Ralf Düren

Der TT-Sammler

Ralf Düren gehört zu den größten TT Sammlern in Deutschland und sogar in Europa. Er hat extra seine Kegelbahn in seinem Haus umgebaut für eine riesige Tischtennis Sammlung. Er hat von allen Spielern auf der Welt Bilder und Autogramme, sogar fast alle Hemden von Spielern. Er ist auch ein sehr guter Freund und Fan von mir. Wir haben irgendetwas gemeinsam, wir Tischtennis verrückt ! Wir wollen einfach mehr und mehr von dieser Sportart.
Deutsche Tischtennis Liga
Liebling der Spielerfrauen

In Spielerfrauen-Kreisen ist er höchst geschätzt. Ralf Düren hat schon das Herz mancher Gattin eines Zelluloidballartisten höher schlagen lassen - wenn er sich dem Domizil eines verdienten Tischtenniscracks nähert, steht meist ein gründliches "Ausmisten" an. Der 46-jährige Westfale ist nämlich Sammler: "Ich habe mein Leben lang schon immer etwas gesammelt - jetzt hebe ich alles auf, das irgendwie mit Tischtennis zu tun hat."

Bei den Deutschen Pokalmeisterschaften in Jülich bestückte er im November eine Ecke der Nordhalle mit seinen Exponaten - freilich nur ein Bruchteil seiner opulenten Sammlung. "Ich hätte hier die ganze Halle rings herum vollmachen können", stellt er klar. Doch auch schon seine kleine Auswahl beeindruckte. Etwa ein himmelblaues Orginaltrikot von der Düsseldorfer Borussia-Legende Desmond Douglas von 1977 war da zu bestaunen, "das war ein ganz Großer", schwärmt Düren. Oder ein Programmheft vom Erstliga-Aufstieg des TTC Simex Jülich 1977, zu dem er einen ganz besonderen Draht hat. Uralte Eintrittskarten von Tischtennis-Highlights und Autogrammkarten gibt es zu bestaunen, alles fein säuberlich aufbereitet und akribisch in Plastikschutzhüllen gesichert. Sammler haben einen Hang zur Präzision. "Man macht sich ja keine Vorstellungen, was für Sachen es alles um den Tischtennissport herum gibt", stellt der 46-Jährige immer wieder selbst aufs Neue verblüfft fest. Jeder Gegenstand aus seiner Schatzkammer hat seine ganz eigene Geschichte. Etwa das Olympiatrikot von Lucjan Blaszczyk: "Das ist ein ganz spezielles Trikot, das er nur bei olympischen Spielen trägt."

Seit vier Jahren sammelt der Mann aus der Kleinstadt Höllen bei Aachen nun schon Tischtennis-Devotionalien. "Meine Tochter hat mich zum Tischtennis gebracht, als sie 2. Bundesliga spielte", erinnert er sich zurück, "davor waren es auch Briefmarken oder Fußball-Autogrammkarten." In seinem Haus - einer ehemaligen Gaststätte - hat er die Kegelbahn für seine Sammlung reserviert. Über 600 Orginaltrikots von Tischtennisspielern sind darunter, fast 12.000 Autogrammkarten, 2.000 bis 3.000 Vereinshefte - ligaübergreifend - sind darunter, Urkunden und Medaillen von Kreis-, Bezirks- und Weltmeisterschaften. Jülichs Manager Arnold Beginn knüpfte immer wieder Kontakte für ihn. "Die Spieler wissen mittlerweile aber schon - da kommt der Sammler", sagt er. Bekannt wie ein bunter Hund in Teilen der Tischtennis-Szene, lassen Spieler Düren schon mal kistenweise angehäufte "Pingpong"-Artikel zukommen. "Marek Klasek hat mir einmal gleich einige Kartons mit Tischtennissachen geschenkt", erzählt Düren, "er meinte, bei mir sei das besser aufgehoben." Andere schauen sich in seinen heiligen Hallen mit großen Augen um, rücken aber nichts raus - weil sie alles selber sammeln. Der Jülicher Spitzenspieler Lars Hielscher ist so einer. Ohnehin gibt es da ein paar Feinheiten zu beachten. "Um so mehr Geld Sportler verdienen, um so arroganter werden sie", hat Düren schon mal ganz allgemein festgestellt, "aber Tischtennisspieler sind fast immer alle sehr offen." Auch eine geschlechtsspezifische Komponente gibt es. Frauen rücken nach dem Match nicht so gern ihr verschwitztes Trikot heraus, das Ansinnen kommt ihnen doch eher suspekt vor. "Viele kommen aber dann am nächsten Tag auf mich zu und geben mir ein frischgewaschenes von sich", führt der Profi-Sammler in die sensible Materie ein. Bei der Frau des Ex-Nationalspielers Ralf Wosik rannte er jedoch einst offene Türen ein: "Sie war überglücklich, dass ich kam und das ganze alte Zeug endlich aus dem Keller war."

Bundesliga-Pressedienst, Klaus Teichmann

Comments