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Geschichte des Hapkido

Hapkido und verwandte Künste in Korea

orig. „The History of Hapkido (Hapkido and Related Arts)“

von Dakin Burdick, 2001

übersetzt v. Thomas Kuklinski-Rhee, Seoul, Südkorea, 2005

Anmerkungen des Autors

Diese Geschichte befindet sich noch in Arbeit, sie ist ein „work in progress“. Weil ich diese Arbeit irgendwann einmal in einer Zeitschrift veröffentlichen möchte, habe ich die Fußnoten für die vorliegende Internet-Version entfernt. Ich bin für jeden Änderungs- und/oder Korrekturvorschlag dankbar. Bitte senden Sie sie an burdickd@indiana.edu. Weil sich diese Seite fortwährend ändern und erweitern wird, möchte ich Webmaster darum bitten, eher einen Link zu dieser Seite zu setzen, als die Arbeit auf eine eigene Seite zu kopieren. Wenn Sie Besucher auf diese Seite führen, werden sie die neueste Version einsehen können. Danke!

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Hapkido (Weg der koordinierten Energie) ist eine koreanische Kampfkunst, die vom japanischen Daito-ryu Aikijujutsu abstammt. Hapkido beinhaltet typischerweise Schläge, Tritte, Festhaltegriffe, Würfe, Fallschule und Waffentechniken, und es zielt darauf ab, realistische Kampffertigkeiten zu entwickeln. Die Kampfkünste Hwarangdo und Kuksool sind wenigstens teilweise aus dem Hapkido entstanden und teilen viele gemeinsame Charakteristiken. Die Geschichte, nach der Hapkido aus dem Wadoryu Karate stammen soll, scheint pure Fantasie zu sein. Die direkte Verbindung zwischen Hapkido und japanischem Jujutsu war Yong-Sul Choi, dessen Geschichte in vielerlei Hinsicht problematisch ist. Dennoch teilen Hapkido und Daito-ryu denselben allgemeinen Grundstock an Techniken und sind offensichtlich in einiger Hinsicht verwandt. Auch wenn es Bedenken gegen den Wahrheitsgehalt von Chois Geschichte gibt, so dient sie doch dazu, die Beziehung beider Künste miteinander zu definieren.

Yong-Sul Choi (1904-1986) behauptete, viele Jahre Daito-ryu Aikijujutsu unter Sokaku Minamoto Takeda (1860-1943) trainiert zu haben. Einem Interview vom Juni 1982 (übersetzt von Chinil Chang) zufolge wurde Choi in dem Ort Yeongdong in der koreanischen Chungcheon-Provinz geboren. Als er etwa 8 Jahre alt war, traf er einen japanischen Geschäftsmann namens MorimotoMorimoto war ein Süßwarenladenbesitzer. Er und seine Frau hatten keine Söhne, daher nahmen sie Choi mit zurück nach Japan. Bok-Sup Shu meint, dass sie dies taten, weil Choi „so süß war und seine eigene Familie konnte sich ihn nicht leisten“[1]. In Chois eigenem Interview beschreibt er dieses Ereignis als eine Entführung. Er wurde mit zurück nach Japan gebracht, aber er protestierte und schrie so sehr, dass er kurz nach ihrer Ankunft in Japan in der Stadt Moji zurückgelassen wurde. Choi reiste allein nach Osaka, wo er von der Polizei aufgelesen wurde und zu einem Buddhistentempel in Kyoto geschickt wurde, wo Kintaro Watanabe (auch Wadanabi) sich um ihn kümmerte. Choi blieb zwei Jahre in dem Tempel, und als Watanabe ihn fragte, „welche Richtung ich meinem Leben geben wollte“[2], zeigte Choi auf Wandgemälde, die Kampfkunst-Szenen darstellten. Zufällig war Watanabe ein „guter Freund“ von Sokaku Takeda und arrangierte ein Treffen. Takeda entschloss sich danach, Choi zu adoptieren, und gab ihm den Namen Asao Yoshida. So schreibt Andre Carbonell:

Sogaku Takeda war eine sehr stolze Persönlichkeit aus einer Samurai-Familie, der niemals einen ‚koreanischen Sklaven’ als Schüler akzeptiert hätte. Daher musste Choi Yong Sul einen japanischen Namen annehmen und es wurde ihm verboten, Koreanisch zu sprechen und sich wie ein Koreaner zu verhalten.“[3]

Nach Ki-Tae Chung bekam Choi ein für Anfänger nicht unübliches Training:

„Er fing wie jeder andere an. Er musste die Schule sauber machen, er lernte richtig zu sitzen und zuzusehen. Kein Unterricht. Sechs Monate lang nur sauber machen, sitzen und zusehen. Es war nicht so wie heute, wo man zahlt und dann Unterricht bekommt. Nachdem Choi, Yong Sul sechs Monate im Dojang verbrachte und alles für seinen Lehrer tat, entschloss sich sein Lehrer schließlich dazu, dass es Zeit ist für diesen jungen Mann, er will lernen, also werde ich ihn jetzt unterrichten.“[4]

Die nächsten 30 Jahre verbrachte Choi in Takedas Haus und Dojo „auf dem Shin Su-Berg in der Akeda-Gegend“[5]Choi war Takedas „dauerhafter Schüler“ und stand unter seiner „persönlichen Führung“ und diente als „Assistent in seinem Unterricht“[6]Choi behauptete, dass er 20 Jahre seines Trainings „in seinem Berghaus versteckt war“[7]Choi sagte weiter:

„Ich war der Assistent meines Lehrer in seinem Unterricht. Als wir in Tokyo waren, unterrichteten wir auch hochrangige Regierungsmitglieder aus dem Palastzirkel. Außerdem reisten wir zu verschiedenen Teilen Japans und unterrichteten ausgesuchte Gruppen.“[8]

Choi kehrte schließlich nach Korea zurück, wahrscheinlich im Jahr 1945, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Choi kam in der Stadt Busan an und nahm einen Zug zu seiner Heimatstadt Yeongdong. Niemand wartete dort auf ihn, daher stieg er wieder ein und fuhr zur Stadt Daegu. Am Bahnhof von Younson wurde sein Reisekoffer gestohlen, zusammen mit all seinem Geld und seinem Menkyo-Kaiden Zertifikat, das seinen Rank im Daito-ryu Aikijujutsu beglaubigte. Darüber hinaus erzählt Carbonell:

„Weil er Koreaner war, wurde es Meister Choi verboten, seinen Namen ins goldene Buch des Daito Ryu einzutragen. Meister Tokimune Takeda selbst (Sohn des Sogaku Takeda) sagt, dass er Choi Yong Sul nicht gekannt hat und dass faktisch nur Japaner Schüler seines Vaters gewesen waren.“[9]

Glenn Uesugi fügt hinzu:

„Vor einigen Jahren, vielleicht schon vor 10 Jahren, fing ich an, mit Herrn Stanley Pranin, dem Herausgeber des „Aiki News Magazine“, zu arbeiten. (...) Herr Pranin hat den 5. Dan im Aikido und hat außerdem Zugang zu allen Takeda-Aufzeichnungen. Er konnte nicht einen einzigen Eintrag über Choi Yong Sul finden, obwohl Herr Pranin einen Eintrag über ein Seminar fand, das Takeda Sensei für eine Gruppe von Koreanern in Japan gab.“[10]

Der Mangel an Nachweisen über Chois Training in den Daito-ryu Aikijujutsu-Aufzeichnungen, kombiniert mit seinen eigenen fehlenden Dokumenten, lässt Chois Jahre in Japan vernebeln.

Takedas berühmtester Schüler, über den es überreichliche Aufzeichnungen gibt, war Morihei UeshibaUeshiba gründete auf der Basis seines Daito-ryu Aikijujutsu-Trainings später Aikido. Wenn Choi unter Takeda so trainiert hatte, wie er es beschrieb, dann wäre Ueshiba sein „Junior“. Choi beschreibt Ueshibas Begegnung mit Takeda folgendermaßen:

„Auf Hokkaido griffen einst ungefähr 30 Banditen Meister Takeda an. Dieser vereitelte die massive Attacke aufgrund seiner überlegenen Fähigkeiten mit großartiger Bravour. Zufällig war Ueshiba, Morihei Zeuge des Geschehens und verfiel Takeda, Sokaku und seiner Kampfkunst in Ehrfurcht. Kurz darauf erbat er meinen Meister um die Erlaubnis, sein Schüler werden zu dürfen.“[11]

Taked wies Ueshiba „aus persönlichen Gründen“ ab[12], und Ueshiba appelierte an Takeda durch Yoshida und wurde akzeptiert. Choi erinnert auch an eine Vorführungstour nach Hawaii, die Takeda um 1932 leitete. Ueshiba nahm an dieser Tour nicht teil, aber Takeda nahm ChoiJintaro „Abida“ und zwei weitere mit, an deren Namen Choi sich nicht erinnern konnte. Choi bemerkte ferner:

„Der Zweite Weltkrieg änderte viele Dinge. Die größten Änderungen ergaben sich gegen Ende des Krieges. Japan war dabei, den Krieg zu verlieren, und in einer letzten verzweifelten Anstrengung stellte die Regierung eine spezielle Militäreinheit auf, in der die meisten bekannten Kampfkünstler der Zeit einberufen wurden. Diese hoch trainierten Leute wurden für spezielle guerillaartige Einheiten verpflichtet, die überall im Kriegsgebiet eingesetzt wurden. Alle aus dem engeren Kreis des Daito-ryu Aikijujutsu wurden eingezogen, außer Meister Takeda und ich selbst. Alle wurden in den Endkämpfen des Krieges getötet.

Auch ich sollte eingezogen werden, aber Takeda, Sokaku griff ein. Aufgrund seines Status und Einflusses ließ er mich für eine geringfügige Operation ins Krankenhaus einweisen. Dies beendete den Verlauf meiner Einberufung und bewahrte mich davor, eingezogen zu werden. Er beschützte mich davor, in den Krieg geworfen zu werden, denn er spürte, dass wenn ich fallen würde, dann wäre Daito-ryu Aikijujutsu in seiner vollständigen Form mit seinem eigenen Tod verloren.“[13]

Choi behauptet außerdem, dass Takeda 1945 Harakiri begannen habe:

„Kurz nachdem sich Japan der USA ergab, gab es eine Zusammenkunft in Otara, Hokkaido, um Takeda, Sokakus Selbstmord beizuwohnen. Folgende Personen waren anwesend: Takeda, Kushiro (ältester Sohn Takeda, Sokakus), Asao, Yoshida (ich selbst) und einige von Meister Takedas berorzugten Schülern. Bevor das Ritual begann wies mich Meister Takeda an, sein Sekundant zu sein und mit meinem Schwert seinen Kopf abzuschlagen, wenn er zusammen bricht. Er bereitete seinen Ritualplatz sorgfältig vor und fing an. Zuerst gab es eine kurze förmliche Entschuldigung an seine Vorfahren, und dann tötete er sich selbst. Als es Zeit für mich war, seinen Kopf zu nehmen, konnte ich es nicht tun. Dieser Mann war praktisch mein Vater, und ich konnte mich einfach nicht dazu durchringen, derartiges seinem Körper anzutun. Es gab einigen Protest, weil ich dieser Pflicht nicht nachkommen konnte. Takeda, Sokakus Körper wurde von seinem ältesten Sohn beigesetzt.

Er sagte mir vor dem Ritual auf Wiedersehen. Er sprach über meine lang gehegte Sehnsucht, nach Korea zurück zu kehren, und bat mich, dies gleich nach seinem Tod zu tun. Er war darüber besorgt, dass ich wegen meiner Rolle in seinem Haushalt und wegen meiner koreanischen Herkunft ermordet werden würde, wenn ich nach seinem Tod in Japan bleiben würde. Wäre ich nach seinem Tod dort geblieben und hätte versucht, seine Nachfolge anzutreten, dann wäre es gefährlich für mich gewesen.“[14]

Diese von Choi erzählte Geschichte ist für Hapkido-Historiker voller Schwierigkeiten. Eine ist, dass Choi behauptet, Takeda habe im Jahre 1945 Harakiri begannen, wogegen sowohl die Aikido- als auch die Daito-ryu Aikijujutsu Takumakai-Quellen als Todesjahr 1943 angeben. Auf der anderen Seite war Takeda dafür bekannt, Angst vor Attentaten zu haben. Mehr noch, wenn Choi nicht in der Lage war, als ausgewählter Sekundant Takedas Kopf abzuschlagen, dann wäre bei diesem Versagen sicherlich mehr als nur „Protest“ dabei heraus gekommen. Es ist eine große Ehre und zeugt von großem Vertrauen, als Sekundant bei einem Seppuku ausgewählt zu werden. Bei einem Seppuku schneidet man sich seinen eigenen Bauch auf, und es ist die Rolle des Sekundanten, dem Ausführenden den Kopf abzuschlagen und ihm damit ein schnelles und ehrenwertes Ende zu gewähren. Stattdessen betrog Choi entweder diese Tradition der Samurai-Ehre, oder er überließ Takeda ohne Gnadenstoß schlicht sich selbst, wobei das Seppuku seines Meisters dann sicherlich ein sehr qualvoller Tod gewesen wäre.

Andere Koreaner trainierten ebenfalls Daito-ryu Aikijujutsu, so z.B. In-Mok Chang (geb. 1912), der 1945 in die Stadt Daegu zurück kehrte. Eine Zeit lang lehrte Chang Hapkido, aber er war hauptsächlich Arzt für östliche Medizin und Massage und brachte nicht viele Schüler hervor. Es gibt aber Einträge über Dr. Chang, die sein Daito-ryu-Training belegen.

Ungeachtet des Verlustes seiner Zertifikate fing Yong-Sul Choi nach seiner Rückkehr nach Korea damit an, eine Stellung als Kampfkunsttrainer zu suchen. Sein erster Versuch war ein Fehlschlag. Er besuchte einen Kumdo-Dojang, wo Kumdo und Yudo unterrichtet wurde, und er stellte einige Techniken vor. Der Yudo-Lehrer Do-Hwan Shin war „sehr beeindruckt“ von Chois Techniken. Choi behauptete, dass er „eine spezielle Kampfkunst-Art in Japan gelernt hatte“. Shin bat um Unterricht, aber Choi „verlangte zuviel Geld“ und fand keine Schüler[15].

Yong-Sul Choi traf am 21. Februar 1948 Bok-Sup Suh (geb. ca. 1905/6), seinen ersten Schüler in Korea. Suh war Vorsitzender einer Brauerei, die Makju (Koreanischen Wein) herstellte. Choi unterstützte damals seine Familie, indem er billige Reiskekse an Straßenecken verkaufte, und er kam zu der Brauerei, um einige der Körner zu erhalten, die beim Brauen übrig geblieben waren. Als er bemerkte, dass die Verteilungsprozedur geändert war, brach ein Streit aus. Suh kam die Treppe herunter, um den Kampf zu beenden, und ihm fiel auf, dass Choi „einige außergewöhnliche Stellungen einnahm, die ich niemals zuvor gesehen habe. Und es kam mir wie eine Art Kampfkunst vor.“[16] Suh war bereits ein 1. Dan-Schwarzgurt in Yudo, er hatte bei Yong-Ho Cho trainiert. Suh brachte Yong-Sul Choi die Treffe hinauf in sein Büro, wo er einen Raum besaß, der voller japanischer Yudo-Matten (Tatami) war. Choi demonstrierte einige Techniken und zeigte Suh die Visitenkarte seines Trainers, „Takeda SokakuDaito Ryu[17]Suh wurde sein Schüler und bekam seinen ersten Unterricht am nächsten Tag. Dafür half Suh Choi mit Geld aus, er bezahlte ihn mit Naturalien und erlaubte Choi, seinen Mattenraum als Dojang zu benutzen.

Suh hält sich selbst für Chois ersten Schüler in Korea. Suh erinnert sich, dass „Choi, Yong Sool sagte, dass er es sich zunächst nicht leisten konnte, jemanden zu trainieren, denn er war zu beschäftigt damit, für seinen Lebensunterhalt aufzukommen. Und es war auch niemand bereit, den Betrag zu zahlen, den er für seinen Unterricht verlangte“[18]Suh bekam täglichen Unterricht bei Choi, auch während des Korea-Kriegs und danach, als Choi Bodyguard von Suhs Vater wurde.


Hapkido-Kwans

Kwan-Name (Standard)

Kwan-Name (revisioniert)

Gründer

Ort

Jahr

An Moo Kwan

Anmu-Kwan

Han-Jae Ji

Daegu

1956

Sung Moo Kwan

Seongmu-Kwan

Han-Jae Ji

Seoul

1957

Shin Moo Kwan

Sinmu-Kwan

Mu-Hyun (Mu-Wong) Kim

Seoul

1961

Moo Sool Kwan

Musul-Kwan

Kwang-Wha Won

Seoul

1960er

Yun Moo Kwan

Yeonmu-Kwan

Kwang-Sik Myung

Seoul

ca. 1967

Hwa Rang Kwan

Hwarang-Kwan

Joo-Bang Lee

Seoul

1962


Am 12. Februar 1951 eröffneten Choi und Suh den Daehan Yukwonsul Hapkido Dojang (Koreanische Schule der sanften Faust-Kunst [und] des koordinierten Energie-Weges). Einer der ersten Schüler war Han-Jae Ji (geb. 1936), der 1953 anfing, bei Choi zu trainieren. Choi wählte den Namen Yukwonsul für seine Kunst, weil er dachte, dass Yusul (Jujutsu) zu oft mit Yudo (Judo) verwechselt wurde. Suh war Chois Gönner, und Dank der angesehenen Suh-Familie konnte er eine Anhängerschaft aufbauen[19]. Außerdem kreierte Suh das erste Hapkido-Symbol, zwei Pfeilspitzen, die wie das Um-Yang (Yin-Yang)-Symbol angeordnet waren. Die Pfeilspitzen stellten „zwei Hände [dar], mit ausgestrecktem Zeigefinder und Daumen“, denn „wenn du versuchst, meinen Finger mit einem Finger zu öffnen, dann ist das schwierig. Was du auch versuchst, es ist schwierig. Wenn du die Energie, den Widerstand umleitest und die Kraft des Gegners ausnutzt, kombinierst du Ki[20].

Dong-Jin Suh, der Vater Bok-Sup Suhs, wollte sich 1954 in die Nationalversammlung (Parlament) wählen lassen. Eine Woche vor den Wahlen hatte Bok-Sup Suh eine Auseinadersetzung mit Se-Daek Chun, dem Kopf der lokalen Vertretung der Regierungspartei in der Kyeongsang-Provinz und Schwager eines anderen Kandidaten. Chun war ein großer Typ und war von der Herkunft her „ein Raufbold“[21]Chun versuchte, Suh zu schlagen, und Suh brachte ihn mit einem Seitwärtstritt zu Boden. Später bat Chun um Aussöhnung, aber bei einem Treffen mit 15 Leuten beider Seiten versuchte Chuns Bruder, Bok-Sup Suh zu schlagen. Suh wich der Attacke aus, und der Mann versuchte einen Yudo-Griff. Suh setzte erfolgreich eine Hapkido-Technik dagegen ein, und daraufhin reagierte der Mann „mit einer traditionellen koreanischen Kampftechnik, nämlich mit einem Kopfstoß“[22]Suh wich dem Angriff aus und kratzte die Stirn des Mannes tief mit seinen Zähnen. Daraufhin ließ ihn der Mann in Ruhe, aber Chuns Mutter packte Suh an den Haaren, sodass er ihr Handgeleng verdrehte, bis sie los ließ. Kurz darauf schlossen Chun und Suh Frieden, und einige ‚Raufbolde’ fingen an, bei Suh zu trainieren. Die erste Vorstellung von Yokwonsul gaben Suh und Choi an der Daegu University, wo sie andere Kampfkünstler zum Wettstreit herausforderten. Nachdem Suhs Vater die Wahlen gewonnen hatte, stellte er Choi als einen seiner Bodyguards ein.

Persönlicher Sekretär und Bodyguard für den Kongressabgeordneten Dong-Jin Suh von 1954 bis 1958 war Kwang-Wha WonWon hatte Yukwonsul bei Bak-Sup Suh gelernt. Er zog nach Samseon-Gyo in Seoul und eröffnete seine eigene Schule (Musul-Kwan), nachdem er 1962 im Dojang von Mu-Hyun Kim unterrichtete. Bedeutende Schüler waren Lee-Hyun Park (ein Professor an der Southeast Missouri State University), He-young Kimm und Hyung-dae Won (Wons Sohn und seit dessen Tode Chef des Musul-Kwan). Das Musul-Kwan-Training war spezialisiert auf den Kurzstock, Messerabwehr, kräftige und direkte Armhebel, Abwehr von rechtshändigen Angriffen und großen kreisenden Würfen.

Um 1958 öffneten Choi und Suh ihre eigenen Schulen in Daegu. Choi gab [bereits] seit 1953 auf Strohmatten im Hof seines Hauses Privatunterricht. Unter seinen Schülern waren Han-Jae Ji (damals neu an der Daegu City Technical High School) und Mu-Hyun Kim (auch Mu-Wung Kim, Moo-Woong Kim, Moo-Moong Kim). Um 1958 fing Choi mit seinem eigenen Dojang in einer alten Tanzhalle an. Suh verkaufte seine Brauerei, eröffnete eine Hapkido-Schule in Chungang-Dong und stellte Mu-Hyun Kim, damals 21 Jahre alt, als Cheftrainer ein. Kim zog später nach Seoul, wo er „in einen Tempel ging, um seine Tritt-Techniken zu entwickeln, wovon es ursprünglich im Hapkido nicht viele gab“[23]. Nach Kimm galt Mu-Hyun Kim als Kick-Spezialist, und während seines achtmonatigen Aufenthalts an Jis Schule in Seoul wurden die Hapkido-Tritte fertig gestellt. „Jis Schule legte Wert darauf, dass nur der Boden des Fußes den Grund berührt, wenn man einen tiefen Drehtritt ausführt. Kims Schule dagegen lehrte, sowohl die Hand als auch das Knie auf den Boden aufzusetzen, wenn man diesen Tritt durchführt.“[24] Auch Suh verließ Daegu und zog nach Seoul, wo er als Universitätsprofessor arbeitete.

Ki-Tae Chung wurde 1939 in Chin-sang-Dong in Daegu geboren. Er erhielt 1955 seinen 1. Dan im Taekwondo. Im darauf folgenden Jahr war Chung Assistenztrainer an einer Taekwondo-Schule mit etwa 15 bis 18 Schülern, als Moon-Jung Kang die Schule besuchte, um Yusul zu lehren. Chung, damals 17 Jahre alt, war fasziniert von den neuen Techniken. Kang erzählte voller Bewunderung [spoke admirely] von einem Trainer in Daegu. Chung bezahlte das Mittagessen und erfuhr so dessen Adresse. Daraufhin gingen er und Kang zu der Schule. Er erinnert sich:

„Zusammen mit Kang, Moon Jung näherte ich mich der Eingangstür. Ich hörte drinnen Geräusche, und ich wollte sehen, was drinnen vor sich ging, denn die Tür war ein bisschen auf. Dann hörte ich einen Schrei, ‚AHHH’, vor Schmerzen. Das machte mich nervös, wegen des Rufes ‚Berührung mit einem Finger und fertig’. Wir versuchten, näher heran zu gehen, als ein kräftiger Mann drinnen erneut aufschrie, ‚AHHHH’, sogar noch lauter! Wir rannten schnell aus dem Gebäude. (...) Ich lief weg, weil ich sehr nervös war. Dann gingen wir ein zweites mal zurück, ich wollte wirklich zu sehen. Ich sah, wie einer den Dobok des Meisters oben ergriff, und der Meister drehte sich rüber zu dieser Seite (CKT zeigt, wie er seinen Ellenbogen über die Hand bringt, die den Arm verdreht) und die Person geht zu Boden, setzt sich hin und macht ein lautes Geräusch und kann danach nicht aufstehen. Ich war nervös und lief weg. Ich ging nach hause und träumte davon, wie ich die ‚Berührung mit einem Finger und fertig’ lernen könnte, denn es interessierte mich sehr.“[25]

Schließlich fand Chung den Mut, Unterricht bei Yong-Sul Choi, dem Trainer dieser Schule, zu nehmen. Choi unterrichtete immer nur eine Person zugleich und berechnete für seinen Unterricht sehr viel. „Als ich dort war, hörte ich Suh Bok Sups Namen“, erinnerte sich Chung, aber „ich sah ihn nie im Daegu Hap Ki Dojang[26]Chung erinnert sich:

„Er unterrichtete [immer] nur einen Schüler, hinter einem Vorhang, sodass kein anderer es sehen konnte. Dann machte sich die zweite Person bereit und kam herein. Bedenke, dass ich bereits Taekwondo und Yudo gerlernt hatte, bevor ich zu diesem Yawara-Club kam. Ich lernte einen Monat Hapkido; der Preis war fünf oder zehnmal höher als anderswo. Einmal wird eine Technik gezeigt, danach kann man den Arm einige Monate lang nicht mehr einsetzen. Ich war nervös. In Choi Yong Suls Dojang hing ein kleiner Ball in Kopfhöhe an der Decke, damit man daran Tritte üben konnte. Es gab viele andere Tritte, aber erstmal nur Vorwärtstritt und schnappender Axt-Tritt, das erste mal, dass ich diesen Tritt gesehen habe, denn andere Tritt-Stile haben meist nur den ‚Roundhouse’ und den Seitwärtstritt. (...) Die Person, die gerade Tritte übte, war etwa 23 oder 24 Jahre alt. Ich sah sehr ungewöhnliche Tritte. Sehr interessant, ein Griff und Schmerzen, ein Druckpunkt hier, einer dort, und man kann die Hand nicht mehr benutzen. Nicht so wie die Tritte und Schläge beim Taekwondo. Ein Problem ist hier, dass der Assistenztrainer oder Meister einmal eine Technik anwendet, und für ein paar Wochen kann man nicht mehr arbeiten. Zu große Schmerzen. Der Meister unterrichtete mich, und ich unterrichtete meine Schüler und testete die Techniken. An diesem Punkt fing ich an, meine Schüler sowohl Hapkido als auch Taekwondo lernen zu lassen, und sie lernten Griff[abwehr]techniken am Handgelenk, von der Seite, an der Schulter, von hinten und am Oberkörper.“[27]

Bob Duggan räumt ein, dass Choi einen Ruf als ‚fieser Trainer’ hatte. „Er peitschte seine Schüler, wenn sie die Dinge nicht exakt so ausführten, wie er es ihnen sagte“, schrieb Duggan, der auch anmerkt, dass Han-Jae Ji „noch die Peitschen-Narben auf seinem Rücken hat“[28].

Jung-Yun Kim fing 1958 unter Choi mit Yusul an, während er die Yongnam University besuchte. Er wurde 1963 Chois Rechte Hand und war Generalsekretär und Cheftrainer der Kido Hwe (Association). 1972 gründete er seinen eigenen Stil, Han Pul, das im „Moo Lim Won“-Hauptquartier ansässig war. Er unterrichtete seinen Stil in Fernkursen.

Ein weiterer Schüler Yong-Sul Chois war Jong-Bae Rim (geb. 1937). Einer seiner Cousins war Trainer bei Choi und empfahl die Kampfkunst, um Rim bei seinen Gewichtsproblemen zu helfen. Rim fing 1964 mit dem Training bei Choi an; zu dieser Zeit hatte Choi einen Morgenkurs, einen Abendkurs und spezielle Kurse während des Tages. Rim besuchte den Morgenkurs, der um 5:30 Uhr anfing, und zu dem 20 bis 30 Schüler kamen. Rim erhielt seinen 1. Dan nach ca. 3 Jahren. Als er 1973 in die USA emigrierte, hatte er den 6. Dan und war Chois Cheftrainer. Rims erster Schüler in den USA war Joe Sheya, der seinen 1. Dan nach etwa vier Jahren erhielt.

Seoul

1956 wurde der Vater von He-Young Kimm (auch Heui-Yeong Kim) nach einem Kartenspiel-Streit zusammen geschlagen. Als ältester Sohn lag es an Kimm, diese Tat zu rächen. Waffenbesitz war in Korea nicht erlaubt, daher dachte Kimm (damals noch Yeong-Sok Kimm) zunächst daran, der Polizeiakademie beizutreten, um an eine Waffe zu kommen. aber er war dafür noch zu jung und hatte in keinem Fall einen dafür erforderlichen Schulabschluss. Damit blieb eine Kampfkunst als einzige Möglichkeit zur Rache übrig. Kimm lernte Yudo und Bisul („bi sool“, auf deutsch etwa „geheime Technik(en)“) bei Kwang-Sub Song an der „East High School“ in Seoul. Laut Serino begann Kimm 1956 mit dem Training, aber Kimm behauptet, dass er [bereits] 1954 mit dem Bisul-Training anfing. Nach Kimm war Bisul auch bekannt als Hoshinsul (Kunst der Selbstverteidigung), und dort wurde Wert auf große kreisende Würfe und Hebel gelegt. In den 1960ern wurde es ins Hapkido integriert. Song betonte die Einheit von Geist und Körper und die sanfte, fließende Natur des YudoKimm lernte auch im „East Gate Dojang“ bei Jong-Chun Kim und traf Kwan-Sik Min, den späteren koreanischen Bildungsminister. Außerdem trat Kimm der „Central Yudo School“ bei, wo er unter Young-Doo Bang trainierte, der auch der Cheftrainer des koreanischen Polizei-Hauptquartiers war. Zuletzt trainierte er bei Sook-Dong Yu am „Korea Gym“, wo er Kongsoodo und Boxen lernte. Der „East Gate Dojang“ und das „Korea Gym“ bestanden beide aus Armeezelten und boten gegen die wechselnden Jahreszeiten wenig Schutz. Später in den 1950ern lernte er bei Jong-Sung Lee, einem Mitglied der Kuwu Hwe, die grundlegenden Pyeongan-Formen und das Drei-Schritt-Sparring des Tangsoodo. Während seiner High School-Zeit lernte Kimm darüber hinaus Lee-Hyun Park, den späteren Vorsitzenden des „Board of Examiners“ der „American Hapkido Association“, sowie seine spätere Frau Hyun-Ja Park kennen.

Han-Jae Ji trainierte von 1953 bis 1956 bei Choi. Danach zog er in seine Heimatstadt in Andong, wo er beim Sohn des alten Lee[29] Tritttechniken, Umgang mit dem langen Stab und Meditation lernte. Ji öffnete seine erste Schule, den Anmu-Kwan („An-Kampfkunst-Halle“), wo er Yong-Woo YuSe-Lim Oh und Tae-Man Kwon unterrichtete. Im September 1957 zug Ji nach Seoul um, wo er in einer Pension in Wangshimni unterkam. Duk-Kyu Hwang, der Sohn des Pensionbesitzers, war sein erster Schüler in seiner Seongmu-Kwan-Schule in Majang-Dong. Yoon-Sung Lee forderte Ji in seiner Schule heraus, aber er wurde ohnmächtig, nachdem Ji ihn in einen Ellenbogengriff nahm. Lee war ein „ehemaliger Marine-Kampftaucher und ein bekannter Gengster“[30] in Majang-Dong in Wangshimri. Nachdem er besiegt wurde, schickte Lee einige seiner Leute, die bei Ji trainieren sollten. Die meisten Schüler Jis kamen von der Hanyang-Universität. Zu den besten Schülern Jis zählten Jong-Soong Kang, Duk-Kyu Hwang, Kwang-Shik Myung, Yong-Jin Kim, Yong-Whan Kim und Tae-Joon LeeJi mietete dann bei Bong-Ha Ko, „einem bekannten Boxtrainer in Korea“ eine Boxhalle, wo er Won-Sun Jung, Dong-Koo Lee und andere unterrichtete. Am 24. Juli 1958 stellte ein entfernter Onkel Jis, der ehemalige Hauptmann SongJi dem pensionierten „Korean Marine Capt.“ Choon-Sam Kim vor. Ji zog nach Jongno Shijang (Market) um, wo Yong-Sul Choi einen Besuch abstattete und eine Vorstellung gab. Ji unterrichtete dort bis zum April 1960, unter anderem Bong-Soo Han, Seo-Oh Choi und Jae-Nam Myung.

Kwang-Shik Myung lernte 1957 Hapkido bei Ji in der Schule in Majang-Dong und später bei Yong-Sul Choi, den er später als seinen wahren Lehrer ansah. Myung verließ die Seouler Sungkyunkwan Universität mit einem Abschluss in Wirtschaft und öffnete nach einer Vietnamreise 1967 seine eigene Schule, den Yeonmu-Kwan, in San Sun kyo in Seoul. 1974 ging er in die USA nach Cincinatti, Ohio. He-Young Kimm übersetzte 1974 Myungs Buch von 1971 ins Englische. Myung zog nach Detroit, wo er die World Hapkido Association gründete, die er später in World Hapkido Federation änderte.

Sea-Oh Choi (auch Se-Oh Choi) machte seinen Schwarzgurt im Taekwondo im Jido-Kwan, bevor er 1958 in JiSeongmu-Kwan-Schule eintrat. Choi und Bong-Soo Han waren bei der „Hanguk Shil Up Co.“ beschäftigt (dessen Präsident war Jong-Chul Hong). Beide traten in die Hapkido-Schule ein, um persönliche Bodyguards für Jin-Han Jun zu werden, einem Präsidentschaftskandidaten der koreanischen Arbeiterpartei (der später seine Kandidatur allerdings zurückzog). Choi erhielt seinen Schwarzgurt und gab Unterricht an der Hauptschule des Seongmu-Kwan, an der koreanischen Militärakademie und für die 7. Division der US-Armee in Korea. Nachdem er 1964 die Hanyang University abschloss, schrieb sich Sea-Oh Choi im „Woodbury College“ in Los Angeles ein, um dort Innenarchitektur zu studieren. Er unterrichtete Hapkido im zentralen YMCA. Schließlich eröffnete er seine eigene Schule auf der „Temple Street“, die er „Hapki Jujitsu School of Self Defense“ nannte. Er gründete die All American Hapkido Federation und war von 1971 bis 1973 Präsident der Korean Amateur Sports Association (KASA) in den USA. Er betrachtete Yong-Sul Choi als seinen Lehrer.

Es sollte erwähnt werden, dass Kimms Version von Sea-Oh Chois Geschichte von derjenigen, die Choi selbst 1965 gab, verschieden ist. Im ersten „Black Belt“-Artikel über Hapkido erklärte Sea-Oh Choi, dass Tatsujutsu Yoshida (Yong-Sul Choi) 1954 nach Seoul zog und damit begann, Daito-ryu Yawara in einer alten Garage zu unterrichten. Nach Sea-Oh Choi waren Yoshidas beste Schüler er selbst sowie „Ji Han Chei“ (Han-Jae Ji). Sea-Oh Choi beschrieb sich selbst als einen „Schwarzgurt und Experten im koreanischen Tangsudo Karate“, der „Yoshida herausgefordert und verloren hat“[31]. Die drei Männer kombinierten daraufhin „koreanische Kick- und Angriffstechniken“ mit diesem Yawara, zusammen mit einer „eleganten Bewegung“ (einer Art körperlicher Bewegung), und nannten die Kunst „Hapkido“. Sea-Oh Chois Stil legte Wert darauf, nach jedem Angriff vorzustoßen, sodass Tritte nicht schnappend zurückgezogen, sondern durch das Ziel durchgeführt wurden, „um so viel Kraft wie möglich zu entwickeln“[32]. In diesem Artikel von 1965 beschreibt Sea-Oh Choi auch Tanjeon-Atmung, Stock- und Keulentechniken sowie das Arbeiten mit Vitalpunkten und erwähnte, dass es vier Hapkido-Trainingshallen in Korea gibt und eine in Deutschland.

Bong-Soo Han begann 1958 mit Hapkido in Jis Schule. Später trainierte er unter Yong-Sul Choi, den er als seinen wichtigsten Lehrer ansieht. Hans erste Schule befand sich in Sam Kang Ji in Seoul. Danach zog er zur „Osan Air Force Base“ um, wo er sechs Jahre lang die dortige Sicherheitspolizei trainierte, bis er 1968 nach Los Angeles zog. Eine Zeit lang unterrichtete er an Sea-Oh Chois Schule und eröffnete dann am „Westwood Boulevard“ in der Nähe des UCLA-Campus eine eigene Schule. Am 4. Juli 1971 gab Han als Teil der Independence Day-Feiern im Zentrum Los Angeles eine Hapkido-Vorführung. Tom Laughlin sah ihn und war beeindruckend genug davon, um acht Monate bei ihm zu trainieren. Han war ein enger Freund von Tae-Man Kwon, einem weiteren Schüler Jis.

Ende 1961 öffnete Mu-Hyun Kim seine Schule, den Shinmu-Kwan, in der Jong Myo-Region. Kims Vater war für die Finanzen zuständig und Kwang-Wha Won (Gründer des Musul-Kwan) half als Trainer. Kims herausragende Schüler waren Han-Chul Lee (jetzt in Südamerika), Woo-Tak Kim (jetzt in Kanada), Il-Woong Huh (erst an der Sogang Universität, dann an der Myongji Universität, beide in Seoul, und Präsident der Korea University Hapkido Association), Joo-Bang Lee (obwohl Lee Suahm Dosa als seinen Lehrer ansieht und er Kims Schule beitrat, um seine Kampfkunst zu verbessern), Han-Dong Na (lehrt jetzt in Suh Dae Mun, Seoul, als Kims rechte Hand) und Dong-Ki Shin (jetzt in San Francisco). 1969 schickte die Kido Hwe Mu-Hyun Kim in die USA, um Hapkido zu unterrichten. Er unterrichtete ein Jahr in Los Angeles und kehrte dann nach Korea zurück. Nachdem Mu-Hyun Kim 1970 aus den USA zurück nach Korea kam, gründete er als Reaktion auf Han-Jae Jis Organisation die Hanguk Hapkido Hyeob HweKim verdiente mit Bau- und Konstruktionsmaterialien Millionen und „ist einer der reichsten Hapkido-Meister in Korea“[33].

Nachdem Ki-Tae Chung bei Yong-Sul Choi in Daegu trainiert hatte, ging er 1959 zur Armee, wo er drei Jahre in der 8. Armee-Division diente. Er war erst in Oul Ji Ro in Seoul stationiert, später dann in Hum Chung. In der Armee unterrichtete er Taekwondo und ein bisschen Hapkido. Nachdem er seinen Dienst 1962 beendete, zog Chung nach Jung-am-dong in Seoul, wo er mit der „Jung Am Dong Corporation“ anfing. Er unterrichtete sechs oder sieben Schüler in seinem Haus am Berg und ferner einige Schüler an der Kyunghee Universität. Sein erster Schwarzgurt war Yong-Sul Kim, ein Uni-Student. 1965 oder 1966 eröffnete er seine erste Schule, genannt „Jae Il Hap Ki Do“ (Erstes Hapkido). Sein erster Schüler in Kanada war John Tefner, der später Minister wurde und nach Los Angeles zog. Chung erinnert sich an eine Begegnung mit einem lokalen Judo-Lehrer:

„Als ich erstmals nach Kanada kam, bot mein Club YudoHapkido und Taekwondo an. Nebenan war eine japanische Judo-Schule, und der japanische Trainer wollte mein Yudo sehen. Er wollte den Unterschied zwischen koreanischem und japanischem Stil sehen, also zwischen Yudo und Judo. Tja, ich hatte Yudo in der Grundschule, daher kombinierte ich Yudo und Hapkido, als ich es am japanischen Trainer demonstrierte.

Ich hatte diesen Trainer gleich besiegt, und er fragte mich, was ist das, was du als Yudo-Techniken benutzt und was mir so viele Schmerzen bereitet. Ich sagte ihm, dass ich das große Glück hatte, Hapkido vom absolut besten Lehrer, dem Gründer des Hapkido, dem großartigen Großmeister Choi, Yong Sul, zu lernen. Er sagte: ‚Ich habe niemals etwas so verheerendes gesehen wie diese Kunst’. Der Trainer sagte, er würde diese Art Können gerne seinen Schülern vermitteln, ‚bitte bring mir das bei.“[34]

Als der Taekwondo-Führer Jung-Soo Park nach Toronto ging, erklärte Gen. Hong-Hi Choi Chung, dass dieser in eine andere Stadt ziehen soll, da Choi Toronto für seinen Schüler Park haben wollte. Chung traf sich mit Choi, und sie trafen eine Übereinkunft. Chung zeigte verschiedene Hapkido Selbstverteidigungstechniken, die Choi in der neuen Auflage seines Taekwondo-Buchs verwenden konnte, wofür Choi ihn als „einen guten Taekwondo-Mann“ erklärte und ihm sagte, er könne überall leben, wo er wolle. Chung blieb in Toronto. Diese Techniken sind, von Chung vorgeführt, in ChoiTaekwondo-Buch von 1972 zu sehen. Es ist lustig, die Beschreibungen der Techniken zu lesen, denn es fängt damit an: „Diese Techniken sind nicht nur die interessantesten im Taekwon-Do, sondern auch die am weitesten fortgeschrittenen“[35].

Busan

Ji-In Pak (auch In-Seok Pak, Inn-Sheuk Pak, James I. Park) unterrichtete bereits in Busan für Yong-Sul Choi, als Ki-Tae Chung 1956 anfing, Hapkido zu lernen. Paks Vater war Japaner und seine Mutter Koreanerin, was Pak sehr beunruhigte. Seine Mutter starb früh und sein Vater trainierte ihn als kleines Kind in den Kampfkünsten; er schlug ihn heftig, wenn er einen Fehler machte. Sein Vater ging vermutlich gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zurück nach Japan, und Pak (1938-1994) wurde allein zurück gelassen. Er wuchs in einem Waisenhaus auf und wurde zu einem buddhistischen Mönch ausgebildet. Er traf Yong-Sul Choi, als er 13 oder 14 Jahre alt war. Paks erster Trainer war ein Judo-Trainer, und sein erster Schwiegervater besaß eine Brauerei. Dies lässt vermuten, dass Pak einer der frühen Yusul-Schüler Chois war, denn Yong-Sul Chois erster Schüler in Korea war Bok-Sup Suh, ein Judo-Mann, der eine Brauerei besaß.

He-Young Kimm fing an, bei Yong-Jo Yun zu trainieren, als er auf das „Maritime College“ der National-Universität von Busan kam. Yun praktizierte einen weitaus härteren Stil als Song und wurde somit zum zweiten großen Einfluss für Kimms Künste. Er lernte eifrig die „Pyeongan“-Formen sowie die „Cheolgi“- und „Sipsu“-Formen („Eisenpferd“ bzw. „Zehn Hände“), diesmal unter einem 3. Dan-Träger des Yeonmu-Kwan im Kongsoodo. Außerdem lernte er „Ja Min Ryu“ HapkidoKimm besuchte während seiner Besuche zuhause ferner die Shinmu-Kwan-Schule in Seoul, wo er Moo-Ung Kim und seinen Assistenten Kwang-Wha Won traf. Moo-Ung Kim war ein Schülerkollege Han-Jae Jis unter Yong-Sul Choi und blieb acht Monate bei Ji, bevor er seine Schule in Seoul eröffnete. Kim hatte 1962 an, bei Won Hapkido zu lernen. Außerdem war Kimm ein Kadett des „Marine Corps“ und unterrichtete das 8. US-Armeekommando in Busan. Er gab für US-Hubschrauberpiloten und Offiziere der Militärpolizei zwei Klassen abends, von 18:00 bis 20:00 Uhr und von 20:00 bis 22:00 Uhr. Auch besuchte er (die Tempel ???) Tong Do Sa und Bum Uh Sa und lernte Seon [jap. „Zen“] von Mönchen (Kimm nennt Sung Soo Dae Sa). Er machte einen Bachelor-Abschluss in Maritimen Wissenschaften und wurde Leutnant bei der Marine-Infanterie. Dr. Mark Scully, Präsident der „Southeast Missouri State University“, lud Kimm auf Vorschlag des US-Armeeoberst Angle Myer nach Missouri ein, um Hapkido an der Sportabteilung zu unterrichten. Bevor er 1963 in die USA ging, besuchte er das Hauptquartier und bat darum, die Vergangenheit zu vergessen. Er bot sogar an, bei der Erziehung des Sohns zu helfen. Im November 1963 kam er in Cape Girardeau, Missouri, an. 1966 traf er Jae-Bok Chung an der Sommerschule der „University of Wisconsin“ in Madison. Chung war ein Schüler von Duk-Sung Son. Im nächsten Jahr trainierte er Taekwondo bei Chang-Hee Choi am militärischen Kunstinstitut von Kyung-Sun Shin in Chicago. 1968 kam Lee-Hyun Park zu ihm an die Universität. Im selben Jahr stellten sie mit technischer Unterstützung der Korean Musulkwan Association die American Hapkido Association („Miguk Hapkido Hyeobhwejang“) auf die Beine. Kimm machte 1969 seinen „Master“ in Geschichte und zog nach Baton Rouge, Louisiana.

Am 19. April 1960 überwältigten Studenten die anti-japanische Regierung von Dr. Syngman Rhee. Daraufhin wurden japanische Waren ins Land geschmuggelt, und Ji änderte den Namen seiner Kunst in „Kido“, nachdem er erfuhr, dass Aikido und Hapkido dieselben chinesischen Zeichen verwenden. Am 16. Mai 1961 übernahm Chung-Hee Park (1917-1979) in einem Staatsstreich die Regierung und normalisierte die Handelsbeziehungen, woraufhin noch mehr Leute die mögliche Verwechslung zwischen Aikido und Hapkido bemerkten. Nach Ki-Tae Chung mochte Yong-Sul Choi den Namen Kido nicht. Choi wies darauf hin, dass „Kido“ für Christen „Gebet“ bedeutet und daher „kein sehr guter Name für eine Kampfkunst“ war. Im September 1963 wurde die Korea Kido Association („Daehan Kido Hwe“) vom Bildungsministerium anerkannt, gefolgt von einem Konzept über „den Zweck und die Verfassung der Korea Kido Association“[36] von Han-Jae Ji, Jang Kwon und Yong-Sul Choi. Erster Vorsitzender war Choi, und erster Generalsekretär war Jun-Yun Kim. Dieser Verband überwachte und regulierte „Trainings- sowie Leistungsstandards für Schwarzgurt-Prüfungen in koreanischen Kampfkünsten“[37]. Der Verband machte auch „Werbung für Kampfkünste bei Schülern öffentlicher Schulen, Polizeioffizieren und Vertretern des Militärs“[38]. Nach Ki-Tae Chung hatte der Kido-Verband nur ein großes Treffen in Seoul, das von Yong-Sul Choi und Moo-Hoo Kee im Shinmu-Kwan organisiert wurde. Moo-Ee Jung, Master Ga, Moo-Hoo Kee und viele andere Schwarzgurte nahmen daran teil.

1965 etablierte Han-Jae Ji zusammen mit Yong-Sul Choi, In-Hyuk Suh und Moo-Wung Kim die „Daehan Hapkido Hyeob Hwe“ (Korea Hapkido Association). Ji bezeichnete sich selbst als den Hauptverantwortlichen für diese Organisation und sagte, dass er Jung-Yun Kims Dominanz des Kido-Verbandes nicht mochte. Kimm fügt hinzu, dass einer von Jis Schülern anfing, leere Kido-Verbandsdokumente zu benutzen, um seinen eigenen Rang über den von Ji zu erhöhen. Die Schüler des Seongmu-Kwan bestanden auf den Namen „Hapkido“ für ihre Kunst. „Den Schülern machte es nichts aus, dass eine japanische Kunst denselben Namen hatte“, erklärte Kimm, denn „die beiden Künste waren nicht miteinander verwandt“[39]Ji wurde auch von Jong-Kyu Park (damals 3. Dan in Hapkido), dem Chef der präsidialen Sicherheitskräfte, bei denen Ji der Chef-Hapkido-Trainer war, zur Bildung einer neuen Organisation gedrängt.

Ji öffnete eine Schule vor dem Joong Ang Keuk Jang (Zentraltheater) und Moo-Hyun Kim (damals ein Schüler Chois) besuchte ihn für acht Monate. 1962 verlegte Ji die Schule nach Kwanchul-Dong, hinter das Hwa Shin-Kaufhaus. Major Dong-Nam Lee besorgte Ji eine Trainerstelle an der Militärakademie und sorgte dafür, dass er am „Military Supreme Council“ unterrichten konnte. Er trainierte die Sicherheitskräfte des Präsidenten und verlegte seine Schule nach Seodaemun (Westtor-Gebiet). Ji diente ab 1962 achtzehn Jahre als Bodyguard für Präsident Chung-Hee Park. Als Folge davon konnte er den präsidialen Sicherheitsdienst, die koreanische Polizei, koreanische Spezialeinheiten und an der Militärakademie unterrichten.

Hapkido-Trainer wurden auch von der Firma „Daewoo“ unterstützt. Der Präsident der Firma, Woo-Choong Kim, wurde Präsident der Korea Hapkido Association. Seine Firma heuerte viele Hapkido-Meister an und schickte sie in den mittleren Osten (wo „Daewoo“ Konstruktionsarbeiten verrichtete), um die örtlichen Arbeiter zu unterrichten. Im Gegenzug halfen die Hapkido-Leute, Konflikte zwischen den Firmen und den Einwohnern zu lösen und die Aktivitäten nordkoreanischer Agenten zu kontrollieren.

Jae-Nam Myeong (gestorben 1999), ein Schüler Jis, formierte 1969 die „Hanguk Hapki Hwe“ (Korea Hapki Association). Er besuchte das Hauptquartier des japanischen Aikido-Verbandes und man verständigte sich darauf, Hapkido- und Aikido-Techniken auszutauschen. Myung wurde Präsident der World Aikido Federation in Korea. Er trat 1973 Kims und Jis Gruppierung unter dem Namen Republic of Korea Hapkido Association („Daehan Minguk Hapkido Hyeob Hwe“) bei. 1983 nahm er von dieser Gruppierung Abstand und gründete im Jahr darauf die International Hapkido Federation. 1988 gründete er seinen eigenen Hankido-Stil („Korean Ki Way“), den er im selben Jahr bei den Ersten Internationalen Hapkido-Festspielen in Seoul vorstellte. Nach der Dutch Hapkido Federation (NHF)

„besteht Hankido aus zwölf grundlegenden Selbstverteidigungstechniken (ho shin ki), die mit 24 Atmungstechniken verknüpft sind. Zwölf für den Verteidiger, genannt ‚Hwan Sang Do Bup’, und zwölf für den Angreifer, genannt ‚Ho Shin Bat Ki’ (auch genannt ‚Chon Ki Bup’ und ‚Chi Ki Bup’)“[40].

Wie Kwang-Shik MyungHapkido basiert Hankido auf drei Prinzipien. Dies sind für Hankido: „Die Theorie schneller Drehungen, der wasserähnliche Fluss der Energie und der Kraft und die Theorie der Harmonie“[41]. Nachdem Jae-Nam Myeong 1999 gestorben war, übernahm sein Sohn Song-Kwang Myeong die Leitung der IHF.

Die Verbindung mit den präsidialen Sicherheitskräften unterstützte die Entwicklung des Hapkido gewaltig, aber sie ließ auch die Hapkido-Führung zerfasern. Jedes Mal, wenn eine Führungsclique durch eine andere ersetzt wurde, wurde der Hapkido-Verband der alten Mannschaft ebenfalls ersetzt. Ji hatte während seiner Verpflichtung als Bodyguard des Präsidenten großen politischen Einfluss. Er verlor die Gunst, nachdem ein Attentatsversuch auf Park zum Tode von Parks Frau geführt hatte. Präsident Park hielt am koreanischen Befreiungstag am 15. August 1974 eine Rede im Nationaltheater in Seoul. Ein koreanischer Einwohner Japans namens Saek-Wang Mun versuchte, Präsident Park zu töten, doch er traf und tötete stattdessen Yung-Soo Youk, die „First Lady“ der Dritten Republik. Ji und die anderen Sicherheitskräfte des Präsidenten traten geschlossen zurück. Ji trat der regierenden politischen Partei bei, und als sich der politische Wind drehte, wurde Ji erneut angestellt, um in der Sicherheitseinheit des „Blue House” zu dienen. Das Attentat auf Präsident Chung-Hee Park selbst im Jahre 1979 führte zu einem Wechsel der Regierung, und viele Hapkido-Trainer (ehemalige Mitglieder der präsidialen Sicherheitskräfte) verließen das Land. Han-Jae Ji selbst verbrachte unter Präsident Kyu-Hah Choi ein Jahr im Gefängnis. Ein ähnlicher Wechsel ereignete sich, als Präsident Tae-Woo Roh 1988 die Macht übernahm. Rohs Vorgänger, Präsident Doo-Hwan Chun, hatte Mitglieder der Korean Hapkido Association als Sicherheitskräfte eingestellt. Kyung-Whan Chun war Chuns Bruder und ein Absolvent des Yudo-College. Er arbeitete eng mit Se-Lim Oh zusammen, dem Präsidenten der „Daehan Hapkido Hyeob Hwe“, wie sie gegen Ende des Jahres 1984 offiziell anerkannt wurde. Chun leitete das „Sae Ma Eul Woon Dong Doe“ (Institut für Ideologisches Training) und setzte Oh ein, um Hapkido als Teil des Programms zu unterrichten. Als Präsident Chun durch Präsident Roh ersetzt wurde, wurde Chun von der Nationalversammlung als rücksichtsloser Diktator angeklagt und ging in einen entlegenen Buddhistentempel ins Exil. Kyung-Whan Chun wurde „wegen Machtmissbrauch und Korruption“ zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Aufgrund dieses Debakels verlor die Korean Hapkido Association Schüler an andere Organisationen. Viele Schüler der KHA wechselten zur „Korea Kido Hwe“ oder zur IHF, wenngleich die KHA 1991 noch 60% der koreanischen Hapkido-Ausübenden umfasste.

Nach Jong-Bae Rim besuchte Yong-Sul Choi 1982 die USA in der Hoffnung, Hapkido zu vereinigen, denn er wusste, dass sich „sein Leben dem Ende näherte“[42]Rim und sein Schüler Joe Sheya nahmen an dem Treffen in dem koreanischen Restaurant „Yong Bin Kwon“ in New York teil. Nach Rims Ausführungen zerplatzte der Traum von der Vereinigung, denn „Mr. Choi benannte einen Nachfolger, der seine Vision nicht teilte“. Nach Mike Wollmershauser war dieser Nachfolger Chinil Chang.

chinesische Künste in Korea

Nach der chinesischen Revolution von 1949 emigrierten viele Chinesen nach Korea, darunter mindestens vier Kung Fu-Trainer (Gongfu auf Chinesisch): Poom-Chang Lim (1910-1982), Kyung-Ban Kang (geb. 1912), Sue-Chon No und Master KooLim unterrichtete den klassischen Gottesanbeterinnen-Stil [praying mantis style] in der Seoul-Gegend, den Kang bis 1989 in Busan und Taiwan ebenfalls lehrte. Chon unterrichtete die Palgwe (acht Trigramme; chinesisch bagua) oder „Handschlag“-Methode in Incheon. In China wurde er „Torwächter der Reichen“ genannt[43]Koo lehrte „six harmony“ Seorim Kung Hu (Shaolin Gongfu), auch bekannt als Changkweon („lange Faust“, chinesisch Changquan). Duk-Kang Lee lernte bei Master Koo und unterrichtete bis [and as of] 1989 in Seoul. Die Lehrer des Affen-, Kranich- und „ying chun“-Stils „werden nicht als Experten in diesen Arten von Kung-Fu angesehen, denn viele denken, dass sie nur aus Büchern oder von Videos gelernt haben“[44]. Nach Victor Cheng (geb. 1947) waren chinesische Kampfkünste in Korea in den 1950ern sehr traditionell:

„Alte Lehrer schlossen ihre Türen vor jedem nicht-Chinesen. Nicht chinesisch, nicht akzeptiert. Zu der Zeit bezeichneten sie das chinesische System als ‚18 Waffen’ oder ‚18 Techniken’. Erst nachdem einige Schüler meiner Schule ihre eigenen Schulen geöffnet hatten, wurden Koreaner zum Kung Fu-System zugelassen.“[45]

Aufgrund der Geschlossenheit der Schulen hatte Gongfu wahrscheinlich geringen Einfluss auf die Entwicklung der Koreanischen Karate der 1950er Jahre. In jüngerer Zeit verbreiteten sich die chinesischen Künste sehr viel mehr. Um 1989 gab es etwa 450 Kung Fu-Schulen in Korea. 80% davon betreiben Shaolin Lange Faust, acht Prozent lehren den Gottesanbeterinnen-Stil, fünf Prozent unterrichten Palgwe, und der Rest besteht aus verschiedenen anderen Systemen. Die vier Kung Fu-Verbände in Korea sind die „Daehan Kung Hu Hwe“ (Korean Gongfu Association; um die 100 Clubs), die „Palgwe Hwe“ (Eight Trigrams Association; etwa 30 Schulen, Incheon-Gebiet), die Korean and Chinese Kung Hu and Musul Association (um die 20 Schulen in Korea) und die „Daehan Sippalki Hwe“ (Korean Eighteen Techniques Association; um die 20 Vereine). 1994 war Kwang-Sub Kim Präsident der “Daehan Sippalki Hwe”, die in Seoul und Daegu am mächtigsten war. Kim selbst fing mit 16 Jahren an, Sippalki bei Myung-Duk Yoon zu lernen. Kims Hauptschule ist das „Hanguk Muye Weon“ (Koreanisches Kampfkunst-Institut) im Shincheon-Distrikt in Seoul. Die Mehrheit der Kung Fu-Schulen sind unabhängig und gehören keinem Verband an. Moon-Tak Hong (geb. 1948), ein Schüler von Poom-Chang Lim im Gottesanbeterinnen-Stil und Sippalki, fing irgendwann vor 1964 mit dem Training an. Hong war Mitglied der Korean Kung Hu Association und wurde 1984 zum Vizepräsidenten der World Guoshu Association (Hauptsitz Taiwan) ernannt. 1986 fing Hong an, Kontakte mit der People’s Republic of China Wushu Association und der Hangju City Martial Arts Association zu knüpfen.

Hwarangdo

Es gibt zwei koreanische Kampfkünste, die eng mit Hapkido verwandt sind, und zwar Hwarangdo und Kuksoolwon. Beide beanspruchen, moderne Verkörperungen antiker koreanischer Kampfkünste zu sein, aber sie sind viel eher Abkömmlinge des Hapkido.

Die beiden Brüder Joo-Bang Lee und Joo-Sang Lee waren ursprünglich mit der Korean Hapkido Federation unter Han-Jae Ji verbunden. Joo-Bang Lee (geb. 1934), der jüngere Bruder, begann mit dem Kampfkunst-Training im März 1942 bei Suahm Dosa, einem buddhistischen Mönch im Sukwang-sa (Sukwang-Tempel) im heutigen Nordkorea. Lee war damals acht Jahre alt und trainierte regelmäßig jeden Sommer in den Schulferien. Im Dezember 1948 folgte die Lee-Familie Suahm Dosa zum „Yanmi-am“ (Yanmi Einsiedelei) am O Dae-Gebirge. Lee trainierte bis in die späten 1950er bei dem Mönchen, also bis er Anfang 20 war. Beide Brüder hatten sehr unterschiedliche Trainingspläne, und Bob Duggan glaubt, dass Joo-Sang Lee bei Hapkido-Meistern in Seoul lernte, während Joo-Bang Lee bei Suahm Dosa, Mu-Hyun Kim, Han-Jae Ji und anderen trainierte. Joo-Bang Lee verließ 1962 Mu-Hyun Kims Schule, nachdem dieser in die Armee eingezogen wurde, und trainierte Schlagtechniken mit der offenen Hand bei In-Hyeok Seo in Busan.

1962 gründeten die Lee-Brüder die „Hanguk Musul Hwe“ (Korean Martial Arts Association), später gekürzt zu „Kuksul Hwe“ (National Arts Association). Zu den Mitgliedern dieser Organisation gehörten Uoo-Tack Kim, Han-Chul Lee, Il-Woong Huh, In-Hyeok Seo und Moo-Jin Kim, wobei Han-Chul Lee und In-Hyeok Seo im Oktober 1963 die Busan-Sektion des Verbandes gründeten. 1966 löste sich die „Kuksul Hwe“ wegen Führungsstreitigkeiten auf. Der letzte Versuch, HwarangdoKuksoolwon und Hapkido zusammen zu halten, war die „Vereinigte koreanische Kampfkunst-Ausstellung“ am 27. Mai 1968. Unter den Künsten, die auf der Ausstellung vorgestellt wurden, waren HwarangdoKuksoolwonSeongmu-Kwan HapkidoShinmu-Kwan HapkidoBisulKihapdoKidoYusul und Yukweonsul. Zu dieser Zeit verlieh Yong-Sul Choi Joo-Bang Lee den 8. Dan in HapkidoLee hatte auch den 4. Dan in KuksoolwonLees dreibändiges Werk über Hwarangdo (jüngst wiederaufgelegt) gilt als eine der besten vergleichenden Werke über die Familie der koreanischen Yusul-Künste.

Bob Duggan und Vincente Montenegro waren Joo-Sang Lees erste Schüler in seiner Hapkido-Schule in Huntington Park, die dieser 1968 eröffnete. Lee war damals Träger des 6. Dan, aber er ging 1969 zu einem wichtigen Treffen nach Korea und sagte Duggan, dass er vielleicht als 8. Dan-Träger zurück kehren wird. In diesem Jahr verstarb Suahm Dosa, und als Joo-Sang Lee zurück kam, war er „in einer feierlichen Stimmung“ und hatte den 7. Dan[46]Joo-Bang Lee wurde zum 8. Dan-„Großmeister“ ernannt und gründete ein neues System, genannt „Fa Rang Do“. Joo-Sang Lee setzte den Unterricht im Hapkido fort, bis sein Bruder 1972 in die USA kam. Nach Duggan blieb Joo-Sang Lee nur „für etwa drei Jahre“ der World Hwa Rang Do Association verbunden. Die Schreibweise dieser Kunst wurde 1974 oder 1975 in „Hwarangdo“ geändert, nachdem Duggan in der „Encyclopedia Britannica“ nach der korrekten Romanisierung geforscht hatte. Die Korean Hapkido Federation ärgerte sich sehr über diesen Bruch. Joo-Bang Lee kam 1972 in die USA und eröffnete in Downey, Kalifornien, eine Schule. 1977 erhielt Duggan von Joe Twiggs, einem seiner Schüler in Arkansas, eine Kopie des „Kuk Sool Training Manual“ von 1975. Duggan zeigte Joo-Bang Lee das Handbuch. Lee war „sprachlos und beunruhigt“[47], und eine Woche später gab er John Huppuck einen handgeschriebenen Trainingsplan. Wie das Kuksool-Handbuch listete dieser Trainingsplan jede Technik vom Weißgurt bis zum 5. Dan auf, und Duggan bemerkte „eine bemerkenswerte Ähnlichkeit zwischen den zwei Handbüchern“[48]Happuck schrieb die Notizen zu einem Handbuch [zusammen], und Duggan fügte englische Bezeichnungen zu den einzelnen Techniken, die vorher nur als „Gelbgurttechnik 1 bis 28“ usw. durchnummeriert waren.

Kuksoolwon

Man sagt, dass In-Hyeok Seo (auch In-Hyuk Seo, geb. 1939) und sein Bruder In-Seon Seo (auch In-Sun Seo) den Kuksoolwon (National Arts Association) um 1961 herum gegründet haben. In-Hyeok Seo trainierte erstmals im Alter von sechs Jahren bei seinem Großvater, Myung-Deuk Suh, dem Haupttrainer der „Korean Royal Court Army“, der nach Hollander im Korea-Krieg von nordkoreanischen Soldaten tödlich verwundet wurde. In-Haeok Seo lernte von Hae Dong Seu Nim (Großer Mönch des [on the] östlichen Sonnenaufgangs), einem buddhistischen Mönch, Atmung, Meditation und Ki-Techniken. Seo lernte daraufhin bei Tae-Eui Wang südliches Gottesanbeterin-Kung Fu und begann 1958, bei Yong-Sul Choi Hapkido zu lernen.

In-Hyeok Seo besuchte 1962 Mu-Hyun KimHapkido-Schule in Seoul. Kim war zur Armee eingezogen worden, und nachdem Seo einige seiner Handschlag-Techniken zeigte, gingen vier von Kims Schülern – Han-Chul Lee, Woo-Tak Kim, Il-Woong Huh und Joo-Bang Lee – nach Busan, um weiter bei Seo zu trainieren. Zu Seos weiteren Schülern gehörten Moo-Jin KimJong-Oh LeeMyung-Ho JangIn-Seok Seo (In-Suk Suh), In-Seon Seo (In-Sun Seo), Jong-Won ByunJae-Choon ParkSung-Sam Cho und Heui-Yeong Kim.

Michael Ahn erwähnt, dass das Hauptquartier des koreanischen Kuksoolwon der „Palguksa“ (Temple of the Buddha Land) nahe Busan gewesen war. Viele der Mönche praktizierten die Kampfkunst, bis die koreanische Regierung beschloss, aus „Palguksa“ einen Touristentempel zu machen. Damals verlegte man Kuksool nach Busan, und die Kampfmönche zogen zu einem anderen Tempel in der Nähe von Busan.

1971 gingen Han-Chul Lee und 50 andere Meister nach Südamerika, Kanada und in die USA, um Hapkido oder Kuksool zu lehren.

1972 wurde In-Hyeok Seo zum Senior-Vizepräsident der „Kido Hwe“ gewählt. 1974 zog er mit zwei Assistenten in die USA: Yong-Il Park und Yong-Kyu Park (Serino bezeichnet ihn als Myong-Kyu Park). Kimm besuchte Seo 1974 in New Orleans, und sie fingen an, „Kuk Sool Hapkido“ zu unterrichten. Seo und He-Yuong Kimm (Präsident der American Hapkido Association) hielten fünf Jahre lang Kuksool-Hapkido-Seminare an der Louisiana State University ab, von 1974 bis 1979.

In-Hyeok Seo zog 1975 nach San Francisco und gründete die World Kuk Sool AssociationPräsident Cheong-Heui Park schickte 1978 ein Kuksool-Team nach Hawaii, um den 75. Geburtstag der koreanischen Emigration nach Hawaii zu feiern. Diesem Team schlossen sich für die Vorführung in Hawaii In.Hyeok Seo und He-Young Kimm aus den USA an. Lee-Hyun Park (gest. 1987), Vorsitzender der American Hapkido Association (AHA), beklagte, dass „Kimm die AHA betrogen hat und zur World Kuk Sool Association gegangen ist“[49]. Nach Serino hatten Park und Seo persönliche Differenzen und wurden sich nie grün. Park bestand darauf, dass die AHA unter der Ägide der World Musulkwan Association verbleibt, und daher lud Kimm Park ein, den Verband als Präsident zu übernehmen einen Posten, auf dem Park bis zu seinem Tode blieb.

Bob Duggan erinnert sich, dass er Joo-Bang Lee 1977 von einem Gerücht erzählt hat, dass dieser während der 1960er unter In-Hyeok Seo trainiert hätte. Nach Duggan war Lee „für sein heftiges Temperament berühmt“[50] und wurde sehr ärgerlich. Er rief Seo am Telefon an und konfrontierte ihn mit dem Gerücht. Seo entschuldigte sich dafür, dass das Gerücht in Umlauf war. Lee berichtete danach Duggan, dass er und Seo zusammen mit „vier anderen von verschiedenen Hapkido- und anderen Stilen“ eine Vereinigung Gleichgestellter formiert hatten, um Techniken zu entwickeln und auszutauschen. Auf der anderen Seite notierte Duggan auch, dass Lee kurz Schlagtechniken mit der offenen Hand mit Seo gelernt hat und dass ein Bild von Joo-Bang Lees Dojang in Seoul irgendwann zwischen 1964 und 1967 zeigte, dass er zu dieser Zeit Kuksool unterrichtete. Duggan hält fest, dass sich Kuksool-Tritte „in den frühen Jahren“ von Hwarangdo-Tritten unterschieden, denn die Hwarangdo-Tritte legten Wert auf Kraft, während die Kuksool-Tritte „einen turniermäßigen Schnapptritt“ vorzogen. Nach Duggan lag dies daran, dass Joo-Sang Lee ein „meisterhafter Tritt-Techniker und Lehrer der Tritt-Kunst“ war. Um 1997, schreibt er, „scheinen die Differenzen zwischen den beiden Schulen nicht mehr so verschieden zu sein“[51].

1989 schlug In-Hyeok Seo He-Young Kimm als Präsident der American Kuk Sool Association vor, aber Kimm glaubte, diese Vereinigung würde sich mit der World Kuk Sool Association überlappen und lehnte deswegen ab. Seo schlug dann vor, dass Kimm seine eigene Kampfkunst namens Yukwonsul gründen soll. „Er sagte ihm, dass er eines Tages, wenn die Leute über die Gründer des „Hankuk Musul“ („Korean Martial Arts“) reden, den Namen Kimm He-Young zusammen mit Ji Han-Jae und Suh In-Hyuk hören wollte.“[52] Im selben Jahr schlug auch Han-Jae Ji vor, dass Kimm seinen eigenen Stil gründen sollte. Ji favorisierte den Namen Hanmu Yukwonsul, und eine Zeit lang lief es unter diesem Namen. Kimm gründete die Kunst 1989. Eine Zeit lang wurde es Han Do genannt, denn Leute aus „Ki-Trainingsschulen“ meinten, dass „Han Mudo Do mehr ist als Kampfkunsttraining“[53]. 1991 wurde der Name als Hanmudo („Koreanischer Kampf-Weg“) festgesetzt.

Hapkido heute

Heutzutage ist Hapkido in viele Organisationen aufgespalten, von denen drei von der koreanischen Regierung anerkannt werden. Die Korean Kido Federation, gegründet 1963, umfasst viele koreanische Künste, darunter Hapkido und seine Derivate. Zur Zeit wird es geleitet von In-Seon Seo, dem Bruder In-Hyeok Seos. Die International Hapkido Federation (IHF) wurde 1983 von Jae-Nam Myung gegründet und hält seit den 1960ern eine starke Verbindung zum japanischen Aikido aufrecht. Die Korean Hapkido Association wurde 1965 gegründet und 1984 unter Se-Lim Oh reorganisiert, nachdem Han-Jae Ji, Mu-Hyun Kim und Jae-Nam Myung sie verlassen und ihre eigenen Verbändet gegründet hatten. Wie sein Trainer Han-Jae Ji verband Se-Lim Oh die Kunst mit der Ausbildung der präsidialen Sicherheitskräfte. Ohs KHA änderte später den Namen in Korean Hapkido FederationScott Shaw ist der bekannteste Schüler der KHF in den USA.

Viele amerikanische und kanadische Trainer haben ihre eigenen Verbände gegründet, darunter Don BurnsMichael WollmershauserMichael PelligriniVic CushingJames BenkoJames R. WestSerge BaubilRudy Timmerman und andere. Nachfolgend die Geschichte der USHF unter Don Burns.

United States Hapkido Federation (gegründet 1981): Don Burns begann 1961 mit dem Judo-Training bei Tony Wickrameskra und Bob Gidda an der Bunker Hill Air Force Base. Er trainierte auch ab 1963 bei Dr. Sung Jae Park und wurde 1970 Mitglied der Fakultät für Gesundheits- und Sportwissenschaften an der Indiana University in Bloomington. Damals war er Träger des 2. Dan im Judo. 1972 fing er an, Taekwondo bei Mu-Gil Lee zu lernen, und unter Chong-Chul Kim machte er 1975 seinen Schwarzgurt. 1974 fing er mit dem Hapkido-Training bei Ki-Duk Lee (auch Duck Lee, Duke Lee) an. 1981 gründete Don Burns die United States Hapkido Federation USHF („Miguk Hapkido Yonmaeng) in Bloomington, Indiana. Burns und Ki-Duk Lee hatten im selben Jahr Streit darüber, dass Burns seine Kenntnisse der Kampfkünste durch Studium anderer Stile erweitern wollte, während Lee meinte, es wäre wichtig, seine Schüler unter Kontrolle zu halten. Seitdem diente Don Burns als Präsident der USHF. Er unterrichtet Hapkido als Grundlage und ermutigt seine Schüler darin, durch das Lernen anderer Stile weiterzukommen. Als Folge davon haben die verschiedenen Trainer der USHF auch Trainergrade in Tai Chi ChuanKaliSilatKempoTaekwondoJeet Kune DoJu-JutsuJudoIaido und weitere Künste. Die Hauptinnovation der USHF ist ihr System der Körperbewegungen, das Burns aus dem „tai sabaki“ (Körperbewegungen) des Judo entwickelt hat. Ursprünglich lehrte die USHF den Umgang mit Knüppel, Stock, Hanbo und Nunchaku, aber die Hanbo- und Nunchaku-Übungen wurden seitdem durch Messertechniken ersetzt. Die Organisation hat in Indiana und Illinois mehrere Schulen. Die USHF und die American Hapkido Association unter Michael Wollmershauser kamen in den 1980ern überein, gegenseitig ihre Schwarzgurte anzuerkennen. Robert Spear ist der bekannteste Hapkido-Mann, der zur USHF gehört.

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Anmerkungen zur Übersetzung

Die vorliegende Übersetzung gibt den vollständigen Text von Dakin Burdicks Hapkido-Geschichte (in der Version 2001) wieder. Der Originaltext kann unter http://php.indiana.edu/~burdickd/hkdhist.html eingesehen werden. Die Originalzitate sind bis auf kleinere Ausnahmen (bei unstrittigen Fällen) in den Endnoten zu finden.

Bei der Romanisierung koreanischer Ausdrücke orientieren wir uns in der Übersetzung weitgehend an dem revisionierten Südkoreanischen Romanisierungssystem vom Juli 2000 (Details unter www.korea.net/korea/kor_loca.asp?code=A020303), und zwar hauptsächlich aus dem Grund, weil uns das klassische McCune-Reischauer-System (http://mccune-reischauer.org) von 1937 fürs Internetzeitalter nicht mehr zweckmäßig erscheint. Eigennamen werden weiterhin in der üblichen Weise geschrieben, die Namen der Kampfkunst-Schulen (Kwan) werden dagegen allesamt nach dem revisionierten System romanisiert. Einige bekannte Ausdrücke wurden in der alten Form beibehalten, andere wurden geändert:

·            beibehalten: Kuksoolwon, Taekwondo

·            geändert: Yeongdong, Chungcheon, Busan, Daegu

Die Vervielfältigungsrechte der online-Version dieses Artikels unterliegen der GNU General Public License, Version 2. Siehe dazu die deutsche Übersetzung unter http://www.gnu.de/gpl-ger.html.

Zu Fragen und Anmerkungen übersetzungstechnischer Art kontaktieren Sie bitte den Übersetzer unter tom.rhee@web.de. Vielen Dank!



[1] “was cute and his own family could not afford him”

[2] “what direction I wanted my life to take“

[3] “Sogaku Takeda era una persona muy orgullosa y provenía de familia de Samurai, por lo que nunca hubiese aceptado a un ‘esclavo coreano’ como alumno. Por eso Choi Yong Sul fue admitido bajo un nombre japones aunque le era prohibido hablar coreano y comportarse como un coreano.”

[4] “He started like everyone else did. He had to clean the school, learn to sit properly and to watch. No lessons. For six months Choi, Yong Sul cleaned, sat and watched. It was not like it is now, where you pay and then you take lessons. After six months Choi, Yong Sul spent living in the dojang and doing everything for his teacher, his teacher finally agreed that it is time for this young man, he wants to learn, now I will teach him.”

[5] “on Shin Su Mountain in the area of Akeda”

[6] “constant student“, “personal direction”, “assistant in all of his instruction”

[7] “I was secluded in his mountain home”

[8] “I was my teacher’s assistant in all of his instruction. While in Tokyo, we also taught high-ranking government officials within the palace circle. Also, we traveled to various parts of Japan and taught select groups of people.”

[9] “El hecho de ser coreano, impidió al maestro Choi tener su nombre en el libro de oro del Daito Ryu. El mismíso maestro Tokimune Takeda (hijo de Sogaku Takeda) dice no conocer a Choi Yong Sul y apoya el hecho de que sólo japoneses han sido alumnos de su padre.”

[10] “Some years ago, maybe ten years ago now, I began working with Mr. Stanley Pranin, editor of Aiki News Magazine. … Mr. Pranin is a 5th Dan in Aikido and also has excess to all of Takeda Sensei’s records. He could not find a single entry regarding Choi Yong Sool, although Mr. Pranin did locate an entry regarding a seminar Takeda Sensei taught to a group of Koreans in Japan.”

[11] “Once in Hokkaido approximately 30 brigands attacked Master Takeda. He, with his superb abilities dispatched this massive attack with great style. By chance, Ueshiba, Morihei witnessed this incident and was put in awe of Takeda, Sokaku and his martial art. He soon after petitioned my teacher in regard to his becoming my teacher’s student.”

[12] “because of personal reasons”

[13] “World War II changed things in many ways. The most significant changes happened toward the end of the war. Japan was losing the war and in a last desperate effort the government instituted a special military draft that called up most of the prominent martial artists of the time. These highly trained people were conscripted into special guerrilla-type units that were dispersed throughout the war zone. All of the inner circle of Daito-ryu Aikijujutsu were drafted except Master Takeda and myself. All were killed in the final fighting of the war.

I was going to be drafted but Takeda, Sokaku intervened. Through his status and influence, he had me hospitalized for minor surgery. This stopped the process of my conscription and prevented me from being drafted. He prevented me from being put into the war because he felt that if I was killed Daito-ryu Aikijujutsu would be lost in its completed form upon his death.”

[14] “Shortly after Japan’s surrender to the United States there was a gathering in Otaro, Hokkaido, to witness Takeda, Sokaku’s suicide. These people were present: Takeda, Kushiro (eldest son of Takeda, Sokaku), Asao, Yoshida (myself), and some of Master Takeda’s preferred students. Before the ritual began, Master Takeda ordered me to be his second and to take off his head with my sword when he fell. He carefully prepared his ritual table and began. First, he made a brief formal apology to his ancestors and the he killed himself. When it came time for me to sever his head, I could not do it. This man was virtually my father, and I just could not bring myself to do this to his body. Some protest was made because I could not carry out this duty. Takeda, Sokaku’s body was buried by his eldest son.

He said goodbye to me before the ritual. He spoke of my long time desire to return to Korea and bid me to do so promptly after his death. He was concerned that because of my position in hi household and because of my Korean heritage, that I would be assassinated if I remained in Japan after his death. Had I remained after his death and tried to succeed him, it would have been dangerous.”

[15] “he learned a special kind of martial art in Japan”; “asked for too much money”

[16] “carried some extraordinary posture that I had not seen before. And I noticed that it seemed like some kind of martial art.”

[17] “Takeda Sokaku of Daito Ryu”

[18] “Choi, Yong Sool said that first of all he couldn’t afford to teach anybody, he was to [sic] busy making a living. And also nobody was interested to pay for lessons in the amount he asked.”

[19] “Suh used his family’s reputation to build Choi’s following, and acted as Choi’s patron.”

[20] “two hands with the thumb and index fingers extended”; “If you try to open my finger with one finger, it’s hard. No matter what you do, by using one finger it is hard. If you reverse the energy, the resistance, and use your opponent’s power, you combine the ki.”

[21] “that of a hoodlum”

[22] “the traditional Korean fighting technique which was head butting”

[23] “he went to some temple to develop his kicking techniques which originally Hap Ki Do never had much of”

[24] “Ji’s school emphasized that only the bottom of the foot touches the ground when executing a low spinning kick. Whereas, Kim’s school taught that both the hand and knee touched the ground when this kick was done.”

[25] “I was with Kang, Moon Jung together we approached the club door. I heard noise inside and I began trying to see what was happening inside because the door had a little opening. Then I heard a scream, ‘AHHH’ with pain. This made me very nervous because of the reputation of one finger touch and finish. We were trying to watch closer, then someone big in there screamed again, ‘AHHHH’ even more louder! We quickly ran out of the building. … I ran away because I was very nervous. Then we went back a second time I really wanted to watch. I saw one guy grab the master’s tobok top and the master came around on this side (CKT demonstrates brings his elbow over the arm twisting hand) and the person goes to the ground sits down making a loud noise then can’t stand up. I was nervous and ran away again. I went home and I kept dreaming about how I could learn the one finger, touch, and finish and was very interested in it.”

[26] “While I was there I heard Suh Bok Sup’s name”; “I never saw him in Daegu Hap Ki Do Dojang.”

[27] “He taught with only one student inside curtain so no one else could see, then the second person would get ready and they would come in. Now remember I learned t’aegweondo and yudo before coming to this yawara club. One month to learn hapkido; the fee was 5 or 10 times higher that [sic] other arts. One time use on somebody, then for a couple months, they cannot use their arm. I am nervous then. At Choi Yong Sul’s tojang, he had a small ball hanging from the ceiling about head height and one person would be kicking the ball. They did many other kicks but for now just front kick, snap like ax [sic] kick, first time I had seen this kick because other kicking art only had roundhouse, and side kick mostly. … The person kicking was about twenty-three or twenty-four years old. Very unusual kicks I was seeing. Very interesting, one grab and pain, pressure point here, pressure point there, cannot use hand. Not like t’aegweondo kicking and punching. One problem there; the assistant instructor, Master, one time do techniques and a couple of weeks you cannot work. Too much pain. The Master taught me, and I taught my students and test the techniques. Then at this point I started having my students learn both hapkido and t’aegweondo and they were learning grabbing techniques from the wrist, the side, the shoulder, from behind and chest attacks.”

[28] “He would whip his students if they didn’t do things exactly as he said”; “still bears the whip scars on his back”

[29] Anderen Quellen zufolge kannte Ji diesen Lehrmeister als „Taoist Lee“.

[30] “former Navy Underwater Demolition Team graduate and known gangster”

[31] “a Black Belt expert in Korean Tang Soo Do karate”; “had challenged Yoshida and lost”

[32] “to develop as much power as possible”

[33] “is one of the wealthiest Hapkido stylists in Korea”

[34] “When I first came to Canada, my club offered yudohapkido and t’aegweondo. Nearby was a Japanese judo school and the Japanese instructor asked to see my yudo. He wanted to see the difference between Korean and Japanese; yudo vs. judo. Well, I had yudo in junior school so when I demonstrated to this Japanese instructor I combined yudo and hapkido.

Right away, I would beat this instructor and he asked me what is this you are using with your yudo techniques that gives me so much pain. I told him I was very fortunate to learn hapkido from the very best, the founder of hapkido, the Great Grandmaster Choi, Yong Sul. He said: ‘I have never seen anything so devastating as this art.’ The instructor said he wanted this kind of knowledge to give to his students, ‘please teach me.’”

[35] “These techniques are not only the most interesting in Taekwon-Do but also the most advanced.”

[36] “the Purpose and Constitution of the Korea Kido Association”

[37] “standards of teaching as well as promotion requirements of Black Belts in Korean martial arts”

[38] “tried to promote martial arts to public school students, police officers, and military officials”

[39] “The students did not feel it mattered that a Japanese art had the same name”; “the two styles were not related”

[40] “Hankido consists of twelve basic selfdefence [sic] techniques (ho shin ki) which are connected to 24 breathing techniques. Twelve for the defender called Hwan Sang Do Bup, and twelve for the attacker called Ho Shin Ba’t Ki (also refered [sic] to as Chon Ki Bup and Chi Ki Bup).”

[41] “the fast spin theory, the flow of energy and power like water, and the theory of harmony”

[42] “his life was near his end”

[43] “the gate guard of he rich”

[44] “are not considered experts in these styles of kung-fu, because many feel they learned from books or videos”

[45] “Old teachers closed their doors to anyone non-Chinese. Not Chinese, not get accepted. At the time, they referred to the Chinese system as 18 weapons or 18 techniques. It was only after a couple of students at my school opened their own schools that Koreans were accepted into the kung-fu system.”

[46] “in a solemn mood”

[47] “stunned and disquieted”

[48] “a remarkable similarity between the two manuals”

[49] “Kimm had betrayed the AHA and gone to the World Kuk Sool Association”

[50] “famous for his violent temper”

[51] “the difference between the two schools no longer seems so distinct”

[52] “He told him that some day, when people talk about the founders of Hankuk Musul (“Korean martial arts”), he wanted to hear the names of Kimm He-Young along with Ji Han-jae and Suh In-hyuk.”

[53] “Han Mudo Do was more than martial arts training”

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