derartigen und weiteren Punkten die „Anmerkungen zur Übersetzung“ am Ende des Artikels.

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Der Aufstieg des Taekwondo ist eine außergewöhnliche Geschichte. Seit der Gründung vor etwa 45 Jahren wuchs es dermaßen rasant, dass es zu einer der populärsten Kampfsportarten der Welt wurde. In seinen jungen Jahren war Taekwondo beinahe ununterscheidbar von der Kampfkunst, aus der es entstanden ist, nämlich dem aus Okinawa stammenden Karate-Do (das bedeutet ursprünglich „Weg der Tang[-Dynastie]-Hand“, später dann „Weg der leeren Hand“). Das koreanische Kongsoodo („Weg der leeren Hand“) und Tangsoodo („Weg der Tang[-Dynastie]-Hand“) der späten 40er Jahre wurde zum Taesoodo („Weg der Kick-Hand“) der 1950er. In den 1960ern wurde Taesoodo in Taekwondo umbenannt und entwickelte sich mit offizieller Unterstützung der südkoreanischen Regierung zu einer genuin koreanischen Kampfkunst. Durch Errichtung des Kukkiwon und Gründung der World Taekwondo Federation (WTF) in den 1970ern wurde das System des modernen Taekwondo weitgehend abgeschlossen. Die Internationalisierung des Taekwondo begann mit General Hong-Hi Choi in den 1960ern und wurde durch die WTF in den 1970ern fort gesetzt. Dieses mündete zunächst in die Teilnahme des Taekwondo als Demonstrationssport an den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 1992 in Barcelona und schließlich, als offizielle Sportart, 2000 in Sydney sowie 2004 in Athen. Damit ist Taekwondo nach Judo die zweite asiatische Kampfkunst, die als offizielle olympische Sport anerkannt wurde.

Meist verkünden freilich Texte über Taekwondo, diese Kunst sei „Tausende von Jahren alt“, aber dem ist schlicht nicht so[1]. Die meisten Kampfkünste, die vor dem 19. Jahrhundert in Korea praktiziert wurden, waren Nachahmungen chinesischer Kampfkünste. Die drei am häufigsten herangezogenen Belege für die antike Vergangenheit des Taekwondo – die Grabmalereien von Goguryeo, die Keumgang-Statuen sowie das „Muye Dobo Tongji“ von 1790 – zeigen nämlich, dass frühere koreanische Kampfkünste ihren Ursprung weitgehend in China hatten.

Zunächst zu den Grabmalereien aus der Goguryeo-Dynastie (37 v.Z.-668 n.Z.). Dort sind tatsächlich Kampfkunst-Posen dargestellt, aber diese Gräber liegen in der heutigen Mandschurei, nicht auf koreanischem Gebiet. Das ist natürlich eine eher technische Feststellung, weil das Goguryeo-Königreich einen großen Teil des heutigen Nordkorea und der Mandschurei umfasste, aber man muss dabei bedenken, dass das Goguryeo-Königreich sehr stark von China beeinflusst wurde. Tatsächlich war Goguryeo in der Han-Dynastie (206 v.Z. – 220 n.Z.) der östlichste Außenposten Chinas, und die Kampfszenen an den Wänden des Goguryeo-Grabs ähneln sehr den Grabmalereien des östlichen Han, die man im heutigen Osten Chinas findet. Dies weist darauf hin, dass die Art der Kampfkünste aus der Goguryeo-Zeit offensichtlich aufgrund chinesischer Einflüsse entstanden sind, also keine unabhängige Eigenentwicklung des frühen Koreas darstellen.

Zweitens werden die Geumgang-Yuksa-Statuen in Sukuram zwar oft als antike Krieger in typischer Taekwondo-Pose beschrieben. Tatsächlich stellen sie aber buddhistische Wächterfiguren dar, die in ganz Ostasien vorkommen, sodass auch sie nicht als genuin koreanisch angesehen werden können[2].

Am überzeugendsten ist schließlich das Buch „Muye Dobo Tongji“ (etwa „Illustriertes Handbuch der Kampfkünste“) von ca. 1790. Es beschreibt chinesische Taktiken und Kriegstechniken, unter anderem Quan-Fa („Boxen“, wörtlich „Faustmethode“)[3], zitiert klassische chinesische Quellen und wurde von einem Gelehrten geschrieben, der für seine Kenntnisse des klassischen Chinesisch berühmt war. Tatsächlich ist es beinahe identisch mit dem „Jixiao Xinshu“ oder „Neuen Buch der wirksamen Erziehung“ („New Book for Effective Discipline“) des chinesischen Generals Jiquang Qi (1528-1587) aus dem Jahr 1561. Somit stützen die drei berühmtesten Belege für die Existenz einer antiken Form des Taekwondo tatsächlich die gegenteilige Sichtweise und zeigen, dass koreanische Kampfkünste bis zumindest 1800 eine Nachahmung chinesischer Stile waren.

Die populärste Kampfkunst im alten Korea (vor dem 19. Jhdt.) war Kwonbeop („Faustmethode“, in Mandarin: Quan-Fa). Kwonbeop kam über China nach Korea, besonders während der Goguryeo-Dynastie, als die Verbindung zu China besonders eng war (s.o.). Als König Kwangkaeto von Goguryeo seine Krieger nach Silla sandte, um dort gegen die Wako (japanische Piraten) auszuhelfen, trainierten diese die Silla-Krieger, die später den Kern des berühmten Kriegerordens ausmachten, der Hwarang („Blumenknaben“). Die Hwarang-Krieger werden oftmals als die besten Krieger der koreanischen Geschichte dargestellt[4], und sie praktizierten chinesisches Kwonbeop. Die chinesischen Kampfkünste waren besonders in der Tang-Dynastie gefragt, und daher wird Kwonbeop manchmal als Tangsoo („Tang-Hand“) bezeichnet. Diese große Bekanntheit fand auch im aus Okinawa stammenden Karate seinen Ausdruck, weil Karate ursprünglich „Tang-Hand“ bedeutet. Erst Gichin Funakoshi änderte 1933 diese Bedeutung in „leere Hand“. Eine dritte Bezeichnung für chinesische Kampfkünste war Soobak („schlagende Hand“), aber Kwonbeop war von allen Bezeichnungen die häufigste.

Die einzigen genuin koreanischen Kampfkünste vor dem 20. Jahrhundert waren Ssireum und Taekkyon. Keiner von beiden hatte großen Einfluss auf die frühe Entwicklung des TaekwondoSsireum ist eine Art Ringen oder Wrestling, das als Sport im 13. Jahrhundert beliebt war. Es wird heute noch in Korea praktiziert, blieb aber ganz offensichtlich ohne Einfluss auf die Taekwondo-Entwicklung. Taekkyon tauchte im frühen 19. Jahrhundert auf, also um dieselbe Zeit, als chinesische Kampfkünste an Popularität einbüßten. Es ist eine Kunst, die in seiner modernen Form vorwiegend kreisende Tritte, Fußfeger und andere Kick-Techniken, gefolgt von einem Wurf, enthält. Scheinbar gibt es zwischen modernem Taekkyon und modernem Taekwondo eine Verbindung, denn beide Arten bevorzugen kreisende Tritte (Roundhouse-Kick, Drehkicks) vor geraden Tritten (Seitwärtstritt, Vorwärtstritt). Bis in die 1960er Jahre war jedoch kein Einfluss des Taekkyon auf Taekwondo-Techniken festzustellen. Im Korea des späten 19. Jahrhunderts legte man Wert auf Gelehrsamkeit, nicht auf Körperertüchtigung, und um 1900 war kaum ernsthaftes Interesse an Kampfkünsten vorhanden, egal ob chinesischer oder koreanischer Art, außer vielleicht als Kinderspiel, das auf Festen aufgeführt wird. Das Interesse am Taekkyon verringerte sich darüber hinaus dadurch, dass es allgemein mit Schlägern und Kriminellen in Verbindung gebracht wurde. Bis 1945 gab es nur noch zwei Meister dieser Kunst, es hatten also nur Wenige die Möglichkeit, Taekkyon überhaupt zu erlernen. Dok-Ki Song und Hwan Song gaben 1958 bei einer Geburtstagsfeier des damaligen südkoreanischen Präsidenten Syngman Rhee eine Taekkyon-Vorstellung, und erst ab dann gab es ein wiedererwecktes Interesse an dieser Kunst. Dieses erneuerte Interesse entstand also noch vor der Entwicklung des Taekwondo in einen mehr „zirkulären“ Stil in den 1960er und 1970er Jahren. Dies lässt darauf schließen, dass die Veränderungen im Taekwondo wenigstens teilweise auf die Tradition zirkulärer Techniken im Taekkyon zurückzuführen sind.

Andererseits hatte auch die japanische Besatzung Koreas von 1894 bis 1945 einen enormen Einfluss auf das koreanische Volk. Als 1894 Japan in Korea einfiel, kam China zur Hilfe, wurde aber noch im selben Jahr von Japan (im sogenannten ersten Japanisch-Chinesischen Krieg 1894-95) besiegt. Nachdem die koreanische Königin Min von japanischen Agenten 1896 ermordet wurde, suchte König Kojong Schutz bei ausländischen Mächten, und die russische Gesandtschaft verbarg ihn fast ein Jahr vor den Japanern. Später besiegte Japan auch Russland im sog. Russisch-Japanischen Krieg (1904-1905), und zwar zu einem Zeitpunkt, als die USA Japans Kontrolle über Korea durch das Taft-Katsura-Abkommen von 1905 stillschweigend anerkannten. Japan verkleinerte daraufhin die koreanische Armee und übernahm die Regierung. Der koreanische Herrscher wurde zwei Jahre später zum Abdanken gezwungen, und 1910 annektierte Japan Korea offiziell. Daraufhin wurden separierte öffentliche Schulen für Koreaner und Japaner eingerichtet, wobei die „koreanischen“ Schulen eine nur minderwertige Bildung vermittelten. Es gab nur wenig Auflehnungsversuche seitens der Koreaner, mit Ausnahme der Ermordung des japanischen Prinzen Hirobumi Ito 1909 und der desaströsen Unabhängigkeitserklärung von 1919, bei der tausende koreanischer Demonstranten von der japanischen Armee getötet wurden. Im Lauf der Jahre wurde der japanische Einfluss immer größer und umfassender. In den Schulen wurde nicht mehr Koreanisch, sondern Japanisch unterrichtet, und viele Koreaner, die in dieser Zeit aufwuchsen, lernten die koreanische Schrift nie richtig. Während des zweiten Wertkriegs wurden über eine halbe Millionen Koreaner zur Zwangsarbeit nach Japan verschleppt, hauptsächlich im Bergbau und in der Schwerindustrie, wovon 60.000 während des Krieges in Japan umkamen. Koreanische Frauen wurden zuhause als sogenannte Comfort Women (etwa „Trostfrauen“) für die japanische Armee zur Prostitution gezwungen[5]. Als es 1945 endlich zum Frieden kam, hatten Koreaner für die Japaner keine großen Sympathien mehr.

Die 50jährige Besatzung Koreas durch Japan hatte gewaltigen Einfluss auf die koreanischen Kampfkünste. Das japanische Erziehungsprogramm wurde in allen Schulen durchgesetzt, und das bedeutete, dass vor dem generellen Verbot der Ausübung von Kampfkünsten 1909 alle koreanische Jungen in den Kampfsportarten Judo und Kendo unterrichtet wurden. Selbst das Verbot von 1909 konnte dann die weitere Ausübung nicht mehr komplett verhindern. So meinen z.B. Yeon-Hee Park und Bong-Soo Han, dass dieses Verbot die Ausübung im Gegenteil noch verstärkte, und zwar in buddhistischen Klöstern, der traditionellen Zufluchtstätte für ausrangierte Krieger. Taekkyon dagegen wurde trotz seiner unglücklichen Beziehung zu halbstarken Pöblern nach wie vor praktiziert, und zwar am Tan O Nol, dem „Jugendfest“, bis diese Kunst 1920 geächtet wurde. Zu seinen Ausübenden zählten Dok-Ki Song und Il-Dong Han. Nach Hancock lernte Kee Hwang (geb. 1914) Taekkyon bei „Freunden der Familie“ und Subakki bei „einem Onkel“. Auch Matsutatsu Oyama (geboren als Yong-I Choi) berichtete, dass er 1932 in einer koreanischen Grundschule sowie von einem nordkoreanischem Bauern Chabi (aka Taiken, „eine Kombination aus Kempo und Jujutsu“) lernte, wobei ihm der Bauer auf der väterlichen Farm auch Shaolin Kung-Fu beibrachte. Nam-Suk Lee und einige seiner Freunde fingen ihr Training an, nachdem sie einige Kampfkunst-Bücher gefunden hatten, die bei der japanischen Bücherverbrennung übersehen wurden. Und auch Ki-Whang Kim (1920-1993) konnte noch ab 1931 in Korea Judo erlernen, trotz des japanischen Kampfkunst-Verbots.

Das Kampfkunst-Verbot erstreckte sich freilich nicht auf die Mitglieder der japanischen Armee, die in Korea stationiert waren, und verschiedene führende Kampfkünstler begannen hier ihre Karriere. Zur Zeit des Russisch-Japanischen Krieges lernte etwa der britische Judo-Pionier Gunji Koizumi Kenjutsu und Jujutsu in einer koreanischen Schule, die von Nobukatsu Yamada geleitet wurde. Mehrere Jahre später begann Teruo Yamaguchi während seiner Stationierung in Korea mit dem Training des Karate-Do.

Ebenso wenig hinderte das Verbot Koreaner daran, in Japan Kampfkünste zu erlernen. Mindestens neun Koreaner trainierten in Japan: Yong-Sul ChoiGeka YungHyung-Ju ChoWon-Kuk LeePyong-Jik RoHong-Hi ChoiYong-I ChoiKi-Whang Kim und Pyung-In YunYong-Sul Choi (geb. 1904) behauptete von sich, viele Jahre unter Sokaku Takeda Daito-ryu Aikijujutsu gelernt zu haben, auch wenn seine Darstellungen von den Nachfolgern des Morihei Ueshiba, dem Gründer des Aikido, nicht akzeptiert werden. Später kehrte Choi nach Korea zurück und unterrichtete Yusul (Jujutsu), was später von einem seiner Schüler, Ji-Han Jae, in Hapkido („Weg der koordinierten Energie“) umbenannt wurde.Die anderen acht Koreaner trainierten Karate-DoGeka Yung etwa war Cheftrainer des Kanbukan („Koreanische Kampfkunst-Halle“) in Japan, der später von Norio Nakamura in Renbukan (etwa „Kampfkunst-Trainingshalle“) umbenannt wurde. Hyung-Ju Cho (geb. 1907) änderte in Japan seinen Namen in Neichu So, lernte Goju-ryu Karate-Do unter Chojun Miyagi in der High School und wurde schließlich 1939 Karate-Do-Trainer. Nach Hancock lernte Lee Won-Kuk Shotokan Karate-Do während seiner Schulzeit in Japan. Pyong-Jik Ro, der während des zweiten Weltkriegs an einer japanischen Universität studierte, lernte in dieser Zeit bei Gichin Funakoshi Karate-Do und erreichte seinen 1. Dan (Schwarzgurt), bevor er 1944 nach Korea zurück kehrte. Hong-Hi Choi (geb. 1918) und Yong-I Choi (geb. 1923) kamen beide in den späten 1930ern nach Japan, erhielten ihren 2. Dan, noch bevor sie 1943 in die japanische Armee eingezogen wurden, und wurden später berühmte Karateka („Karateexperten“). Hong-Hi Choi ging 1938 nach Japan, erlangte seinen 2. Dan in Karate-Do an der Tokyo University und unterrichtete danach am Tokyoter YMCA. Er kehrte nach dem Krieg nach Korea zurück und wurde später zum „Vater“ des TaekwondoYong-I Choi ging 1937 nach Japan, um an einer Jungen-Militärakademie und später an der Takushoku University in Tokyo zu studieren. Er erlernte Karate-Do an Gichin FunakoshiShotokan-Dojo, diente in der japanischen Armee und trainierte dann zwei Jahre lang Goju-ryu Karate-Do unter Neichu So (aka Hyung-Ju Cho, s.o.). Er sollte später zum wohl berühmtesten Karateka der Welt werden, allerdings unter seinem japanischen Namen Masutatsu Oyama, den er unter dem Zwang japanischer Einwanderungsgesetze annehmen musste. Er wurde berühmt als Gründer das Kyokushin-Kai Karate-Do, der Bullen mit der bloßen Hand besiegte. Ki-Whang Kim fing 1931 mit Judo an und erlangte fünf Jahre später im Kodokan seinen 1. Dan. Danach lernte er Karate-Do an der Nihon University in Tokyo und wurde dort unter dem Spitznamen „Taifun“ Teamcaptain. Später verbrachte er vermutlich als Wehrpflichtiger der japanischen Armee zwei Jahre lang damit, „Kempo und Kung-Fu in China zu lernen“. Pyung-In Yun (geb. 1918) wuchs in der Mandschurei auf, wo er Quan-Fa lernte, bevor auch er sich an der Nihon University einschrieb. Dort trainierte er mit einem der Fakultätsmitglieder, Kanken Toyama (1888-1966), dem Begründer des Shudokan Karate-DoToyama verlieh ihm darin den 4. Dan, bevor Yun nach Korea zurück kehrte.

1943 wurde das Kampfkunst-Verbot der Japaner in Korea aufgehoben, zunächst für Judo, danach für Karate-Do und chinesische Kampfkünste. In den folgenden zwei Jahren (bis zur Kapitulation Japans) sollten die Kampfkünste in Korea einen neuen Aufwind erfahren. Allerdings bleiben die Tätigkeiten koreanischer Kampfkünstler in dieser Zeit weitgehend unbekannt.

Mindestens vier japanische Kampfkünste waren auch nach der Befreiung Koreas weiterhin beliebt, wenn auch unter ihrem koreanischen Namen. So trainierten Koreaner jetzt Yudo (Judo), Kumdo (Kendo), Yusul (Jujutsu) und Kongsoodo (Karate-Do). Die Korean Yudo Association wurde im August 1945 von Mum-Suk Lee und Jin-Hee Han gegründet, und die Korean Kumdo Association (KKA) formierte sich 1948 in Seoul. Sie wurde am 20. November 1953 der Korean Amateur Sports Association angegliedert. Im selben Jahr wurde das Korean Yudo College gegründet, mit Dr. Je-Hwang Lee als erstem Präsidenten. Sowohl Yudo als auch Kumdo blieben nahezu identisch mit ihren japanischen Namensvettern. Dagegen erfuhren Yusul und Kongsoodo seit der Koreanischen Unabhängigkeit gewaltige Veränderungen. Yusul entwickelte sich zu Hapkido mit all seinen Derivaten (KuksoolHwarang-Do etc.)[6], und Kongoodo machte irgendwann die größten Veränderungen von allen durch und entwickelte sich dabei über Tangsoodo zum Taekwondo.

Die verschiedenen Kongsoodo-Kwans („Schulen“) behielten lange Jahre einen großen Teil des Karate-Stils bei, unter anderem die verschiedenen Kata oder Formen, die heute noch in vielen Tangsoodo-Schulen anzutreffen sind. So lehrte Hong-Hi Choi, der “Vater des Taekwondo“, bis ins Jahr 1965 die Shorin-ryu- und Shorei-ryu-Formen, inklusive Heian 1-5, Empi, Rohai, Bassai, Kusanku, Jion, Tekki 1-3, Hangetsu und Jitte, zusammen mit eigenen Formen, dem sogenannten Changheon-Stil. Und Sihak Henry Cho äußerte 1968: „Taekwondo ist mit japanischem Karate identisch“ und bemerkte, dass „einige in der koreanischen Öffentlichkeit in Gesprächen immer noch die Bezeichnung ‚Karate’ verwenden.“[7]

Alle Experten sind sich darin einig, dass wenigstens fünf Karate-Kwans („Schulen“) in den zwei Jahren nach der Unabhängigkeit in Korea entstanden. Nach John Corcoran waren dies zuerst der Cheongdo-Kwan, der Mudeuk-Kwan und der Yeonmu-Kwan, gefolgt 1946 vom Jido-Kwan, Changmu-Kwan und Seongmu-Kwan[8]Kee Hwang sagte, dass der Mudeuk-Kwan, Yeonmu-Kwan, Changmu-Kwan, Cheongdo-Kwan und der Seongmu-Kwan bereits gegen Ende der japanischen Besatzungszeit „vorhanden“ waren. Alle Schulen lagen in Seoul, mit Ausnahme des Seongmu-Kwan, der zunächst in Gaesong entstand, später aber nach Seoul umzog. Mindestens zwei dieser Kwans wurden von Koreanern gegründet, die Karate-Do in Japan gelernt hatten.

Won-Kuk Lee (auch Won-Gook Lee) gründete den Cheongdo-Kwan („Halle des wahren Weges“), nachdem er im Januar 1944 aus Japan zurück kehrte. Lees Schule lag damals in Yong Chun in Seoul. Nach Lees Weggang[9] übernahm Duk-Sung Son die Leitung der Schule, die eine der größten und einflussreichsten Kwans werden sollte. Son erinnerte daran, dass es damals nach dem zweiten Weltkrieg viele Gangster und amerikanische Soldaten in Seoul gab, mit der Folge „zügelloser Gewalt“[10]. Der Cheongdo-Kwan unterstützte die Polizei, und jeder, der einen Schwarzgurt hatte, bekam ein „Ehrenabzeichen“.

Kee Hwang (auch Ki-Chang Hang) gründete am 9. November 1945 den Mudeuk-Kwan (etwa „Halle der Kampftugenden“). Als Arbeiter für die japanische Eisenbahn soll er ab 1936 in der Mandschurei chinesisches Kuo-Shu gelernt haben[11]. Robert Shipley meint, Kee Hwang lernte vermutlich außerdem „einen harten Karate-Stil, ähnlich dem Shaolin Kung-Fu“. Diese Aussage wird von Hancock unterstützt, der schreibt, dass Kee Hwang den Japaner Gogen Yamaguchi „als einen persönlichen Freund“ angibt. Yamaguchi, mit Spitznamen „die Katze“, war der Begründer des japanischen Goju-ryu Karate-Do, und er war ebenfalls 1939 in der Mandschurei. Hwang könnte daher tatsächlich mit ihm trainiert haben. Yamaguchi war als Offizier des japanischen Geheimdienstes nahe der russischen Grenze stationiert, und Hwang hielt sich zumindest eine Zeit lang ebenfalls in der Nähe der russischen Grenze auf (er erwähnte etwa den Aufenthalt in der Stadt Man Chu Li). Betrachtet man seine späteren Berichte, scheint Hwang Kee sicherlich weit mehr vom japanischen Karate-Do beeinflusst worden zu sein als vom chinesischen Kuo-Shu. Die grundlegenden Poomsae („Formen“) des Tangsudo sind beinahe identisch mit den Kata („Formen“) des Shotokan Karate-Do. Sie umfassen die drei Kijo Poomsae (welche auf den drei Taikyokyu-Kata basieren), die fünf Pyong-Ann Poomsae (basierend auf den fünf Heian-Kata) und „Basahee“ (Bassai). Andererseits sind die fortgeschrittenen Poomsae nach chinesischen Stilen benannt, etwa Taigukkwon („große umfassende Faust“, oder Tai Chi Chuan) oder Jangkwon („lange Faust“).

Außer diesen zwei berühmten Kwans gab es drei oder vier andere frühe Kwans, über die allerdings nicht viel bekannt ist[12]. Sowohl Corcoran als auch Kee Hwang stimmen darin überein, dass Sang-Sup Chun im Jahre 1945 den Yeonmu-Kwan gegründet hat[13], aber alles, was wir über Chun wissen, ist, dass er während des Korea-Kriegs verschwand. Corcoran & Farkas schreiben, dass Yon-Kue Pyang (oder Yun-Gae Byang, Yun-Kwei Byong) im Jahre 1946 den Jido-Kwan gründete, während Hwang Kee nur meint, dass dieser vor dem Korea-Krieg existierte[14]Pyung-In Yun (auch Byung-In Yoon) eröffnete am 1. September 1946 einen Club an der Kyung Sung Agricultural High School (Oberschule für Agrarwirtschaft). Danach eröffnete er den Changmu-Kwan im Seouler YMCA und nannte seinen Stil Kwonbeop („Faustmethode“). Möglicherweise hatte Yun zuvor chinesisches Quan-Fa („Faustmethode“) gelernt, welches er dann unter der koreanischen Bezeichnung Kwonbeop unterrichtete, aber es ist wahrscheinlicher, dass er japanisches Shotokan Karate-Do lehrte, worin er den 4. Dan hatte[15]. Der Grund für diese offenbare Verschleierung ist, dass viele Mitglieder des koreanischen YMCA während der Besatzungszeit in der Unabhängigkeitsbewegung waren, und sicherlich hätten sie darauf bestanden, dass kein ausländischer Stil in der Schule unterrichtet wird. Ein zweiter Club wurde am 5. Mai 1947 im Kommunikationsministerium eröffnet, in dem Nam-Suk Lee (geb. 1925) unterrichtete. Lee übernahm die Kwan-Leitung, nachdem Yun während des Korea-Kriegs verschwand und offiziell für tot erklärt wurde[16]Yuns Schüler eröffneten am 5. Oktober 1953 einen zentralen Dojang in Seoul, und Nam-Suk Lee wurde zum zweiten Präsidenten gewählt. Pyong-Jik Ro (oder Byung-Gik No, Yung-Chik Roh) gründete 1944 den Seongmu-Kwan[17], nachdem er in Japan in Karate-Do den 1. Dan erhalten hatte und nach Korea zurück kehrte. Er gab zuerst Unterricht in einer Bogenschützen-Schule in Gaesong, aber ohne großen Erfolg. Er versuchte es im Mai 1946 erneut, dieses Mal mit einem eigenen Dojang, aber er musste ihn bald schon wegen Ausbruch des Korea-Kriegs schließen. Schließlich gelang ihm die erfolgreiche Wiedereröffnung in Seoul gegen Ende des Korea-Kriegs 1953.

Mindestens acht weitere Schulen tauchten in der Zeit des Korea-Kriegs (1950-53) auf. Diese Schulen umfassten den Odo-Kwan, Hanmu-Kwan, Gangdeuk-Won, Gangmu-Kwan, Cheongmu-Kwan, Cheongkyeong-Kwan und den Gukmu-Kwan. Hwang Kee behauptet, dass es sie alle schon vor dem Ausbruch des Korea-Kriegs gab, während Corcoran behauptet, dass der Odo-Kwan und der Seongmu-Kwan zwischen 1953 und 1954 eröffnet wurden, der Odo-Kwan im Jahre 1953 und der Gangdeuk-Won im Jahre 1956 (was Hwang Kees Ausführungen teilweise widerspricht). Demgegenüber geben verschiedene Quellen an, dass der Seongmu-Kwan in Gaesong vor dem Korea-Krieg gegründet wurde (was Corcoran ebenfalls teilweise widerspricht). Daher kann die Zeit, in der die meisten Schulen auftauchten, vorerst nur als die späten 1940er oder frühen 1950er geschätzt werden[18]. Die meisten der neuen Kwans waren Ableger der fünf ursprünglichen Kwans. Der Hanmu-Kwan, gegeündet von Kyo-Yoon Lee, entwickelte sich aus dem Yeonmu-Kwan. Die Schulen Gangdeuk-Won, Gangmu-Kwan und Cheongmu-Kwan waren alle dem Changmu-Kwan verbunden, während Cheongkyeong-Kwan, Gukmu-Kwan und Odo-Kwan alle mit dem Chungdo-Kwan verbunden waren[19].

In der Demokratischen Volksrepublik Korea (DVRK, kurz Nordkorea) verschwanden die Kampfkünste vermutlich, nachdem die Kommunisten in den 1950ern die Kontrolle übernommen hatten. Es gab sie ganz sicher nicht mehr, als Karl Nicoletti 1981 Nordkorea mit einem Demonstrationsteam besuchte, das von Hong-Hi Choi und Chuck Sereff angeführt wurde. Nicoletti berichtet, dass „Kampfkünste allgemein, und speziell Taekwondo, in Nordkorea praktisch unbekannt sind“. Die einzige Kampfkunst, die er entdecken konnte, war „Kuok Sul“ (Kuksool), eine unsystematische Art des unbewaffneten Kampfes, die im Militär praktiziert wurde. Privater Kampfkunst-Unterricht war als Unterstützung des Widerstandes gegen den Staat verdächtig, und wie die Japaner zuvor erlaubten die Kommunisten derartigen Widerstand nicht. Offizielle Unterdrückung der Kampfkünste gab es sicherlich beim Nachbarn Nordkoreas, dem kommunistischen China. Nigel Sutton berichtete, dass die private Ausübung von Kampfkünsten in der Volksrepublik China weitgehend unterdrückt wurde, weil die Kommunisten glaubten, dass „wir in unserer sozialistischen Gesellschaft es nicht nötig haben, zu kämpfen oder uns verteidigen zu müssen“[20]. So ist zumindest ein Fall bekannt, in dem ein Kampfkunst-Lehrer in Nordkorea „von einer Menschenmenge mit Keulen totgeprügelt wurde, während sie ihn verhöhnten, er solle sein „Gongfu“ benutzen, um sich zu verteidigen“[21]. Der Verlust der nordkoreanischen Kampfkünste ist bedauerlich, denn sie könnten als exzellentes Vergleichsmaterial zur Entwicklung des südkoreanischen Taekwondo dienen.

Die ersten ernstzunehmenden Versuche, die verschiedenen Kongsoodo-Stile (koreanisches Karate-Do) unter einer einheitlichen nationalen Organisation zu vereinen, wurden während des Korea-Krieges unternommen. Zuvor fand bereits 1946 die erste Konferenz statt, in der es um eine Vereinigung ging, aber die Koreanische Kongsoodo-Vereinigung (Korea Kongsoodo Association) formierte sich erst in den 1950ern. Nach Chung wurde die Vereinigung 1951 in Busan gegründet, mit Cho-Ryon Chi als ihrem Führer. Nach Frankovich war das Datum 25. Mai 1953, und „diese Vereinigung wählte keinen Präsidenten“. Frankovich zählt als Vize-Präsidenten Young-Joo Cho, einen Yudo-Mann, auf, und Pyong-Jik Ro (Gründer des Seongmu-Kwan) als Ausführenden Direktor (Executive Director). Direktoren waren Kee Hwang (Gründer des Mudeuk-Kwan), Chong-Woo Lee (Jido-Kwan), Yon-Kue Pyang (Jido-Kwan), Jong-Myung Hyun (Cheongdo-Kwan), Nam-Suk Lee (Changmu-Kwan) und In-Hwa Kim (Yudo). Pyong-Jik Ro wurde als „Cheftrainer“ sowie als „Vorsitzender der Prüfungskommission“[22] eingesetzt. Irgendwann kam es zu Meinungsverschiedenheiten, und die Vereinigung wurde aufgelöst[23]. Dennoch hinterließ diese Bewegung einen Eindruck. So berichtet Shipley, dass der Cheongdo-Kwan von da ab bis 1962 seinen Stil Kongsoodo nannte.

Daneben erhob auch die Koreanische Tangsoodo-Vereinigung (Korean Tangsoodo Association), die im Jahre 1953 von Kee Hwang gegründet wurde, Anspruch auf die Führerschaft. Hwangs erstes Handbuch wurde 1950 veröffentlicht. Nach Shipley hieß der Stil, der im Mudeuk-Kwan gelehrt wurde, anfangs Hwasoodo („Weg der Blumenhand“) und wurde „in den frühen 1950ern“ in Tangsoodo umbenannt, um auf „Koreas lange kulturelle Verbindung zu China“[24] hinzuweisen. Im Jahre 1957 entdeckte Hwang eine Kopie des „Muye Dobo Tongji“ („Illustriertes Handbuch der Kampfkünste“) von ca. 1790 und fing an, es intensiv zu studieren. Er benutzte es dafür, um Tangsoodo mit der Kampfkunst Soobak zu verbinden, die in der Zeit vor der Besatzung verbreitet war. Diese Verbindung zusammen mit einem am 18. September 1958 von Hwang organisierten Turnier machte Tangsoodo recht erfolgreich. An dem Turnier zu Ehren des 60-jährigen Bestehens der Eisenbahn nahmen die verschiedenen Teams der nationalen Eisenbahn-Gesellschaft teil, und die Mannschaft der Seouler Eisenbahn belegte den 1. Platz. 1960 registrierte die koreanische Regierung dann Tangsoodo als „die traditionelle Koreanische Kampfkunst“[25].

Drittens machte auch Hong-Hi Choi mit seinem Taekwondo Führungsansprüche über das Kongsoodo geltend. Wie bereits erwähnt, wurde Choi 1938 zur Ausbildung nach Kyoto geschickt. Kurz bevor er Korea verließ, hatte er Streit mit einem professionellen Ringer, der ihm androhte, ihm „die Glieder einzeln“ auszureißen, falls er ihn jemals wiedersehen sollte. Choi sagte zu diesem Ereignis: „Ich entschloss mich dazu, während meines Aufenthaltes in Japan den Schwarzgurt in Karate zu machen.“[26] Er erlernte Karate-Do an der Tokyo University, wo er den 2. Dan erreichte. Danach unterrichtete er diese Kunst am Tokyoter YMCA, bis er in die japanische Armee eingezogen wurde. Während seiner Stationierung in Pyongyang im norden Koreas war er als „Planer“ in der „koreanischen Unabhängigkeitsbewegung“ verwickelt, die als „Pyongyanger Studentensoldaten-Bewegung“ bekannt ist[27]. Dafür kam er für 8 Monate in ein japanisches Gefangenenlager. Er wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt und unterrichtete in dieser Zeit seine Mitgefangenen und die Aufseher in Karate-DoChoi wurde bereits nach wenigen Monaten befreit, als der Krieg im August 1945 zuende ging. Vermutlich verhalf diese Verurteilung seiner späteren Karriere in der Koreanischen Armee, der er im Januar 1946 als zweiter Leutnant beitrat. Er wurde zum Kompanieführer des Vierten Infanterieregiments in Gwangju, wo er sowohl Koreaner als auch Amerikaner im Karate-Do unterrichtete. Dazu Choi: „Ich begann mit Karate als physischem und geistigem Training für meine Soldaten. Dabei wurde mir klar, dass wir unsere eigene nationale Kampfkunst entwickeln müssen, die dem japanischen Karate sowohl spirituell als auch technisch überlegen ist.“[28]

Choi stieg schnell in den Rängen auf und behielt sein Interesse für den unbewaffneten Kampf. Während seiner Stationierung in Daejeon 1946-47 unterrichtete er sowohl Koreaner als auch Amerikaner in den Kampfkünsten. Als er 1948 Kampfkunst-Lehrer für die amerikanische Militärpolizei-Schule in Seoul wurde, war er bereits Major. Ein Jahr darauf war er Oberst und besuchte die Ft. Riley Ground General School in Kansas, USA. Während dieses Aufenthalts gab Choi die erste öffentliche Vorführung im Kongsoodo (Koreanisches Karate-Do) in den Vereinigten Staaten.

Der Korea-Krieg verstärkte die Aufmerksamkeit auf die Kampfkünste und gab Chois Karriere weiteren Auftrieb. Präsident Syngman Rhee sah 1952 einer 30minütigen Vorführung koreanischer Meister zu und war so beeindruckt von Tae-Hi Nams Bruchtest (13 Dachziegel), dass er Nams Vorgesetzten, Hong-Hi Choi, über diese Kunst ausfragte und daraufhin anordnete, dass alle Soldaten Kongsoodo-Training bekommen sollten. Haeng-Ung Lee erinnerte sich später daran, dass es Korea der frühen 1950er einen „Lehrermangel“ gab und „es war schwierig, einen Dojang zu finden“[29], vermutlich wegen des jungen Alters der Kampfkünste in Korea und weil viele Trainer im Militärdienst waren. Verschiedene Militäreinheiten, die Kongsoodo trainierten, zeichneten sich im Krieg aus, unter anderem die 29. Infanterie-Division (gegründet 1953 von Choi) und die „Black Tigers“, eine Eliteeinheit, die für Spionage und Attentatsmissionen hinter der feindlichen Linie zuständig war. Viele verloren in dem Krieg ihr Leben, so gelten z.B. Sang-Sup Chun (Gründer des Yeonmu-Kwan) und Pyung-In Yun (Gründer des Changmu-Kwan) beide als im Einsatz verschollen. Chong-Woo Lee übernahm dann den Yeonmu-Kwan und Nam-Suk Lee den Changmu-Kwan. Auch nach dem Krieg fanden verdeckte Operationen in Nordkorea weiterhin statt, und auch hier nahmen koreanische Kampfkünstler daran teil, unter anderem Haeng-Ung Lee.

Hong-Hi Choi gründete mit Unterstützung Tae-Hi Nams 1953 den Odo-Kwan. Der neue Kwan basierte auf den Prinzipien des Cheongdo-Kwan, den Choi ab Ende 1954 ebenfalls leitete. Später wird Tae-Hi Nam – den Choi 1954 als seine „rechte Hand“ bezeichnet[30] – nach offizieller WTF-Darstellung der alleinige Kredit für die Gründung des Odo-Kwan zugesprochen, nachdem Choi ab den Mitt-1970ern in Südkorea in Ungnade gefallen ist.

Die Taekwondo-Bewegung begann 1955 mit einem Treffen der Meister am 11. April, die erneut versuchten, Kongsoodo zu vereinigen. Nach sowohl Choi als auch Duk-Sung Son wurde in dieser Konferenz der Name „Taekwondo“ („Weg der schmetternden Tritt-Faust“) beschlossen. Außer Generalmajor Choi nahmen Hwa-Chung YooDuk-Sung Son, Gen. Hyung-Kun LeeKyun-Kyu Cho, Sen. Dae-Chun ChungChang-Won HanKyung-Rok Chang, Soon-Ho HongKwang-Rae Ko und Jong-Myung Hyun daran teil. Sowohl Son als auch Choi beanspruchen, den Namen „Taekwondo“ erfunden zu haben. Choi behauptet, den Namen gewählt zu haben, weil er Ähnlichkeit zum Taekkyon aufweist und weil die Namen Tangsoodo und Kongsoodo „an chinesische oder japanische Kampfkünste erinnern“[31]. Auf der anderen Seite erklärte Son, dass er „direkt dafür verantwortlich war, den ursprünglichen Namen Tae Kwon Do auszuwählen und bekannt zu machen“[32]. Während Choi sagt, dass der Name am 11. April 1955 ausgewählt wurde, behauptet Son, dass dies beim ersten Treffen der Führungsebene des Cheongdo-Kwan am 19. Dezember 1955 geschah.

Trotz der Angaben von Choi und Son verhält es sich unserer Ansicht nach so, dass Taekwondo ursprünglich Taesoodo („Weg der schmetternden Tritt-Hand“) genannt wurde[33]. Sowohl Kee Hwang und Pyong-Jik Ro (nach Frankovich) als auch Soo Kim (nach den Dussaults) geben „Taesoodo“ als den frühen Namen derjenigen Kampfkunst an, die später Taekwondo werden sollte. Ebenso unterstützt Jong-Rok Kim vom Kukkiwon diese Ansicht, indem er sagt, dass die Koreanische Taekwondo-Vereinigung (Korean Taekwondo Association, KTA) ursprünglich „Korean Tae Soo Do Association“ hieß. Ferner erinnert Shipley daran, dass „die früheste Organisation, von der ich persönlich weiß, dass sie diesen Namen [Taekwondo] verwendet hat, war um 1962 die Cheongdo-Kwan-Vereinigung (vorher lief das unter dem Namen Kongsoodo)“[34]. Dieser Gebrauch des Namens „Kongsoodo“ sieben Jahre, nachdem Taekwondo vermutlich eingeführt wurde, ist etwas paradox, weil Duk-Sung Song selbst der Cheftrainer des Cheongdo-Kwan war. Daher wird hier im weiteren Verlauf der Diskussion der nächsten paar Jahre der Name „Taesoodo“ und nicht „Taekwondo“ verwendet, selbst wenn weder Choi noch Son (beides wichtige Autoritäten dieser Jahre) den Gebrauch von „Taesoodo“ anerkannten.

Nach dem Treffen 1955 ging der Wettstreit zwischen den Kwans die nächsten Jahre weiter. Eine Zeit lang war Kee Hwangs Korean Tangsoodo Association (Koreanische Tangsoodo-Vereinigung) ziemlich erfolgreich, und Hwangs Versuche, Tangsoodo mit der älteren Kunst Soobak zu verbinden, schienen sich auszuzahlen. Nach einem Treffen im Juli 1959 verbanden sich die Korean Kongsoodo Association und die Korean Tangsoodo Association und bildeten zusammen die Soobakdo Association mit dem Ziel, bei der Korean Amateur Sports Association (Koreanische Amateursport-Vereinigung, KASA) die Mitgliedschaft zu beantragen. Sie hofften darauf, durch erneuerte Solidarität Zutritt zu erlangen, da die Soobakdo Association „alle ursprünglichen Kwans in einer vereinten Gruppierung umfasste“[35]. Die KASA wies den Antrag zurück[36].

Nach Hwangs Fehlschlag wurde General Choi der neue Führer des koreanischen Karate-Do. Er verdankte den Einfluss seines Taesoodo-Stils zum großen Teil seiner Verbindung zum Militär. Alle koreanischen Männer waren dazu verpflichtet, drei Jahre Militärdienst zu leisten, und im Milität wurde Taesoodo trainiert, nicht Tangsoodo[37]. 1959 wurde mit Unterstützung von General Choi die Korean Taesoondo Association (KTA) erstmals gegründet. Die Soobakdo Association ersuchte nach der Zurückweisung durch die KASA politische Unterstützung von Hong-Hi Choi. Daraufhin fand im September 1959 eine Konferenz zwischen diesen beiden Gruppen statt, was zur Gründung der neuen Organisation führte[38]. Als Hee-Il Cho (geb. 1940) 1961 als Träger des 4. Dan im Tangsoodo zur Armee kam, wurde er Taesoodo-Lehrer und lernte Chois Changheon-Formen. Deshalb wird er heutzutage als einer der erstrangigsten Taekwondo-Lehrer angesehen. Der Einfluss des Militärs war in der Kampfkunst-Szene immer schon sehr groß, und Choi erntete den Lohn davon. Zusätzlich wurde der Einfluss des ROK-Militärs sogar noch größer.

Am 16. Mai 1961 wurde die Zweite Republik in Südkorea durch einen Coup d’état (Staatsstreich) gestürzt und General Chung-Hee Park kam an die Macht. Er wurde Ende 1963 zum Präsidenten der Dritten Republik ausgerufen und 1967 und 1971 wiedergewählt. 1972 löste er die Nationalversammlung (das Parlament) auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Daraufhin erweiterte er seine Macht und wurde Ende desselben Jahres Präsident der Vierten Republik. Er wurde im Dezember 1978 erneut wiedergewählt, 1979 aber durch seinen eigenen Geheimdienstchef ermordet. In dieser Zeit regierte Park 18 Jahre lang als Diktator über Südkorea, und sein militärischer Hintergrund hatte enormen Einfluss auf die Entwicklung des Taekwondo.

Nach dem Staatsstreich traf sich die KTA am 14. September 1961, um General Choi zum neuen Präsidenten zu wählen, denn Chois Unterstützung des Staatsstreichs verlieh ihm viel Einfluss bei der Militärregierung[39]Kee Hwang und Yon-Kue Pyang (Gründer des Jido-Kwan) protestierten gegen die Entscheidung und verließen die Organisation für immer[40]. Auch der Cheongdo-Kwan, damals „die größte zivile Sporthalle Koreas“[41], unterstützte nicht Kee Hwangs Organisation, die Soobakdo Association, sondern kämpfte für die Vereinigung unter der KTA.

Der Widerstand erwies sich als zweckslos. Die KTA wurde am 25. Juni 1962 Mitglied der KASA und trat im Januar 1964 der Korean Athletic Association bei. Am 24. Oktober 1962 wurde Taesoodo auch offizieller Teilnehmer an den 43. jährlichen Nationalen Festspielen der ROK[42], auch wenn die KTA bis zum 3. November keine Wettbewerbsregeln aufstellte (diese Regeln sollten bis 1967 viermal geändert werden). 1962 kehrten viele Lehrer wieder zur KTA zurück, als man beschloss, alle Schwarzgurte erneut zu testen, um nationale Standards durchzusetzen (was angesichts der offensichtlichen Unterstützung durch die Park-Regierung unheilvoll erschien).

Kee Hwang, der Gründer des Mudeuk-Kwan, blieb der auffälligste Gegner der KTA, und als Folge wurde er von KTA-Anhängern oft belästigt. Die KTA versuchte, dem Mudeuk-Kwan die Lizenz vom Erziehungsministerium zu entziehen, doch Hwang gewann den Fall beim obersten Gericht[43]. Nach Robert Shipley wurde Hwangs Haus als Folge seines Widerstandes gegen die Taesoodo-Bewegung sogar „von Unbekannten teilweise niedergebrannt“. Hwang zog schließlich (im Mai 1974) in die USA, wo er seitdem Tangsoodo unterrichtete.

Die nationale Taesoodo-Vereinigung wurde von einem Hang zur Internationalisierung begleitet. Taesoodo-Showteams besuchten 1959 Südvietnam und Taiwan und die Kunst wurde (ebenfalls 1959) in den USA eingeführt, danach in Südvietnam (1962), Thailand (1962-63), Malaysia (1962), Hong Kong (1962-63), Kanada (1964), Singapur (1964), Westdeutschland (1964), Italien (1965), Türkei (1965) und die Vereinigten Arabischen Emirate (1965). Hong-Hi Choi hatte Taesoodo 1962 als ehemaliger 2-Sterne-General und Botschafter in Malaysia persönlich eingeführt[44].

Die Bemühungen um Internationalisierung wurden nach der Tokyo-Olympiade 1964 noch verstärkt. Am 5. August 1965 wurde die KTA in „Korean Taekwondo Association“ umbenannt, und noch im selben Jahr führte Choi Hong-Hi bei einer Reise durch 14 Länder eine „Goodwill-Mission des Taekwondo“ an[45]. Die Tokyo-Spiele inspirierten auch den Präsidenten der KASA, Gwan-Sik Min, dazu, 1966 ein Trainingszentrum vorzuschlagen, in dem koreanische Sportler auf internationale Wettkämpfe vorbereitet werden konnten. Präsident Park stimmte dem zu. Als Reaktion darauf wurde am 22. März 1966 die International Taekwondo Federation (ITF) mit Choi Hong-Hi als Präsident gegründet[46]. Unter der ITF verbreitete sich Taekwondo in die Niederlande (1966), nach Taiwan (1967), England (1967) und anderswo. 1967 bildete den Gipfel von Gen. Chois Karriere in Korea. In diesem Jahr lud er Masutatsu Oyama, damals einer der bekanntesten Karateka in Japan, nach Seoul ein, um über einen möglichen Wechsel von OyamaKyokushinkai Karate-Do zum Taekwondo zu verhandeln.

Taekwondo wurde im Korea der 1970er Jahre immer wichtiger. Am 19. November 1971 begann die Erbauung des Kukkiwon, des Seouler Taekwondo-Hauptquartiers, welches am 30. November 1972 eingeweiht wurde. Am 14. Februar 1972 wurde Taekwondo in den offiziellen Stundenplan koreanischer Grundschulen und am 31. August in den der Mittelschulen aufgenommen. Am 5. Dezember 1972 wurde die National High School and Middle School Taekwondo Federation gegründet, gefolgt am 28. Dezember von der National Collegiate Taekwondo Federation.

Im Jahre 1973 kam es zur Spaltung zwischen Hong-Hi Choi und der KTA. Choi hatte die Absicht, 1974 nach Toronto zu ziehen und das ITF-Hauptquartier mit zu nehmen. Dieses Vorhaben bestürzte Un-Yong Kim, Präsident der KTA, weil er der Meinung war, dass das internationale Taekwondo-Hauptquartier in Korea verbleiben sollte. Die Folge war, dass Kim die Verbindung zwischen KTA und ITF auflöste und die Bildung einer neuen Organisation unterstützte, der World Taekwondo Federation (WTF). Sie wurde während der ersten Taekwondo-Weltmeisterschaft, die vom 25. bis 28. Mai 1973 im Kukkiwon durchgeführt wurde, gegründet. Das erste Treffen fand am 26. Mai statt, und am letzten Tag des Turniers wurde die Organisation offiziell eingerichtet. Chois Antwort war, dass er ein Jahr später mit Hilfe von J.C. Kim die ITF Taekwondo-Weltmeisterschaft in Montreal durchführte und damit seine Absicht klar machte, mit der Seouler WTF zu konkurrieren.

Der Graben zwischen der ITF und der WTF vergrößerte sich mit den Jahren. Hong-Hi Choi denunzierte ROK-Präsident Chung-Hee Park öffentlich im September 1977 und beschuldigte ihn, „Taekwon-Do für seine politischen Absichten zu benutzen“[47]. Auch machte Choi Nordkorea verschiedene Friedensangebote und führte im Jahre 1981 ein Showteam für 10 Tage in dieses Land. Dort traf er nicht nur seinen Bruder (den er seit über 20 Jahren nicht mehr gesehen hatte) und eine seiner Tanten, sondern auch Präsident Kim Il-Sung, der solche Audienzen nur zu sehr seltenen Gelegenheiten gewährte. Somit ist Choi die Ausbreitung des Taekwondo in Nordkorea zu verdanken, und dies ist sein Beitrag zur koreanischen Wiedervereinigung. Die Folge seiner Bemühungen um Nordkorea sind, dass ihn einige Südkoreaner als Verräter ansehen.

Dieses sind also die Gründerjahre des Taekwondo, das als Kongsoodo anfing. War es anfänglich nahezu identisch mit japanischem Karate-Do, das während der japanischen Besatzungszeit gelernt wurde, entwickelte Kongsoodo in den 1950ern neue nationalistische Paradigmen, unter anderem Kee Hwangs Tangsoodo und Hong-Hi Chois TaekwondoHwang versuchte, Tangsoodo mit der chinesisch beeinflussten Kunst des Soobak zu verbinden, während Choi Taekwondo mit der einheimischen Kunst des Taekkyon verknüpfte. Sowohl Soobak als auch Taekkyon repräsentierte für viele Koreaner die Reinheit der Nation vor der japanischen Invasion. Mit dem militärischen Staatsstreich 1961 erreichte Chois Traum die Oberhand und 1973 war Taekwondo über die ganze Welt verteilt und erblühte als ein einzigartiger Kick-Stil.

Viele Koreaner mögen es nicht, zuzugeben, was sie den chinesischen und japanischen Kampfkünsten verdanken, weil sie denken, dass diese frühere Abhängigkeit den gegenwärtigen Status des Taekwondo beeinträchtigen kann. Dem ist nicht so. Erstens würden dieselben chinesischen Wurzeln, die Taekwondo schwächen sollten, gleichermaßen Okinawa-Kempo und japanisches Karate-Do beeinträchtigen, die beide vom chinesischen Quan-Fa abstammen. Taekwondos Stellung als eine eigenständige Kampfkunst ist gesichert. Es ist zwar richtig, dass Taekwondo einst bloß koreanisches Karate-Do war, aber es hat sich inzwischen, unter der Leitung der WTF und anderer Organisationen, zu einer eigenständigen koreanischen Form entwickelt. Zweitens fing Karate-Do, wie es heutzutage in den USA praktiziert wird, zum großen Teil ursprünglich als Kongsoodo an. Atlee Chittim lernte 1948 Kongsoodo in Korea und schloss sich bei seiner Rückkehr der U.S. Karate Association an. 1956 ermöglichte er dem „Vater des amerikanischen Taekwondo“, Jhoon Rhee, die Einreise in die USA. Ein Schüler Rhees, Allen Steen, wird von John Corcoran als „Pionier“ des „Amerikanischen Karate“ bezeichnet, obgleich Steen ursprünglich Kongsoodo gelernt hatte. Zu Steens Schülern zählen solche Größen wie Pat Burleson („der ‚Pate’ der offenen Tunierkämpfe in Amerika“), Skipper Mullins („amerikanischer Karate-Champion“), Fred Wren (ein weiterer „amerikanischer Karate-Champion“) und Mike Anderson (ein „amerikanischer Karate-Pionier“). Ernest Lieb lernte Kongsoodo unter Il-Sup Chun und wurde später erster Vorsitzender der Amateur Athletic Union (AAU), Abteilung Karate, und Präsident der American Karate Association. Alle diese Beispiele zeigen klar, dass koreanische Trainer weitgehend für die Verbreitung des Karate-Do in Amerika verantwortlich waren und sich dafür den Respekt der anderen Karateka verdienten. Zuletzt, und vermutlich am wichtigsten, sind der kometenartige Aufstieg des Taekwondo zum Ruhm und sein faktischer Bekanntheitsgrad selbst Bestätigungen seiner Gültigkeit.

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Anmerkungen zur Übersetzung

Die vorliegende Übersetzung gibt den vollständigen Text von Dakin Burdicks Taekwondo-Geschichte (in der Version vom 1. März 1999) wieder, mit folgenden Ausnahmen:

·            In den „Anmerkungen des Autors“ wurden die Bemerkungen zur Art der Romanisierung koreanischer Ausdrücke weggelassen, weil hier eine andere Schreibweise verwendet wird;

·            ebenfalls dort wurden die Angaben zum Vervielfältigungsrecht dahin gehend zusammen gefasst, dass der ganze Artikel nunmehr unter die GNU General Public License, Version 2, fällt.

·            Im Haupttext wurde der Gründungszeitraum des Taekwondo auf „45 Jahre“ erweitert und die Olympischen Spiele „2004 in Athen“ wurden hinzu gefügt.

·            Alle weiteren inhaltlichen Änderungen und Ergänzungen wurden in die Endnoten ausgelagert.

Bei der Romanisierung koreanischer Ausdrücke orientieren wir uns in der Übersetzung weitgehend an dem revisionierten Südkoreanischen Romanisierungssystem vom Juli 2000 (Details unter www.korea.net/korea/kor_loca.asp?code=A020303), und zwar hauptsächlich aus dem Grund, weil uns das klassische McCune-Reischauer-System (http://mccune-reischauer.org) von 1937 fürs Internetzeitalter nicht mehr zweckmäßig erscheint. Eigennamen werden weiterhin in der üblichen Weise geschrieben, die Namen der Taekwondo-Schulen (Kwan) werden dagegen allesamt nach dem koreanischen System romanisiert. Einige bekannte Ausdrücke wurden in der alten Form beibehalten, andere wurden geändert:

·            beibehalten: Soobak, Kongsoodo, Tangsoodo, Taesoodo

·            geändert: Goguryeo, Silla, Geumgang, Muye Dobo Tongji, Kwonbeop, Ssireum

In den Endnoten wird auf zwei Arbeiten verwiesen, die in dem Originalartikel nicht berücksichtigt werden konnten, da der erste eine deutsche Diplomarbeit ist, und der zweite zeitlich nach dem vorliegenden Artikel veröffentlicht wurde. Die Arbeiten sind:

Gu, HyosungAggression, Nationalismus und Kampfsport in Ostasien, Uni Hamburg, Diplomarbeit, WS 1993/94; http://www.argedon.de/akka/t_lehre/his_k.htm

Kang, Won Sik & Lee, Kyong MyongPortions of The Modern History of TaeKwonDoBokyung Moonhwasa, Seoul 1999; zu finden unter http://www.martialartsresource.com/anonftp/pub/the_dojang/digests/history.html, und als pdf-Datei unter http://www.stanford.edu/group/Taekwondo/documents/tkd_history.pdf. (Man sei allerdings auch vorgewarnt, dass dort die spätere Rolle der WTF, insbesondere die Kim Un-Yongs, der inzwischen wegen Veruntreuung und Bestechung verurteilt und verhaftet wurde, eher einseitig dargestellt und gegen Ende zunehmend glorifiziert wird.)

Zu Fragen übersetzungstechnischer Art kontaktieren Sie bitte den Übersetzer: tom.rhee@web.de.

 



[1] Derartiges kann man z.B. auf den offiziellen Seiten des Kukkiwon, www.kukkiwon.or.kr/eng/tkbook/tkhistory.asp, oder der KTA, www.koreataekwondo.org/english/html/ency/intro01.html, nachlesen. 1991 erschien mit Yong-Ok Kims Buch „Prinzipien der Struktur der Taekwondo-Philosophie“ offenbar das erste Werk in Korea, in dem diese Story als Legende enttarnt wurde. Auch Kang & Lee (1999) beziehen sich in keiner Weise auf diese Legende, sondern stellen klar dar, aus welchen japanischen und chinesischen Wurzeln Taekwondo entstanden ist.

[2] Wie der Buddhismus insgesamt so stammen die Posen derartiger (ursprünglich bewaffneter) Statuen ursprünglich ebenfalls aus Indien, sodass nach der Lesart, die Statuen zeigten frühe Taekwondo-Stellungen, Taekwondo selbst aus China oder Indien kommen müsste. Siehe dazu auch Gu, Aggression, S. 26.

[3] Im Westen besser bekannt unter der Bezeichnung Kung Fu.

[4] Neuere Untersuchungen stellen die Interpretation der Hwarang als ein Kriegerorden in Frage. Siehe dazu z.B. Gu, Aggression, S. 26ff. sowie den Artikel „The Myth of Hwarang“, www.geocities.com/neue-strassenbahn/hwarang.html.

[5] Darunter befanden sich auch viele minderjährige Mädchen. Bis heute hat Japan diese Verbrechen offiziell nicht zugegeben und sich nirgends dafür entschuldigt.

[7] “Tae-kwon do is identical to Japanese karate“; “some of the Korean public still use the ‘karate’ pronunciation in conversation.”

[8] Diese Aufzählung stimmt weitgehend mit den Angaben bei Kang & Lee (1999) überein, mit der Ausnahme, dass „Jido-Kwan“ dort als der neue Name aufgeführt wird, den der Yeonmu-Kwan ab dem Korea-Krieg (1950-53) übernahm. Damit stimmt dann die „Fünferzahl“ der Gründerschulen genau.

[9] Nach Lees Weigerung, mitsamt seinen Schülern der Regierungspartei beizutreten, sah er sich gezwungen, nach Japan zu flüchten. Diese Geschichte wird bei Kang & Lee (1999) übrigens gänzlich verschwiegen.

[10] “Fighting was rampant“

[11] Im Westen besser bekannt unter der Bezeichnung Kung Fu.

[12] Mehr Informationen darüber findet man nun bei Kang & Lee, 1999.

[13] Nach Kang & Lee (1999) war die Gründung 1946.

[14] Nach Kang & Lee (1999) wurde 1946 der Yeonmu-Kwan gegründet, der von Yon-Kue Pyang und Chong-Woo Lee nach Chuns verschwinden, also noch während des Korea-Kriegs (etwa 1952), in „Jido-Kwan“ umbenannt wurde.

[15] Nach Kang & Lee (1999) hatte er den 5. Dan.

[16] Nach Kang & Lee (1999) bekam diese Schule erst nach seiner Wiedereröffnung nach dem Korea-Krieg den Namen „Changmu-Kwan“. Vorher, also unter Pyung-In Yun, hieß sie einfach „YMCA Kwonbeop Bu“.

[17] Nach Kang & Lee (1999) war auch dies 1946.

[18] Nach Kang & Lee (1999) wurden zusätzlich zu den fünf ersten Kwans nach dem Korea-Krieg vier weitere wichtige Kwans gegründet, und zwar der Odo-Kwan (ohne genaues Gründungsdatum), der Gangdeuk-Won (1956), der Hanmu-Kwan (ebenfalls 1956) und der Jeongdo-Kwan (bereits 1954), der in obiger Aufzählung nicht enthalten ist.

[19] Nach Kang & Lee (1999) sind die Annex-Kwans des Cheongdo-Kwan die Schulen Cheongryeong-Kwan in Gwangju, Gukmu-Kwan in Incheon, Jeongdo-Kwan in Seoul und der Odo-Kwan, der im Grunde aus Hong-Hi Chois Einflussbereich im Militär bestand.

[20] “in our socialist society we do not need to fight or be able to defend ourselves.“

[21] “beaten to death by a crowd armed with clubs, who urged him to use his ‚gongfu’ to defend himself.“

[22] “the master instructor”; “the chair of the rank promotion committee“

[23] Nach Kang & Lee (1999) brach die Kongsoodo-Vereinigung bereits wenige Monate nach ihrer Gründung zusammen.

[24] “Korea’s long cultural brotherhood with China“

[25] “the Korean traditional Martial Art“

[26] “I resolved to become a black belt holder in Karate while I was in Japan.“

[27] “the planner of the Korean Independence Movement, known as the Pyongyang Student Soldier’s Movement“

[28] “I began to teach Karate to my soldiers as a means of physical and mental training. It was then that I realized that we needed to develop our own national martial art, superior in both spirit and technique to Japanese karate.”

[29] “there was an instructor shortage“; “it was hard to find a dojang“

[30] “his righthand man in 1954“

[31] “connoted Chinese or Japanese martial arts“

[32] “directly responsible for searching out and popularizing the original name of Tae Kwon Do“

[33] Diese und die im Folgenden aufgeführten Ansichten werden durchwegs von Kang & Lee (1999) bestätigt.

[34] “The earliest organisation that I personally experienced using this name {Taekwondo} was the Chongdokwan association around 1962 (they had previously gone under kong soo do).”

[35] “contained all of the original kwans in one united group“

[36] Nach Kang & Lee (1999) ist die Lage um einiges verwickelter. Choi Hong-Hi forcierte 1959 die Gründung einer ersten Korea Taekwondo Association (kurz „1959er KTA“) mit sich selbst als erstem Präsidenten, die bereits im folgenden Jahr aufgrund interner Streitigkeiten zusammen brach. Daraufhin trat Hwang Kee aus der 1959er KTA aus und gründete am 30. Juni 1960 (durch Namensänderung seiner Korean Tang Soo Do Association) die Korean Soo Bahk Do Association KSA, die er während der Wirren nach der Studentenrevolution im selben Jahr aufgrund guter politischer Kontakte schnell bei der KASA registrieren ließ. Dies verärgerte alle anderen Kwan-Chefs zutiefst, denn dadurch konnte eine etwaige „richtige“ KTA nicht mehr registriert werden, weil nur eine Vereinigung pro Sportart zugelassen war.

Nach dem Militärputsch 1961 wurde die KASA-Registrierung per Regierungsdekret nivelliert, was den Weg für die im September 1961 erneut gebildete KTA ebnete, sich ihrerseits bei der KASA registrieren zu lassen.

[37] Nach Kang & Lee (1999) setzte General Choi ab 1955 die Bezeichnung „Taekwondo“ beim Militär durch. Fünf Jahre später waren somit sehr viele, wenn nicht alle jungen Männer Koreas mit dem Namen „Taekwondo“ bereits in Berührung gekommen.

[38] Nach Kang & Lee (1999) waren Kee Hwang und General Hong-Hi Choi die beiden großen Antipoden dieser Zeit, die sich spannende Machtkämpfe lieferten. Erst setzte Choi bei der Gründung der 1959er KTA aufgrund seiner militärischen Machtposition die Bezeichnung „Taekwondo“ durch, u.a. gegen den Widerstand Hwangs. Nach dem Zusammenbruch der KTA gründete Hwang 1960 die KSA und ließ sie noch im selben Jahr offiziell registrieren; jetzt hatte er die Oberhand. Nach dem Militärputsch wurde diese Registrierung indessen per Regierungsdekret aufgehoben, und die KTA formierte sich erneut, diesmal allerdings ohne Choi – der als Botschafter nach Malaysia ging – und als Korean Taesoodo Association.

[39] Nach Kang & Lee (1999) war der Militärputsch im Gegenteil „die Hölle“ für General Hong-Hi CHoi. Denn offensichtlich gab es einen Konflikt mit dem Putschführer und späteren Präsidenten, Chung-Hee Park, und Choi verließ Korea und ging als Botschafter nach Malaysia. Die weitere Taekwondo-Entwicklung in Südkorea fand bis zu seiner Rückkehr 1965 ohne ihn statt. Er war somit nicht bei der Neugründung der KTA dabei und wurde auch nicht ihr Präsident. Das war vielmehr (erst ab Dezember 1962) Myung-Shin Choi.

[40] Nach Kang & Lee (1999) war zugleich auch ein Generationswechsel im Gang, bei dem die (sogenannte) erste Generation, die ihre Kampfkunstausbildung vorwiegend in Japan und China erfahren hatte, langsam an Einfluss verlor – Sang-Sup Chun und Pyung-In Yun waren im Korea-Krieg verschollen, Won-Kuk Lee war nach Japan geflüchtet, und Hong-Hi Choi war jetzt Botschafter in Malaysia. Die jüngere, die „Schülergeneration“, war insgesamt eher zu Kompromissen bereit und wollte die Vereinigung. Daraufhin zogen sich Kee Hwang und Yon-Kue Pyang aus Protest von der Leitung ihrer Schulen zurück, was heftige interne Kämpfe auslöste, die u.a. zur Spaltung des Mudeuk-Kwan führte. Die beiden Schulen schlossen sich schließlich ohne ihre Gründer der KTA an.

[41] “the largest civilian gym in Korea”

[42] Nach Kang & Lee (1999) sowie laut offizieller KTA-Angaben (siehe www.koreataekwondo.org) war die erste Teilnahme bei den 44. Nationalen Sportmeisterschaften im Oktober 1963.

[43] attempted to have the Mudokkwan’s charter with the Ministry of Education revoked; under the Korean Supreme Court

[44] Wurde diese Kunst im Ausland damals meist als „Koreanisches Karate“ vorgestellt, nannte Ex-General Hong-Hi Choi sie dagegen „Taekwondo“. Auch schickte er nach Kang & Lee (1999) ab 1962 eigenmächtig „Taekwondo“-Lehrer nach Vietnam. Insgesamt machte er so diesen Namen zu einer Zeit international bekannt, als man in Korea selbst noch „Taesoodo“ benutzte, und bereitete damit den späteren Namenswechsel vor.

[45] Hong-Hi Choi kehrte im Jahr 1965 aus Malaysia nach Korea zurück und wurde gleich zum neuen (dritten) KTA-Präsidenten gewählt. In dieser Zeit setzte er endlich die Namensänderung zum „Taekwondo“ durch. Nach Kang & Lee (1999) musste er den Posten allerdings aufgrund von dauernden Streitigkeiten mit den Kwan-Chefs bereits ein Jahr später wieder räumen.

[46] Nach Kang & Lee (1999) war die Gründung der ITF vielmehr die Reaktion Hong-Hi Chois auf seinen (forcierten) Rücktritt vom Posten des KTA-Präsidenten. Um ihn von der weiteren internen (nationalen) Taekwondo-Entwicklung fernzuhalten, wurde sein Bestreben nach Gründung einer internationalen Taekwondo-Vereinigung von der KTA unterstützt.

[47] “using Taekwon-Do for his political ends”

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